Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 99: Frühlingsanfang mit Hindernissen

Eigentlich hätte man sich freuen sollen über diesen Frühlingsanfang letzte Woche mit wunderbar angenehmen Temperaturen. Aber angesichts der aktuellen Situation mit COVID-19 haben sich die vielen unvernünftigen Menschen, die sich trotz eindringlichem Bitten von verschiedenen Stellen in Grüppchen in der Sonne zusammengerottet haben, um mit Aperol Spritz Home Office und das Erliegen des öffentlichen Lebens zu feiern, leider ein bisschen falsch über den Frühlingsanfang gefreut. Aber es geht glücklicherweise auch anders, also: happy Frühlingsanfang!

Ob der Ironman Frankfurt in weniger als 100 Tagen am 28. Juni 2020 stattfinden wird, steht aktuell noch in den Sternen. Man darf außerdem gespannt sein, was es mit der virtuellen Racing-Serie von Ironman ab April so auf sich haben wird. Falls er nicht stattfindet, mache ich an dem Tag einfach meine eigene Langdistanz, denn auf genau so einen Triathlon trainiere ich seit dem 1. Mai 2018 mit großem Enthusiasmus mehr oder weniger erfolgreich hin. Wie das bisher so gelaufen ist, kann man hier nachlesen – jetzt im Home Office, in Quarantäne oder im Lockdown ist ja jede Menge Zeit, um Dinge zuhause zu machen, hah: Woche 98Woche 97Woche 96Woche 95Woche 94Woche 93Woche 92Woche 91Woche 90Woche 89Woche 88Woche 87Woche 86Woche 85Woche 84Woche 83Woche 82Woche 81Woche 80Woche 79Woche 78Woche 77Woche 76Woche 75Woche 74Woche 73Woche 72Woche 71Woche 70Woche 69Woche 68Woche 67Woche 66Woche 65Woche 64Woche 63Woche 62Woche 61Woche 60Woche 59Woche 58Woche 57Woche 56Woche 55Woche 54Woche 53, die Links zu Woche 52 bis Woche 1 und Tag 1, und hier geht es per Zufallsklick zu einem beliebigen Beitrag.

Übrigens: Über einen Energieriegel per PayPal.me freue ich mich ebenso wie über Hilfe bei der Reduktion meines Lagerbestandes auf eBay. Über Kleiderkreisel tausche ich gerne, die Werbeanzeigen auf meiner Website anklicken spielt auch ein paar Cent in die Triathlonkasse und wer möchte, kann mich auch gerne als Freiberuflerin für Text & Bild anheuern (Redaktion, Lektorat, Übersetzung, Grafik und so manches mehr). Like-Tipps außerdem: meine Projekt Iron(wo)man Facebook-Seite – und gerne auch die von Triathlon Rennberichte, auch wenn sich momentan aufgrund des Ironman-Trubels dort nicht so viel tut. Aber alles zu seiner Zeit.

Zum Stand der Dinge

Ehrlich gesagt ist aktuell überhaupt gar keine Zeit, um Dinge zu machen, die man vielleicht nicht machen würde, wenn man nicht zum Frühlingsanfang die überwiegende Lebenszeit zuhause verbringt. Soll heißen: Meine letzte Woche war erstens arbeitstechnisch überaus turbulent und zweitens hat mich die Schließung der Schwimmbäder und Fitnessstudios und Yogastudios komplett aus meiner Routine geworfen. Soziale Kontakte weg, Option zum Aquajogging zwecks Beinheilungsprozess weg, Option zum Schwimmen weg (nein, unter 15°C Wassertemperatur ist da keine Chance), Option für Gerätekrafttraining weg, Option für angeleitetes Yoga weg, einfach alles weg. Ich habe damit echt zu kämpfen. Und das, obwohl ich von Natur aus sehr, sehr gerne alleine bin und herumhample und mein Ding durchziehe. Denn es ist tatsächlich anders, ob man selbstbestimmt alleine ist oder ob die Umstände das Alleinsein bedingen. Aber es gibt ja glücklicherweise virtuelle Möglichkeiten, um gemeinsam alleine zu sein. Eine davon ist Zwift – und ich freue mich sehr auf das Meetup am kommenden Samstag (28.03.), bei dem ZRG die Route PRL Full (London) gemeinsam fahren wird. Das wird ein langer Tag im Sattel!

Frühlingsanfang mit COVID-19

Ich habe ehrlich gesagt nicht den leisesten Schimmer, ob ich infiziert bin. Ich bin mal wieder etwas verschnupft (meine Nase läuft eigentlich auch unabhängig davon dauerhaft, sobald ich an die frische Luft gehe), aber ansonsten geht es mir gut. Meinen Beinen sogar besser als in den letzten Monaten – scheinbar ist es einfach wirklich so, dass man mich von Mitte Dezember bis Mitte März größtenteils in die Ecke stellen kann was die Leistungssteigerung angeht, weil meine Leistungsfähigkeit im Winter bei minus eins ist, aber sobald der Frühlingsanfang lockt, kommen die guten Beine und die Energie wieder, um vielleicht auch mal wieder Fortschritte zu machen. Man darf gespannt sein.

Am Montag war die Welt noch so halbwegs in Ordnung, weil man früh morgens noch nichts davon wusste, dass ab Dienstag alle Gyms, Schwimmbäder usw. geschlossen sein würden. Also bin ich morgens für eine lange Schwimmeinheit ins Gym (die ich retrospektiv betrachtet nicht so sehr genossen habe wie es angebracht gewesen wäre) und danach noch eine Stunde Aquajogging. Ja, mit etwas Kreativität geht das auch in 1,40m flachem Wasser – nämlich wenn man sich den Gürtel vorne an den Bauch bindet, den Pullbuoy noch mit reinstopft und dann schief im Wasser vor sich hin strampelt. Definitiv besser als gar kein Aquajogging!

Die ganze Woche über bin ich fast jeden Tag bei der Physiotherapie in zwei wunderbaren Praxen gewesen, die lustigerweise fast gegenüber von einander liegen, deshalb bin ich nicht so viel dazu gekommen, Zugseiltraining, Krafttraining at home oder Yoga zu betreiben, aber der Fokus lag eindeutig darauf, das Bein wieder fit zu bekommen. Ich habe übrigens allen Ernstes am Montag noch ein paar Hotels mit Day Spas angerufen und gefragt, wie es bei ihnen denn aussieht mit Schwimmbadnutzung, aber die mussten natürlich auch alle schließen.

Am Dienstag stand PRL Half in London auf dem Programm mit Kurbeln im GA-Bereich. Die Beine waren sehr, sehr gut und ich hätte so noch ewig weiterfahren können. Draußen natürlich strahlender Sonnenschein, aber ich fand – und finde – es verantwortungsbewusster, drinnen möglichst risikoarm zu trainieren. Die Beine waren gut und hatten sogar noch Lust auf eine Runde Yoga mit Krafttraining (Yoga-Stunde #79) am Abend. Life is good!

Am Mittwoch standen wieder zwei Stunden Zwift auf dem Plan, sowie dann zum allerersten Mal wieder Freiluftgehen! Ohne Beschwerden! Anderthalb Stunden in Trippelschritten, aber besser als gar nichts und das Bein hat alles gut verkraftet. Nachmittags war ich dann noch in Physio-Praxis 1 bei Jörg, der mit mit laufspezifisches Krafttraining gemacht hat. Es ist immer wieder erschreckend, wie viele Muskeln man beim Triathlon eigentlich gar nicht braucht, die aber so immens wichtig dafür sind, dass es keine Fehlbelastungen gibt, die dann in Verletzungen wie meiner resultieren. Die Übungen habe ich mir für zuhause mitgenommen und kommenden Mittwoch lasse ich mich wieder von Jörg quälen. Hurra!

Außerdem stand am Mittwoch wieder Fasten auf dem Programm. Das macht zwar gewichtstechnisch aktuell überhaupt keinen Unterschied, aber es tut wirklich überraschend gut. Zumal dann am Donnerstag die Herzfrequenz bei der immer noch nüchternen Grundlageneinheit wieder etwas höher war und der Körper arbeiten musste. Danach folgten noch 30 Minuten Lauftechniktraining ohne Laufen.

Laufen, nächster Versuch

Nach den guten Ergebnissen aus der Physiotherapie (Querdehnen, Haltungsübungen, isometrisches Training, Ultraschall mit Strom) war am Freitag nach der üblichen zweistündigen Zwift-Session (mit ein paar weiteren gerockten 30-Tages-PBs, die Beine waren wirklich gut die Woche über) ein ganz vorsichtiger Lauf angesagt.

Beziehungsweise: Anderthalb Stunden Gehen und Laufen, um das Bein nicht zu sehr zu irritieren. Und das funktionierte tatsächlich ganz gut, zumal ich unterhalb des Friedensengels auf einer Art Rundweg einen sehr angenehmen Rhythmus für den Wechsel zwischen Gehen und Laufen gefunden habe und so gut wie niemandem begegnet bin. Social Distancing für Profis. Nicht schnell und nicht sehr weit, aber schmerzfrei.

Die Rennabsagen und Statements von Veranstaltern habe ich natürlich über Facebook auch ein bisschen verfolgt und ja, man fragt sich: Darf man überhaupt noch über Triathlon reden, wenn wir gerade so sehr mit COVID-19 beschäftigt sind? Es ist natürlich unangebracht, sich jetzt über Rennabsagen zu echauffieren oder in Selbstmitleid zu versinken, weil das eigene Training durch eine globale Pandemie durcheinandergebracht wird. Aber ich denke, man darf sich schon darüber unterhalten, was mit den Rennen passieren wird und wie andere jetzt ihre Saison planen. Und man darf kreative Alternativen zum Schwimmtraining finden, witzige Videos von Trainingsalternativen teilen und das Lächeln / Lachen nicht vergessen.

Am Samstag standen nur zwei entspannte Stunden Zwift auf dem Programm und 15 Minuten Lauftechniktraining. Danach war ich einkaufen und habe problemlos Küchenpapier sowie Tiefkühlgemüse und Salat bekommen, Toilettenpapier hätte es auch noch gegeben. Schön zu sehen, dass nicht überall sinnlos gehamstert wird. Der Frühling war am Samstag dann auch vorbei mit Dauerregen und sogar Sturm & Schnee in der Nacht von Samstag auf Sonntag.

Der Sonntag brachte dann die lange Ausfahrt der Woche mit vier Stunden Zwift und danach eine Stunde Gehen & Laufen, aber diesmal schon deutlich mehr Laufen und das dann auch mit Fokus auf hohe Kadenz, um die Bodenkontaktzeiten so kurz wie möglich zu halten. Das hat wieder ganz gut funktioniert und nächste Woche geht es hoffentlich so weiter – mit ein bisschen mehr Krafttraining, um das Schwimmen nicht ganz zu vergessen, und hoffentlich mit guten Nachrichten aus der Sphäre der Virenbekämpfung.

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