Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 79: Long Course Weekend Mallorca, Teil 2

Das Long Course Weekend Mallorca 2019 ist vorbei – und nach der diesjährigen dritten Austragung wird es das Format auf der Baleareninsel auch leider, leider nicht mehr geben. Ein Grund mehr, um diesem tollen Event noch einen weiteren Beitrag zu widmen, denn es war wirklich rundum absolut fantastisch. Ach ja, gezwiftet wurde natürlich auch wieder.

Was könnte sich als Vorbereitung für den Ironman Frankfurt 2020 besser eignen als ein Langdistanz-Triathlon mit denselben Streckenlängen? Okay, eine Langdistanz als Vorbereitung auf eine Langdistanz klingt ein bisschen komisch. Deshalb war der sportliche Spaß beim Long Course Weekend Mallorca ja auch auf drei ganze Tage verteilt. Den ersten Teil meines Urlaubs-und-Rennberichts gibt es in Woche 78, den zweiten Teil jetzt hier im Blog in Woche 79. Denn so viele Wochen trainiere ich mittlerweile auf meine Ironman-Premiere am 28.06.2020 hin, seit genau einem Jahr auch mit einem großartigen Coach. Natürlich ist in der Zeit schon jede Menge passiert, deshalb gibt es immer wieder sonntags ein, äh, kurzes Resümee meiner Trainingswoche. Den ganzen Rest dieser Geschichte gibt es hier: Woche 78, Woche 77Woche 76Woche 75Woche 74Woche 73Woche 72Woche 71Woche 70Woche 69Woche 68Woche 67Woche 66Woche 65Woche 64Woche 63Woche 62Woche 61Woche 60Woche 59Woche 58Woche 57Woche 56Woche 55Woche 54Woche 53Woche 52 bis Woche 1 und Tag 1, und hier geht es per Zufallsklick zu einem beliebigen Beitrag.

Natürlich freue ich mich über Unterstützung bei der Umsetzung meines definitiv langfristig angelegten Langdistanz-Triathlon-Vorhabens – das heißt, dass es nach dem IM Frankfurt 2020 auf jeden Fall noch weitergehen soll, beispielsweise 2021 mit dem Challenge Roth. Ein Klick auf das obige Bild führt zu meiner PayPal.me-Seite mit der Möglichkeit, mich einmalig flugs zu sponsern. Wer Lust hat, kann meinen Lagerbestand auf eBay reduzierenmir mit Material von meiner Amazon-Wunschliste aushelfen, die Werbeanzeigen auf meiner Website anklicken, mich als Freiberuflerin anheuern (Redaktion, Lektorat, Übersetzung und so manches mehr), meine Fragen auf Quora anklicken und beantwortenmeine Projekt Iron(wo)man Facebook-Seite liken – und gerne auch die von Triathlon Rennberichte. Auf Wunsch namentliche Erwähnung (oder nicht). Besten Dank!

Long Course Weekend Mallorca: der Marathon

Alright, let’s jump right in. Mir kommt ja das kalte Grausen, wenn ich aus dem Fenster schaue und den trüben Herbsthimmel sehe. Okay, jetzt gerade ist es schon dunkel, also sieht man nicht mehr ganz so viel, aber überwiegend sieht der Himmel im Vergleich zu Mallorca schon recht unglücklich aus. Also beamen wir uns mal kurz wieder zurück auf die Insel und schwelgen in Erinnerungen an sonnigere Zeiten. In Teil 1 von meinem Rennbericht zum Long Course Weekend Mallorca habe ich ja bereits von meinem mäßigen 4,2-statt-3,8-Kilometer-Schwimmen im Meer berichtet (46. von 68 Frauen, argh) und von meiner äußerst zufriedenstellenden Radleistung (180 Kilometer mit 950 Höhenmetern in 5:44 Stunden), die mich auf Platz 16 von 54 Frauen auf dem katapultiert hat. Für das Long Course Weekend Mallorca waren insgesamt 44 Frauen gemeldet und das Ganze war ein Multisport-Festival, bei dem man auch an allen Tagen kürzere Strecken bestreiten oder nur einzelne Disziplinen absolvieren konnte – oder eben eine ganze Langdistanz an drei Tagen, so wie ich.

