Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 87: Merry Formtief zu Weihnachten

Weihnachten kam, sah und siegte und ich pflege ein wunderbares winterliches Formtief, während der Rest der Welt sich beim trimag.de-FTP-Test, den Power&Pace-Trainingsplänen oder den Challenges von der TCC abstrampelt. Aber bei irgendjemandem muss es ja auch scheiße laufen und nachdem aktuell keine Wettkämpfe anstehen, ist das auch völlig in Ordnung. Und Winter ist nun einmal einfach nicht so mein Ding, da kann ich noch so viele gebrannte Macadamias vom Tollwood essen. Deshalb – und weil meine Finger einfach nicht warm werden wollen – heute wieder eher ein kurzes Wochenresümee.

Wer außer mir stopft sich am Ende des Jahres noch den Google-Kalender voll mit den Dingen, die das ganze Jahr über von Woche zu Woche mit runtergerutscht sind oder sich jetzt auf einmal als große Ziele für das kommende Jahr aufdrängen? Gut, dass mein sportliches Hauptziel für 2020 schon lange feststeht, nämlich der Ironman Frankfurt 2020. Denn darauf blogge trainiere ich seit dem 1. Mai 2018 hin und zwar mit allem, was dazugehört: Materialschlacht, Trainingssteuerung, Formtiefs, Rennen, Triathlonszenegelaber und Budgetaufbesserungsversuche, denn der Sport ist wahrlich der Ferrari unter den Sportarten. Alles zu meiner bisherigen Reise gibt es hier nachzulesen: Woche 86, Woche 85Woche 84Woche 83Woche 82Woche 81Woche 80Woche 79Woche 78Woche 77Woche 76Woche 75Woche 74Woche 73Woche 72Woche 71Woche 70Woche 69Woche 68Woche 67Woche 66Woche 65Woche 64Woche 63Woche 62Woche 61Woche 60Woche 59Woche 58Woche 57Woche 56Woche 55Woche 54Woche 53Woche 52 bis Woche 1 und Tag 1, und hier geht es per Zufallsklick zu einem beliebigen Beitrag.

Übrigens: Über einen Kaffee per PayPal.me freue ich mich ebenso wie über Hilfe bei der Reduktion meines Lagerbestandes auf eBay. Über Kleiderkreisel tausche ich gerne, die Werbeanzeigen auf meiner Website anklicken spielt auch ein paar Cent in die Triathlonkasse und wer möchte, kann mich auch gerne als Freiberuflerin für Text & Bild anheuern (Redaktion, Lektorat, Übersetzung, Grafik und so manches mehr). Like-Tipps außerdem: meine Projekt Iron(wo)man Facebook-Seite – und gerne auch die von Triathlon Rennberichte, auch wenn sich momentan aufgrund des Alltagstrubels dort nicht so viel tut. Aber alles zu seiner Zeit.

Die Luftpumpe, Teil 2 und Insomnie, Teil drölfzig

Irgendwie tut sie mir ja leid, die kleine SKS Rennkompressor-Pumpe, die ich seit letzter Woche zu verschenken versuche. Vielleicht finden wir jetzt ein neues Zuhause für sie, denn die aktuelle Nummer-1-Interessentin (in der Rangfolge #4, nachdem ich von #3 nichts mehr gehört habe) ist ab morgen wieder in town.

Ansonsten ist meine liebe Freundin, die Insomnie, wieder in the house. Nach all den gesundheitlich anstrengenden Monaten in der ersten Jahreshälfte mit Overraching und Fatigue ist die Schlaflosigkeit bzw. der nicht erholsame Schlaf als Restsymptom geblieben und seit November häuft sich die Anzahl der schlechten Nächte. Nachdem ich schon sämtliche pflanzlichen Mittel (Neurexan, Baldriparan, Calmvalera), sowie Produkte zur Förderung der Produktion von Schlafhormonen (Melatonin und L-Tryptophan) und manchmal noch zusätzliche Pflanzenwirkstoffe (Lavendel, Hopfen, Melisse, noch mehr Baldrian, Passionsblüte) nehme UND Yoga zum Ausgleich mache, kann ich eigentlich nichts weiter machen außer früh schlafen zu gehen und möglichst auf 9 Stunden Schlaf zu kommen.

Wobei ich natürlich mit Hypnose, Akupunktur und dergleichen liebäugle – und justament gestern den Tipp bekommen habe, es einmal mit PEP zu versuchen, einer von Dr. Michael Bohne aus der EFT weiterentwickelten „Klopftherapie“. Mal sehen, ob ich mir den Zugang dazu erschließen kann. Ansonsten läuft nach wie vor die Projektgruppe zu PMR und mentalem Training im Triathlon für die Masterarbeit von S. und während der gestrigen Skype-Session haben wir mit dem Mentaltraining angefangen. Im Gegensatz zur PMR, die einen in Anspannungssituationen beim Entspannen helfen soll, hilft einem das mentale Training dabei, sich auf bestimmte Situationen einzustellen und Strategien dafür zu entwickeln. Ich bin sehr gespannt, wie es nächste Woche weitergeht und hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass mich das überhaupt so sehr interessieren würde.

Ein letzter Gedanke zum Thema Schlaf noch: Einer meiner Yogalehrer, G., meinte in einer der Sessions vergangene Woche, dass aktuell die Rau(h)nächte stattfänden, bis zu 12 Nächte zwischen der Wintersonnenwende und dem Dreikönigstag, an dem die Membran zwischen dem Diesseits ins Jenseits (oder die Verbindung von der Vergangenheit in die Zukunft) besonders durchlässig sei, sich Dinge veränderten (oder sich Veränderungen anbahnten) und manche Menschen deshalb schlechter schliefen. Als Fan von Mythologie, Fantasy und SciFi (#nerd) gefällt mir diese Vorstellung natürlich, aber trotzdem werde ich jetzt nicht mein Schlafzimmer ausräuchern und denke auch nicht, dass meine Insomnie etwas mit der Zeit zwischen den Jahren zu tun hat. Außer, wenn die Schlafstörungen am 7. Januar vorbei sind, dann werde ich mich gerne eines Besseren belehrt haben lassen.

Weihnachtstraining, oder warum mein Hintern echt weh tat

Alright, genug der Mythologie, ab in die vergangene Trainingswoche. Am Montag habe ich es zum ersten Mal seit JAHREN geschafft, alle Geschenke rechtzeitig in hübsches Geschenkpapier (mit dem Blauen Engel) zu verpacken (okay, jede/r hat genau ein Paket bekommen, in dem jeweils all das drin war, was ich zu verschenken hatte), alle Weihnachtskarten zu schreiben (okay, es waren nicht viele) und mein entspanntes Montagstraining zu absolvieren. Das bestand aus homöopathischen 85 (statt 45) Minuten Recovery-Pedalieren und 3 Kilometern Schwimmen, komplementiert durch Medium Yoga am Abend mit G. im Yoga-Studio bei mir um die Ecke.

Am Dienstag war dann auch schon Weihnachten und nachdem abends ein Weihnachtsessen mit Häppchen im kleinen Kreise auf dem Plan stand, dafür aber am 25. Ein GROSSER Brunch, schwang ich mich auf meine Rolle (bzw. auf das in der Rolle eingespannte Rad…) und brach zu einer relativ schweißtreibenden Fahrt auf. Schweißtreibend allerdings nicht ob der Intensität (ja, da waren Steady-State-Intervalle drin, aber nix allzu hardcoremäßiges), sondern aufgrund der Länge. Insgesamt waren es nämlich 5:25 Stunden und 162 Kilometer, denn ich wollte unbedingt das 100-Meilen-Badge einsacken:

Natürlich hatte ich auch ein bisschen darauf spekuliert, mir das geheime Badge für 100 RideOns während einer Fahrt zu holen und deshalb „100 miles“ in meinen Zwift-Namen gepackt (#internetfame) sowie nahezu permanent selbst RideOns verteilt – et voilà:

Bei 161 Kilometern (jap, 100 Meilen sind 161 Kilometer, NICHT 160 – mir ist auch ein bisschen das Gesicht entglitten, als ich gesehen habe, dass bei 160 kein Badge kam) gab es dann auch noch den Century Kit, der meiner Meinung nach neben dem Strava Premium-Kit der einzig tragbare (ja, ich mag Schwarz) Kit in Zwift ist. Abgesehen vielleicht vom Monochrome Kit, aber den gibt es erst mit Level dreißigundnochwas und so weit bin ich noch nicht.

Interessant war auch, wie rapide sich meine Folgschaft auf Zwift durch den 100-Meilen-Ride vervielfältigt hat (#moreinternetfame):

Nicht, dass das alles irgendwas bringen würde und nein, mit 100 Meilen am Stück in den Beinen wird man weder schneller noch stärker, sondern hat einfach müde Beine (die hatte ich davor aber auch schon), einen schmerzenden Hintern und völlig durchnässte Handtücher um sich herum liegen. Aber für den Kopf ist es ziemlich cool. Next Step: 200 Kilometer auf Zwift. Dafür gibt es sogar samstags/sonntags ab und zu Events (vergangene Events mit 200 Kilometern gibt es auf Zwiftpower unter „History“ mit dem Filter „Crazy“ – haha – u.a. von SAS und SZR). Dafür bräuchte ich aber wieder bessere Beine.

Die waren nämlich auch am Mittwoch so richtig, richtig schlecht. Aber die Aussicht auf den Brunch trieb mich wieder auf die Rolle, diesmal allerdings nur für 100 Kilometer, die auch denkbar bescheiden liefen, ich habe mich also sozusagen mit 25x Volcano Circuit (ich HASSE diese Route) weiter ins Formtief hineingekurbelt und mein Hintern hat sich sehr bedankt. Nicht.

In weiser Voraussicht habe ich mir für Mittwochabend noch Yoga auf den Plan gesetzt, um beim Brunch nicht völlig hemmungslos über die Stränge zu schlagen. Ein etwas weiteres T-Shirt und ein Verdauungsspaziergang haben dann auch ihr Übriges getan, dass ich mich beim Yoga mit G. wieder wohl auf der Matte gefühlt habe. G. hat mich auch wiedererkannt (obwohl ich in den Yogastunden egal wo meine Matte eigentlich immer ganz hinten platziere, aber 1,85m verstecken sich halt nicht so gut) und meinte: „Das sieht schon gar nicht schlecht aus, aber versuch doch mal, mit dem ganzen Körper zu arbeiten und nicht mit einzelnen Teilen.“ ICH VERSUCHE ES JA! WIRKLICH! Innerlich musste ich aber ziemlich lachen, weil ich bis vor einem Monat nie gedacht hätte, dass ich überhaupt mal Yoga machen würde und jetzt schwinge ich meinen Hintern fünf- bis siebenmal pro Woche in Yogastunden von Basic bis Medium mit ein bisschen Yin zwischendrin und finde es phänomenal.

