Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 70: Das war das CTW Cologne Triathlon Weekend 2019… nicht.

CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 meets Fyre Festival, oder: Wie man Tausende Athleten um einen schönen Saisonabschluss bringt. Denn wir hatten uns das alle ein kleines bisschen anders vorgestellt. Ich frage mich, wie der Veranstalter sein Antlitz im Spiegel jemals wieder wird ertragen können, ohne vor Scham angewidert dem Blick zu senken. Ganz toll gemacht, Herr Jeschke & Friends von Willpower.Races.

Doch bevor ich hier meiner angestauten Wut verbal, aber gemäßigt freien Lauf lasse, kommt natürlich die ordentliche Einleitung zu dieser Scharade. Hallo, mein Name ist Simone, ich bin seit 2018 Triathletin und trainiere gerade auf den Ironman Frankfurt am 28.06.2020, den ich als meine erste Langdistanz bestreiten will. Seit 70 Wochen berichte ich immer sonntags darüber was sich bei mir im Training so getan hat; meistens sind das tolle Erlebnisse, Erfahrungen, Begegnungen und Wissensfetzen über Material, Ernährung und Training. Manchmal passiert aber auch – pardon my French – ganz große Scheiße, so wie vergangene Woche… Wobei trotzdem auch Schönes zu berichten ist. Lasst euch überraschen. Den Rest der Geschichte gibt es dann übrigens hier: Woche 69, Woche 68, Woche 67Woche 66Woche 65Woche 64Woche 63Woche 62Woche 61Woche 60Woche 59Woche 58Woche 57Woche 56Woche 55Woche 54Woche 53Woche 52 bis Woche 1 und Tag 1, und hier geht es per Zufallsklick zu einem beliebigen Beitrag.

An dieser Stelle kommt sonst immer die Werbung, aber heute möchte ich nicht zum finanziellen, materiellen oder ideellen Support meines Vorhabens aufrufen (obwohl ich mich natürlich trotzdem über ein Sponsoring über PayPal freue), sondern euch Schwimmtraining mit Jörn ans Herz legen; hier auf Facebook unter Sub66 – Beat the Beast:

Empfehlung: Schwimmtraining mit Jörn von Grabe und sub66.de

Bevor es richtig zur Sache geht mit der Auseinandersetzung mit dem CTW Cologne Triathlon Weekend 2019, will ich kurz erläutern, wie ich Spätschwimmerin es endlich geschafft habe, meine Schwimmgeschwindigkeit zu steigern. Schuld daran, dass ich meine Schwimmzeit auf der Olympischen Distanz in kurzer Zeit von 30:10 Minuten auf 28:28 Minuten Bestzeit verbessern konnte (und auf der Mitteldistanz von 39:36 auf 38:02) ist nämlich nur einer: Jörn von Grabe mit seinem Angebot sub66.de (hier auch auf Facebook).

Unabhängig davon, dass Jörn wirklich den perfekten Blick auf Schwimmschwächen hat, Fehler sehr anschaulich erklären kann und ein sehr netter Mensch ist, dürfte sein Ansatz auch die Herzen aller höher schlagen lassen, die – wie ich – ein Faible für Daten haben. Denn auf seiner Website erklärt er anschaulich anhand von Daten, was es mit seinem Prinzip sub66 auf sich hat und welche entscheidende Rolle die Technik bei der Verbesserung der Zeit hat, um dann mit gezieltem Training auf einen Schwimmsplit zu kommen, der zu einer relativen Verbesserung im Vergleich zu den Profis führt – und konkret zu einer Schwimmzeit von unter 66 Minuten. Aber Jörn kann das alles selbst natürlich viel besser erklären, zum Beispiel in einem seiner Kraulkurse in München oder bei einer Einzelstunde – in München, auf Mallorca und in Liechtenstein. Am besten kontaktiert ihr Jörn direkt und lasst euch von ihm coachen, getreu seinem Motto: Make Water Your Friend.

Übrigens hat bei mir für diesen Leistungssprung schon eine einzige Session mit Jörn ausgereicht, bei der er genau auf meine Schwimmtechnik geschaut hat und mir die wichtigsten Dinge gezeigt hat, auf die ich mich zuerst konzentrieren sollte. Sobald sich der Trubel der Saison gelegt hat, werde ich auf jeden Fall weiter mit ihm arbeiten, um für den Ironman Frankfurt 2020 schwimmtechnisch mein Bestes geben zu können. Denn von hochgerechnet 72:04 Minuten über 3,8 Kilometer auf 66:00 Minuten ist es ein ganzes Stück Arbeit, das für einen kurzweiligen Winter sorgen wird.

