Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 76: Schwimmseminar & München Marathon

Meine Birne ist nach dem München Marathon zwar ein bisschen leer, aber für dieses Blog reichen die verbliebenen Hirnkapazitäten noch aus. Hoffe ich zumindest. Das ganze Tapering ist endlich vorbei und ebenso der München Marathon 2019, mein zweiter Marathon insgesamt und der erste offizielle, den ich nicht hasserfüllt alleine gelaufen bin. Außerdem durfte ich bei einem großartigen Schwimmseminar mal wieder feststellen, dass ich definitiv überhaupt nicht schwimmen kann. Hurra!

Schwimmen, Laufen – fehlt nur noch das Radfahren und schon haben wir alle Disziplinen des Triathlons beisammen. Diese Disziplinen begleiten mich jetzt schon seit 76 Wochen auf meinem Weg zum Ironman Frankfurt 2020, dem Challenge Roth 2021 und allen weiteren Triathlons, die zwischendrin eben noch reinpassen und immer wieder sonntags schreibe ich darüber, was sich trainingstechnisch in der vergangenen Woche so getan hat. Meistens wird das Ganze dann ziemlich lang und wortreich, heute besteht aber die Chance, dass der Eintrag kurz und schmerzlos wird – im Gegensatz zu meinen Beinen, die bei 1,85m Lebendgröße ziemlich lang sind und nach dem Marathon heute auch eher schmerzhaft als schmerzlos. Den Rest der Geschichte gibt es hier: Woche 75, Woche 74Woche 73Woche 72Woche 71Woche 70Woche 69Woche 68Woche 67Woche 66Woche 65Woche 64Woche 63Woche 62Woche 61Woche 60Woche 59Woche 58Woche 57Woche 56Woche 55Woche 54Woche 53Woche 52 bis Woche 1 und Tag 1, und hier geht es per Zufallsklick zu einem beliebigen Beitrag.

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Montag bis Mittwoch vor dem München Marathon

Die Woche stand natürlich im Zeichen von Regeneration & Tapering, aber ich konnte dem Coach das OK für ein bisschen Zwift on top abringen („maximal eine Stunde pro Tag und GANZ RUHIG, VERSPROCHEN!“) und natürlich habe ich mich via Zwift Power dann für 974593759385 Events angemeldet, bevor die Vernunft wieder eingesetzt hat. Am Montag war das Wetter tatsächlich auch beschissen genug für Indoor-Training, aber zuerst gab es Cadence-Intervalle auf dem Laufband und den Versuch, nochmal 45×100 (+ 300 Ein, 200 Aus) abzureißen, weil ich mir das Ganze gewünscht hatte, obwohl am Tag zuvor schon 4 Kilometer auf dem Plan gestanden hatten. Das hat natürlich überhaupt nicht geklappt und meine Arme fühlten sich an als hätten sie noch nie Wasser gegriffen, also habe ich das abgekürzt und bin stattdessen eine Stunde in Zwift herumgegurkt, um ein bisschen Innsbruckring zu schnuppern und Drops für ein neues Bike zu farmen. Was man eben so macht, wenn man eine ernsthaft trainierende Triathletin ist.

Am Dienstag ging es dann munter zwiftend weiter mit einem Time Trial über 18 Kilometer, gefolgt von einer ON/OFF-Session, also 20×1 Minute hart treten + 1 Minute locker kurbeln. Nachdem ich mich bei dem Time Trial-Effort am Ende über die Schwelle katapultiert hatte, lief die ON/OFF-Session natürlich wattmäßig nicht so wie gedacht, aber immerhin habe ich die geforderten RPM hinbekommen. Irgendein Trainingseffekt wird schon noch dabei herausgekommen sein, hoffe ich. Aber das Rennen war einfach zu verlockend, ebenso wie danach noch ein wenig mehr Herumgurken in NYC, um zu recovern, Pre-Race-Videos von der IM World Championship anzuschauen und Drops zu farmen. Immer mit traurigem Blick auf mein TT mit der immer noch crankigen Crank, das aufgrund des schlechten Wetters immer noch nicht wieder zur erneuten Reparatur bei vit:bikes war.

