Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 95: Fasten vor der Fastenzeit

Die Fastenzeit ist zwar noch nicht angebrochen, aber ich bin ja immer ein bisschen früher dran mit der Realisierung von irgendwelchen Vorsätzen, deshalb habe ich vergangene Woche mal die Fastenzeit eingeleitet. Vielleicht ein bisschen inspiriert von dem Artikel in der TOUR (ich habe noch zwei Belegexemplare zu verschenken, möchte jemand eines?), aber hauptsächlich motiviert durch einen Blick auf die Waage und in meine riesengroße Box voller Nüsse, deren Pegel sich auf wundersame Weise schneller gesenkt hat als es im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung gut gewesen wäre. Und ja, 36 Stunden Fasten hauen richtig rein.

Ready – Set – Go: Herzlich willkommen zu Woche 95 in meinem unendlichen Trainingstagebuch von der Triathlonanfängerin bis (hoffentlich) hin zur Ironmanbezwingerin. Seit dem 1. Mai 2018 trainiere ich für ein groß angelegtes Ziel, nämlich für den Ironman Frankfurt am 28. Juni 2020. In den bald zwei Jahren Triathlontraining ist natürlich so Einiges passiert und manches davon sogar ein bisschen unterhaltsam, weshalb ich immer sonntags an dieser Stelle über meine Trainingswoche poste. So auch heute Abend, während ich an einer Karotte mit Sriracha-Mayoo-Sauce kaue. Man gönnt sich ja sonst nichts. Den Rest der Geschichte gibt es übrigens hier: Woche 94, Woche 93Woche 92Woche 91Woche 90Woche 89Woche 88Woche 87Woche 86Woche 85Woche 84Woche 83Woche 82Woche 81Woche 80Woche 79Woche 78Woche 77Woche 76Woche 75Woche 74Woche 73Woche 72Woche 71Woche 70Woche 69Woche 68Woche 67Woche 66Woche 65Woche 64Woche 63Woche 62Woche 61Woche 60Woche 59Woche 58Woche 57Woche 56Woche 55Woche 54Woche 53, die Links zu Woche 52 bis Woche 1 und Tag 1, und hier geht es per Zufallsklick zu einem beliebigen Beitrag.

Übrigens: Über einen Energieriegel per PayPal.me freue ich mich ebenso wie über Hilfe bei der Reduktion meines Lagerbestandes auf eBay. Über Kleiderkreisel tausche ich gerne, die Werbeanzeigen auf meiner Website anklicken spielt auch ein paar Cent in die Triathlonkasse und wer möchte, kann mich auch gerne als Freiberuflerin für Text & Bild anheuern (Redaktion, Lektorat, Übersetzung, Grafik und so manches mehr). Like-Tipps außerdem: meine Projekt Iron(wo)man Facebook-Seite – und gerne auch die von Triathlon Rennberichte, auch wenn sich momentan aufgrund des Ironman-Trubels dort nicht so viel tut. Aber alles zu seiner Zeit.

An dieser Stelle dann noch vielen lieben Dank an Helmut aka Triosoph für den Kommentar zum Beitrag letzter Woche und für die Erwähnung in seinem neuen Video! 😊 (Jep, das Video habe ich gesehen)

Fasten, warum eigentlich Fasten?

Nun ja, wie gesagt: Die Waage zeigt nicht das, was ich da gerne sehen würde und es sind nur noch vier Monate (und ein paar Tage) bis zu meinem allerersten Ironman. Und nachdem ich in den letzten zwei Wochen seit Lanzarote sehr tief in meine Nussdose geschaut habe (warum sind Rauchmandeln und Macadamias und Pistazien auch so lecker?), ist es höchste Zeit, die Sache mit dem Wettkampfgewicht wieder ein bisschen ernsthafter anzugehen und den Schaden zu reparieren. Mehr als 24 Stunden hatte ich zudem schon länger nicht mehr gefastet, von daher war natürlich auch die Frage: Schaffe ich das überhaupt?

Spoiler: Ich schaffe es und Spoiler #2: Man ist nach 36 Stunden Fasten auch erst einmal platt. Meinen großartigen Coach habe ich übrigens nicht so ganz direkt um Erlaubnis gefragt und ich bin mir relativ sicher, dass er die Idee auch nicht in der Form abgesegnet hätte. Ich würde mich im Nachhinein betrachtet jetzt auch eher an einer der Intervallfasten-Formen orientieren, die z.B. auch auf der Website der DGE (oder sonstwo online) dokumentiert sind. Intermittierend faste ich ja nach wie vor (d.h., 16 Stunden Fasten und 8 Stunden Essen, aber natürlich nicht ganze acht Stunden lang) und mit einem etwas höheren kalorischen Defizit sollte sich dann hoffentlich auch ein Erfolg einstellen, ohne dass ich meinen Körper einer Extremsituation aussetzen muss. Mehr dazu auch noch weiter unten.

