Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 73: Triathlon Herbsttraining

Boah, ist das kalt! Das Triathlon Herbsttraining hat nun wohl offiziell begonnen und daher ging es für mich auch diese Woche gleich dreimal zum Indoortraining aufs Spinningbike und nur einmal für schlappe 70 Kilometer an die frische Luft. Okay, zweimal zu und von vit:bikes pendeln war auch noch mit dabei, aber das zählt wohl kaum als Triathlon Herbsttraining. Aber bevor ich jetzt wieder ellenlang über das Wetter philosophiere, steigen wir lieber direkt in das Recap der Woche ein.

Ich stelle fest, dass es immer ein bisschen schwer ist, nach einem so sensationellen Event wie der Nicola Werner Challenge letzte Woche den Post der danach folgenden Woche irgendwie aufregend zu gestalten. Aber das Leben besteht ja nicht nur aus Höhepunkten, sondern vor allem aus Training. Jetzt eben: Triathlon Herbsttraining. Alles klar – oder? Oder doch nicht? Denn auch in Woche 73 verirren sich immer noch neue Besucherinnen und Besucher auf dieses Blog, die noch nie etwas von Triathlon gehört haben, nie etwas über Triathlon wissen wollten und jetzt beim Lesen dieser Zeilen mit dem Triathlonvirus infiziert werden, das mich seit besagter Wochenzahl im Griff hat. Einschließlich gehirnfressender Amöben, da bin ich mir ganz sicher, denn anders lässt es sich wohl kaum erklären, dass ich vorhabe, in meiner dritten Triathlonsaison nächstes Jahr den Ironman Frankfurt zu bestreiten. Genauer gesagt: in Woche 113 am 28. Juni 2020. Bis dahin werde ich nämlich auch weiterhin jeden Sonntag über meine Erlebnisse aus der vorangegangenen Trainingswoche berichten. Und jetzt wird es ganz bitter für alle, die gerade neu in dieses Blog einsteigen: Die Vorgeschichte bis dahin ist schon ziemlich lang und sie zu lesen hat so ungefähr den selben Effekt wie ein Besuch auf der Wiesn: Man hat danach Kopfschmerzen und fragt sich, womit zur Hölle man gerade eigentlich seine Zeit verschwendet hat. Aber wenigstens ist meine Story umsonst. Viel Spaß mit Woche 72, Woche 71Woche 70Woche 69Woche 68Woche 67Woche 66Woche 65Woche 64Woche 63Woche 62Woche 61Woche 60Woche 59Woche 58Woche 57Woche 56Woche 55Woche 54Woche 53Woche 52 bis Woche 1 und Tag 1, und hier geht es per Zufallsklick zu einem beliebigen Beitrag.

Heute zur Abwechslung einmal wieder mit der Werbung in eigener Sache. Denn natürlich freue ich mich über Unterstützung bei der Umsetzung meines Ironman-Vorhabens. Ein Klick auf das obige Bild führt zu meiner PayPal.me-Seite mit der Möglichkeit, mich einmalig flugs zu sponsern. Wer Lust hat, kann meinen Lagerbestand auf eBay reduzierenmir mit Material von meiner Amazon-Wunschliste aushelfen, die Werbeanzeigen auf meiner Website anklicken, mich als Freiberuflerin anheuern (Redaktion, Lektorat, Übersetzung und so manches mehr), meine Fragen auf Quora anklicken und beantwortenmeine Projekt Iron(wo)man Facebook-Seite liken – und gerne auch die von Triathlon Rennberichte. Auf Wunsch namentliche Erwähnung (oder nicht). Besten Dank!