Am Mittwoch ging es in besagtem schlechtem Wetter nach draußen für 11,5 Kilometer easy mit einmal fünf Minuten ein bisschen härter. Das lief ganz okay, aber mein Kopf war irgendwie schon so auf den Marathon eingestellt, dass die Beine definitiv nicht optimal waren. Dafür habe ich dann schon an dem Tag mit der erhöhten Kohlenhydratzufuhr begonnen; ich schwöre, diese ultrasaftigen Semmeln bei IHLE (Nero und Fitness Vital Brötchen – das früher Vitali hieß und eine andere Rezeptur hatte… Aber die neue Variante ist auch OK) haben irgendein Suchtmittel im Teig, ich könnte die tonnenweise essen. Speicher für den München Marathon auffüllen und so. Danach ging es für FTP-Intervalle auf Zwift und natürlich habe ich noch ein bisschen Herumgurken drangehängt. Lustigerweise hat es in Zwift genauso arg geschifft wie draußen vor der Tür. Dagegen halfen nur noch mehr Videos aus Kona von vor dem Ironman-Rennen. Wobei auch auf Hawaii zwischendurch mal Regen heruntergerieselt kam, der auf der Inselgruppe allerdings „Liquid Sunshine“ heißt. Sehr poetisch.

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Training vor dem München Marathon und sonst fast nichts

Ziemlich öde, so eine Tapering-Woche, oder? Zwischendurch habe ich dann leider noch eine E-Mail vom London Marathon bekommen, dass ich leider kein Glück bei der Slotvergabe hatte (wie süß – „Commiserations“). Tokyo raus, London raus – vielleicht mache ich wirklich im April den Paris Marathon, aber das ist ja noch ein Weilchen hin.

Am Donnerstag durfte ich mit meinen kaputten Armen für ein Kick Set in den Pool und habe ein paar Meter von den verpatzten 4.5k vom Montag drangehängt. Meine Schwimmperformance ist aber definitiv völlig im Arsch und braucht ein komplettes Reset – und die gesamte Hoffnung dafür lag natürlich auf dem Schwimmseminar vom Samstag mit Jörn von sub66.de. Danach ging es – wen wundert es – wieder auf Zwift für einen sehr entspannten Social Ride und ein bisschen mehr Herumgekurble on top. Am Freitag waren 25 Minuten lockeres Einlaufen für den Marathon angesagt und ich hätte mir den Marathonsonntag mal wieder beinahe ruiniert, weil ich über meine Füße gestolpert bin und beinahe wieder richtig schön frontal auf die Fresse gefallen wäre. Glücklicherweise nur beinahe, aber nach dem Adrenalinstoß war ich definitiv wach. Gefolgt wurde der kurze Lauf von einer Zwift-Session mit hohen RPM und noch mehr Zwift für noch mehr Drops und Streckenerkundung in Richmond. Fun Fact: Man kann da keinen U-Turn ausführen.

Nachdem das Wetter endlich wieder richtig gut war – so viel also zur Wettervorhersage von vor anderthalb Wochen, die für den Marathonsonntag 9°C vorhergesagt hatte und für den Samstag strömenden Regen – bin ich auch endlich zu vit:bikes gekurbelt, um die knackende Kurbel reparieren zu lassen, sowie die vorne aus den Schalthebeln herausspringenden Zugenden (Grund dafür war zu wenig Spannung auf den Zügen, das wurde auch superschnell gefixt). Die knackende Kurbel bedurfte jedoch etwas mehr Arbeit und somit habe ich das TT dort gelassen, nachdem alle Anwesenden (ok, wir waren zu dem Zeitpunkt nur zu dritt) einen kleinen Schock (mein zweiter des Tages) erlitten, weil ein Schlauch im Reifen geplatzt ist. Der Schlauch war anscheinend uralt, aber laut Besitzer noch total in Ordnung – naja, bis zu dem Zeitpunkt zumindest. Und dann begann auch endlich das interessante Wochenende.