Jörn startet übrigens selbst am 8. September beim Wörthersee Swim über 17 Kilometer von Velden nach Klagenfurt – 17 Kilometer am Stück sind mehr als die meisten von uns in einer Woche schwimmen. Saucool!

CTW Cologne Triathlon Weekend 2019, oder wie der Veranstalter den Köln Triathlon vor die Wand fuhr

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Es war einmal der 22. August 2018. Ich stand gerade vor meiner zweiten Olympischen Distanz und meinem zweiten Triathlon überhaupt, als ich mit Feuereifer begann, meine Saison für 2019 zu planen. Als erstes Highlight stand der Ironman 70.3 Kraichgau auf dem Plan und eine Langdistanz für 2020 war auch schon gesetzt. Dann sah ich durch Zufall (ok, durch sehr nerdiges und ausgiebiges Herumsuchen), dass es beim CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 eine Langdistanz geben wird, die nicht ganz so lang ist, nämlich 4 Kilometer Schwimmen, 120 Kilometer Rad und 30 Kilometer Laufen, also die Nizza-Distanz oder ITU Langdistanz. Eigentlich gar keine schlechte Idee, sich über diese Distanz an die Langdistanz heranzutasten, also meldete ich mich zum so genannten Early-Bird-Tarif für 204,00 € plus Startrücktrittsabsicherung für 15,00 € plus Finisher-Shirt für 22,50 € plus 5 % Buchungsgebühr, also insgesamt 237,83 € an. Günstiger als Ironman oder Challenge, aber definitiv trotzdem ein saftiger Preis. Hinzu kamen noch Zugtickets für mich und meine Mama als Rundum-Supporterin und für das TT, sowie eine Ferienwohnung als Unterkunft im Agnesviertel (die übrigens auch zum Kotzen war – mit Schimmel im kalten Souterrain). Hinzu kommt natürlich ein Jahr Training für dieses Saisonhighlight, mein A-Rennen 2019.

Die Voraussetzungen waren also eigentlich ideal und sowohl die lange Historie der Veranstaltung als auch Köln als wirklich tolle Stadt machten Lust darauf, Köln einmal wieder einen Besuch abzustatten. Die Kommentare auf Facebook zum Event waren relativ gemischt, aber nicht alarmierend. Als zwei Wochen später die Teilnehmenden 2018 davon berichtete, dass die Medaillen ausgegangen seien, es fast keine Zielverpflegung mehr gab, sowie abends kein Licht mehr auf der Strecke, fand ich das alles nicht toll, hoffte aber wie so viele, dass der Veranstalter daraus Schlüsse ziehen und Sachen 2019 besser machen würde. Als Triathletin, die den Sport erst seit Kurzem betrieb und von der Vorgeschichte der Veranstaltung sowie dem Ruf des Veranstalters keine Kenntnis hatte, war das alles noch akzeptabel.

Fast Forward ins Jahr 2019: Die Saison war in vollem Gange, das Team Erdinger Alkoholfrei verloste Startplätze für Köln und die Vorfreude stieg mit dem Trainingspensum. Am 5. Juni geisterte dann eine Meldung des NRWTV durch das Internet: Das CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 sei noch nicht genehmigt. Für Teilnehmende ohne DTU-Startpass ist das nicht relevant, Teilnehmende mit Startpass dürfen aber laut Sportordnung der DTU nicht an nicht genehmigten Veranstaltungen teilnehmen. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber wichtig zu sagen ist, dass Startpassinhaber über die DTU auch während des Wettkampfes versichert sind und dass eine DTU-genehmigte Veranstaltung bestimmte Qualitätskriterien erfüllen muss, was durchaus im Sinne der Teilnehmenden ist. Die Meldung hat mich zwar etwas beunruhigt, aber nicht aus der Bahn geworfen, weil der 1. September am 5. Juni noch sehr weit weg war.