Nachdem der Eintrag letzten Sonntag doch länger gedauert hat als gedacht, war die Nacht etwas kürzer als mir lieb gewesen wäre und so richtig gut geschlafen hatte ich von Sonntag auf Montag auch nicht. Das könnte an der wilden Mischung an Lebensmitteln gelegen haben, die ich abends noch in mich reingestopft habe, um meine Speicher für den Marathon aufzufüllen. Oder vielleicht lag es auch einfach an der unterbewussten Nervosität – schließlich ist ein Marathon mit Vorbelastung doch noch einmal etwas anderes als ein getaperter Standalone-Marathon (wie zwei Wochen zuvor in München) oder ein Marathon mit Vorbelastung solo ohne drölfzig andere Läufer und Zuschauer (wie Anfang September nach dem Cologne Triathlon Weekend-Drama). Nach dem Aufwachen ist mir dann aber eingefallen, dass ja sehr viele der Mitlaufenden auch die 180 Kilometer vom Vortag in den Beinen haben würden (perfekt erkennbar an der goldenen Startnummer; zu dem Thema gleich noch mehr).

Am Marathonmontagmorgen stand ich dann mit einem leichten Ziehen in den Oberschenkeln vom Radeln auf und mit einer etwas gereizten Außensehne an der rechten Wade (insofern das eine Sehne ist, ich habe nicht den leisesten Schimmer), aber ansonsten war biomechanisch erst einmal alles in Ordnung. Hunger hatte ich allerdings absolut überhaupt gar keinen, nur der UltraSPORTS Beetster ging gerade so rein zwei Stunden vor dem Start um 9 Uhr. Kleine Anekdote am Rande: Nachdem ich den Starter zwei Wochen zuvor für den München Marathon zu flüssig angerührt hatte, habe ich beim Beetster diesmal zu wenig Flüssigkeit genommen, weil ich in meiner geistigen Umnachtung irgendwie vergessen hatte, dass in dem 80-Gramm-Beutel ja zwei Portionen für jeweils 300ml Wasser enthalten waren. Einen PowerBar-Riegel (Salty Peanut, lecker) und Kaffee am Frühstücksbuffet gingen dann irgendwie doch noch runter und danach ging es dann frisch eingeschmiert (Sonnencreme für den vom Neo aufgeriebenen Nacken, Anti-Chafing-Gel für den Rest des Körpers und ein bisschen Traumeel für das Wadensehnending) zum Start.

Für eine Extraportion Motivation & Durchhaltevermögen habe ich meinen neuen Zoot-Einteiler angezogen (hatte ich schon erwähnt, dass ich mich für das Team Zoot 2020 beworben habe?), in der frohen Hoffnung auf weniger Blasen als beim letzten Mal meine altbewährten Eightsox-Socken (Ambition Long, die gibt’s auf der Seite gar nicht mehr) und natürlich die HOKA ONE ONE Arahis. Dabei hatte ich außerdem wieder meine Salomon-Trinkweste mit einem 500ml Soft Flask links und Gels / SaltStick FastChews links. Und natürlich mein brandneues Long Course Weekend Mallorca-Visor und die gute alte Pokerface-Oakley-Rennradsonnenbrille. Ach ja, einen Sport-BH natürlich auch und das Startnummernband mit der Startnummer, wenn wir schon so genau ins Detail gehen. Man sieht auf dem Bild dann doch ganz gut, dass ich ein wenig angespannt bin. Und so sah es dann am Start erst einmal aus:

Dort habe ich dann S. und seine Frau J. wiedergetroffen (S. war derjenige, den ich die letze Runde mitgezogen habe auf dem Bike und seine Frau J. hat die halbe Distanz gemacht) und ich glaube, I. und Ingo Kutsche habe ich auch gesehen, so ganz geistig da war ich allerdings natürlich nicht. Und dann fiel um 8:45 Uhr auch schon pünktlich der Startschuss – für die 5k-Läufer, haha. Wir – Marathon und Halbmarathon – waren um 9 Uhr dran. Es ist immer wieder beeindruckend, wie sich nach dem Startschuss diese riesengroße Masse Reihe für Reihe in Bewegung setzt und einen quasi mitreißt. Wie eine Welle, die einen unweigerlich erfasst und dafür sorgt, dass sich die Beine in Bewegung setzen. Gänsehautfeeling pur, gemischt mit Vorfreude und gleichzeitig ein wenig Sorge, was die Beine auf den nächsten 42,2 Kilometern wohl anstellen werden. Die ersten zwei Kilometer waren wie immer ein wenig unrund, aber dann fanden die Beine ihren Rhythmus und die Gedanken an den Vortag waren weg, ab da galt nur noch: Einen Fuß vor den anderen setzen.

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Die Laufstrecke hatte insgesamt 4,5 Runden und je nach Sonnenstand lag die eine oder die andere Passage im Schatten. Es ging zuerst entlang der Hauptstraße, auf der auch die Radstrecke losgegangen war, dann im Zickzackkurs durch Nebenstraßen bis zum Strand, dort einen kleinen Abschnitt in der Sonne entlang, dann wieder im Zickzackkurs durch Nebenstraßen, dann wieder zurück zum Strand (wo am Ende auch der Zieleinlauf war), durch den Teil der Innenstadt am Hafen und Retoure und zuletzt wieder zurück zum Startpunkt, wo man sich die Rundenbändchen abholen konnte.

Auf der ersten Runde war ich gut damit beschäftigt, dem Streckenverlauf zu folgen und die Verpflegungsstationen zu entdecken, so dass die ziemlich schnell vorbei ging. Großartig war, dass an den Verpflegungsstationen keine Becher ausgegeben wurden, sondern kleine Wasserflaschen mit je 0,33l – perfekt zum über-den-Kopf-kippen und zum Mitnehmen. Manchmal war der Deckel schon weg, manchmal war er noch drauf, aber schon aufgeschraubt für die je nach Kilometerstand mehr oder weniger zu so koordinativ anspruchsvollen Aufgaben noch fähigen Athleten. Auf der zweiten Runde folgte für mich dann das erste Gel und irgendwann kam auch das Führungsfahrrad an und bahnte den ersten Halbmarathonläufern den Weg. Die ersten Marathonläufer kamen glaube ich auf Runde 3 dann vorbei. Ansonsten waren sowohl die zweite als auch die dritte Runde sehr, sehr angenehm zu laufen. Zwischendurch musste ich dann meine Startnummer noch mit Sicherheitsnadeln am Nummernband festmachen, da die selbst geschnittenen Löcher komplett aufzureißen drohten. Was man eben so beim Laufen macht. Insgesamt habe ich fünf PowerBar-Gels und rund 20 Salztabletten zu mir genommen, auf der 4. und 4 ½-ten Runde auch etwas Iso. Bei den Gels war ich zwischendurch dann etwas skeptisch, weil Vanille und salzige Erdnuss nicht ganz so verlockend klangen, aber sie waren erstaunlich lecker. Es gab natürlich an der Strecke auch Gels und Bananen, aber Bananen kriege ich beim Laufen nicht runter und für die Gelaufnahme hätte ich anhalten müssen, worauf ich erstmal keine Lust hatte.

Und ab Halbmarathon habe ich eigentlich die ganze Zeit darauf gewartet, dass irgendwo das Chafing losgeht oder dass ich – wie bei den letzten Malen – wieder diese herrliche Wasserblase am linken Innenfuß bekomme. Aber erstaunlicherweise ist absolut nichts davon passiert. Auch die zwickende Sehne an der Wade hat sich irgendwann nicht mehr gemeldet. Ich habe weder Probleme mit den Knien noch mit den Füßen, der Hüfte, den Schultern oder sonst einem Körperteil bekommen. Überhitzt bin ich dank regelmäßiger Wasserduschen auch nicht, obwohl der Marathon mit 24°C dann doch noch ein Stück wärmer war als der in München.