Eine rundum uninteressante Trainingswoche

Uiuiui, ich glaube, heute fasse ich mich wieder kurz, weil tatsächlich NICHTS Spannendes passiert ist. Manchmal ist das aber auch gar nicht verkehrt. Ach ja, eine interessante Sache hat sich dann doch ereignet, nämlich: Mein Oberschenkel tut nicht mehr weh! Anfang der Woche hat er beim Gehen noch gezwickt und bei den Mountain Climbers in der Yogastunde am Donnerstag war er auch nicht sehr begeistert, aber seitdem spüre ich gar nichts mehr beim Auftreten. Wenn ich daran denke, laufe ich morgen nach der Schwimmeinheit mal probeweise auf dem Laufband, um die Gesundung zu verifizieren oder zu falsifizieren, aber ich bin guter Dinge. Aktuell zumindest noch.

Tja, und dann hieß es: same training, different week. Ohne Laufen ist das Triathlontraining wirklich ganz schön fad, auch wenn Laufen und ich in den letzten Monaten eine ziemliche Auf-und-Ab-Beziehung hatten. Früh morgens ging es also am Montag wieder ins Gym zum Schwimmen und danach für 45 Minuten auf Zwift, um die Beine lockerzufahren. Zum Abschluss noch Medium Yoga am Abend und jedes Mal wenn wir chanten, bin ich versucht, mir ein Harmonium zu besorgen. Es klingt einfach wunderschön. Dieses Gefühl mag allerdings auch daher kommen, dass ich ja in Bayern aufgewachsen bin und wir einerseits viele Kirchen mit Orgeln haben und andererseits viel Volksmusik mit Ziehharmonikas, und das Ding klingt wie eine herrlich vertraute Mischung aus den beiden. Okay, so viel zum musikalischen Exkurs.

Am Dienstag war eine kurze Schwimm-Kick-Session angesagt und danach Alpe du Zwift #17. Aus unerfindlichen Gründen hatte ich gar keine Energie (Wetterumschwung?) und bin mehr schlecht als recht da hochgeschlichen. Basic Yoga am Abend war glücklicherweise sehr Basic mit viel Entspannung. Apropos Energie: So langsam tauche ich wieder ein bisschen mehr in das Triathlongeschehen auf Facebook ein und da war jüngst mal wieder ein Thread zum Thema Maurten und wie viel man davon wie denn bei einer LD trinken sollte. Nachdem meine Zielkalorienzufuhr 200kcal/Stunde sein wird, nehme ich zwei 500-ml-Aero-Flaschen mit Maurten in den Rahmen (= 640 kcal – mehr wäre Schwachsinn, weil das Zeug WIRKLICH SÜSS ist) und ein paar Riegel in einer (noch nicht gekauften) Oberrohrtasche oder hinten im Anzug. Gels und Iso spare ich mir für den Marathon auf, Riegel nur dann, wenn ich gehen muss. Und natürlich Salztabletten. Zum Frühstück Müsli und etwas aus der ultraSPORTS-Drinkpalette.

Apropos ultraSPORTS – mittlerweile ist der Kit für TEAM ultraSPORTS angekommen und das Shirt habe ich am Mittwoch beim Krafttraining gleich eingeweiht. Diese Woche bin ich wieder auf Schultern, Arme, Core und Brust gegangen und hatte wieder großen Spaß daran – vor allem, weil ich zuerst das Krafttraining gemacht habe und mich dann erst auf mein RR geschwungen habe, um auf Zwift Alpe du Zwift #18 hochzufahren. Sprich: Ich war ausgeruht beim Krafttraining.

Abends gab es noch eine Runde Medium Yoga und dann war der Tag der Tage gekommen…

36 Stunden Fasten mit Null Kalorien

Ich hatte es mir am Donnerstag auch wirklich einfach gemacht. Mein Tag war ziemlich gut zerstückelt mit vielen Terminen und trainingstechnisch standen auch nur Yoga und Schwimmen an (eigentlich Laufen, aber nein, das war die Woche eben noch nicht wieder drin). Nach der schweißtreibenden Yogaeinheit und der entspannten Schwimmeinheit folgten also zig Termine und der Tag verging bis ca. 15 Uhr auch wahnsinnig schnell – nur dann hat das Frieren eingesetzt und so wahnsinnig geistig auf der Höhe war ich auch nicht mehr. In weiser Voraussicht (ne, eigentlich completely random, weil ich den Fastentag tatsächlich am Mittwochabend beschlossen hatte) hatte ich mir vorab mit meinen letzten ClassPass-Credits (das brauche ich mit der Jahreskarte für mein brillantes Yogastudio um die Ecke nicht mehr) eine „Energiemassage“ für meinen lädierten Oberschenkel gebucht. Doppelt so dick eingepackt wie alle anderen stand ich dann zum angegebenen Termin vor der Tür und niemand war da. Es stellte sich heraus, dass ClassPass da irgendwie Mist gebaut hat und Termine eingestellt hat, welche die Masseurin eigentlich gar nicht eingestellt haben wollte, deshalb hat man mir die Credits aufgrund meines endenden Abos sogar in Geld zurückerstattet – sehr nett, vielen Dank dafür. Und dann war der Tag auch schon vorbei. Tatsächlich sehr unspektakulär. Hmtja.