Kalt, kälter, Dezembertraining zwischen den Jahren

So richtig zur Ruhe bin ich „zwischen den Jahren“ nicht gekommen, weder im Schlaf noch im Wachzustand, aber ehrlich gesagt rechne ich auch nicht damit, dass ich vor Silvester 2020 auch nur ansatzweise zur Ruhe kommen werde, dafür steht einfach viel zu viel auf dem Programm für das kommende Jahr und – nochmal ehrlich gesagt – ich mag die Action ja auch. Am Donnerstag ging es daher heiter weiter mit der ersten Laufeinheit der Woche und die hat sogar richtig gut funktioniert: 11 Kilometer Every/Other mit guten Laufbeinen. Danach ging es für eine Doppelstunde Yoga (Yoga Flow und Yin Yoga) ins Gym, wo ich feststellen durfte, dass der Kursraum in meinem Gym für Yoga einfach viel zu scheißkalt ist, als dass man dort die für Yoga notwendige Hitze erzeugen könnte. Kalte Gelenke erhöhen auch die Verletzungsgefahr, das ist nicht zu verachten. Dafür kosten die Stunden natürlich nichts extra. Zwischendurch habe ich auch mal kalkuliert, ob ich meinen Vertrag im Gym kündigen und stattdessen auf MyFitnessCard umsteigen soll, denn mein Gym und einige Yogastudios sind dort auch vertreten… aber eben auch nur einige und somit lohnt sich das finanziell auch wieder nicht. Fuck, warum habe ich bloß mit noch so einem teuren Sport namens Yoga angefangen?!

Die Krafttrainingseinheit habe ich dann zugunsten von Yoga komplett ignoriert, werde aber nächste Woche auch wieder mit dem richtigen Krafttraining weitermachen. Denke ich zumindest. Womit es weiterging war am Freitag die nächste Laufeinheit. Nachdem es arschkalt draußen war und geschüttet hat, wollte ich die Intervalle im Gym rennen. Eigentlich. Denn wie schon beim letzten Mal hat es mir auch am Freitag wieder auf dem Laufband im Gym komplett den Stecker gezogen, weil es dort so verdammt warm ist! Nächstes Mal probiere ich ein Laufband am Außenrand oder unter einem der Lüftungsrohre (wobei ich mir nicht sicher bin, ob da wirklich kühle Luft rauskommt), denn so ist das einfach nur katastrophal. Und die neuen Precor-Laufbänder finde ich immer noch beschissen, weil man keine eigenen Intervalle einstellen kann und nicht einmal schnell zwischen Geschwindigkeiten springen kann, sondern einen dämlichen Schieberegler bedienen muss. Außer, ich habe da irgendetwas übersehen. Ich werde es herausfinden. Wenig überraschend ging es abends dann noch zu Medium Yoga mit G., um den Tag abzurunden.

Am Samstag stand dann eigentlich wieder ein nettes Programm auf dem Plan mit Schwimmen, Radfahren, Laufen im Wert einer Olympischen Distanz, aber ich war dermaßen müde und fertig, dass ich den Lauf nach vier Kilometern abbrechen musste. Kein Schlaf = keine Power = kein Laufen, so einfach ist das. Und ich habe eine Heidenangst davor, so todmüde über meine eigenen Füße zu stolpern und mich zu verletzen. Dann doch lieber reduziertes Laufvolumen und gesund bleiben, wenn ich mir das vom Universum bitte wünschen darf.

Am Sonntag fand die Woche dann ein nicht ganz so versöhnliches Ende mit 100 Kilometern auf Zwift, bei denen ich meinen Puls überhaupt nicht hochbekommen habe. Rein gar nicht. Nada. Kann man also als Recoveryfahrt ohne Erholungseffekt verbuchen und mein Formtief schwingt die Pompons. Außerdem gab es kein Badge nach Abschluss der Route Dust in the Wind, irgendetwas habe ich falsch gemacht.

Mittags gab es dann noch wunderbare 90 Minuten Basic Yoga mit viel Entspannung und am Ende einer Mini-Nackenmassage mit irgendwas sehr Aromatischem, weil nicht so viele Leute in der Klasse waren.

Und während ich jetzt mit halb geschlossenen Augen meine Yogastunden für nächste Woche heraussuche und meine Schwimmsachen für morgen packe, wünsche ich allseits eine stressfreie Woche mit einem guten Rutsch und hoffe ich auf guten Schlaf diese Nacht trotz der mysteriösen Raunächte, auf zumindest etwas höhere Temperaturen und auf bessere Beine für die Woche – denn schlimmer geht tatsächlich nimmer, höhö.

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