Schwimmseminar mit Jörn von sub66.de

Ist noch jemand da, oder sind alle schon eingeschlafen, weil die Woche so unglaublich fad war? Jetzt bitte aufwachen, Ohren spitzen und weiterlesen. Am Samstag bin ich zuerst eine Stunde locker auf Zwift herumgegurkt, bevor es zum Schwimmseminar ging. Ich hatte Ende Oktober letzten Jahres ja bereits ein Schwimmseminar von triathlon.de absolviert und das war auch gut, aber das Seminar mit Jörn am Samstag war auf einem ganz anderen Level. Erstens waren wir nur zu viert und zweitens hat Jörn die Theorie äußerst anschaulich und für einen besseren Lerneffekt anhand von mehreren Videos gezeigt. Außerdem erklärt Jörn die Dinge einfach auf eine Weise, die bei mir viel besser ankommt – und bei vier Leuten war auch genug Zeit, um individuelle Fragen zu stellen. Nach der Theorie ging es ins Wasser für ein paar Technikübungen und eine grobe Schwimmdiagnose. Dabei haben wir dann festgestellt, dass meine Zugphase komplett für den Arsch ist und ich habe zum ersten Mal verstanden, was eigentlich das ominöse Wassergefühl bzw. Wassergreifen ist. Man spürt und greift tatsächlich Wasser, nicht nur im übertragenen Sinn – und nur dann, wenn man das fühlt, ist die Technik auch sauber, nur dann kann man sich auch wirklich abstoßen. Für mich ist da erst einmal eine Welt zusammengebrochen – bzw. eine neue Welt hat sich eröffnet, weil ich jetzt endlich hoffentlich wirklich weiß, was ich so fundamental falsch mache und wie ich es fixen kann. In der Theorie zumindest.

In der Praxis bedeutet das: Achtsamkeit beim Schwimmen entwickeln und den Händen unterschiedliche Dinge unter Wasser anbieten, damit sie selbst lernen, was Wassergefühl ist und wie sie eintauchen / sich bewegen müssen, damit da ein wirkliches Abstoßen stattfinden kann. Achtsamkeit ist ja alles andere als meine Stärke, aber morgen geht es wieder in den Pool und dann probiere ich das mal aus. Nach den Theorieübungen im Wasser ging es noch auf die Freifläche, um fünf Zugseilübungen zu absolvieren zur Verbesserung der schwimmspezifischen Kraft. Ich habe mir zwar mal ein Zugseilset gekauft, aber das hat wahrscheinlich nicht die Art von Elastizität, die für Schwimmkrafttraining benötigt wird (da sieht man mal, wie oft ich das schon ausprobiert habe: noch nie). Gemeint ist damit die Tatsache, dass es umso schwerer wird, das Ding auseinanderzuziehen, desto weiter man es schon auseinandergezogen hat. Sehr spannend. Danach folgten noch Mobilitätsübungen (wenigstens die habe ich mit Note 1+ bestanden – und den Ausatmen-und-auf-den-Boden-sinken-Test, wohoo) sowie spezifische Übungen zu ihrer Verbesserung. Dank des vollen Programms sind die vier Stunden aber im Nu vergangen und mein Kopf hat danach noch ziemlich viel gearbeitet.

Das habe ich vor allem daran gemerkt, weil ich natürlich auf dem Weg zum Olympiastadion zur Abholung der Startunterlagen für den München Marathon zuerst in die falsche U-Bahn gestiegen bin und sich die eigentlich kurze Reise dann ziemlich hinzog (Headline der AZ zum München Marathon: König von Togo war auch dabei – München: Marathon mit Monarch auf dem Marienplatz! – da hat aber jemand ganz tief in die Wortspielkasse einzahlen müssen). Mein schlechter Orientierungssinn und ich haben es dann aber doch noch geschafft, die Startunterlagen abzuholen und mit drölfzig Menschen U-Bahn zu fahren sowie am Olympiapark durch die Gegend zu stiefeln.

Dann blieb nur noch: Einen Teil der Ironman World Championship 2019 anschauen, schlafen und auf gute Beine für den München Marathon hoffen.

München Marathon am Sonntag – im dritten Anlauf nach zwei Verletzungsjahren

So richtig wahnsinnig enthusiastisch war ich tatsächlich nicht vor dem München Marathon, obwohl das Ding eigentlich seit 2017 auf meiner Bucket List steht und ich die letzten beiden Jahre verletzungsbedingt nicht teilnehmen konnte. 2017 war ich lauftechnisch definitiv am besten dafür aufgestellt, bis mein Schambein sich entschlossen hat, mit einer Stressfraktur mein Leben zur Hölle zu machen. 2019 nach der ganzen Erschöpfungsthematik und mit nach wie vor zu viel Gewicht im Gepäck war meine Vorfreude leicht gedämpft. Natürlich war klar, dass ich das Ding nach Hause bringe, aber Sub-4-Stunden war als Ziel doch etwas ambitioniert in Anbetracht der Tatsache, dass ich dieses Jahr genau einen Halbmarathon vorab in weniger als zwei Stunden gelaufen bin und die anderen darüber lagen. Also gab es zwei Ziele: Entweder Sub-4-Stunden mit so viel Gehen wie nötig ist oder Durchlaufen (bis auf Verpflegungsstationen), egal ob die Zeit dann bei unter 4 Stunden liegt oder nicht. Mal sehen, ob ich das alles noch rekapituliert bekomme.