Grüße an L. an dieser Stelle, mit dem bin ich hier ein Stückchen gelaufen und Mama hat das großartigerweise festgehalten. Zäh wurde es dann ein bisschen auf der zweiten Hälfte der dritten Runde, weil man da einige sah, die einem mit bereits vier Rundenbändchen entgegenkamen und man natürlich gerne selbst auch schon auf der vierten Runde gewesen wäre. Und so langsam habe ich dann viele der Personen überholt, die etwas vor mir gestartet waren oder mich am Anfang überholt hatten. Am Tag danach hatte ich natürlich mein LCW-Shirt an und wurde von einem Mitläufer beim Früstück angesprochen, der meinte, er sei bis Kilometer 28 hinter mir hergelaufen, weil ich so konstant seine Zielpace gelaufen bin. Dann sei er aber leider gegen die sprichwörtliche Wand gelaufen und musste abreißen lassen. Solche Komplimente freuen mich dann doch ganz besonders, ein Hoch auf den Dieselmotor, der ewig läuft und läuft. Apropos läuft und läuft: Ich hatte irgendwie im Vorfeld gar nicht daran gedacht, Musik mitzunehmen (hatte ich in München ja auch nicht dabei), aber an der Strecke war im Verhältnis zu München erstaunlicherweise weniger los (obwohl sie ja so kurz war), also habe ich meine Playliste angeschmissen und mein iPhone als Boom Box missbraucht. Ich bin mir nach wie vor nicht ganz sicher, ob alle Mitlaufenden das so toll fanden, hoffe aber, dass sich niemand davon gestört gefühlt hat. Erstens war die Musik relativ leise und zweitens hat mich niemand böse angeschaut oder mir ein Bein gestellt, daher sollte es wohl okay gewesen sein. Trotzdem waren in jeder Runde ein paar Supporter immer wieder zur Stelle und das hat wirklich motiviert. Bei einer Supporterin habe ich mich auch noch extra via Instagram bedankt, die ihre Triathlongruppe aufgrund von Krankheit nur unterstützen konnte anstatt mitzulaufen und wirklich jede Runde zweimal alle angefeuert hat, die vorbeigelaufen sind. Ein paarmal Abklatschen mit Kindern war auch drin, ein paarmal grinsen für Ingos Kamera und ein paarmal von Mama angefeuert werden (wobei ich irgendwann so sehr im Tunnel war, dass ich sie gar nicht gesehen habe).

Lustig waren auch die Mädels an der ersten Verpflegungsstation: Nachdem ich in jeder Runde Iso abgelehnt hatte und es in der dritten Runde bei ihnen endlich nehmen wollte, lief mir eine der Helferinnen strahlend mit einem Becher entgegen, woraufhin natürlich die Übergabe überhaupt nicht geklappt hat und wir uns über den Fehlschlag ziemlich amüsierten. In der nächsten Runde klappte es dann auch, haha. Bändchen abholen war auch jedes Mal ein großartiges Gefühl und dann begann irgendwann auch endlich die vierte Runde. Auf den ersten Schritten der vierten Runde habe ich mal kurz eine Bestandsaufnahme gemacht und beschlossen, dass ich die vierte Runde auf jeden Fall komplett ohne Gehpausen bei den Verpflegungsstationen durchlaufen will, also bis km 36. Das war etwas zäh, hat aber funktioniert – vor allem, weil ich dann wirklich bewusst eine Person nach der anderen langsam aber sicher überholt habe und mir dachte, dass ich die jetzt ja nicht wieder an mir vorbeiziehen lassen kann. Apropos Zoot übrigens: Da waren noch ein paar andere Frauen in Zoot-Einteilern unterwegs und mit einer anderen Athletin habe ich auch in jeder Runde motivierende Handzeichen ausgetauscht. Als ich auf der letzten Runde war, gab es auch ein paarmal Abklatschen mit Frauen, die noch eine halbe Runde mehr vor sich hatten, weil man sich eben zwischendurch immer mal wieder Blicke oder Handzeichen zugeworfen hatte. Ich frage mich aber immer noch, wie meine Blicke hinter der Sonnenbrille eigentlich ersichtlich waren… Vielleicht gibt es da so eine unbewusste Verbindung im gemeinsamen Leiden ab Kilometer schlagmichtot, man weiß es nicht.