</ins>

Saisonplanung im Septembernebel

Okay, so richtig viel Nebel habe ich diese Woche nicht gesehen, weil ich meistens bis zum Sonnenaufgang ausgeschlafen habe und es zwar kalt, aber nicht neblig und dafür ziemlich sonnig war. Also sind höchstens meine Sinne etwas benebelt ob der mannigfaltigen Optionen, die sich für die Saisonplanung 2020 und – ja, genau – auch 2021 ergeben. Großartig wäre es gewesen, 2020 vor dem Ironman Frankfurt mit zwei Mitteldistanzen einzuläuten: triathlon.de CUP München Mitte Mai, drei Wochen später 70.3 Kraichgau, drei Wochen später Ironman Frankfurt, die Woche danach Schwimmen in der Staffel in Roth (+ Challenge Women). Ganz neu gibt es nämlich 2020 auch eine spezielle Medaille für alle, die die „Deutschlandserie“ mit Kraichgau und Frankfurt finishen… und nachdem ich noch keine Kiste voller Medaillen habe, zieht mich diese weitere Medaille natürlich magisch an. Aber da am Kraichgau-Wochenende das Familienhighlight 2020 ansteht, fällt das flach… und ich habe gerade so noch einmal die Kurve gekriegt, bevor ich Kraichgau gebucht habe – danke, Google Calendar und Asche auf mein Haupt für die Vergesslichkeit. Dafür kann ich zwei Wochen vor Frankfurt wieder am Stadttriathlon Erding teilnehmen, mit dem ich ohnehin noch eine Rechnung offen habe, weil meine Performance dort dieses Jahr ziemlich unterirdisch war. Außerdem gibt es Gerüchte, dass demnächst in Deutschland ein weiteres 70.3-Event angekündigt werden soll – das wäre natürlich bombastisch. Vor allem dann, wenn es Ende Juli oder im August stattfindet, denn bis jetzt stehen da nur noch auf dem Plan: Trumer Triathlon Triple Wertung (Seecrossing, Sprintdistanz, Mitteldistanz), Allgäu Triathlon Mitteldistanz und IM 70.3 Zell am See, jeweils in homöopathischen Abständen. Wobei das eigentlich heißen muss: „nur noch“, weil die Strecken durchaus ziemliche Bretter sind. Ich finde leider bei den drölfzig offenen Tabs gerade das Tab nicht mehr, in dem die Facebookgruppe offen war, in der die bevorstehende Ankündigung verkündet wurde, aber irgendwann stolpere ich schon wieder darüber. Wie immer gilt natürlich: alle Angaben ohne Gewähr bzw. ohne Berücksichtigung der Tatsache, dass das Leben ja immer mal wieder gerne dazwischengrätscht und diverse Pläne zunichtemacht.

</ins>

Nützliches fürs Training

Da das Training aufgrund der vielen Indoor-Radeinheiten und mangels großem Event ziemlich unspektakulär war, gibt es diese Woche zur Abwechslung einmal wieder ein paar mehr oder minder nützliche Links zu Tools und / oder Ereignissen. Zunächst ware da ein Link zu einem Tool, das KML in GPX umwandeln kann. KML ist das Format, das Google Maps für Karten verwendet, z.B. für die der Strecke des München Marathons. Mit diesem Tool auf Gpsies kann man die KML in eine GPX konvertieren und dann z.B. in komoot importieren, um sich auf einem langen Lauf durch die Gegend navigieren zu lassen. Allerdings kann dieses Tool menschliches Versagen auch nicht ausgleichen, aber dazu dann später mehr. Nach wie vor auf der Suche bin ich nach einem Tool, das mir die komplette Auswertung der Daten aus meinen Favero Assioma-Wattmesspedalen bereitstellt. Ich hatte mal Goldencheetah dafür heruntergeladen, bin damit aber nicht klargekommen. Ich weiß, dass Garmin Connect das kann, aber muss die Einheit dafür dann auch mit einem Garmin-Gerät aufgezeichnet werden (das ich nicht habe)? Im Manual der Pedale finde ich auch keine Hinweise.

A bisserl was Konkretes gibt es auf charity-runs-munich.com, einer Website mit… ja, genau, Charity-Läufen in München. Zum Beispiel findet nächsten Sonntag wieder der LIONS-Monopteroslauf statt und nachdem ich letztes Jahr nur ein paar Läufer dabei auf meinem eigenen Lauf gesehen habe (und nicht verletzt bin, klopf auf Holz!), mache ich dieses Jahr mit. Man kann 14, 14+5, 14+14 und 14+14+5 Kilometer laufen, ich peile mal 14+14 an, obwohl im Plan vom Coach eigentlich nur 2 Stunden stehen. Tüdelü… Dann bin ich über den Riemer parkrun noch auf die Seite / Community parkrun gestoßen, die wöchentlich kostenlose 5-Kilometer-Läufe mit Zeinahme organisiert / organisieren lässt. Irgendwie schon auch cool. Nicht minder cool ist Runnys.com, eine Website, die virtuell Laufrennen veranstaltet und mit echten Medaillen / Urkunden belohnt. Gelaufen wird für einen guten Zweck; dazu später auch mehr. Herrlich, diese Cliffhanger.