Mein Unterbewusstsein hat mich eine halbe Stunde vor dem Weckerklingeln um 7:30 aufgeweckt, weil ich es vor Spannung kaum aushalten konnte, endlich zu erfahren, wer die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii gewonnen hat. Natürlich habe ich dann erstmal gefeiert, als Jan Frodeno & Anne Haug als Gewinnerpaar durch die Medien geisterten UND Sebastian Kienle auf Platz 3 lag sowie Laura Philipp auf Platz 4 (Gänsehaut!). Großartige Ergebnisse für die Teams Dan Lorang und Philipp Seipp. Natürlich musste ich mir dann noch die Zieleinläufe anschauen und die Pre-Race-Interviews und… irgendwann auch mal in Richtung München Marathon aufbrechen, haha. Im Bauch hatte ich zwei am Tag zuvor auf der Messe erstandene Clif Bars (PB Banana) und im Gepäck noch eine Portion UltraSPORTS Starter, allerdings aus Versehen mit 500ml Wasser angemischt anstatt 250ml. So viel zum Thema Konzentration und Achtsamkeit, haha. Dabei hatte ich außerdem 6 PowerBar Hydrogels und 16 SaltStick FastChews Elektrolyttabletten, sowie eine 500ml Soft Flask mit Wasser, alles in der Trinkweste. Zum Frühstück gab es auch noch eine kleine Tasse Kaffee und 0,5l Monster Energy mit ohne Zucker. Ja, nicht supergesund, aber ich habe die Dinger vor langen Einheiten irgendwie liebgewonnen. Oder auch vor langen Arbeitssessions. Vielen Dank an dieser Stelle an den netten Verkäufer der Clif Bars, der mir 2 Röhrchen mit High5 Zero Elektrolyttabletten zum Preis von einer gegeben hat. Das war überraschend und sehr nett! Grund dafür war die Tatsache, dass Wiggle das Zeug gerade zum Schleuderpreis rauswirft und dass die anderen Händler damit natürlich preistechnisch dann ein Problem haben.

Um 8:40 Uhr machte ich mich dann jedenfalls mit frisch geschnürten HOKA ONE ONE Arahis, meinem Beutel und einem mulmigen Gefühl im Bauch auf den Weg zum Marathonstart. Die U-Bahnen waren erwartungsgemäß voll, aber nicht wahnsinnig voll; beim Marathon sind insgesamt rund 5.500 Menschen gemeldet gewesen (und 4.227 kamen ins Ziel, Staffeln nicht eingerechnet). Die Beutelabgabe verlief problemlos, Toiletten waren im Stadion auch vorhanden und als ich mich dann auf den Weg zu Block C begab (10:10 Uhr Start, Zielzeit ab 3:45:00 bis 4:15:00), hat mich dann auch endlich die Aufregung gepackt. Lustigerweise waren die Pacemaker für 4:00:00 Stunden in Block B (für unter 3:45:00 Stunden Finish), also war Pacemaker-hinterherlaufen schon einmal nicht drin. Aber hey, bislang ging es auch immer ohne.

Die Stimmung war ebenso grandios wie das Wetter und als wir um 10:10 Uhr dann starten durften, war ich zwar immer noch nur vorsichtig enthusiastisch, aber immerhin bei der Sache. Dann war auch erst einmal so viel Trubel und so viel zu tun, dass – ohne Witz – der Halbmarathon wie im Fluge verging. Zuerst gluckerte es in meinem Bauch, weil ich den Starter zu flüssig angerührt hatte. Dann mussten alle Laufenden erst einmal ihre eigene Pace und einen Platz zum Laufen finden, weil das Gedrängel auf dem ersten Kilometer schon beachtlich war. Dann stieben irgendwann die ersten Staffelläufer an uns vorbei und im Laufe des Marathons schlängelten sich immer wieder mal welche durch. Dann Wundern, wann die erste Verpflegungsstation kommt (sie kam relativ spät – ich hatte mir das auf dem Plan zwar angesehen, aber die ersten beiden waren tatsächlich nur für den Rückweg), die ersten Elektrolyttabletten essen (habe ich dann zwischendurch auch immer mal wieder vergessen, so dass ich am Ende nur 11 statt 16 intus hatte), den seltsamen Schlenker von Kilometer 5,5 bis 9,5 durchs Museumsviertel navigieren, ohne irgendjemandem vor die Füße zu laufen bzw. ohne überlaufen zu werden, Becher greifen und über den Kopf kippen und trinken, auf der Leopoldstraße den 10-Kilometer-Läufer-Massen entkommen, nach der Abzweigung bei Kilometer 11 nicht von Staffelläufern bei der Übergabe überrannt werden, danach in aller Ruhe das erste Hydrogel nehmen, Schatten suchen (so richtig heiß war es eigentlich nur zwischen 12:00 Uhr und 13:30 Uhr, der Rest ging), Kilometer 14 bis 21 durch den Englischen Garten genießen (war zwar auch alles Asphalt, aber die Natur außenrum gibt einfach mehr Energie), den Montgelasberg hochtrotten (die von der SZ haben etwas übertrieben, so lang ist der gar nicht) – und dann war Kilometer 22 auch schon vorbei; 21,1 davon in genau 2 Stunden und mit einer erfreulich niedrigen HF von im Schnitt 148. Ich habe gemerkt, dass die Speicher voll waren und dass ich ausgeruht war – definitiv anders als wie sonst immer nüchtern zu laufen und mit Vorbelastung.

Ein bisschen genervt hat es mich während des ganzen Laufes, dass die V den offiziellen Schildern immer 300 Meter voraus war. Das heißt im Prinzip, dass ich 300 Meter an Kurven nicht optimal gelaufen bin – oder dass die Strecke einen Touch zu lang war. Bei jedem Vibrieren der V dauerte es dann also noch 300 Meter, bis das offizielle Kilometerschild kam. Aber diese Genervtheit hat ein bisschen zusätzliche Energie freigesetzt, die gar nicht verkehrt war. Den Bogenhausen-Oberföhring-Part musste man nur entspannt geradeauslaufen (ok, in der prallen Sonne), aber immer wenn es wirklich unangenehm warm wurde, kam auch eine Verpflegungsstelle. Die ersten Aid Stations auf der zweiten Hälfte bin ich noch durchgelaufen (etwas langsamer als Race Pace), aber ab der bei etwa Kilometer 31,5 bin ich durch die Aid Stations gegangen, um genug Flüssigkeit aufzunehmen (auch ein bisschen Iso und insgesamt 5 von meinen 6 Gels) und mir Wasser über den Kopf zu kippen. Meine Beine haben das kurz-gehen-weiterlaufen bis Kilometer 38 auch super mitgemacht. Allerdings hatten meine Oberschenkel schon seit Kilometer 35 Rundummuskelkater (inklusive Hintern), das Chafing hatte bereits bei Kilometer 9 an diversen Stellen begonnen, eine Wasserblase an der üblichen Stelle am linken Innenfuß war auch ab Halbmarathon vorhanden und ist dann glücklicherweise irgendwann aufgeplatzt und ab Kilometer 38 hatte ich eigentlich keine Lust mehr auf das ganze Gelaufe. Also bin ich bei den letzten drei Aid Stations (eine davon die Weihenstephaner Biermeile, haha) im Schnitt zweieinhalb Minuten gegangen und musste meine Beine dann irgendwie wieder zum Laufen animieren, denn vier Kilometer Gehen war eben auch keine Option. Die ersten Schritte waren eher ein Gehobbel, aber dann fand ich jeweils wieder zu einer normalen Race Pace zurück. Bei Kilometer 38 habe ich auch zum zweiten Mal auf die Uhr geschaut (das erste Mal war bei Kilometer 7 und einer Pace von 5:35, also voller Kurs auf Sub-4-Stunden) und gesehen, dass die Pace auf 5:55 runtergegangen war. Ein ziemlicher Downer, weil damit klar war, dass Sub-4 nicht mehr klappt. Nach der letzten Aid Station wurde ich dann allerdings von einem der Pacer für 4:15 Stunden überholt und das machte mich so wütend, dass ich nochmal ein bisschen an Tempo zulegen konnte, weil 4:15 Stunden irgendwie gar nicht ging. Ich habe mich dann in diese Wut hineingesteigert und bin mit meinem Aggro-Pokerface die letzten Kilometer durchgelaufen. Noch wütender wurde ich dann, als es endlich in dieses blöde Stadion hineinging und der Zielbogen nirgendwo zu sehen war. Die V zeigte dann fröhlich 42,2 an, aber kein Ziel in Sicht. Das kam dann erst nach einer fucking Dreiviertelrunde im Stadion. Die letzten 720 Meter (laut V bin ich nämlich 42,72 Kilometer gelaufen) bin ich dann auch in 4:58 min/km gebrettert, weil ich echt einfach keine Lust mehr hatte, noch länger zu laufen.

