Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 63: Rennbericht Triathlon Karlsfeld mit Quarktaschen

Hier kommt mein Rennbericht Triathlon Karlsfeld – gerade mal zwei Wochen ist Walchsee erst her und schon ist die nächste Olympische Distanz wieder eingetütet. An dieser Stelle wünsche ich mir selbst dann mal eben Happy Triversary, weil Karlsfeld vor einem Jahr auf der OD auch mein allererster Triathlon überhaupt war. So schnell vergeht die Zeit! Das Rennen war wieder großartig und spätestens nach meinem Rennbericht Triathlon Karlsfeld sollte der Wettbewerb zum Pflichttermin für alle OD-Fans werden – Quarktaschen inklusive!

Okay, vielleicht spricht hier auch ein bisschen noch der Sugar Rush, den ich mir direkt nach der Ziellinie am leckeren Finisherbuffet erst einmal angefuttert habe. Race Day = Cheat Day und mit der Aussicht auf selbstgebackene Carbs lief es sich am Ende für meine Verhältnisse richtig flott. Aber eins nach dem anderen: Die Olympische Distanz, von der ich in meinem Rennbericht Triathlon Karlsfeld spreche, hat nichts mit den Olympischen Spielen zu tun, obwohl Triathlon auch 2020 in Japan wieder olympische Disziplin ist. Für diese OD führte der Weg aber nicht ins Land der aufgehenden Sonne, sondern in ein Städtchen nordwestlich von München namens Karlsfeld. Dort habe ich am heutigen Sonntag für einen Triathlon Station gemacht, der mich wieder ein Stückchen näher an meinen ersten Ironman-Langdistanztriathlon 2020 heranbringen wird. Dafür trainiere nämlich mittlerweile seit 63 Wochen hin und poste immer wieder sonntags einen Blogbeitrag dazu, was sich in meiner Trainingswoche so getan hat. Den Rest der (langen, langen, langen – kurz schreiben kann ich nämlich nicht) Geschichte findet ihr hier: Woche 62, Woche 61Woche 60Woche 59Woche 58Woche 57Woche 56Woche 55Woche 54Woche 53Woche 52 bis Woche 1 und Tag 1, und hier geht es per Zufallsklick zu einem beliebigen Beitrag.

Zwei Sätze in eigener Sache (na gut, eigentlich ist das ganze Blog hier eine Sache in eigener Sache): Das erklärte aktuelle Ziel ist die Teilnahme an einem Ironman im Jahr 2020 und ich freue mich über Unterstützung bei der Umsetzung dieses wahnwitzigen Vorhabens (hey, 2020 ist immerhin schon meine dritte Triathlon-Saison). Ein Klick auf das obige Bild führt zu meiner PayPal.me-Seite mit der Möglichkeit, mich einmalig flugs zu sponsern. Wer Lust hat, kann meinen Lagerbestand auf eBay reduzierenmir mit Material von meiner Amazon-Wunschliste aushelfen, die Werbeanzeigen auf meiner Website anklicken, mich als Freiberuflerin anheuern (Redaktion, Lektorat, Übersetzung und so manches mehr), meine Fragen auf Quora anklicken und beantworten, oder meine neue Facebook-Seite liken. Auf Wunsch namentliche Erwähnung (oder nicht). Besten Dank!

Schon wieder Saisonplanung (neverending story…)