Natürlich begannen zu diesem Zeitpunkt schon Debatten, ob das CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 überhaupt stattfindet, warum es noch keine Genehmigung gibt und was wohl passieren würde, wenn DTU-Athletinnen und -Athleten trotzdem teilnehmen. Gerüchte kursierten von 12 Monate Sperre über 2 Monate Sperre und Verwarnung, bis hin zu: Da passiert nix und beim Bayerischen Triathlon-Verband würde man das alles nicht so eng sehen und hätte bei nicht genehmigten Veranstaltungen in der Vergangenheit schon nichts gemacht, nur der NRWTV sei da streng. Viel Halbwissen, aber nichts Konkretes. Am 22. Juli folgte dann auf der Website des NRWTV ein Hinweis: „Athleten und Athletinnen, die bei einem Wettkampf starten, der nicht von der DTU oder einem der Landesverbände genehmigt wurde, können in NRW ein Jahr nicht mehr in der Liga eingesetzt werden.“ Inwieweit andere Teilnehmende betroffen sein würden oder sein könnten, wurde nirgendwo detailliert und somit geisterte nach wie vor das gesamte Meinungsspektrum durch die diversen Facebook-Gruppen. Trotzdem hatte ich nach wie vor die Hoffnung, dass sich die Problematik mit der Genehmigung bis zum 1. September erledigen würde, schließlich sollten mehrere Tausende in Köln starten und die schiere Größe der Veranstaltung macht es unwahrscheinlich, dass es zu keiner Einigung kommen würde. Schließlich liegt es eigentlich in niemandes Interesse, so viele sportbegeisterte Athletinnen und Athleten vor den Kopf zu stoßen oder gar für DTU-Veranstaltungen zu sperren.

Mittlerweile war der 17. August verstrichen als der letzte Tag, an dem ich von meiner Startrücktrittsabsicherung hätte Gebrauch machen können. Die bestand zudem nicht in einer Rückerstattung des gezahlten Betrags, sondern in einer Gutschrift des Startplatzes auf maximal zwei Jahre. Am 19. August kam dann vom Veranstalter die Nachricht, dass sich beträchtliche Änderungen am gesamten Ablauf ergeben hätten; als Gründe wurden Baustellen und fehlende Genehmigungen der Stadt Köln genannt. Die Änderungen bestanden darin, dass die ohnehin schon kurze Radstrecke auf 20 Kilometer gekürzt wurde, die bei der Langdistanz 6-Mal befahren werden sollte. Auch die Laufstrecke wurde von 7 (wenn ich mich recht erinnere) auf 5 Kilometer verkürzt; bei der Langdistanz hätte das ebenfalls 6 Runden bedeutet. Die nächste Bombe, die platzte: Der Start, der eigentlich mittags stattgefunden hätte, wurde auf 6 Uhr morgens verlegt. Als Grund dafür wurde angegeben, dass die Radstrecke nur bis mittags gesperrt werden könne. Ein absolutes Unding, vor allem für all jene Athleten, die am Sonntag erst anreisen wollten und jetzt komplett umdisponieren mussten. Außerdem sicherheitsrelevant, da es um 6 Uhr morgens am 1. September noch nicht hell sein würde. Der Veranstalter verwies sehr lapidar auf den ähnlich früh startenden Embrunman sowie die „nautische Dämmerung“; zur Not wolle man den Start 15 Minuten nach hinten verlegen und mit Knicklichtern für ausreichend Licht sorgen. Knicklichter?! Flutstrahler wären wohl eher angemessen gewesen in diesem Fall, zumal man bei Veranstaltungen wie dem Embrunman von vornherein auch darauf eingestellt ist, dass es beim Start noch dunkel sein kann.

Darüber hinaus hatte der Veranstalter auf der Facebook-Seite des CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 einen Post oben angeheftet, der auf ein EU-Gerichtsurteil verwies, laut dessen in einer anderen Sportart die Einschränkung des Startrechts für ungültig erklärt wurde – allerdings ging es da auch rein um Profi-Athletinnen und -Athleten und die Übertragbarkeit war äußerst fragwürdig. Da all die Änderungen erst am 19. August auf uns einprasselten, war der Drops quasi gelutscht und das gesamte Geld versenkt. Trotzdem hatte ich nach wie vor die sehr kleine Hoffnung, dass die DTU-Genehmigung eintreffen würde, denn Wunder gibt es immer wieder. Oder so.