Okay, genug geplänkelt und mehr oder minder Nützliches gepostet, denn trainiert wurde schließlich auch!

Endlich wieder strukturiertes Triathlon Herbsttraining

In den Wochen nach meiner Langdistanz an 3 Tagen in Eigenregie (→ Woche 71) und der Geschäftsreise nach Paris cum Nicola Werner Challenge (→ Woche 72) hatte ich ein bisschen Narrenfreiheit, sprich kein strukturiertes Training. Das konnte ich trotz der drölfzig zu erledigenden Dinge zumindest ein bisschen nutzen – aber ehrlich gesagt hat mir das strukturierte Training doch sehr gefehlt. Zumal mein großartiger Coach via TrainingPeaks ziemlich ausführlich auf meine Überlegungen zum nächsten Trainingsblock geantwortet hat und ich wieder ein paar Sachen dazugelernt habe. Zum Beispiel: Es macht für die Marathonvorbereitung nicht wahnsinnig viel Sinn, 35+ Kilometer zu laufen, sondern an Tag 1 2,5 Stunden und an Tag 2 nochmal 1,5 Stunden drauf – oder 2 Stunden + 2 Stunden. Oder in einer Woche zweimal 2,5 Stunden, weil der zusätzliche Benefit von einem extrem langen Lauf nicht so groß ist wie der zusätzliche Stress, den man seinem Körper dadurch zufügt. Klingt logisch. Außerdem Neuigkeiten rund ums Schwimmen und Tests, die nach dem LCW Mallorca anstehen. Ich freu mich wie ein Schnitzel! (Noch zumindest.)

Damit einher ging dann Anfang der Woche auch die definitive Entscheidung für den München Marathon. Nach meinem Solo-Marathon und den damit verbundenen Schulterschmerzen vom Trinkrucksack und der unweigerlichen Hautabschürfungen war ich ein bisschen, nun ja, weniger euphorisch bezüglich der langen Laufstrecke, aber der Körper vergisst Schmerzen ja extrem schnell und der Boost für meine Laufperformance in der Woche in Paris (nach ausreichend Laufpause) war spürbar, also klingt das doch nach einem guten Plan.

Passend dazu stand am Montag ein Halbmarathon auf der Strecke des München Marathons an. Jetzt lösen wir auch den einen Cliffhanger von oben auf: Ich habe für die Navigation des Streckenparts rechts der Isar mein iPhone mit komoot verwendet, mich allerdings nicht per Sprachnavigation leiten lassen, sondern während des Laufens auf die Karte geschaut, um in Ruhe Podcast hören zu können. komoot hat auch super performt, aber ich dann nicht so sehr, weil ich dann tatsächlich unglaublicherweise ZWEIMAL in EINEM Lauf richtig fiesen Bodenkontakt hatte. Das erste Mal in der Friedensstraße knapp hinter dem Werksviertel, als ich über meine Füße gestolpert und frontal mit der linken Schulter in einen Betonpfeiler hineingefallen bin. Das zweite Mal am Viktualienmarkt, an dem sowieso schon viel zu viel los war, als ich über die runden Kopfsteinpflastersteine gestolpert und richtig schön längs hingefallen & über den Boden geschlittert bin. Mein rechtes Knie hat sich mit einer Beule und einer sehr fiesen Schürfwunde bedankt. Weil dann auch noch überall rote Ampeln und viel zu viel Verkehr war, blieb die Zeit auch unter den Erwartungen.