Das Thema Saisonplanung wird jetzt quasi hier zum Dauerbrenner. Aber was soll frau denn auch machen, wenn es so viele geniale Rennen gibt, an denen frau unbedingt teilnehmen möchte? Nehmen wir mal 2020: Neben den bekannten Triathlons im Münchner Dunstkreis – nämlich triathlon.de CUP (Mitteldistanz ist angemeldet!), Erding, Karlsfeld, 3MUC – gibt es allein in der näheren bayerischen Umgebung so viele unglaublich tolle Rennen: Chiemsee, Allgäu, Ingolstadt, Schliersee, um nur ein paar zu nennen. Ja, Regensburg natürlich auch, aber da bin ich ja in drei Wochen glücklicherweise. Roth, natürlich Roth! 2020 will ich da unbedingt als Staffelschwimmerin starten und hoffe, dass ich über den großartigen Frank in einer Staffel unterkomme, damit ich mich dann 2020 am 6.7. früh morgens anstellen kann, um einen Einzelstarterplatz für 2021 zu ergattern. Berichten zufolge reichte es, wenn man um 6 Uhr morgens in der Schlange stand, das ist ja eine absolut menschenwürdige Zeit… oder vielleicht mal wieder durchmachen, das letzte Mal ist tatsächlich schon anderthalb Jahre her (ach, diese großartige Weihnachtsfeier von H.!). Aber terminlich bringt man die alle einfach nicht zusammen unter, vor allem auch dann nicht, wenn da ja zwischendrin nächstes Jahr auch noch der Ironman wartet.

Apropos Ironman!

Ich war bis letzte Woche felsenfest davon überzeugt, dass ich Hamburg 2020 machen will. Tja… und dannnnn habe ich all die grandiosen Videos aus Frankfurt gesehen und spontan entschlossen, dass mein erster Ironman nicht flunderflach sein soll, sondern mit 1.400 Höhenmetern auf 180(+?) Kilometern doch ein bisschen Auf und Ab haben wird. Und habe mich direkt für Frankfurt am 28.06.2020 angemeldet. Die Anmeldung war erst ein paar Tage zuvor geöffnet worden und die Preiskategorie war schon in Tier 3 von 4 angekommen. Hossa, das Rennen scheint beliebt zu sein. Jetzt sind wir in Tier 4 angekommen, also wer noch nach Frankfurt will, der sollte sich JETZT anmelden (und für den Rest des Monats dann nur noch Wasser und Brot essen…). Ein Hotel habe ich natürlich auch schon vorreserviert (Expedias „Reservieren ohne Anzahlung“ sei Dank) und jetzt sind es nur noch 349 Tage bis zum Start. Weniger als ein Jahr! Holy Shit! Ich komme jetzt schon kaum mit der Aufregung klar, wie soll das die nächsten 349 Tage dann erst werden?

Aber ein bisschen Beschäftigungstherapie gibt es bis dahin ja noch!

Nachdem Karlsfeld jetzt eingetütet ist (siehe Rennbericht Triathlon Karlsfeld weiter unten… ja, ich schweife schon wieder ganz wunderbar aus), steht als nächstes die Mitteldistanz in Regensburg am 4. August auf dem Plan. Dann die OD in München beim 3MUC am 25. August (dort wird Normann Stadler dabei sein!), dann am 1. September die Langdistanz in Köln (4 / 120 / 30) und dann… tja, dann wäre eigentlich Ende. Aber ich habe da nochmal etwas gefunden: Das Long Course Weekend auf Mallorca vom 26.10. bis zum 28.10.! Dort gibt es verschiedene Streckenlängen für die Triathlondisziplinen, aber eben pro Tag nur eine Disziplin. Ich mache an Tag 1 die 3,8 Schwimmen im Meer, an Tag 2 180 auf dem Rad (mit einem bei Hürzeler gemieteten Rennrad, da TTs nicht erlaubt sind und ich die Hürzeler-Cube-Räder von Lanza ja schon kenne) und an Tag 3 den Marathon. Ach ja, davor ist ja noch der München Marathon Mitte Oktober, den ich auch noch mitnehmen werde… WENN denn ausnahmsweise mal alles so läuft, wie es geplant ist und ich mich nicht schon wieder verletze. Bitte einmal Daumen drücken, dass das alles so klappen wird. Nach Mallorca ist dann aber wirklich erstmal Schluss für dieses Jahr.

