Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 41: Triathlon-Trainingslager auf Lanzarote, Teil 2

Im zweiten Teil meines Triathlon-Trainingslager-Recaps geht es um das Rennradeln auf Lanza und um den Rest der Einheiten, die mich so kaputt gemacht haben, dass ich am Samstag und Sonntag Zwangspause einlegen musste. Die erste Woche zurück in München war eine leichte Trainingswoche und ab morgen starte ich frisch erholt in den nächsten Abschnitt des Trainingsplans mit dem richtig echten Ironman-Training. Ich kann es kaum erwarten!

Ach, Lanzarote! Nach einer Woche Schnee und Kälte in Bayern möchte ich nichts lieber als wieder zurück zu Wind, Wolken und Sonne auf Lanzarote. Sich fast den ganzen Tag nur mit Training und Regeneration befassen zu dürfen, das ist wirklich ein einmaliges Privileg. Und wenn sich man dann abends völlig ausgehungert am Buffet an gesunden, frisch gekochten Speisen laben darf, möchte man am liebsten nie wieder anderswo sein oder etwas anderes machen. Außerdem fahren dort so viele Triathleten durch die Gegend, dass man davon einen Motivationsschub von hier bis zum Mond bekommt. Lanzarote, Lanzarote, Lanzarote… Hach ja, endlich bin ich mal wieder richtig verliebt. Fakt ist: Je länger ich triathlonmäßig vor mich hintrainiere und mich mit der Szene und ihren Protagonistinnen und Protagonisten befasse, desto spannender und faszinierender finde ich den Sport – vor allem, weil man auch als Age Grouper an den großen Veranstaltungen teilnehmen und von Hawaii träumen darf. Für die Nichteingeweihten: Auf Hawaii findet einmal jährlich im Oktober die Weltmeisterschaft der Ironman-Triathlon-Langdistanz-Rennserie statt und um die heißbegehrten Plätze kämpfen Profis wie Amateure das ganze Jahr lang bei diversen Bewerben rund um den Globus. Hawaii ist für mich zwar so weit weg wie Lanzarote von München aus, aber die erste Ironman-Langdistanz steht spätestens 2020 auf dem Plan. Deshalb trainiere ich fleißig nach Plan und berichte einmal pro Woche darüber, wie die Trainingswoche so war. Die Geschichten der vergangenen 40 Wochen dazu finden sich hier: Woche 40, Woche 39Woche 38Woche 37Woche 36Woche 35Woche 34Woche 33Woche 32Woche 31Woche 30Woche 29Woche 28Woche 27Woche 26Woche 25Woche 24Woche 23Woche 22Woche 21Woche 20Woche 19Woche 18Woche 17Woche 16Woche 15Woche 14Woche 13Woche 12Woche 11Woche 10Woche 9Woche 8Woche 7,  Woche 6Woche 5Woche 4Woche 3Woche 2Woche 1 und Tag 1.

Werbung, aber noch ohne Zeitmaschine

Wie üblich folgt an dieser Stelle eine dezente Werbeeinblendung: Triathlon ist ein kostspieliges Hobby und die Wunschliste für neue Anschaffungen wird nicht kürzer. Daher freue ich mich über jede Form von materiellem oder ideellem Support. Ein Klick auf das obige Bild führt zu meiner PayPal.me-Seite mit der Möglichkeit, mich mit einer Einmalzahlung flugs zu sponsern. Wer Lust hat, kann meinen Lagerbestand auf eBay reduzierenmir mit Material von meiner Amazon-Wunschliste aushelfen, über meine Amazon-Affiliate-Links Produkte für sich selbst kaufen (zum Beispiel Proteinriegel von Barebells, die habe ich diese Woche für mich entdeckt), mich als Freiberuflerin anheuern, meine Fragen auf Quora anklicken und beantworten, meinen Stevens-Crosser auf listnride ausleihen oder mit mir trainieren (in München oder sonstwo). Auf Wunsch namentliche Erwähnung (oder nicht). Besten Dank!