Wie dem auch sei – das Ende der vierten Runde und das letzte Bändchen (rot) waren gekommen und so richtig großartig habe ich mich nicht mehr gefühlt, auch wenn nur noch knapp 4,7 (oder so) Kilometer zu laufen waren. Irgendwann auf der vierten Runde hatte ich S. überholt, aber auf seine Anfeuerungsrufe hin nur zurückgerufen, dass ich wahrscheinlich ohnehin bald eine Gehpause würde einlegen müssen. An der ersten Verpflegungsstation auf der letzten Runde war der Moment dann auch gekommen, aber das war okay, Verpflegungsstationen gehen (sich) ja recht schnell (vorbei). Danach wieder weitertraben, um einen Kilometer später dann 200 Meter zu gehen, woraufhin S. mich wieder überholte. Er rief mir dann zu, dass es nur noch 5 Kilometer seien, allerdings war ich davon ausgegangen, es seien nur noch 4, aber gut, ein Kilometer hin oder her macht dann auch keinen Unterschied mehr. Ganz anders als eine Athletin, die mit allen vier Bändchen noch eine volle fünfte Runde gelaufen ist (ich habe sie auf meiner vierten Runde gesehen und bin erst einmal aus allen Wolken gefallen, weil ich kurz dachte, ich müsse auch fünf Runden laufen, aber der Moment ging glücklicherweise schnell vorbei… die Arme). Natürlich hatte irgendwann auch wieder ein leichter Muskelkater vorne am Quadrizeps eingesetzt, aber definitiv weniger schlimm als in München, meine Beine haben anscheinend dazugelernt. Und dann ging es nach der 200-Meter-Gehpause wieder einen Kilometer laufenderweise weiter bis zu einer weiteren ganz kurzen Gehpause, dann wieder laufen bis zur einzigen Erhebung auf der ganzen Strecke (eine Brücke). Die bin ich dann hochgegangen, weitergelaufen, an der letzten Verpflegungsstation noch einmal ganz kurz gegangen und dann die letzten zwei Kilometer wieder gelaufen – nicht mehr auf Kurs 5:45 min/km, aber auch nicht furchtbar viel langsamer. Und dann kam der kurze Lauf über den grünen Teppich bis ins Ziel (bei dem ich fast noch über eine Halbmarathonläuferin gestolpert wäre, die vor mir einen kleinen Tanz mit Herumkreiseln aufs grüne Parkett gelegt hat):

Ja, so war das dann beim Marathon. Dieses Foto hat J. geschossen und ich bin ihr unendlich dankbar dafür, weil mein Einteiler auf dem grünen Teppich wirklich sensationell cool aussieht. Mal ganz davon abgesehen, dass ich nahezu genauso darauf aussehe wie auf meinem Finish-Foto im Kraichgau. Endzeit: 4:07:22, geschlagene vier Minuten schneller als in München. Immer noch siebeneinhalb Minuten von Sub-4-Stunden entfernt, aber ich nähere mich dem Ziel an und angesichts der Vorbelastung bin ich zufrieden mit der Leistung. Ganz erstaunlicherweise war ich zwar natürlich erschöpft, aber auch nicht komplett zerstört und definitiv fideler als nach dem Münchner Marathon.

Und jetzt kommen natürlich ein paar Fotos, denn rund vierzig sind dann doch auch noch am Marathontag entstanden (nein, nicht alle vierzig kommen hier rein, ich brauche doch noch welche für die Konserve für die Winterwochen).

Nach einem leckeren Stück Apfelkuchen und Lagebesprechung mit ein paar anderen Läufern und Läuferinnen bin ich dann zurück ins Hotel und habe mitsamt dem Einteiler geduscht. Beim Ausziehen meiner Schuhe und Socken war dann die allergrößte Überraschung, dass ich tatsächlich keine nennenswerten Blasen an den Füßen hatte (nur die Haut ist an den Fußsohlen abgegangen, falls das jemand wissen wollte. Nein? Ups, sorry). Und auch die Dusche war keine Höllenqual mit aufgeriebener Haut, sondern einfach sehr angenehm und erfrischend. Ich werde nie wieder in etwas anderem lange laufen als in meinen Zoot-Einteilern, die sind einfach perfekt für meine megaempfindliche, babyweiche, von Mallorca wieder gut gebräunte Haut. Gut gebräunt? Jap:

Meine Marathon-Platzierung ist auch in Ordnung – ich bin 22. Frau von insgesamt 49 Frauen geworden, also hinteres Drittel beim Schwimmen, vorderes Drittel beim Radeln und mittleres Drittel beim Laufen. Damit lässt sich zwar nichts gewinnen, aber doch sehr gut arbeiten! Nach der Dusche musste dann flugs das offizielle LCW-Poloshirt angezogen werden, denn ein letzter Akt fehlte noch beim Long Course Weekend Mallorca: die Medaillenzeremonie. Aber zuerst gab es Schlemmen am Finisherbuffet, Fotos und noch mehr Socializing sowie die Preisverleihung für die einzelnen Laufbewerbe.

Medaillenzeremonie und Fazit zum Long Course Weekend Mallorca

Gibt es überhaupt einen anderen Event, bei dem es so etwas gibt? Ganz zum Schluss durften sich all diejenigen Athletinnen und Athleten in ihren LCW-Polos medaillenbehangen aufreihen, um einzeln aufgerufen zu werden, sich eine vierte Medaille um den Hals hängen zu lassen, Veranstalterhände zu schütteln und sich dann rechts und links vom grünen Teppich klatschend einzureihen, bis auch der und die allerletzte AthletIn die vierte Medaille bekommen hatten.

Und dann wurden die Top 3 der Damen und der Herren nochmals gesondert aufgerufen und aufs eigens herbeigeschaffte mobile Podium gerufen. Die liefen dann quasi wieder zurück durch das Spalier der klatschenden Athletinnen und Athleten, klatschten bei ihnen ab und ließen sich feiern. Wahnsinnig großartig – nicht nur für die Top 3, sondern für alle, die das ganze Long Course Weekend Mallorca geschafft haben. Insgesamt waren 152 Leute gemeldet, davon haben 117 gefinisht (44 Frauen und davon 33 Finisherinnen) und ich bin auf Platz 68 Overall gelandet, sowie auf Platz 12 bei den Frauen.

Ich mache die Sache mit dem Wettkampfsport ja noch nicht so lange, aber ich habe mich als Athletin noch nie zuvor so validiert gefühlt wie in diesem Moment. So als sei ich wirklich genau da, wo ich hingehöre. Und diese Zeremonie gibt es Erzählungen zufolge tatsächlich auch nur auf Mallorca, weil die Teilnehmendenfelder bei den anderen LCWs (Australien, Holland, Wales) so groß sind, dass man das gar nicht machen könnte. Die geringe Teilnehmerzahl ist leider auch der Grund dafür, warum der Event in der Form nächstes Jahr nicht mehr stattfinden wird – dafür organisiert Kumulus als Veranstalter nächstes Jahr Ende Oktober eine Langdistanz auf Mallorca. Das Timing am Ende der Touristensaison auf Mallorca fand ich wirklich perfekt und im Gegensatz zu 2018 hat das Wetter richtig wunderbar mitgespielt.

Natürlich sind Mama und ich dann nach der Medaillenzeremonie und nach abschließenden Gesprächen mit den ganzen neuen Bekannten wie I. & S. (die wir am Flughafen auch nochmal getroffen haben und spätestens beim IM Frankfurt wiedersehen werden!), L., S. & J. und den Power-Rennradlern vom Vortag dann noch zur Kalorienzufuhr (als hätte ich nicht schon genug gegessen) noch in eines der netten Strandcafés gegangen, bei dem eigentlich ab 16 Uhr die Küche zu ist (hatten wir am ersten Tag schon herausgefunden), aber da wir um 15:55 Uhr da waren, durften wir als letzter Tisch der Saison noch bestellen – Sekt, Kaffee, Burrata mit Tomaten (und geraspelten Oliven, wie poetisch) und Konsorten.

Dann noch drölfzig Fotos mit den Medaillen und ausgiebiges Rekapitulieren des Events.