Parallel dazu hatten Frank Wechsel & Simon Müller im tri-mag.de Podcast-Format Carbon & Laktat angekündigt, dass sie sich mit der Thematik CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 auch befassen würden und dafür mit allen Seiten sprechen wollten. Ich saß also den ganzen Dienstag vor dem Bildschirm und habe auf den Moment gewartet, in dem der Podcast endlich bei Spotify erschien. Zwei Artikel dazu auf tri-mag.de gibt es hier und hier. Um es kurz zu fassen: Ab dem Zeitpunkt des Podcasts war klar, dass der Veranstalter des CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 3.500 Athletinnen und Athleten mit voller Absicht ganz schön in die Scheiße geritten hat. Frank & Simon haben wirklich exzellente Recherchearbeit geleistet und davon berichtet, dass der Veranstalter die Genehmigung bei der DTU für das CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 überhaupt gar nicht erst beantragt hatte – somit war klar, dass es keine Genehmigung geben würde. Das hat der Veranstalter uns Triathletinnen und Triathleten allerdings zu keinem Zeitpunkt mitgeteilt! Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich niemals für diesen Event angemeldet, weil ich die Rolle der DTU als Verband für den Triathlonsport (trotz aller Kritik und aller Fehler) wichtig und richtig finde und keine Lust habe, einen Veranstalter zu unterstützen, der sich so despektierlich verhält. Wenn der Veranstalter von vornherein gewusst hat, dass er keine Genehmigung beantragen will, warum hat man das uns Athletinnen und Athleten nicht einfach gesagt und uns die Wahl gelassen, ob wir da mitspielen wollen oder nicht? Im Podcast ging es dann auch darum, dass startende (deutsche?) Profis wohl gesperrt werden müssten und dass die Wahrscheinlichkeit dadurch steigen würde, dass auch Amateure gesperrt werden würden. Natürlich wusste niemand, ob die auf der Website des CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 beworbenen Profis auch tatsächlich starten würden.

Dieser finale, richtig fette Schlag in die Magengrube dürfte nicht nur bei mir wahnsinnig gemischte Gefühle hervorgerufen haben – und die Frage: Was mache ich? Schreibe ich ein Jahr Training und Hunderte Euro einfach so ab, oder fahre ich hin und versuche einfach, mein Ding durchzuziehen und zu hoffen, dass die DTU nicht 3.500 Athletinnen und Athleten sperrt, sondern sich wenn überhaupt die Sperren auf die Ligastarterinnen und Ligastarter beschränken? Die Ratschläge von Freunden und Bekannten waren ebenso zwiegespalten wie meine eigenen Gefühle. Das wirkt sich natürlich auch auf den Schlaf und auf die Rennvorbereitung in der Race Week aus und auf die seltsamen Alpträume hätte ich gut verzichten können.

Zudem kursierte am 29.08. online noch ein Artikel aus dem Kölner Stadtanzeiger online, in dem die besagten Punkte kurz aufgegriffen und um noch einen weiteren Punkt ergänzt wurden:

„Darüber hinaus ist der Triathlon auch von der Stadt noch nicht genehmigt, wie diese mitteilte, ‚da noch ein Nachweis für die Gesamtveranstaltung fehlt.‘“ Wie bitte?! Das steht am Donnerstag in der Zeitung, wenn der Event am Samstag und Sonntag stattfinden soll? Mittlerweile hatte ich mich auch noch mit meinem Coach beraten und wir waren uns trotz großer Bedenken einig, dass ich auf jeden Fall mal hinfahren sollte – getapert und bestmöglich vorbereitet war ich; außerdem erschien es einfach unmöglich, dass eine so große Veranstaltung wie das CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 einfach abgesagt werden würde.

Also machten wir uns am Freitag auf in Richtung Köln; der Fahrradtransport im ICE geht wie im IC recht problemlos und der äußerst humorvolle Zugpersonalmitarbeiter Florian Brodbeck unterhielt uns mit Ansagen, die mit „Sodele“, „Dingdong“, „Palim, palim“ und Konsorten begannen. Nur einmal wurde er zurecht richtig sauer, als Raucher die Abfahrt des Zuges verzögerten und Türen offenhielten. An sich also entsprechend den Umständen ein guter Auftakt in das Wochenende mit meiner ersten Langdistanz beim CTW Cologne Triathlon Weekend 2019. Nach der Ankunft in Köln um 14 Uhr gingen wir zu Fuß durch die Innenstadt zur Unterkunft im Agnesviertel – und dann kam ein Anruf von Frank Horras: Ob ich denn schon in Köln sei. Ich sagte ja, woraufhin er meinte, es gebe Gerüchte, dass das CTW abgesagt worden sei. Und siehe da, die Gerüchte verdichteten sich zur Gewissheit: Das gesamte CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 mit 3.500 Athletinnen und Athleten war abgesagt worden.