ABER ich hatte wenigstens ziemlich coole Socken an! Ich bin als Produkttesterin für die Bauerfeind RUN Compression Socks ausgewählt worden und konnte die feinen Teile am Montag dann gleich auf Performanz und Widerstandsfähigkeit (haha) testen und habe natürlich brav einen Instagram-Post dazu gemacht. Spaß beiseite: Die Socken sind wirklich super. Ich laufe seit der Sache mit der Wade eigentlich nicht mehr mit Kompressionszeug, weil die Wade dabei immer dicht gemacht hat. Auch am Montag waren die ersten zwei Kilometer erstmal unangenehm, aber dann flutschte der Lauf bis auf die genannten Widrigkeiten. Morgen habe ich wieder einen mittellangen Lauf, da gehen sie wieder mit auf die Strecke.

</ins>

Die zweite Session an Montag war dann eine Schwimmeinheit mit 30×100. Ich gestehe, dass ich diese 100er-Intervalle ziemlich hasse. Hasseliebe. Am Montag waren sie aber besonders scheiße, weil die Temperatur im Gympool eindeutig zu hoch war. Die Vermutung hatte ich bereits am Sonntag, aber da hätte es auch Übermüdung sein können, die für ein gestörtes Wärmeempfinden gesorgt haben könnte. Fakt ist auf jeden Fall, dass die Temperatur aufgrund eines kaputten Thermostats 2°C (!) zu hoch war und sich der Pool deshalb angefühlt hat wie eine verdammte Badewanne. Ich konnte kaum glauben, dass es tatsächlich nur 2°C waren, aber der menschliche Körper ist da anscheinend extrem sensibel und laut einer meiner Lieblings-FF-Mitarbeiterinnen sind Babys wohl so temperaturempfindlich, dass sie zu zittern beginnen, wenn die Temperatur nur 0,5°C zu niedrig ist. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich am Montag dann auch nur 20 statt 30 der 100er durchgezogen habe, weil es einfach zu fucking heiß war.

Indoor-Cycling und ein bisschen Ärger mit dem TT

Wie sich das für echtes Triathlon Herbsttraining gehört, ging es am Dienstag dann aufs Spinningbike im Gym. Ich werde mir definitiv einen Elite Suito zulegen (das Produktvideo ist wirklich putzig), aber ich warte noch auf irgendeinen Blackfridayprimedayschlagmichtotsonderangebotetag, um möglichst nicht 600 Euro für den Trainer + X für Matte und Schweißfänger ausgeben zu müssen. Wobei der Black Friday erst am 29. November ist und das noch verdammt lange dauert. Argh. Bei den unspektakulären 75 Minuten Ausdauer habe ich dann darauf geachtet, die Kadenz auf 90-100 hochzubringen, um die vorderen Beinmuskeln besser ansteuern zu können und somit mehr Kraft auf die Pedale zu bringen. Die Sache mit der Kadenz ist meine erklärte Mission für das Triathlon Herbsttraining und sobald die Beine warm sind, funktioniert das auch wirklich gut. Anschließend ging es für ein Kick-Set in den Pool und meine Beine haben sich natürlich entsprechend für die Doppelbelastung bedankt. Aber die Pooltemperatur war wieder normal! Yeah!

Der Mittwoch begann dann mit einem kleinen Dämpfer der Trainingseuphorie. Trotz saukalter 8°C wollte ich die Steady State-Intervalle mit dem TT draußen fahren (immerhin schien die Sonne), doch beim ersten Hochschalten vom kleinen aufs große Ritzel vorne gab dann der angerostete Schaltzug endgültig den Geist auf und ich konnte nur noch im Fixie-Modus zurück nach Hause schleichen. Also Sachen gepackt und ab ins Gym für 4×8 Minuten Schwellenintervalle bei 90+ RPM. Kadenz UND 210-235 Watt, da jubiliert mein Ausdauerherz. Und tatsächlich hat mich die Kombi beim dritten Intervall dann über die Schwelle geschubst (die etwa bei 161 BPM liegt), so dass das vierte Intervall dann etwas unter den Zielwerten lag. Aber schön war’s trotzdem… als es vorbei war. Zur Belohnung bin ich dann noch den Kilometer geschwommen, den ich am Montag unterschlagen hatte – allerdings nicht in 100er Intervallen, weil meine Schulter vom Betonpfeilercrash etwas weh tat und meine Beine auch nicht mehr so frisch waren.