Wenn die anderen LCWs nur ansatzweise so gut organisiert sind wie das Long Course Weekend Mallorca, dann muss man so etwas auf jeden Fall mal gemacht haben. Das Format Multisportfestival zieht wirklich Athletinnen und Athleten sämtlicher Alters- und Leistungsklassen an und man sieht eine richtig spannende, bunte Mischung an Sportlern. Organisation, Support, Hilfsbereitschaft und Verpflegung sind großartig und als LCW-AthletIn bekommt man so viel zu essen, dass man im Prinzip für alle Tage Kalorien vorfuttern könnte. Einen offiziellen Fotoservice gab es leider nicht und so schwirren im Netz ein paar der 500 Bilder herum, die Kumulus selbst in ein (noch nicht auf der Website verlinktes) Album gepackt hat. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt, denn mein Problem mit dem Timingchip nach dem Schwimmen wurde superfix gelöst und sämtliche Teammitglieder waren immer gut drauf. Garderobe, Radbewachung, Moderation, Streckenführung, Streckenverpflegung – alles super, trotz der verkürzten Radstrecke. Und trotzdem gibt es Menschen, die dann auf Facebook negative Stimmung verbreiten, weil die 10-Kilometer-Strecke nur 9,8 Kilometer lang war. Meine Marathonstrecke war auch nur 42,07 Kilometer lang, aber wen interessiert das?

Der Ort Port d’Alcúdia ist außerdem wirklich putzig und obwohl sich Shop an Shop und Bar an Bar reiht, kann man doch am Strand gen Süden sehr, sehr lange entlangspazieren und hat zwischendurch ein bisschen Ruhe. Zwischen Mai und September möchte ich hier allerdings nicht mit Tausenden Touristen den Strand teilen müssen. Kann man das als Fazit jetzt so stehenlassen? Ich würde gerne noch mehr schreiben, aber der Text ist ohnehin schon wieder länger als gewollt und schlafen gehen muss ich auch irgendwann (oder würde ich jetzt schon gerne, haha), also kommen wir jetzt noch fix zum Rest der Woche.

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Bye-bye, Sonnenschein – zurück nach München

Am Dienstag stand dann eine erholsame einstündige Einheit auf dem analogen Spinningbike im Gym an. Die zusätzlich angedachte und kurze Schwimmeinheit habe ich auf den Mittwoch verlegt, weil wir wenigstens am letzten Tag noch in Richtung Alcúdia spazieren gehen wollten, bevor der späte Flug um 20:05 Uhr uns wieder ins kalte Deutschland bringen würde. Gesagt, getan; zur römischen Ausgrabungsstätte und zum Rand der historischen Altstadt haben wir es tatsächlich geschafft und noch ein paar Eindrücke sowie Sonne eingesammelt:

Am Mittwoch ging es dann heiter weiter mit 20 einminütigen Intervallen auf Zwift und der verschobenen Schwimmeinheit. Bis zu dem Zeitpunkt dachte ich auch, dass die Waschmaschinenmatten ausreichen würden, um das Vibrieren des Suito davon abzuhalten, den direkt unter mir wohnenden Nachbarn zu terrorisieren (ich sage nur: Holzboden) und so kurbelte ich fröhlich vor mich hin, schwamm ein bisschen mit meiner großartigen goldenen Badekappe durch die Gegend und wünschte mich zurück nach Mallorca, weil es doch in München empfindlich kalt war.

Weiter ging es dann am Donnerstag mit einer Schwimmeinheit und Kurbeln zum (gewonnenen!) Bikefitting bei Staps, Kurbeln beim Bikefitting und Kurbeln wieder zurück nach Hause vom Bikefitting. Sah outfitmäßig ein bisschen anders aus als auf Mallorca:

Was genau beim Bikefitting passiert ist und warum ich trotz des kostenlosen Fittings 300 Euro ärmer bei STAPS wieder herausspaziert bin, das erzähle ich nächste Woche, wenn wahrscheinlich ansonsten sowieso nichts Aufregendes passiert sein wird. Am Freitag war bekanntermaßen in Bayern ein Feiertag und ich schwang mich höchst motiviert wieder aufs RR zum Zwiften (ja, das TT muss ich die Tage wieder in den Rollentrainer einspannen, aber mir graust wieder ein bisschen vor der Umbauarbeit)… und erhielt dummerweise nach einer halben Stunde eine SMS von meinem Nachbarn, der mir (freundlich wie immer) zu verstehen gab, dass die Waschmaschinenmatten einen Scheiß bringen in Bezug auf die Vibrationsisolation.