Als Grund wurde angegeben, dass nicht genug Taucher zur Verfügung gestanden hätten, um die Sicherheit im Wasser zu gewährleisten, deshalb sei die Schwimmstrecke nicht genehmigt worden, und dass man sich als Veranstalter nicht in der Lage gesehen hätte, so kurzfristig einen Duathlon „ordnungsgemäß“ (sorry, aber welche fucking Ordnung?!) durchzuführen. Was zur verdammten Hölle? Dafür habe nicht nur ich überhaupt gar kein Verständnis, denn in anderen Städten funktioniert das auch und da gibt es (in den Diskussionen auf Facebook) Beispiele von ganz anderen Zwischenfällen und Notsituationen, die souverän vom Veranstalter gelöst wurden.

Fast alle Diskutierenden sind sich darüber einig, dass der Veranstalter einfach nur ein bisschen Geld in die Hand hätte nehmen müssen, um Taucher zu organisieren (beim DLRG wurden laut Facebook-Posts gar keine Taucher angefragt; wenig überraschend) und viele Stimmen sagen, dass der Veranstalter nicht gerade für Improvisationstalent, sondern eher für Gewinnmaximierung bekannt sei und dass die Veranstaltung Jahr für Jahr an Qualität abgenommen habe (siehe auch die Finishermedaille 2019 – billigstes Standardfabrikat).

Dazu kann ich mir keine informierte Meinung bilden, weil ich erst seit 2018 Triathlon mache. Die Medienaufmerksamkeit geschickt nutzend, nimmt der Veranstalter sogar in einem Interview mit dem WDR die Rolle als Opfer ein. Als sei es damit noch nicht genug: Die Anmeldung für das CTW Cologne Triathlon Weekend 2020 ist nach wie vor auf der Website offen. Bereits am Samstagmorgen war zudem eine Website einer Kölner Anwaltskanzlei online geschaltet, die dazu auffordert, zur kostenlosen Erstberatung alle Belege für in Zusammenhang mit dem CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 entstandene Kosten per Mail einzureichen, um zu erfahren, ob man Schadensersatzansprüche hat. Auf der Website „Express.de“ gibt es jetzt ebenfalls einen kurzen Artikel über das CTW, in dem natürlich auch nur die Situation vor Ort dargestellt wird, nicht aber der gesamte Hintergrund, so dass der Veranstalter wieder als nicht vollumfänglich schuldig dasteht. Hier noch ein weiterer Artikel dazu – mit dem sehr aussagekräftigen Zitat am Ende von Till Schramm: „Es tut mir Leid für den Veranstalter und die bereits gemeldeten Teilnehmer, aber so ein Ende war nach Jahren mit diversen Problemen absehbar.“

Ich bin sehr gespannt, welchen Rattenschwanz die gesamte Angelegenheit noch nach sich ziehen wird. Meiner Ansicht nach – und ohne mit allen Beteiligten gesprochen zu haben – liegt die komplette Schuld für dieses Desaster beim Veranstalter, der meinte, sich über die Spielregeln der professionellen Organisation eines Triathlons hinwegzusetzen. Hätte der Veranstalter die Genehmigung bei der DTU beantragt, anstatt einen auf „rebellischer Teenager“ zu machen, wäre all das nicht passiert. Stattdessen hat der Veranstalter besorgten Teilnehmenden sogar geraten, unter falschem Namen teilzunehmen, um eine Sanktion durch die DTU zu umgehen. Welcher professionelle Veranstalter würde so etwas denn tun? Wenn man sich überlegt, was das für Konsequenzen haben könnte, wenn ein unter falschem Namen gemeldeter Athlet dann einen Unfall im Wettkampf erleidet – das möchte man sich gar nicht ausmalen. Wie kann man nur als Veranstalter – und wie kann so etwas im Jahr 2019 überhaupt noch möglich sein? Es ist natürlich denkbar, dass dem Veranstalter seitens der zuständigen Behörden etc. weniger entgegengekommen wurde, aber auch das hat der Veranstalter sich aus meiner Sicht selbst zuzuschreiben – und wir als Teilnehmende sind die Leidtragenden, denn ob Geld zurückgezahlt wird, steht in den Sternen.