Danach bin ich natürlich mit dem TT im Fixie-Mode noch zu vit:bikes gerollt, diesmal in deren zweites Geschäft in Thalkirchen, in dem es E-Bikes, richtig leckeren Kaffee und eben eine zweite Werkstatt mit viel weniger Trubel gibt. TT abgeliefert, leise zum Abschied gestreichelt und das Beste gehofft für die schnelle Genesung.

Am Donnerstag gab es dann eine Premiere und eine Fortsetzung einer Tragödie. Auf dem Programm stand einmal wieder Every/Other, also nach 3 Kilometern Warmup X Kilometer abwechselnd in Marathongeschwindigkeit und in 10-Kilometer-Race-Pace. Ich habe die Einheit aufgrund unterschiedlicher Untergrundgegebenheiten oder Müdigkeit bislang NOCH NIE so hingekriegt, wie sie eigentlich sein sollte, und hatte mir deshalb diesmal vorgenommen, dafür auf die Bahn zu gehen. Bahn heißt in diesem Fall die Tartanbahn im Schyrenbad-Stadion, das etwa 3.5 Kilometer von mir entfernt liegt. Perfekt also, um zum Warmup hinzulaufen, die Every/Others dort zu absolvieren und dann zurück nach Hause auszulaufen. Zumindest theoretisch. Praktisch war es dann so, dass meine Beine auf den ersten Kilometern so sensationell GUT waren, dass ich auf dem Weg zum Stadion meine schnellsten Kilometersplits gelaufen bin (4:53? 4:40? Seit wann kann ich so schnell laufen?!) und natürlich ohne Navi Probleme hatte, das Stadion zu finden. Ich bin zuerst auf einem Kinderspielplatz gelandet und dann einmal um das Stadion außenrum gelaufen, weil keines der Tore offen war und ich den Eingang erst nach langem Suchen gefunden habe… Bitte kein Kommentar, ich weiß, da ist Hopfen und Malz verloren. Vor Ort muss man dann auch erst einmal über eine Wiese laufen, bevor man überhaupt auf der Tartanbahn ankommt – mein erstes Mal im Schyren-Stadion. Dementsprechend waren die Kilometer auf der Bahn dann weniger zackig, also wieder die Einheit versemmelt. Den Weg nach draußen habe ich auch nur über Umwege gefunden (und dabei einen wunderschönen Rosengarten entdeckt!) und zu allem Überfluss folgte dann Teil 2 der Sturzserie: Eine Gruppe kleiner Kinder wurde von den Begleitpersonen über den an der Isar neben dem Gehweg verlaufenden Radweg gescheucht und ich musste über ein an einem Stein lehnendes Schild (WARUM?!) auf nasses Gras ausweichen, auf dem ich natürlich gestolpert und wieder längs hingeflogen bin. Auf mein Knie. Mit Gras in der Fresse. Immerhin hatte ich ausnahmsweise lange Hosen an (#newpantsday) und ein Pflaster auf dem Knie, so dass sich der Schaden in Grenzen hielt.

Apropos Pflaster: Ich überlege schon die ganze Zeit, ob ich nicht den Pflasterhersteller Gothaplast mal anschreiben und um Sponsoring bitten soll. Ich bin das perfekte Testimonial für die GoTa-POR in riesengroß. Eines davon klebt seit letztem Sonntag auf meiner Fleischwunde vom Kettenblatt und ich bin mir nicht sicher, ob ich das überhaupt jemals wieder von meiner Haut abbekomme, so fest sitzt das. Großartig.