Schlaf, Supplemente & Stress

Vergangene Woche fühlte ich mich stellenweise so, als hätte mir mal wieder jemand den Stecker gezogen. Das war aber nicht verwunderlich, denn Deadlines und der daraus resultierende Stress sind Gift für die sportliche Performance. Ich habe das lange Zeit nicht so recht kapiert, dass der Körper keinen Unterschied macht zwischen mentalem und körperlichem Stress, sondern dass es nur einen Kanal für den Stressempfang gibt und dass der Körper auch dann streiken kann, wenn eigentlich nur jobmäßiger Stress angesagt ist – und zwar auch dann, wenn der Jobstress eigentlich auch guter Stress ist, weil Sachen vorwärts gehen. Eine Unterhaltung mit einer Bekannten aus dem Gym, die ein in gewisser Hinsicht ähnliches Problem hatte, hat dann dazu geführt, dass ich mir die volle Dröhnung an Vitalstoffen, Mineralien, Vitaminen und sonstigen Supplementen geholt habe und jetzt mal probeweise eine Radikalkur mit einer Riesendosis all dieser Dinge mache. Quasi das genaue Gegenteil von dem, was die Ärzte immer sagen. Wenn ich das jetzt ausführen wollte, würde das in Richtung Gendermedizin gehen, aber dafür sind wir ja nicht hier. Die Vermutung besteht allerdings, mein Körper einfach mehr Nährstoffe braucht als er über die Ernährung bekommt, weil die Depots seit Monaten völlig leer sind. Also probiere ich das jetzt einfach mal – und ein paar vorsichtig positive erste Ergebnisse konnte ich diese Woche auch beobachten. Abgesehen und unabhängig davon ist mein Schlaf etwas besser gewesen diese Woche, sagt zumindest die Vantage V. Vielleicht hängt das wiederum mit meiner neuen Makronährstoffverteilung zusammen… wenn ich mir nicht gerade am Race Day nach dem Zieleinlauf den Bauch mit Kuchen vollstopfe, haha. Theoretisch müsste ich also kommende Nacht wieder beschissen schlafen. Wir werden sehen.

So, jetzt aber zur Trainingswoche und zum Rennbericht Triathlon Karlsfeld

Recap: Trainings-Woche 63

Ich habe beim Blick auf den Trainingsplan am vergangenen Montag erst einmal eine ziemlich lange Nase gezogen. Eigentlich hatte ich auf viel Action nach der Rest Week gehofft (die mit ohne Recovery), aber die Woche sah irgendwie so… leer aus. Nur 15 Stunden! Und das in einer Load Week! Im Gegensatz zum Wochenende von Erding war diesmal keine lange Ausfahrt mit Brick am Tag vor der OD vorgesehen und auch kein Lauf am Abend nach der OD. Was! Wie! Hilfe! Aber gut, ausgeruht in Karlsfeld am Start zu stehen war eine Vorstellung, die ich auch nicht so schlecht fand, nachdem ich seit diesem Jahr ja bekennender Tapering-Fan bin.

Los ging es am Montag erstmal mit einer langen Schwimmeinheit, an die ich dann noch eine Stunde locker auf dem Spinningbike angehängt habe (Podcasts hören!). Am Dienstag war das Wetter glücklicherweise gut genug für die lange Ausfahrt mitsamt anschließend 20 Minuten Bric Run als 10 Minuten hart, 10 Minuten easy. Interessanter Triathlon-Fact: Es gibt neben der Variante „Brick“ auch die Schreibweise „Bric“ Run, wobei Bric für „Bike and run in combination“ steht. Google spuckt mir zwar kein einziges Suchergebnis mit „Bric“ aus, aber die Quelle dieser Info ist ziemlich triathletisch, also kann das auch nicht falsch sein… Wie dem auch sei: Meine Beine waren auf dem Rad ziemlich beschissen, was unter anderem auch am gnadenlosen Verkehrs- und Baustellenchaos im Münchner Südosten lag. Definitiv eine der schlechteren Ausfahrten des Jahres, obwohl ich eigentlich wirklich Spaß mit den Hügeln hatte. Dafür waren die 20 Minuten Laufen danach so gut, dass ich mal wieder meinen Strava-Rekord für ½ Meile, 1 km, 1 Meile und 2 Meilen gebrochen habe. Da ist zwar immer noch keine Meile unter 7:00 Minuten dabei gewesen, aber die 17 Sekunden bekomme ich auch noch hin! Es ist aber an sich schon phänomenal genug, dass sich bei dieser Laufeinheit langsam eine kontinuierliche Verbesserung abzeichnet (oh Gott, jetzt bloß nicht verschreien…), nämlich dass 10 Minuten hart laufen (das heißt bei mir: unter 4:30 min/km) wirklich funktioniert und dass die 10 (bis 20) Minuten easy danach auch noch im Bereich meines geplanten IM-Marathon-Tempos liegen (um die 5:30 min/km – geplant, wohlgemerkt, aber noch nie so gelaufen).

Natürlich haben mir meine Beine dann am Mittwoch nach diesem Aha-Erlebnis bei den Intervallen (3 Minuten hart, 1 Minute härter, 1 Minute easy) gleich mal wieder den Mittelfinger gezeigt und ihre Wunderleistung vom Dienstag nicht wiederholt. Ach, wie ich das doch liebe. Danach ging es wieder für eine lange Schwimmeinheit ins Gym – diese Woche bin ich auf über 15 Schwimmkilometer gekommen, das ist quasi Ausnahmezustand und ich bin happy, dass der Coach mich so viel schwimmen lässt., um das Feedback von J. von der Woche zuvor ordentlich umsetzen zu können.

Am Donnerstag fiel die OWS-Session aufgrund des grottenschlechten Wetters ins Wasser, also bin ich im Gym geschwommen und danach gab es zwei Stunden Sweet-Spot-Intervalle auf dem Spinningbike. Meine Beine ließen mich auch dabei wieder ganz wunderbar im Stich, aber so ist das eben manchmal. Dafür waren sie am Freitag wieder voller Enthusiasmus dabei, als eine halbe Stunde Taperlauf angesagt war und ich auf den ersten zweieinhalb Kilometern vor Freude beinahe geweint hätte, weil es sich so gut angefühlt hat. Ich muss dazu jetzt einschieben, dass ich am Donnerstag mit dem Supplementebombardement angefangen habe und davon ausgehe, dass der Nährstoffschub für die leichten Beine am Freitag gesorgt hat, anders kann ich mir das nicht erklären. Danach dann locker zurück nach Hause gejoggt und ab ins Gym für eine Stunde Schwimmen.

Der Samstag gab dann einen ganz besonderen Grund zur Freude. Einschlafstörungen zum Trotz (die letzten paar Tage hatten die wieder die Oberhand) habe ich bis sage und schreibe acht Uhr morgens geschlafen! Das ist mir zuletzt 2017 irgendwann passiert. Grandios! Weniger grandios war natürlich, dass ich tapermäßig nur ein bisschen schwimmen und ein bisschen kurbeln durfte. Nachdem draußen die Welt unterging, fand das Ganze wieder drinnen statt, diesmal aber mit Neo und mit der freudigen Erkenntnis, dass ich damit bei den Intervallen locker flockig 10 Sekunden auf 100 Meter raushole, ohne dabei wirklich alles zu geben. Allein dafür hat sich die Investition in ein teureres und vor allem neues Modell wirklich gelohnt. Vielleicht schwimme ich ab sofort nur noch mit Neo. Höhö. Danach also noch eine Stunde uninspiriertes Kurbeln auf dem Spinningbike und im Kopf dann die Planung für den Triathlon in Karlsfeld am Sonntag, sprich: Was mache ich, wenn es wie aus Eimern schifft?

Rennbericht Triathlon Karlsfeld

Lange Vorrede, jetzt also zum Wesentlichen, sprich zum Rennbericht Triathlon Karlsfeld (ja, ich muss das für SEO so unglaublich elegant hier einflechten). Am Samstag habe ich mir schon ein paar Gedanken gemacht, wie der Triathlon denn wohl werden würde, wenn alle halbe Stunde eine Wasserwand vom Himmel kommt, wie es in München an diesem Samstagnachmittag und Samstagabend der Fall war. Geplant war, mit dem TT hinzufahren und nach der OD auch wieder zurück nach Hause zu kurbeln – aber nicht patschnass. Die S-Bahn-Verbindung hatte ich herausgesucht und in meinen Orca Transition Backpack/Bag mal ein paar Schichten Klamotten zusätzlich hineingeschaufelt und dann beschlossen, mich um 5:15 Uhr einfach überraschen zu lassen, wie das Wetter wohl sein würde.