Ach ja, ganz neu ist auch die Möglichkeit, mich mit ein paar Klicks auf meiner Website zu unterstützen. Ich habe vor Kurzem Werbeanzeigen aktiviert (und lustigerweise war die erste auch gleich ein Banner von einem Schwimmseminar von sub66.de, wie passend). Damit ich damit verdiene, müssen die Anzeigen von möglichst vielen Leuten gesehen (CPM) oder angeklickt (CPC) werden. Wenn ihr also gerade noch ein bisschen Zeit zum Prokrastinieren habt, dann klickt euch bitte gerne noch einmal durch ein paar der älteren Einträge und sucht die Werbeanzeigen bzw. klickt auf die Anzeige, die euch am meisten anspricht (Schwimmseminar? Bauchfett verlieren? Alles schon gesehen). Auch an dieser Stelle besten Dank!

Triathlon-Trainingslager: Lanzarote für TT und RR

Nachdem ich letzte Woche sehr viel allgemein zu Lanzarote, zum Wetter und zu den ersten Trainingstagen geschrieben habe, geht es heute noch einmal spezifisch darum, ob Lanzarote wirklich geil ist zum Radeln und wenn ja, warum. Na gut, die Frage nach dem „ob“ stellt sich eigentlich nicht mehr, nachdem ich am vergangenen Sonntag schon meine unbedingten Rückkehrabsichten kundgetan habe – und ich würde ja wohl kaum zurück nach Lanzarote wollen, wenn man da nicht ordentlich radeln könnte. In meinem Fall mit einem Leihrad von Hürzeler Bike Holidays, das man für eigene Touren mieten kann oder um bei den geführten Touren mitzufahren. Die Übersetzung und die Kettenblätter sind auf das Klettern optimiert, dafür gehen einem bei Abfahrten mit 60+ km/h dann die großen Gänge aus, um noch weiter zu pushen. Man ist an 19%-Rampen mit Gegenwind aber sehr dankbar um die kleinen Ritzel und Gänge. In jeder Hürzeler-Station werden verschiedene RR-Niveaus mit Touren bedient, auf Lanzarote gibt es Hobby und Hobby+, wobei sich die Schnittangaben eher auf windärmere Zonen als Lanzarote beziehen… Man kann locker 4 km/h (vielleicht sogar 5?) vom normalen Schnitt abziehen, wenn man sich durch den Wind hindurchkämpft.

Also ja, es ist wirklich hart, härter als zuhause. Die Frage nach den Windverhältnissen ist Frühstücksthema Nummer eins (ok, auch beim Abendessen am Vortag schon) und man sollte sich immer auf alles von leichtem, fünfminütigem Nieselregen mit böigem Wind über Wolkenwand mit kaltem Wind bis hin zu Sonne mit wärmerem Wind einstellen. Armlinge hoch und runter, Windweste auf und zu – das geht manchmal wirklich im Minutentakt so. Aber das macht die Ausfahrten auf Lanzarote auch so reizvoll: Man arbeitet wirklich mit den Elementen und es wird nie langweilig, weil man immer gut damit zu tun hat, dem Wind die Stirn zu bieten (bzw. so wenig Angriffsfläche wie möglich). Am Samstag betrug die Basiswindgeschwindigkeit 32-33 km/h, an den anderen Tagen etwas weniger, doch man muss immer mit Sturmböen rechnen, egal ob man gerade durch ein Tal fährt, irgendwo hochklettert oder sich auf einer Abfahrt befindet. Sogar ich als aktuelles Nicht-Leichtgewicht hatte teilweise zu kämpfen, mein Rad bei Seitenwind in der Spur zu halten, wenn eine kräftige Böe über den Boden fegt. Es fühlt sich witzig an, wenn der Wind am Gesicht zerrt und einem eine Backe aufbläht – und man bekommt ordentlichen Respekt vor dem Wind, wenn er drückt und schiebt und das Rad seitwärts wegzubrechen droht. Konzentration ist enorm wichtig und bei manchen Abfahrten sollte man dann besser aufrecht im Wind sitzen und so ein wenig abbremsen, als sich noch windschnittiger flach nach vorne zu beugen und Speed aufzunehmen.

(Das erinnert mich dann wieder an eine Facebook-Diskussion bei RRMUC aus dem letzten Jahr, als ich einmal gefragt hatte, bei welcher Windgeschwindigkeit man eigentlich noch mit dem Rad unterwegs sein kann… Also 32-33 km/h geht bei mehr als 60 Kilo.)

Richtig flach ist es so gut wie nirgendwo, die wenigsten Wellen gibt es entlang der Küstenstraße hoch in den Norden nach Órzola, ansonsten hat man eigentlich meistens lange, relativ flache Anstiege und ein paar lange, knackige Berghügel mit bis zu 19%. Oben wird man natürlich mit überwiegend sensationeller Aussicht und meistens auch mit einem Café belohnt (die Wolken hingen nie wirklich tief, Nebel gab es gar keinen). Die Landschaft ist überwiegend relativ homogen mit kleinen weißen Örtchen und roter Steinwüste, aber es gibt eine wunderschöne Weinstraße mit schwarzem Sandboden und unzähligen schwarzen Mäuerchen, wo dann wohl im Laufe des Jahres die Trauben wachsen werden (zumindest stelle ich mir das so vor). Der Nationalpark im Nordwesten ist ebenfalls ein atemberaubender Anblick mit schwarzem Lavagestein und kilometerlangen relativ geraden, leicht ansteigenden bzw. abfallenden Straßen. Dort oben ist auch ein Hotspot für Fotos und man kann dort Kamelreiten, wenn man gerade nichts Besseres zu tun hat. Der Leiter der Hürzeler-Bikestation, T., hat mir erzählt, dass Kamele früher auf Lanzarote tatsächlich für die Landwirtschaft eingesetzt wurden, also ist das alles gar nicht so abwegig (und Kamele sind auch häufig auf den typischen Touri-Souvenirs abgebildet). Ich habe trotzdem dankend verzichtet, weil meine Weichteile von dem falschen Sattel ohnehin schon ziemlich beleidigt waren.

Die meisten Autofahrer sind recht rücksichtsvoll, aber ein paar haben schon sehr deutlich gehupt, obwohl wir auf den befahrenen Straßen meist in Einerreihe eng am Seitenstreifen oder auf dem Seitenstreifen gefahren sind. Ich hatte aber keine Bedenken, am Mittwoch alleine on tour zu gehen, weil die Straßen überwiegend sehr übersichtlich und breit sind, nicht wirklich viel Verkehr war und es auch keine nicht einsehbaren Kurven gibt oder Wälder, in denen man einfach mal so überfahren werden könnte. Hinzu kommt, dass es auf Lanzarote ganz fantastische Fahrradstraßen gibt, die sich neben den großen Straßen entlangschlängeln. Autos dürfen da zwar auch fahren, aber eben nur auch und nicht als Protagonisten. Überhaupt ist Lanzarote mit 20×58 Kilometern (oder so) ohnehin klein genug, so dass man alles per Rad erledigen könnte und gar kein richtig schnelles Auto braucht. SUVs waren auch keine unterwegs, so weit ich mich erinnere. Also einfach nur genial. Ich überlege jetzt schon, wie ich es hinbiegen kann, den ganzen Januar 2020 dort zu verbringen.

Donnerstag bis Samstag – die letzten Trainingstage im Triathlon-Trainingslager

Ich muss kurz noch einen Nachsatz zu meiner Tour in Eigenregie am vorvergangenen Mittwoch schreiben. Irgendwie hatte ich völlig verdrängt, dass diese kleine Ausfahrt tatsächlich recht abenteuerlich war. Ich wollte über das Landesinnere (mit ein paar Höhenmetern) eine kleine Ortschaft nördlich meiner Homebase Costa Teguise ansteuern und hatte via komoot einen Schlenker eingebaut, damit es auch wirklich eine Rundfahrt wurde. Auf komoot sah auch alles ganz normal nach Straße aus, also bin ich dem Weg brav gefolgt und nach einer Weile über ein winzigkleines Örtchen (El Mojón) Richtung Norden abgebogen. Und dann wurde es abenteuerlich: Die Straße führte erst normal noch ein Stück nach oben und dann begann eine Abfahrt, die zunächst harmlos aussah, dann aber eher zu einem Offroad-Segment wurde, für das ich meinen Crosser gebraucht hätte. Die Straße war zwar eine Straße, aber der Belag war in dermaßen schlechtem Zustand, dass die Straße mehr aus Schlaglöchern und losen Steinen bestand denn aus richtigem Straßenbelag (und der Straßenbelag war auch nicht Asphalt, sondern festgeteerte Steine, wenn ich das richtig interpretiert habe). Zudem ging es stellenweise sehr steil nach unten und um sehr enge Kurven, so dass ich mit angezogenen Bremsen hinter dem Sattel hing und mit aller mir zur Verfügung stehenden Rennradfahrtechnik gearbeitet habe, damit das Rad nicht wegrutscht und ich nicht über den Lenker fliege. Ich hätte natürlich zwischendurch auch einfach mal absteigen können, aber… Nee, absteigen ist doof. Das müsste der langsamste Berg gewesen sein, den ich jemals heruntergerollt bin. Aber schön war’s trotzdem!

Aber richtig genial war dann der Donnerstag. Nachdem die Königsetappe angesagt war, bin ich morgens ausnahmsweise nicht meine 9-10 Kilometer gegen den Wind angelaufen, sondern habe brav ausgeschlafen, gut gefrühstückt, Kekse für die Fahrt eingepackt und meine Kräfte für 110 Kilometer mit 1.500 Höhenmetern gesammelt. Ohne Wind wäre das auch alles gar kein riesengroßes Thema, aber mit dem Wind war es stellenweise wirklich happig. Es ging mit einer großen Truppe (D. & F. als Guides, die starke und neu angereiste E. aus der Schweiz, J., B. und der ebenfalls neu angereiste C. mit seiner Freundin) zunächst hügelig wieder von Costa Teguise durch den Nationalpark mit einer rauschenden Abfahrt bis nach El Golfo, von wo aus man tatsächlich Fuerteventura sehen kann (wir waren uns aber nicht ganz einig, wie viele Kilometer Wasserlinie Fuerte entfernt ist). Der Kaffee ist dort auch ein bisschen teurer als anderswo, weil man die Aussicht mitbezahlt und sich dort auch normale Touristen aufhalten (so ähnlich wie in La Santa, aber dort sind die anderen Touristen abgesehen von den ohnehin nichtnormalen Triathleten auch eher nicht normal, sondern Surfer). Danach kam dann der Anstieg nach Femés, der bei Strava immerhin eine 2 bekommt (4 ist die einfachste Stufe), also richtig schön im kleinsten Gang treten, und zwar 45 Minuten bei knapp 8,5 km/h im Schnitt. Das Lustige ist, dass die Jungs zwar vor mir oben waren, wir aber trotzdem in der Rangliste einige laut Strava mit 8,3 da hochgeschlichen sind. Das tut meinem arg angeschlagenen Ego tatsächlich richtig gut. Danach ging es dann über Arrecife und Kuchen bei Lolita zurück; C., seine Freundin und ich sind allerdings ohne Kuchen weitergefahren, weil ich noch schwimmen wollte und die zwei andere Pläne hatten, da sie nur einen sehr kurzen Kurztrip nach Lanzarote gebucht hatten. Genau 46:40 Minuten habe ich es im Wasser dann auch noch ausgehalten, bevor wirklich Ende Gelände war. Die lange Zeit vom Training bis zum Abendessen ist tatsächlich ein kleines Manko, auch im Hinblick auf Regeneration und sonstige Handlungsfähigkeit. Aber das ist jammern auf ganz hohem Niveau.

Das Schöne daran ist: Einen richtigen Muskelkater bekommt man vom Radfahren auf Lanzarote tatsächlich nicht. Also bin ich am Freitag morgens wieder zu meiner kleinen Runde gestartet und hatte sogar noch Power für einen kleinen Endsprint. Ich bin unendlich dankbar, dass draußen auf Asphalt laufen überhaupt wieder schmerzfrei geht, aber Bestzeiten kommen da definitiv nicht zustande. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass Freitag wieder eine ruhigere Tour wird (generell ist das Programm für Mo, Di, Do und So fix; Mi und Sa haben die Guides frei und Freitag war für D. immer der Tag, an dem er flexibel eine Tour je nach Lust und Laune gebastelt hat). Tatsächlich waren es dann aber wieder fast 100 Kilometer und 1.350 Höhenmeter, weil die Fahrt auf den Tabayesco ging, die höchste kleine Hügelberganhöhe auf Lanzarote. E., B., J., D. und ich (ok, irgendjemanden vergesse ich gerade, glaube ich?) gingen die Tour an, obwohl D. und auch F. am Abend zuvor eine Portion Räucherfisch von zweifelhafter Qualität erwischt hatten. Morgens beim Frühstück sahen beide recht dünn aus und D. hat auf feste Nahrung verzichtet und wir dachten nicht, dass er fahren wollen würde. F. aß tapfer und meinte, später auf dem Rad werde es schon gehen. Das Ende vom Lied war dann, dass F. sein Essen wieder von sich geben musste und D. mit null Komma gar nichts im Magen (!) die wirklich toughe Tour mit uns gefahren ist.

Das Highlight war der Anstieg zum Tabayesco, bei dem es 10 Kilometer einfach nur bergauf ging (auch wieder eine 2 bei Strava). Die Sonne meinte es sehr gut und ich bin im Meditationsmodus anderthalb Stunden bei 6,7 km/h da hochgeschlichen. Hätte ich mal den blöden Lauf morgens nicht gemacht! Auf dem letzten Stück hatte ich dann noch Gesellschaft, weil ein höchst motivierter Spanier mich gleich zweimal auf dem Anstieg überholt hat und zwischendrin wartete D. an einer Stelle auch noch auf mich, weil man falsch hätte abbiegen können und ich vielleicht sogar falsch abgebogen wäre. Und hey, immerhin J. sehe ich in der Bestenliste auf Strava auch bei 6,7 km/h. Der KOM ist da übrigens mit 24,8 hochgerast. WTF, sage ich da nur. Jedenfalls war die Tour gerade wegen dieses Anstiegs einfach phänomenal und der Kaffee oben (tatsächlich auch ziemlich teuer) war richtig gut. Ich war an der Stelle aber einfach auch schon gepflegt im Arsch und wir hatten erst 30 von 100 Kilometern. Haha. Aber es ging auch erstmal lange hauptsächlich bergab und wenig bergauf bis zum nächsten Kaffeestopp in La Santa bei Kilometer 70 und die restlichen 30 gingen dann auch noch. D. war aufgrund der absolut leeren Energiespeicher dann auch nicht ganz so flott unterwegs und wir kamen alle gut nach Hause.

Ich weiß auch wieder, wen ich vergessen hatte: R., der einen ganzen Monat auf Lanzarote verbracht hat und sich die Bräune seines Lebens antrainiert hat. Ich weiß allerdings nicht mehr, ob er am Donnerstag oder am Freitag mit dabei war. Jedenfalls hat er auf dem ersten Teil der Strecke ordentlich Gas gegeben und sich dann verabschiedet, weil er müde war – und wer so lange auf der Insel herumhängt, der weiß dann wohl ganz genau, wann er zu k.o. für eine doch recht anspruchsvolle Tour ist.

Augenscheinlich ganz im Gegenteil zu mir. Morgens am Samstag wie immer der kleine Lauf an der Strandpromenade, aber nach 3 Kilometern wollten meine Beine einfach nicht mehr. Da der Wind am Sonntag richtig stark werden sollte, hatten D. und F. beschlossen, die Sonntagstour nach Órzola auf Samstag vorzuverlegen. B. und J. wollten mit D. schnell hinballern und ohne den Climb zum Mirador del Rio (grandiose Aussicht auf La Graciosa, die kleine Nachbarinsel von Lanzarote – zumindest bei gutem Weter) wieder zurück. F. wollte mit E. und mir die Tour gemütlicher fahren; und der neu angereiste C. stieß auch noch zu unserer Truppe. Allerdings hatte ich am Samstag morgens ziemlich fiese Magenschmerzen. Am Freitag konnte ich sie noch ignorieren und wegfahren, am Samstag merkte ich aber nach 12 Kilometern von 80 schon, dass irgendwas gar nicht in Ordnung war. Also bin ich langsam zurück ins Hotel gekurbelt und habe innerlich sehr geweint, weil ich ausgerechtet am letzten Tag die letzte Tour verpasst habe. Ich sagte es schon einmal: Eine Woche ist einfach wirklich zu kurz. Bei zwei Wochen hätte ich auch mal einen ordentlichen Ruhetag mit nur Schwimmen einbauen können und trotzdem alle Touren mitgenommen (ich wäre alle Touren zweimal gefahren, aber dann weniger gelaufen und hätte an den tourenlosen Tagen auch die Beine geschont).

Im Hotel habe ich dann erstmal geschlafen und gepackt. An sich ist es ja nicht schlecht, in Ruhe packen zu können anstatt das hektisch am Vorabend nach dem Abendessen zu machen, aber wenn ich die Wahl gehabt hätte, hätte ich die Hektik genommen. Meine Karte für den olympischen Pool habe ich dann noch bei T. für C. hinterlegt (ich war tatsächlich nur fünfmal und nicht zehnmal schwimmen) und mir selbst noch ein Lanzarote-Trikot sowie zwei kurzärmelige, windabweisende Base Layer-Shirts von Hürzeler gegönnt. Schwarze Armlinge hatte ich mir zuvor schon gekauft, weil ich meine nicht dabeihatte und außerdem ohnehin ein etwas unauffälligeres zweites Paar wollte (die weißen Dinger von Stevens sind supergut – Santini eben – aber doch ziemlich bunt). Für Souvenir-Shopping in den fünf kleinen Läden vor dem Hotel war dann auch noch ein bisschen Zeit, sowie für ein letztes gemeinsames Abendessen, bei dem ich innerlich wieder sehr geweint habe, weil die Tour natürlich sehr anstrengend und schön war, die ich verpasst habe. Ach ja: Natürlich habe ich an dem Nachmittag auch gleich noch geschaut, ob es ein günstiges Angebot für nochmal eine Woche Lanzarote in naher Zukunft geben könnte, um quasi gleich nochmal Runden über die Insel zu drehen. Gab es natürlich nicht. Aber Januar 2019 dann. Wehe, wenn nicht!

Dann kam der Sonntag mit Rückreise und grandioser Verspätung, so dass alles in allem gar kein Training drin war. Der Zwangs-Rest-Day war natürlich gar nicht so unsinnvoll, hat mir aber keinen Spaß gemacht. Verspätet war der Flieger, weil in München Schneechaos herrschte und rund 100 Flüge ausgefallen sind – meiner aus Lanzarote leider nicht. Damn. Vor allem, wenn man nach der Landung dann das hier sieht:

Bäh!

Insgesamt bin ich 433 Kilometer mit 5.641 Höhenmetern geradelt, knapp 50 Kilometer mit 350 Höhenmetern gelaufen und sieben Kilometer geschwommen. Hätte gerne noch mehr sein können!