Jedenfalls war ich nach dem erneuten Sturz dann dermaßen geladen, dass ich auf dem Rückweg gleich einmal ein paar Radfahrer angeblafft habe, die aus reiner Faulheit (anders kann man es sich nicht erklären) nicht den Radweg unten an der Isar zum Max-Weber-Platz genommen haben, der über einen kleinen Hügel führt, sondern den absolut 1000% als Fußweg ausgeschilderten Fußweg, der über eine schmale hölzerne Brücke führt, auf der zu allem Überfluss zu der Zeit auch noch eine Kinderhorde mit Betreuerinnen unterwegs waren (war an dem Tag vielleicht Wandertag?). Sorry, aber das geht gar nicht. Die Reaktionen reichten von peinlich betretenem Grinsen über „Ja, ja“ bis hin zu völligem Ignorieren. Aber es tat saumäßig gut, den Ärger über mich selbst bei meinem Sturz so loszuwerden und ich bin prompt natürlich schneller gelaufen. Ich muss mir das irgendwie merken – Wut kanalisieren und in Energie beim Laufen umwandeln. Aggro Simone.

Danach ging es seit langer Zeit mal wieder für eine Kraft-Session ins Gym, relativ harmlos an Geräten, weil mir von dem erneuten Sturz dann tatsächlich all das weh tat, was davor noch nicht wehgetan hatte. Wie war das mit verletzungsfrei bleiben? Gut, dass die Anmeldung für den Marathon durch und nicht rückerstattbar ist. Haha.

Am Freitag folgte dann ein FTP-Test auf dem Spinningbike mit 200kcal intus, Format waren wie vor ein paar Wochen 2×8 Minuten. Das gesamte Warmup wieder mit hoher Trittfrequenz und bei den Intervallen ging es dann aus dem Sattel. Ich habe die geplante Wattzahl beim ersten Durchgang perfekt getroffen, beim zweiten lag ich wie vor ein paar Wochen 9 Watt drunter, dafür aber insgesamt 10 Watt höher als vor zwei Wochen. Das lag vor allem an den 200kcal und daran, dass meine Beine ausgeruht waren, weil ich am Vortag nicht 100 Kilometer mit dem TT unterwegs war. Rückblickend betrachtet war die ganze Woche mit 18,5 Stunden umfangsmäßig sehr harmlos – aber sie hatte es inhaltlich wirklich in sich mit den Intervallen und dem FTP-Test, bei dem ich tatsächlich meine Herzfrequenz auf 172 hochbekommen habe, das dürfte nahe an der Ausbelastung auf dem Rad gewesen sein. Sehr, sehr geil! Danach folgte eine Schwimmeinheit mit Drills im Windmill-Style – die hatte ich schon vermisst und war dementsprechend happy.

Ein Wochenende mit kalten Zehen

Triathlon Herbsttraining heißt natürlich auch, dass man doch einmal nach draußen geht und sich den Arsch abfriert. So geschehen am Samstag. Nachdem mein TT noch bei vit:bikes war, habe ich tatsächlich das RR von seinem Podest im Schlafzimmer gehoben, die Kette geölt, die Reifen aufgepumpt und einen Kurztrip nach Schäftlarn in der Kälte gewagt. Auf dem Programm standen 7×10 Minuten SweetSpot-Intervalle und wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte ich die auch alle am Klosterberg gemacht. Aber weil ich ein Weichei bin, bin ich nach viermal Schäftlarn entlang der Isar gen Heimat gesaust und habe die restlichen Intervalle auf dem Nachhauseweg getreten. Ziel nicht ganz erfüllt, aber dafür noch mit einem Blesshuhnküken kurz vor dem Anstieß Mühltal-Straßlach kommuniziert. Was man eben so macht, wenn man alleine mit dem RR unterwegs ist.

