Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 86: Verschenkte Luftpumpen und verschollene Laufbeine

Hallo, hallo, hat jemand meine Laufbeine gesehen? Auf dem Rad lief es diese Woche richtig gut, beim Schwimmen Business as Usual, aber beim Laufen ging irgendwie gar nichts. Bei allen Versuchen war nach viel zu kurzer Zeit die Luft raus. Woran das liegt? Entweder am vorweihnachtlichen Stress, an den vielen Yoga-Einheiten oder an den intensiven Radeinheiten. Oder sie haben Angst bekommen vor dem Ironman Frankfurt in 189 Tagen und sind auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Mal sehen, ob an Weihnachten Füße hochlegen ein bisschen helfen wird. Wobei die vor dem Hochlegen natürlich noch ordentlich arbeiten dürfen, ho ho ho.

Hello again an dieser Stelle zu Woche 86 in meinem kleinen Reisetagebuch vom Triathlon-Einsteiger bis zum Ironman Frankfurt 2020. Und dann weiter bis zum Challenge Roth 2021 und Paris-Brest-Paris 2023 und ja, für 2022 wird mir auch noch irgendetwas Wahnsinniges einfallen. Bis dahin schreibe ich immer sonntags darüber, was in der vergangenen Trainingswoche so geschehen ist. Im Winter geht es da viel um Indoor-Cycling auf Zwift, aber spätestens ab Ende Januar kommen wieder schönere Fotos aus dem Trainingslager in Lanzarote anstelle der faden Zwift-Screenshots. Schöne Fotos gab es übrigens auch im Verlauf des vergangenen Triathlon-Jahrs, nachzulesen hier: Woche 85, Woche 84Woche 83Woche 82Woche 81Woche 80Woche 79Woche 78Woche 77Woche 76Woche 75Woche 74Woche 73Woche 72Woche 71Woche 70Woche 69Woche 68Woche 67Woche 66Woche 65Woche 64Woche 63Woche 62Woche 61Woche 60Woche 59Woche 58Woche 57Woche 56Woche 55Woche 54Woche 53Woche 52 bis Woche 1 und Tag 1, und hier geht es per Zufallsklick zu einem beliebigen Beitrag.

Übrigens: Über einen Kaffee per PayPal.me freue ich mich ebenso wie über Hilfe bei der Reduktion meines Lagerbestandes auf eBay. Über Kleiderkreisel tausche ich gerne, die Werbeanzeigen auf meiner Website anklicken spielt auch ein paar Cent in die Triathlonkasse und wer möchte, kann mich auch gerne als Freiberuflerin für Text & Bild anheuern (Redaktion, Lektorat, Übersetzung, Grafik und so manches mehr). Like-Tipps außerdem: meine Projekt Iron(wo)man Facebook-Seite – und gerne auch die von Triathlon Rennberichte, auch wenn sich momentan aufgrund des Alltagstrubels dort nicht so viel tut. Aber alles zu seiner Zeit.

Der Wahnsinn geht weiter auf Zwift

Weil alle kurz vor Weihnachten sowieso durchdrehen, wird natürlich auch virtuell auf Zwift fleißig durchgedreht – beziehungsweise: gekurbelt. In der Gruppe Triathleten in Deutschland hat einer vEveresting durchgezogen – das ist die Radausfahrt, bei der man am Stück die Höhe des Mt. Everest in einer Radausfahrt an einem Berg fährt, sprich knapp 8.850 Meter bergauf, oder 8,5-Mal Alpe du Zwift (ein Protokoll von einem Ex-Radprofi dazu gibt es hier). In der Gruppe Zwift Riders Germany wurde von einem 24-Stunden-Zwift-Weltrekord berichtet, bei dem die 1.000 Kilometer fallen sollten. Am Ende waren es zwar „nur“ 975 Kilometer, aber Aussagen von Postenden zufolge lag der Weltrekord bis dahin bei 960 Kilometern, der damit gefallen ist. Herzlichen Glückwunsch, sage ich da nur. Bei mir werden hoffentlich am 24.12. oder am 25.12. die 160 Meilen fallen, denn an den beiden Tagen wird traditionsgemäß natürlich ordentlich gegessen und dafür wollen die Kalorien vorab erst einmal verbrannt werden. Vielleicht fahre ich dafür eine so genannte Rebel Route, nämlich Triple Flat Loops von ZwiftInsider. Mir fehlen für mein Jahresziel von 11.000 Kilometern auch noch ein paar (wobei mir auch die Kilometer fehlen, die ich Anfang des Jahres auf dem Spinningbike verbracht habe, also ganz akkurat ist der Zähler sowieso nicht) und die müssen natürlich noch fallen bis zum 31.12. Die Tour of London habe ich dafür mittlerweile komplett verpasst und die Workouts / Races der Zwift Tri Academy passen auch nie so richtig in meinen Zeitplan, der mit den vielen Yogaeinheiten momentan auch deutlich enger getaktet ist.

Was den Nerdfaktor angeht, geben sich Yoga und Zwift übrigens nicht viel. Denn sowohl beim Yoga kann man stundenlang in irgendwelchen Internet-Rabbit-Holes zu den ganzen Asanas versinken als auch auf Zwift (bzw. im Speziellen auf ZwiftPower und ZwiftInsider) stundenlang tausend Sachen nachlesen. Zum Beispiel, welcher Radfahrer-Phänotyp man eigentlich selbst ist: Allrounder, Sprinter, TimeTrialist/Climber/Steady-State-Rider oder Pursuiter, bzw. ob man im Flachen besser abschneidet oder im Bergigen (wobei das von der w/kg-ratio abhängt, sprich: leichter tut sich da auch leichter). Hier dazu auch noch ein interessanter Artikel. Als Langdistanz-Anwärterin gehöre ich natürlich zu den Time Trialists, die lange können, aber nicht besonders hart. Das hat sich diese Woche dann auch mal wieder gezeigt, als ich 500 Watt treten wollte und bei 483 dann Schluss war. Okay, ich habe das am Ende einer Fahrt an einem Tag gemacht, an dem ich ohnehin schon äußerst müde war, aber Ausreden zählen nicht. Will try that again next week.

Rödelnde Laufbeine und lockere Radbeine

Der Montag begann ungewohnt spektakulär mit 3 Kilometern Schwimmen, anderthalb Stunden auf Zwift mit spektakulären 20-Mal 30-30-Intervallen bei 8000 Watt, die sich allesamt großartig angefühlt haben – im Gegensatz zu den Laufbeinen danach. Hm. Dafür hat mich Jivamukti Yoga am Abend wieder mit der Welt versöhnt.

Am Dienstag wollte ich dann die Laufkilometer nachholen, die meine Beine am Montag nicht mehr hergegeben haben. Weiß natürlich jeder, dass das keine brillante Idee ist, aber ich dachte, dass meine Laufbeine vielleicht irgendwo in München Haidhausen herumstehen und auf mich warten. Dem war natürlich nicht so. Vielleicht hätte ich an dem Tag in die Kältekammer gehen sollen, aber ganz ehrlich: Im Winter in die Kältekammer packe ich genauso wenig wie im Winter draußen Radfahren. Mimimi.

Nach dem kleinen Lauf ging es zum Schwimmen ins Gym und danach mittags zu einer Einheit Yoga, allerdings diesmal Medium Yoga und jap, da liegt schon eine kleine Welt zwischen Basic und Medium. Spannend war am Dienstag dann auch nachmittags noch ein Telefonat mit einer Journalistin, die für die TOUR einen Artikel zum Thema intermittierendes Fasten schreibt. Ich bin gespannt, was von meinen sehr ausschweifenden Antworten dann am Ende in dem Artikel landet.

Der Mittwoch brachte dann den nächsten Laufversuch mit immerhin 11 Kilometern und dann wieder zwei wunderbare Stunden Zwift mit der London Pretzel. Abends überraschenderweise wieder Yoga, und zwar diesmal Candlelight Yoga. Im Prinzip Yoga zwischen Basic und Medium, aber mit Kerzen und ein paar neuen Übungen. So langsam habe ich mich auf die Unterrichtsarten der verschiedenen Lehrerinnen (und Lehrer) eingegroovt und weiß so ungefähr, wie viel die Muskeln jeweils noch leisten müssen.

Donnerstags standen wieder lange Zwift-Intervalle mit Extrakilometern auf dem Plan – 3 Runden mit 2 Minuten, 1:30 Minuten, 1 Minute und 30 Sekunden oberhalb der FTP, zwischendrin natürlich Recovery. Grandios und quasi fast 8000 Watt (jap, ich habe mittlerweile fast alle Folgen des Besenwagen-Podcasts durch!). Uuund wieder eine Laufrunde mit beschissenen Laufbeinen. Und dann tatsächlich kein Yoga, weil sämtliche Muskeln irgendwie gar keine Lust mehr hatten.

Von der Kunst, eine Luftpumpe zu verschenken

Am Freitag war dann wieder ein eher ruhiger Trainingstag mit Yoga (geil), Schwimmen (geht so) und einer kurzen Zwift-Runde (ganz gut). Und dann wurde es ein bisschen chaotisch. Erst kam die Post mit einer Sendung mit dem Nicola Werner Challenge-Label. Darin enthalten: Ein Rapha-Étape-du-Tour-Trikot, das ich bei einem der KOMs bei der Nicola Werner Challenge im September gewonnen habe. Davon hatte ich bis Freitag allerdings überhaupt keinen blassen Schimmer, zumal ich auch laut Strava an dem Tag bei den Segmenten nicht die Schnellste war. Wobei… Wenn die Preise noch nach langsamer & schneller Gruppe aufgeteilt waren, dann könnte ich bei einem der Climbs in der langsamen Gruppe die Schnellste gewesen sein. Wie dem auch sei: Genial! Vielen Dank für das extrem schicke Trikot samt Weihnachtskarte. Ich freue mich jetzt schon auf 2020.

Tja, und dann wollte ich über Facebook meine alte Luftpumpe verschenken, nachdem der Versand als Sperrgut ungelogen dreimal so viel kostet wie das Ding wert ist. Innerhalb von einer Stunde meldeten sich auch gleich zehn Interessentinnen und Interessenten, aber mit der Übergabe an Interessent #1 hat es am Freitag aufgrund seines Versackens auf einer Weihnachtsfeier nicht geklappt, für Interessent #2 ist der Weg arg umständlich (kann ich nachvollziehen, wer möchte denn schon komplett quer durch München, wenn er nicht muss?) und bei Interessentin #3 warte ich noch auf Rückmeldung. Ich dachte ja, dass Sachen verschenken viel einfacher wäre und mich nicht so viel Zeit kosten würde, um Nachrichten zu beantworten, aber man lernt eben nie aus.

Weiter ging es dann am Samstag mit Besenwagen & Zwift für zwei Stunden (ich bin eigentlich alle Einheiten länger gefahren als ich sollte, um meine beschissenen Laufbeine zu kompensieren, natürlich eine überaus clevere Strategie) und dann dem nächsten nicht ganz so tollen Lauf. Das könnte aber auch daran gelegen haben, dass ich um 6:10 Uhr mit Alpe du Zwift #13 begonnen habe und mein Körper nicht so happy damit war, an einem Samstag um 5:30 Uhr aufzustehen. Das musste aber alles so früh sein, weil doch um 10 Uhr Basic Yoga war! Noch dazu mit einer Lehrerin, die ich aus dem Gym kenne (die Art von sich-freundlich-zunicken-und-hallo-sagen-Bekanntschaft, die immer für gute Laune sorgt), die relativ überrascht war, mich beim Yoga zu sehen, aber dafür gar nicht mehr im Gym. In weiser Voraussicht habe ich mich nach dem Yoga noch zum Schwimmen überredet…

… damit ich am Sonntag einfach nur das Hirn ausschalten und meine lange Grundlageneinheit auf Zwift abspulen konnte, um danach zum Wochenabschluss noch einmal ins Basic Yoga zu gehen. Schön war heute, dass wir gemeinsam die Wintersonnenwende kurz gefeiert haben – nicht esoterisch, sondern achtsam. Überhaupt sind die Yogastudios, die ich bisher besucht habe, nicht befremdlich esoterisch angehaucht, sondern ziemlich entspannt und auf der angenehmen Version der Achtsamkeitswelle mitsurfend (wobei Yoga die Achtsamkeit wohl mit erfunden haben dürfte). Meine Oberschenkel sind allerdings wirklich durch und viel Power habe ich auch nicht aufs Pedal gebracht: Akku leer nach einer gefühlt sehr, sehr langen Woche.

Der Coach hat den Plan für die nächsten Wochen noch nicht hochgeladen (und ich sehe ihn vor mir, wie er beim Anblick meiner Zwift-Eskapaden und grauenhaften Läufe vermutlich ein bisschen die Stirn runzelt), aber es besteht Grund zur Vermutung, dass er mir morgen einen ruhigen Tag reindrückt, weil ich am 24. und am 25. natürlich angesichts der Essensberge powern werde. Bitte einmal Hand hoch, wer diesen weihnachtlichen Sportstress auch kennt, weil er oder sie nicht willensstark genug ist, an Weihnachten NICHT zuzugreifen? Es gab Momente, in denen ich mich auch bei solchen wunderbaren kulinarischen Highlights komplett kasteien konnte, aber das hat mich weder glücklicher noch schlanker gemacht, deshalb lieber ordentlich sporteln und dann ordentlich schlemmen.

Fazit: Die Tage werden ab heute wieder länger, DER WINTER HAT ANGEFANGEN (es sieht aber nicht wirklich nach Winter aus), an Weihnachten wird gut gekurbelt und meine Laufbeine kommen hoffentlich auch demnächst wieder. Die Yogastunden für die Woche sind auch schon eingeplant und trotz meines Lauffrusts gibt es insgesamt doch eigentlich gar nichts zu meckern. Frohe Weihnachten, schlemmt schön und bis nächsten Sonntag!

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