Auch das „Statement“ des Veranstalters auf der Facebook-Seite des CTW stellt wieder nur verzerrt und selektiv die Ereignisse dar zugunsten der Opferrolle des Veranstalters. Aktuell (Sonntag, 15:58 Uhr) ist sogar die Anmeldung für 2020 immer noch geöffnet, obwohl der Veranstalter jetzt überlegt, die Firma dichtzumachen (wie praktisch, denn dann sinken die Chancen auf Rückzahlungen, super!). Wie kann man nur!

Nochmals: Hätte der Veranstalter einfach mit der DTU zusammengearbeitet, dann wäre all das nicht passiert. Denn dass die Stadt Köln jetzt bei der Nichtzusammenarbeit mit der DTU, bei der haarsträubenden Radstrecke, dem inakzeptablen Schwimmstart im Dunkeln, der Aufforderung zum Start unter falschem Namen usw. genauer hinschaut und strengere Auflagen vorgibt, die hätten erfüllt werden müssen, ist doch absolut überhaupt nicht verwunderlich! Wenn keine Qualitätskontrolle durch die DTU stattfinden kann, weil die DTU-Genehmigung gar nicht eingeholt worden ist, dann MUSS die Stadt doch genauer hinschauen, um die Risiken für die Teilnehmenden – und für das Ansehen der Sportstadt Köln – zu minimieren.

Ebenfalls nochmals: Es ist völlig unverständlich, warum der Veranstalter sich nicht in der Lage sah, einen Duathlon stattdessen auszurichten, wenn es rein an der Schwimmstrecke gescheitert wäre. Andere Veranstalter können das auch und gerade wenn man sich auf die Fahne schreibt, dass das CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 die X-te Austragung und nicht gerade die erste ist, dann muss ein Duathlon-Plan-B per se schon fertig in der Schublade liegen.

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Hinweis: Ich verweise in meiner Darstellung auf Facebook-Posts in überwiegend nicht öffentlichen Gruppen und vieles beruht auf Meinungen sowie Spekulationen.

Nach vorne blicken nach dem abgesagten CTW Cologne Triathlon Weekend 2019

Für mich ging es nach dem Anruf von Frank und der Gewissheit über die Absage des Triathlons so weiter: Ich habe anderthalb Stunden lang versucht, zuerst über die Website der Deutschen Bahn und dann per Telefon zwei Tickets für Freitagabend oder Samstag plus ein Fahrradticket zu buchen. Die zwei Personen waren kein Problem, nur das Fahrrad, da sowohl am Freitag als auch am Samstag sämtliche Fahrradstellplätze bereits ausgebucht waren – mit Ausnahme einer Verbindung mit zweimal Umsteigen. Glücklicherweise geschah dann tatsächlich endlich doch ein Wunder: Am Telefon gelang es den Mitarbeitern der DB (obwohl ich einmal im Buchungsprozess aus dem Telefonat rausgeflogen bin und da schon sehr herzhaft geflucht habe), uns einen Fahrradstellplatz im ICE 513 von Köln nach München zu buchen – zusammen mit zwei sehr, sehr, sehr teuren Zugtickets. Das gelang allerdings nur deshalb, weil dieser Zug im Internet nicht mit Fahrrad buchbar war, obwohl Fahrradstellplätze darin vorhanden sind. Die Tatsache, dass mein TT das einzige mitfahrende Fahrrad ist, spricht an dieser Stelle Bände. Vermutlich lag das insgesamt daran, dass auf der Fahrt ein ICE anderer Bauweise eingesetzt wurde, weshalb auch die Wagennummern anders waren und die verdammte Wagenstandsreihenfolge falsch ausgeschrieben war, obwohl extra noch per Sonderanzeige auf die geänderte Wagenreihenfolge hingewiesen wurde, die dann aber doch nicht geändert war. Das hieß im Klartext, dass ich mit dem TT und meiner Mama im Gepäck innerhalb von fünf Minuten von A nach G durch Massen von ein- und aussteigenden Fahrgästen sprinten mussten, um dann die letzten Waggons das TT durch den Zug zu schieben. Eine Erfahrung, die niemand gerne machen möchte.

In Köln selbst haben wir am Freitag von den 3.500 Athletinnen und Athleten immerhin zwei gefunden (identifizierbar an TT und RR mit Tri-Aufsatz), die ihre erste Mitteldistanz in Köln machen wollten und stattdessen bei sich zuhause am kommenden Montag eine eigene Mitteldistanz machen werden. Wenn ich über Instagram die entsprechenden Infos bekomme, wird darüber im Nachgang natürlich auch berichtet. Auf Facebook gab es auch zahlreiche Posts und Angebote dazu, dass man doch in Eigenregie einen Triathlon auf dem Wettkampfareal abhalten oder ansonsten die Rad- und Laufstrecken in und um Köln genießen könnte, aber für mich kam das einfach nicht in Frage: Ich bin fit, ich bin getapert, ich bin heiß auf Triathlon und auf Action, also will ich mich auch komplett abschießen und etwas erreichen, das mich aus meiner Trainingskomfortzone herauskatapultiert. Außerdem lösen solche negativen Erfahrungen in mir den Reflex aus, so schnell wie möglich davon wegzukommen, also zurück in die Heimat, neu gruppieren & planen und die ganze Scheiße hinter mir zu lassen.

Außerdem gibt es aufgrund der ganzen Sache auch einige positive Dinge zu berichten: Einen 24-Stunden-Trip nach Köln macht man auch nicht alle Tage, schon gar nicht einen so teuren. Und wenn ich mich im Wettkampf am Sonntag nicht abschieße, kann ich die Tage danach auch normal trainieren, anstatt wie ein Weltmeister regenerieren zu müssen. Das finde ich gut, weil ich übernächste Woche beruflich unterwegs bin und nur eingeschränkt trainieren kann. Und mein Coach hat dann das geniale Alternativprogramm vorgeschlagen: Am heutigen Samstag 3,8 Kilometer Schwimmen, am morgigen Sonntag 180 Kilometer Radfahren und am Montag einen Marathon in Eigenregie laufen. Yes, das wird episch! Den Schwimmpart erledige ich, sobald ich in München gelandet bin, die ambitionierte Radstrecke für morgen ist geplant und wo ich meinen Marathon am Montag laufen werde, weiß ich auch schon. Mal sehen, ob das alles so klappt, denn am TT habe ich gestern auf dem Weg eine kleine Materialschwäche festgestellt, die mir aber hoffentlich die Fahrt morgen nicht versauen wird. Wir werden sehen (bzw. ihr lest es ein paar Absätze weiter unten). Auch das moralische Dilemma zwecks fehlender DTU-Genehmigung hat sich damit erledigt und niemand wird gesperrt. Das sind kleine Trostpflaster im Vergleich zu der riesengroßen Sauerei, die passiert ist, aber man wird ja verrückt, wenn man nur das Negative sieht.

Recap der Race Week vor dem verpatzten CTW Cologne Triathlon Weekend 2019

Natürlich hat sich auch schon vor Köln das eine oder andere getan, deshalb steigen wir noch kurz ein in die Geschehnisse der vergangenen Woche. Die Nächte mit den seltsamen Alpträumen haben mir gezeigt, dass mein Körper sich auf Adrenalin und Action vorbereitet, was an sich ja gar nicht so verkehrt ist, auch wenn ich darauf zugunsten ruhigerer Nächte gerne verzichtet hätte. Am Montag ging es easy los mit 45 Minuten Cadence-Intervallen und meine Beine waren auch komplett auf leichtes, nicht anstrengendes Programm eingestellt. Danach ging es noch für eine Stunde mit Drills und Taperschwimmen in den Pool. Am Dienstag waren 120 Minuten Ausfahrt und 30 Minuten Schwimmen angesagt, aber ein bisschen länger war ich dann doch auf dem Rad unterwegs, was mit 2 QOMs und ein paar weiteren Pokälchen belohnt wurde. Danke, lieber Nordosten!

Der Mittwoch hielt dasselbe Programm bereit wie der Montag, also Cadence-Intervalle und Schwimmen. Am Donnerstag ging es noch einmal aufs TT; geplant waren 45 Minuten, aber es ist quasi physisch, physikalisch und psychisch unmöglich, weniger als 90 Minuten Rad zu fahren, also waren es am Ende auch wieder 51 Kilometer mit steigender Nervosität. Davor kurze 5 Kilometer Laufen und danach ebenfalls kurze 2 Kilometer Schwimmen.

Der Donnerstagabend war dann der amüsante Auftakt zu dem soeben beschriebenen, weniger amüsanten Wochenende beim CTW Cologne Triathlon Weekend 2019. Grund dafür war D., der auf dem Weg zum Ötztaler Radmarathon an München vorbeikam und mir einen Besuch abstattete. Das Abendprogramm bestand dann darin, dass ich gepackt und mein TT geputzt habe, während wir ein sehr breites Themenspektrum durchdiskutierten und alkoholfreie Getränke zu uns nahmen. Klingt wahrscheinlich für viele nicht nach dem perfekten Abend, hat mir aber sehr viel Spaß gemacht. D. kam dann am Freitag morgens noch mit ins Gym für eine Runde gemeinsames Taperschwimmen – wobei „gemeinsam“ hauptsächlich hieß, dass ich seinem vorbeizischenden Wasserschatten hinterhergeschaut habe, denn der Mann ist einfach pfeilschnell im Wasser. Am Ende sind wir beide dieselbe Distanz geschwommen, was aber einzig und allein daran lag, dass D. zwischendurch gechillt und die Aussicht von der Dachterrasse des Gympools genossen hat, während ich meine Bahnen zog. Wenn ich irgendwann nur ansatzweise in die Nähe dieser Schwimmgeschwindigkeit komme, dürft ihr mich ab dem Zeitpunkt auch gerne Arielle nennen. Nach einem abschließenden Frühstückskaffee trennten sich dann unsere Wege; D. brauch auf zum Ötzi und ich nach Köln… und der Rest der Geschichte bis dahin ist ja bekannt.

Eigentlich wollte ich endlich auch noch mehr darüber schreiben, wie so eine Race Week aussieht, wie ich tapere, was ich esse und wie meine Packliste aussieht, aber das hat Zeit bis zu einem dieser unweigerlich kommenden Posts im Winter, wenn das Training insgesamt eher unspektakulär ist und keine Rennen stattfinden.

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Abschließendes Fazit zum CTW Cologne Triathlon Weekend 2019

Springen wir zum Abschluss noch einmal nach vorne zum Sonntag in München. Da der Post jetzt schon 4.000 Wörter lang ist, das CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 Dreh- und Angelpunkt der Woche ist und Cliffhanger eine phänomenale Strategie zur Aufrechterhaltung des Spannungsbogens sind, werde ich mein kleines Projekt „Langdistanz in drei Tagen in Eigenregie“ nächsten Sonntag im Blog verarbeiten – und ein weiteres mediales Goodie gibt es dann auch noch für alle, die nicht nur gerne lesen, sondern auch lauschen.

Meine Wut aufgrund des abgesagten CTW Cologne Triathlon Weekend 2019 brodelt immer noch wunderbar vor sich hin und ich stecke die dadurch freigesetzte Energie ins Training. Ich bin interessanterweise wirklich einfach nur wütend, anstatt etwa traurig oder enttäuscht. Wütend, weil ich um mein A-Rennen dieses Jahr gebracht worden bin und um eine Herausforderung, für die ich ein Jahr lang trainiert habe. Je mehr oberflächliche Medienberichte auftauchen, in denen der Veranstalter sich als Opfer framen lässt, desto mehr wird meine Wut auch noch angeheizt. Ich kann nur allen empfehlen, über die Website veranstaltungsausfall.koeln Kontakt aufzunehmen mit der Kölner Anwältin Frau Sabrina Thewes, die aktuell weitere Informationen und Fälle zum Thema Köln sammelt. Sie hat mir im Rahmen der kostenlosen Erstberatung die Vorgehensweise erklärt und ich werde heute noch den Veranstalter per mitgeschicktem Brief in Verzug setzten und mein Geld zurückfordern; nicht nur die Startgebühr, sondern auch die Kosten für Übernachtung und Zug.

Nachdem als Saisonabschluss ja noch das LCW Long Course Weekend Mallorca auf dem Plan steht – und der Ironman Frankfurt 2020 ja auch schon gesetzt ist – mangelt es nicht an Motivation fürs Training. Trotzdem hätte ich gerne dieses Jahr noch einmal die richtige Wettkampfatmosphäre eines vollständigen Triathlons geschnuppert. Aber wir wissen es ja alle: Pläne sind dafür gemacht, damit das Leben sie durchkreuzen kann. Bis nächsten Sonntag!

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