Nachdem ich ihm versichert hatte, dass ich insgesamt recoverymäßig nur eine Stunde kurbeln würde, machte ich mir natürlich Gedanken (auch später beim Schwimmen, nur um das noch erwähnt zu haben), was genau ich jetzt machen sollte. Ein Sprintboard von KellerSprinter ordern und nochmal knapp 300 Euro investieren? Es mit einem flauschigen Teppich versuchen (ich hasse Teppiche)? Oder…

Zum Zwiften in die Küche?

Jap, genau, zum Zwiften in die Küche. Das war dann quasi die spontane Sofortlösung, die mir zum Thema nachbarfreundliches Rollentraining eingefallen ist. In meiner Wohnung sind im winzigkleinen Bad, im winzigkleinen Gang und in der – guess what – winzigkleinen Küche Fliesen verlegt und die Küche erschien mir als die beste Option, um auszuprobieren, ob die Fliesen die Vibrationen eliminieren können. Nachdem mein Nachbar meine in der Küche stehende und durchaus laute Waschmaschine auch noch nie gehört hat, war das tatsächlich mein bester Shot für unser beider Seelenfrieden.

Und siehe da: Als ich am Samstag Steady-State-Intervalle (zuerst 2×15 und 2×12 ziemlich erfolgreich und dann 2×7 und 2×6 nicht mehr ganz so erfolgreich trotz Snack zwischendurch) gefahren bin, kam keine Vibrationsalarm-SMS und meine vorsichtige Nachfrage ergab ebenfalls, dass er nichts gehört hat. Mir ist ein riesengroßer Felsbrocken vom Herzen gefallen! Ach ja, so sieht das dann aus:

Ich kann meine Küche tatsächlich auch noch benutzen und könnte theoretisch sogar kochen, während ich auf dem RR sitze, aber das muss dann doch nicht sein. Nach dem fröhlichen Zwiften ging es noch für eine eigentlich 45 Minuten lange Koppellaufsession nach draußen. Meine Beine waren super, diesmal gab es auch keine Probleme zwecks Wechsel von Hitze auf Kälte, aber ich hatte fieses Seitenstechen, das ich leider auch nicht wegatmen konnte, also habe ich nach 25 Minuten die Segel gestrichen und bin den Rest gegangen. Blöd, sowas.

Dafür habe ich am heutigen Sonntag brav meine Laufeinheit nach Vorschrift (Every/Other) auf dem Laufband durchgezogen und dabei gleich zum ersten Mal Zwift Running mit dem Zwift RunPod (bestellt über eBay, nachdem Zwift ja nicht nach Europa liefert) ausprobiert. Pairing und Kalbrieren lief reibungslos und Zwift auf dem iPad läuft auch super und das Laufen ist auch super, mehr dazu dann auch nächste Woche. Insgesamt bin ich auf knapp 12 Kilometer gekommen, weil das Laufband (!) bei 11,9 Kilometern dann abgestürzt ist. Auch das Speichern / Hochladen der Einheit hat erst nicht geklappt – nur ohne Screenshots ging es am Ende dann glücklicherweise doch noch. Macht wirklich Spaß und so wie der Plan / das Wetter für nächste Woche aussehen, wird es zwiftig auch beim Laufen weitergehen. Auf den 12 Kilometern bin ich übrigens bis Level 4 gekommen, so fix geht das m Anfang. Auf dem RR habe ich mittlerweile Level 12, so dass irgendwann dann auch Alpe de Zwift ansteht, aber erst dann, wenn ich die Tour of California voll habe und mein neues RR als Belohnung bekommen haben werde. Was einen halt so beschäftigt – und mehr davon gibt’s natürlich nächste Woche.

Zum Schluss noch der Hinweis auf die Projekt Iron/wo/man Facebook-Page, auf der es momentan nur sporadisch etwas zu lachen gibt, aber wenn, dann richtig – also lasst gerne ein Like oder ein Follow da:

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