Danach hieß es happy koppellaufen für 45 Minuten mit den absolut eingefrorensten Füßen, die ich beim Laufen jemals gehabt habe. Ich hatte die neuen Le Col-Überschuhe griffbereit auf der Kommode, mich aber aus unerfindlichen Gründen beim Radfahren dann doch dagegen entschieden, meine Zehen damit vor der Kälte zu schützen. Dementsprechend taub waren Zehen, Füße und Unterschenkel (ich bin natürlich untenrum kurz gefahren, was auch sonst) und die ersten drei Kilometer habe ich meine Füße praktisch überhaupt nicht gespürt. Ich hätte mir also on the go sämtliche Füße und Zehen brechen können und hätte es nicht einmal gemerkt. Dementsprechend wacklig fühlte sich der Lauf auch an – aber tempomäßig bin ich mit 5:21 min/km auf 8 Kilometer überaus zufrieden. Einen Marathon lang könnte ich das zwar nicht durchhalten, aber immerhin bewege ich mich langsam wieder auf die Tempobereiche zu, die ich hatte, bevor die Scheiße (pardon) mit der Wade und der Erschöpfung losgegangen ist. Ein bisschen zerstört war ich danach natürlich, aber nicht zu zerstört, um nachmittags mein TT von vit:bikes abzuholen. Die Rechnung hat mich dann aber natürlich vollends zerstört. Holy Shit, warum sind Fahrradreparaturen so verdammt teuer?! Dafür habe ich jetzt hoffentlich die nächsten Monate Ruhe… wobei das dann auch daran liegen könnte, dass in den nächsten Monaten nicht so viel draußen gefahren wird. Anyways, dem TT geht es wieder gut und das RR hat sich über den Auslauf gefreut.

Am heutigen Sonntag folgte dann die Kirsche auf dem Sahnehäubchen der Triathlon Herbsttraining Trainingswoche mit dem klassischen langen Lauf, heute wieder in der Variante Halbmarathon und auf meiner Stammstrecke, damit ich nicht wieder in irgendwelche Betonpfeiler reinfalle. Das hat auch funktioniert. Die ersten zwei Kilometer waren beintechnisch so lala, 3-12 PHÄNOMENAL – vor allem, als ich gesehen habe, dass mit der Pace endlich mal wieder ein Halbmarathon in unter zwei Stunden drin sein könnte. Also habe ich die Idee verworfen, aus den 21 25 Kilometer zu machen und stattdessen das Tempo bestmöglich aufrechterhalten – mit der Unterstützung von sechs sehr harten, sehr alten UltraSPORTS Gelchips à 19kcal. Glücklicherweise ist mein Magen bei sowas ziemlich unempfindlich und bis Kilometer 17 war dann auch alles OK, ab 17 bis 21 wurde es ein bisschen hart. Dafür wurde die Mühe mit einem Schnitt von 5:29 min/km belohnt – das ist die angestrebte Ironman Race Pace, aber ob ich das am 28.06. in einem Marathon nach 3,8 Kilometern Schwimmen und 180+ Kilometern Radfahren laufen kann, steht in den Sternen. Der Coach glaubt daran, also glaube ich einfach auch daran. Ich brauche einfach nur genug Aggro, dann geht das. Der Lauf heute stand dann auch im Zeichen des ALS Rundenheizer Benefiz-Laufes von Runny.com, der an diesem Wochenende virtuell ausgetragen wurde. Die Medaille bekommt demnächst auch einen neuen Besitzer, aber dazu dann mehr, wenn es soweit ist.

Die Woche endete dann mit einer Strength Swim Session Straight From Hell. Zum ersten Mal stand Schwimmen mit gefesselten Knöcheln auf dem Programm, sowie Schwimmen mit Elastikband an den Füßen. Klingt ein bisschen nach Fetisch, ist aber definitiv alles andere als das, dafür aber sauhart. Ich habe 75 Meter gebraucht, bis ich mit gefesselten Knöcheln die richtigen Muskeln gefunden habe, die meine Beine zumindest ein kleines bisschen über dem Boden halten, damit ich durchkraulen kann und nicht anhalten muss. Wobei das mit Sicherheit alles andere als schön aussah, aber es war richtig, richtig anstrengend. Und als ich gerade dachte, dass alle Kicksets vorbei sind, kamen nochmal 200 Meter Kicken. Hammergenial!

Ich habe übrigens nicht den leisesten Schimmer, wie ich es schon wieder hinbekommen habe, mehr als 3.500 Wörter in einer so wenig ereignisreichen Woche zusammenzufaseln, aber hier sind wir nun am Ende der Woche und der Roman ist geschrieben. Deshalb ist jetzt auf jeden Fall Schluss. Bis nächsten Sonntag – und lasst gerne noch ein Like oder ein Follow für die Facebook-Seite da, auf der es zweimal täglich etwas zu lachen gibt:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .