Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 91: Der Countdown läuft!

Der Countdown bis Lanzarote ist fast abgelaufen und obwohl ich natürlich bislang weder gepackt noch meine lange To-Do-Liste abgearbeitet habe, freue ich mich wie ein zu lange von der Sonne ferngehaltenes Blümchen (okay, größenmäßig vielleicht eher eine Hecke) auf zehn Tage mit im Schnitt 20°C und Draußentraining ohne abfrierende Gliedmaßen. Also heute einmal noch eine langweilige Wochenrückschau und nächsten Sonntag dann auf jeden Fall spannendere Bilder.

Herzlich willkommen zur Winter-Trainings-Woche Nummer 91. Nein, ich bin nicht erst seit 91 Wochen sportlich aktiv, aber seit 91 Wochen steht ein Ironman-Langdistanz-Triathlon als Fernziel auf meinem Sportprogramm. Wobei: So sehr in der Ferne ist der gar nicht mehr, denn schon am 28.06. fällt der Startschuss für den Ironman Frankfurt 2020, wenn denn alles gut geht – aber gut reicht eigentlich schon aus, denn perfekt ist die Vorbereitung definitiv nie und bei niemandem. Wer eine Riesenportion Zeit im Gepäck hat, der kann sich einen Eindruck davon verschaffen, wie das mit der guten, aber nicht perfekten Vorbereitung bisher so gelaufen ist: Woche 90Woche 89Woche 88Woche 87Woche 86Woche 85Woche 84Woche 83Woche 82Woche 81Woche 80Woche 79Woche 78Woche 77Woche 76Woche 75Woche 74Woche 73Woche 72Woche 71Woche 70Woche 69Woche 68Woche 67Woche 66Woche 65Woche 64Woche 63Woche 62Woche 61Woche 60Woche 59Woche 58Woche 57Woche 56Woche 55Woche 54Woche 53Woche 52 bis Woche 1 und Tag 1, und hier geht es per Zufallsklick zu einem beliebigen Beitrag.

Übrigens: Über einen Energieriegel per PayPal.me freue ich mich ebenso wie über Hilfe bei der Reduktion meines Lagerbestandes auf eBay. Über Kleiderkreisel tausche ich gerne, die Werbeanzeigen auf meiner Website anklicken spielt auch ein paar Cent in die Triathlonkasse und wer möchte, kann mich auch gerne als Freiberuflerin für Text & Bild anheuern (Redaktion, Lektorat, Übersetzung, Grafik und so manches mehr). Like-Tipps außerdem: meine Projekt Iron(wo)man Facebook-Seite – und gerne auch die von Triathlon Rennberichte, auch wenn sich momentan aufgrund des Alltagstrubels dort nicht so viel tut. Aber alles zu seiner Zeit.

Lanzaroteeeee!

Dem Begriff „Vorfreude“ stehe ich meist recht ambivalent gegenüber, weil ich ein von Natur aus ungeduldiger Mensch bin. Allein schon die Tatsache, dass ich bereits im November kurz nach dem letzten Wettkampf fast meine gesamte Saison 2020 durchgeplant hatte, sagt eigentlich alles. Aber die Vorfreude auf Lanzarote hat mich jetzt durch eine schlechte zweite Dezemberhälfte und einen schlechten Januar gerettet, zumindest was die Form und den Schlaf angeht. Natürlich war nicht alles schlecht und Vieles sehr gut, aber man könnte mich eigentlich im Winter auch irgendwo eingraben und zu Frühlingsanfang wieder ausbuddeln, es würde wahrscheinlich keinen Unterschied in Bezug auf die Power machen und ich wäre vielleicht ausgeschlafen. Wobei ich aktuell mit einer Tablette Vivinox stark am Abend erstaunlich gut zurechtkomme und meine Regeneration nicht mehr (Very) Poor bzw. Compromised ist, sondern OK und einmal sogar Good. Vielleicht hat auch die Erkältung ihren Teil dazu beigetragen, weil man damit ja automatisch ein bisschen müder ist als sonst. Sie ist auch glücklicherweise so gut wie vorbei, hat aber insgesamt nicht sieben, sondern fast vierzehn Tage gedauert und auch in meinem Triathlon-Umfeld haben einige diese Art Erkältung mit sich herumgeschleppt: Nicht krank genug, um sich krankschreiben zu lassen und nicht zu trainieren – aber auch nicht gesund genug, um wirklich Gas zu geben. Es gibt Schlimmeres, aber ich bin froh, wenn ich ab Dienstag hoffentlich ohne Gelomyrtol auskomme, weil es doch ein bisschen ätzend ist, jedes Mal beim Aufstoßen die Fresse (pardon) voller Myrrhe-Geschmack zu haben.

Anyways. Wie schon einmal geschrieben, will ich mich diesmal auf Lanzarote nicht wieder ins Overraching abschießen, sondern dem Plan meines Coaches so gut wie möglich folgen. Außerdem will ich weiterhin fleißig jeden Tag Yoga üben. Denn nach sieben Wochen Yoga ist das alles nicht mehr ganz so anstrengend wie am Anfang (aber immer noch anstrengend genug), meine quasi nicht vorhandenen Balance-Skills sind ein bisschen besser geworden (vor allem beim Baum) und ich habe ein bisschen mehr Kraft in Schultern/Nacken/Armen. Hatte ich letzte Woche erwähnt, dass ich mir ein E-Book mit 1.200 Asanas gekauft habe, quasi der totale Overkill? Mal sehen, was daraus wird und ob ich meine Yogamatte irgendwie an meinem Reiserucksack befestigt bekomme. Außerdem will ich mir diesmal die Mini-Insel vor der Nordwestküste Lanzarotes namens La Graciosa ansehen. In Órzola bin ich aufgrund von Erschöpfung letztes Jahr auch nicht gewesen, also lässt sich das wahrscheinlich ganz gut verknüpfen. Und ein paar spannendere Laufstrecken will ich mir in aller Ruhe auch aussuchen – was kein Problem sein dürfte, wenn ich nicht jeden Tag 6+ Stunden auf dem Rad unterwegs bin.

Recovery-Week als Countdown-Woche

Planmäßig stand vor dem Trip nach Lanzarote eine Recovery Week auf dem Programm, um erstens die Erkältung loszuwerden und zweitens gut erholt ins Trainingslager starten zu können. Ich habe mich auch weitestgehend an den Plan gehalten, nur habe ich die Idee eines Sleep Deprivation Test – d.h., eine Nacht lang einfach nicht schlafen, um durch die damit ausgelöste Freisetzung von Hormonen den Schlafzyklus zu „resetten“ und wieder besser zu schlafen – nicht umgesetzt, weil das zusammen mit einer Erkältung vermutlich keine grandiose Idee gewesen wäre.

Der Montag begann wieder sehr früh mit 30 Minuten probeweise Laufbandlaufen und der Erkenntnis, dass die Erkältung noch nicht vorbei war. Weitaus angenehmer war dann die Stunde Schwimmen mit Drills und Kicks und solchen Sachen. Danach ging es noch zum eher easy Basic/Medium-Morgenyoga, aber mit Erkältung ist auch das nicht unanstrengend. Abends habe ich es auch noch zum Jivamukti-Yoga mit meiner Lieblingsinstruktorin geschafft und danach war ich erst einmal fertig mit der Welt.

Am Dienstag ging es weiter mit 45 Minuten Intervallen auf Zwift plus fünfzehn Minuten auskurbeln, nach wie vor mit angezogener Erkältungshandbremse und einem weiteren Badge für die Sammlung:

Und noch eine kleine Runde Watopia ohne Badge, weil ich DRINGEND zum Yoga musste, und zwar zur Medium Yoga-Stunde, die definitiv ein Level über meinen Fähigkeiten ist, aber man soll sich ja ein bisschen triezen, um weiterzukommen.

Noch mehr Recovery (spannender wird’s nicht)

Das Problem mit den langweiligen Winterwochen hatte ich ja schon letztes Jahr, aber da hatte ich immerhin genug Zeit & Muße, irgendwelche lustigen Sachen aus dem Internetz heranzuziehen und die Beiträge damit etwas aufzuwerten. Dafür kann es tatsächlich wirklich nur noch besser werden! Das Programm vom Mittwoch: 3 Kilometer im Pool und dann 45 Minuten oberkörperfokussiertes Krafttraining (hey, wenn Recovery Week ist, habe ich sogar mal Lust auf Krafttraining, weil alles besser ist als gar kein Training)… Da fällt mir ein, dass ich heute mal wieder ein Trainingstagebuch aus meinen Krafttrainingszeiten in Händen hielt und ein bisschen weinen musste, als ich gesehen habe, wie viel mehr Gewichte ich da bewegen konnte. Aber ich habe null Komma gar keine Lust, den Fokus wieder darauf zu verlegen. Alle Zeichen stehen auf Ironman, wohoo. Abends gab es noch eine Portion Yoga und diesmal hatte ich über drei Tage verteilt die Gelegenheit, bei einer Instruktorin den Shift von der Schwierigkeitsstufe „Basic/Medium“ zu „Medium“ zu „Medium/Open“ zu erleben. Sagen wir es so: Man kommt dabei ganz schön ins Schwitzen.