Erholungswoche, oder: Wie man das Beste aus dem Triathlon-Trainingslager herausholt

Normalerweise plant der Coach das Training immer etwas weiter im Voraus, so dass genug Zeit ist für eventuelle Anpassungen und ich sehe, worauf ich mich in den nächsten Wochen so einstellen darf. Diesmal kam der Plan für die Woche nach dem Trainingslager dann erst Mitte der Woche, weil ich natürlich (natürlich!) mehr gemacht habe als eigentlich im Plan stand; vor allem war ich mehr mit dem Rad unterwegs und das haut natürlich TSS und Fatigue nach oben, weil die Einheiten sehr lang waren. Dementsprechend war die Woche nach dem Triathlon-Trainingslager eine leichte Woche und nicht direkt die nächste Load Week. Das war tatsächlich auch ziemlich okay, weil ich wirklich Montag bis Freitag ziemlich reingehauen habe, am Samstag komplett im Arsch war und am Sonntag auch noch nicht wieder bei 100% (und Fliegen macht leider immer auch müde, obwohl man ja nur blöd herumsitzt). Außerdem habe ich in den vergangenen Monaten ja auch gelernt, dass man nur dann von den Benefits des harten Trainings profitieren kann, wenn man dem Körper dann auch genug Zeit gibt, die Trainingsreize zu verarbeiten. Es fällt mir auch nicht mehr ganz so schwer, mich auf leichtes Training einzulassen – aber ich bin gespannt, wie es wird, wenn ich endlich wieder draußen radeln kann. Wie soll ich denn da dann NICHT jeden Tag dem Impuls nachgeben, mich aufs Rad zu schwingen und so lang wie möglich durch die Gegend zu kurbeln? Wir werden sehen. Mehr als 10.350 Kilometer sollten es dieses Jahr schon werden, und ein bisschen habe ich jetzt ja vorgelegt.

Ansonsten war die Erholungswoche ziemlich unspektakulär, weil ich platt war und es auch immer noch bin. Montag eine Stunde Spinning und anderthalb Stunden laufen, Dienstag Krafttraining und ein CSS-Schwimm-Test (400 Meter und 200 Meter), sowie nochmal Schwimmintervalle, die ich auf Lanzarote nicht mehr geschafft hatte (ich schiebe auch noch drei Fahrtspiel-Lauf-Workouts seit Lanzarote von Tag zu Tag immer weiter, bin aber guter Hoffnung, dass ich sie kommende Woche einbauen kann). Mittwoch Mobi, dann eine Stunde Kadenz-Intervalle und nochmal ein Schwimm-Workout, das auf Lanza nicht mehr stattgefunden hat. Donnerstag nur Schwimmen, weil Donnerstag ein FTP-Test anstand, sowie leichtes Schwimmen (mit der Motivationsboosterin schlechthin, V.) und 30 Minuten etwas härtere Laufintervalle. Der FTP-Test war – pardon – scheiße. Ob ich das jetzt auf das Überpesen auf Lanzarote, generelle Wintersmüdigkeit oder einen schlechten Tag schieben soll, weiß ich allerdings auch nicht. Samstag durfte ich auf dem Spinning-Bike endlich wieder dreieinhalb Stunden reinhauen, wobei auch da die Leistung im Vergleich zur Herzfrequenz viel zu niedrig war… beziehungsweise die Herzfrequenz 10 Schläge zu hoch. Heute Krafttraining, 45 Minuten Spinning-Intervalle mit den schwächsten Beinen ever und zwei Stunden Koppellauf – insgesamt 21,5 Stunden im Vergleich zu 36 Stunden auf Lanzarote (und das an fünf Tagen plus ein bisschen am Samstag).

Die nächste Woche sollte wieder etwas interessanter werden; eine Trainingswoche auf einen Absatz reduziert sieht dann doch ein bisschen traurig aus. Mögen die Beine ab morgen wieder besser mitspielen!

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