Am Freitag war dann morgens die 36-Stunden-Marke erreicht und ich dachte mir, dass vier Lenny & Larry’s The Complete Cremes (geniale Kekse, wie alles von Lenny & Larry’s) vielleicht nach 36 Stunden doch keine schlechte Idee wären, um Schwimmen & Kurbeln einigermaßen energiegeladen über die Bühne zu bringen. Das Schwimmen war auch kein Problem, aber auf Zwift hat es mich danach dann völlig zerlegt. Mein Puls lag ungelogen 20 Schläge über meinem normalen „Ich-bummel-die-Alpe-hoch“-Schnitt und ich war nach 20 Minuten zum ersten Mal im anaeroben Bereich bei quasi nicht existenter Tretleistung. Und natürlich bin ich trotzdem bis zum Ende hochgekurbelt. Halleluja, hat sich das scheiße angefühlt.

Dafür war das Essen danach (Blattspinat mit Mirée Gorgonzola und LikeMeat) wirklich sehr, sehr lecker. Und ich beim Medium Yoga am Abend immer noch sehr, sehr tot.

Ich glaube, mein Körper nimmt mir die Aktion auch ein bisschen übel; zumindest war die lange Radeinheit auf Zwift am Samstag (mit Alpe #20, jap, ich ziehe das jetzt fucking durch bis Ende Februar) eine ziemliche Höllenqual. Deshalb bin ich auch nicht mit dem TT draußen unterwegs gewesen, obwohl eine nette Truppe in Richtung Valepp fahren wollte und das sogar mein Tempo hätte sein können. Aber gut, die Saison hat ja noch nicht einmal angefangen und ganz ehrlich gesagt reizt mich das mit dem fucking Tron Bike gerade sehr. Sehr, sehr.

Deshalb konsequenterweise am heutigen Sonntag auch Alpe du Zwift #21, nach wie vor mit extrem kraftlosen Beinen. Aber ich bin jetzt bei 43.722 Höhenmetern! Noch 4x die Alpe für das Masochisten-Badge (das klingt jetzt sehr seltsam für alle, die Zwift nicht kennen) und noch 6.278 Höhenmeter für das Tron Bike. Einmal Alpe hoch und runter macht 32 Kilometer mit 1.065 Höhenmetern und ich will das Tron Bike bei Alpe #25 freischalten, also muss ich nächste Woche noch 2.018 Höhenmeter anderswo kurbeln. Aber das sollte doch klappen. Das Wetter wird zumindest scheiße und die vier Alpes kriege ich schon einmal unter. Na mal sehen, ob das was wird. Ich freue mich zumindest, äh, sehr auf Alpe #22 morgen. Hurra. Krafttraining stand heute auch nochmal an, allerdings sehr energiereduziert, aber immerhin durchgezogen.

Ach ja, zwischendurch habe ich auch noch gebacken, nachdem mich die gemahlenen Haselnüsse in meinem Vorratsschrank sehr vorwurfsvoll angesehen haben: 900g Hokkaido (gekocht und püriert), 800 ml Kokosmilch (ich hatte noch zwei Dosen Kokosmilch, also kamen da auch zwei Dosen Kokosmilch rein), 400g gemahlene Haselnüsse, 2 große Eier, 300g Kokosmehl, 100ml Ahornsirup (mehr oder weniger freiwillig, weil der noch offen war). Ich würde nächstes Mal eher 150ml Ahornsirup (oder whatever als Süßungsmittel) nehmen und dazu noch Zimt und Muskatnuss… und vielleicht auch generell die Hälfte machen, weil erstens die Backzeit bei 160°C etwas weniger als anderthalb Stunden betrug und zweitens kein Mensch im normalen Alltag mit Massen dieser Größenordnung backt, haha. Schmeckt aber lecker!

Wenn das Ding beseitigt ist, geht es dem Quark in meinem Kühlschrank an den Kragen, der schon seit Ewigkeiten abgelaufen ist. Leben am Limit, yeah. Und jetzt ist mir schlecht von Karotten mit Sriracha-Mayoo. Happy Sunday!

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