Am Donnerstag stand eine Stunde (easy) Kadenz-Intervalle auf dem Laufband an und gesundheitstechnisch habe ich das ganz okay verkraftet. Allerdings macht der Muskel nach wie vor Ärger, den ich mir an der Innen-Oberseite des linken Oberschenkels vor Wochen gezerrt habe. Immer nur zu Beginn des Laufes und dann irgendwann hat sich der leicht ziehende Schmerz auch erledigt, aber toll ist das natürlich nicht. Bitte nicht schon wieder wochenlange Laufpause… Danach 45 Minuten ein bisschen Yogagehampel, Body Weight Exercises und Stretching, sowie abends Basic Yoga.

Am Freitag hätte ich eigentlich gar nichts machen sollen (außer 30 Minuten Schwimmen), wenn ich diesen Schlafentzugstest gemacht hätte. Habe ich aber nicht. Also bin ich zusätzlich noch anderthalb Stunden in Watopia herumgehampelt (Mountain Route und ein bisschen Zusatzkurbeln) und probeweise zu einem Koppellauf aufgebrochen, aber da hat sich die Erkältung ein letztes Mal aufgebäumt und mir den Mittelfinger gezeigt, deshalb war nach 4 Kilometern Schluss. Hmpf. Abends dann die bereits oben genannte Medium-Yoga-Stunde mit viel Schweiß und keinen Tränen.

Die samstägliche lange Radausfahrt war Recovery-Week-bedingt nur zweieinhalb Stunden lang – beziehungsweise einmal Alpe (#16) mit Anfahrt und Jungle lang in meinem Fall. Damit bin ich bei 33.761 von den 50.000 Metern fürs Tron Bike. Wenn ich nicht 16.121 Höhenmeter auf die anderen Challenges verschenkt hätte, wäre ich jetzt bei 49.882 Höhenmetern. Buh!

Danach ging es zur Medium/Open-Yoga-Stunde. Bei 90 Minuten statt 75 von der Basic/Medium- und der Medium-Stunde ist ein bisschen mehr Zeit für Kirtan und für Atemübungen und ein paar noch-mehr-Badass-Haltungen, aber im Großen und Ganzen bin ich gut durchgekommen… für eine Anfängerin. Mein größtes Problem ist tatsächlich, dass meine Hände relativ schnell feucht werden, weil mein Körper so wunderbar talentiert ist im Schwitzen. Beim Krafttraining schmiert man sich Magnesium/Kreide auf die Hände dagegen, aber das geht natürlich im Yogastudio nicht. Also weitermachen und hoffen, dass sich der Moment des ersten Schweißausbruches mit mehr Yogapraxis nach hinten verschiebt.

Am Sonntag ging es für anderthalb Stunden zu einem langen Lauf raus in die Pampa. Meine Hüften/Hüftbeuger sind trotz Yoga wahnsinnig angespannt und verkrampft (und wie wir ja aus dem Yoga wissen, sitzen in der Hüfte die Emotionen), mein Oberschenkel ist nicht okay und die Erkältung ist gerade mal so vorbei, also hatte ich keine großen Erwartungen. Die 15 langsamen Kilometer waren okay. Ich hatte schon weitaus schlechtere Läufe und ich hatte schon wahnsinnig viel bessere Läufe, aber unterm Strich war das für den aktuellen Stand der Dinge okay. Aber 30 Sekunden auf den Kilometer langsamer als ich eigentlich sein will. Seufz. Und danach ging es zu Yogastunde Nummer 51 in sieben Wochen: Basic Yoga, während draußen im Prinzregentenbad wie gewohnt die Post auf der Eislauffläche abging:

So, genug der langweiligen Worte, jetzt wird gepackt (hoffentlich finde ich mein Fahrradschloss…) und dann nur noch zweimal früh aufstehen, bis der Flieger nach Lanzarote abhebt. Wohoo!

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