Und dann… tja, dann war die Chose vorbei und es gab eine schicke Medaille (und nochmal Bräunungsstreifen, haha).

Und MOHNKUCHEN! YEAH!

Der gesamte Rasen war gepflastert von mehr oder minder glücklich dreinblickenden Läuferinnen und Läufern, aber hinsetzen war definitiv keine Option. Erstens konnte ich die Beine gar nicht so weit beugen und zweitens wäre ich dann nie wieder aufgestanden. Meine Endzeit für 42,72 Kilometer ist übrigens 4:13:21, die Pace 5:56 min/km, 15 Sekunden auf den Kilometer langsamer als ich für 4:00:00 gebraucht hätte (5:41 wäre das gewesen). Durchschnittliche HF auf der zweiten Hälfte: 155, maximal 166 ganz am Ende. Also fast alles im Grundlagenbereich, bis auf 18 Minuten im Sweet Spot-Bereich. Der limitierende Faktor war eindeutig die Muskelkraft in den Beinen – aber daran kann man ja arbeiten. Platzierungstechnisch liege ich auf 66/154 in meiner AK, 346/947 Frauen und 2234/4227 overall. Das ist okay, denke ich, aber es geht natürlich tausendmal besser. In zwei Wochen beim Long Course Weekend auf Mallorca werde ich definitiv wieder langsamer sein, aber das ist ja auch mit Vorbelastung, so wie mein Eigenregie-Marathon Anfang September.

Nach ein bisschen (okay, viel) Kuchen hatte ich dann auch genug von der Marathonstimmung und machte mich auf den Heimweg. My kind of humor: Zum Ausgang bzw. zur Beutelabholung ging es dann hier hinauf:

Man sieht auf dem Bild leider nicht, wie sich die erschöpften Läufer mit steifen Beinen diese Treppe hochquälten, aber es war ein Anblick für die Götter, zumindest bis ich da selbst hochmusste. Die Beutelabholung ging schnell und auf dem Heimweg waren natürlich sämtliche U-Bahnen wieder proppenvoll, aber ich bin immerhin nicht falsch gefahren. Yeah!

Mein Fazit der ganzen Angelegenheit: So ein Marathon ist schon cool, aber beim nächsten Mal will ich mit gestärkten Muskeln an die Startlinie gehen, damit ich bei Kilometer 35 nicht wieder Muskelkater bekomme. Den Mann mit dem Hammer habe ich nicht getroffen (und ihn auch im Rennen mental weggeschoben), weil energie- und herzfrequenztechnisch alles super lief und der Dieselmotor gerödelt hat. Ich bin den Lauf natürlich konservativ angegangen, weil ich nicht einbrechen wollte – nach oben wäre da HF-mäßig noch viel Luft gewesen. Aber so war es immerhin größtenteils angenehm und bis auf die fette Blase am linken Innenfuß und diverse Abschürfungen (die Dusche nach dem Marathon war schmerzhafter als der gesamte verdammte Lauf) sowie natürlich den Muskelkater in den Beinen geht es mir wirklich gut. Keine schmerzenden Schultern dieses Mal und keine Laufen-Gehen-Laufen-Gehen-Katastrophe – was will man mehr? Okay, ich will immer noch Sub-4-Stunden, aber man braucht ja Ziele, auf die man hinarbeiten kann.

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Ein Blick auf die Wortanzahl verrät mir, dass ich mich wieder nicht kurz gefasst habe, deshalb an dieser Stelle an alle einen guten Start in die Woche – und lasst wie immer gerne ein Like für meine Facebook-Seite da, auf der momentan zwar nicht so viel los ist, aber bald wieder:

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