Es sah dann tatsächlich recht trocken aus und der Regenradar zeigte höchstens leises Nieseln, ansonsten aber trockenes Wetter bei 14°C an. Also gut, Sachen gepackt (einschließlich des neuen Triathloneinteilers von Zoot, den ich mir als Backup für den Aloha-Trisuit gegönnt habe, denn man weiß ja nie, ob der eine nicht doch mal kaputtgeht…), halbherzig drei Riegel gefrühstückt und um 6:15 Uhr ab aufs TT in Richtung Karlsfeld. Um die Uhrzeit ist quer durch die Stadt zu radeln ja noch gefahrenlos möglich und bis auf ein paar Regentropfen verlief die Fahrt schön langsam und ereignislos (d.h. vor allem: kein platter Reifen!). Vor Ort dann pure déjà-vu-Stimmung, bloß bei 14°C anstatt 24°C, die es vor einem Jahr dort um 7 Uhr morgens bereits hatte, wenn ich mich richtig erinnere. Startunterlagen abgeholt und dann gleich mal für mein Pretty-in-pink-Outfit gelobt worden – hauptsächlich hatte ich die Sleeves wegen der erhöhten Sichtbarkeit an und dann natürlich zwecks Wärme und Pre-Race-Recovery, im Rennen habe ich die nie an.

Da ich früh genug dran war, konnte ich mir in der Wechselzone gemütlich sehr viel Zeit lassen und alles ungefähr dreimal umbauen. Zwischendurch kam dann noch das OK vom Kampfrichter, dass eine kleine Plastiktüte am Fahrrad erlaubt ist, um die Klamotten vor dem möglicherweise nahenden Regenschauer zu schützen, also habe ich da auch nochmal nachgerüstet. Dreifachpremiere an diesem Tag für meinen neuen Giro Vanquish, den neuen Triathloneinteiler und das Maurten-Gel, das ich am Walchsee gekauft aber dann doch noch nicht verwendet hatte. Zwischendurch dann noch eine Banane gefuttert, UltraSports Starter getrunken (750 kcal insgesamt vor dem Rennen), Race Briefing angehört (nein, es regnete nicht, der Regenschirm diente nur zur besseren Sichtbarkeit des phänomenalen Moderators):

Dann noch einen kurzen Ausflug zum Schwimmstart für Fotos, Orientierung und einen Kaffee gemacht: Liebe Grüße an die Kaffee-und-Kuchen-Verkäuferin vor Ort, die dürfte mit Sicherheit viele hungrige und um den Kaffee dankbare Kunden gehabt haben und war sensationell gut drauf – außerdem gab sie mir noch einen Schluck Kaffee kurz vor dem Schwimmstart aus, als ich im Neo leider kein Geld mehr bei mir hatte und dringend noch etwas trinken musste. Zwischendurch habe ich noch einen Bekannten aus dem Gym getroffen (mit dem ich mich beim Neoschwimmen in der damaligen Affenhitze vor ein paar Wochen schon einmal ausgetauscht hatte), der von seinem Erlebnis in Frankfurt erzählte (mir leuchteten natürlich die Augen), sowie L. aus der Facebook-Gruppe von Rennradln München. Ich folge ihr seit ein paar Wochen auf Strava (vor allem ihren Fahrten und dem Triathlon in Frankreich) und frage mich bei ihren Ausfahrten dann immer kopfschüttelnd, wie lange es wohl dauern wird, bis ich diese Power in den Beinen habe. Ganz davon abgesehen ist sie auch noch supersympathisch – und wieder mal witzig, dass man sich in freier Wildbahn über den Weg läuft und anhand der Facebook-Profilfotos erkennt. Haha.

Auf dem Weg zum Schwimmstart habe ich dann an derselben Bank wie letztes Jahr Halt gemacht und mich in meinen Neo gezwängt (alles war doch ein bisschen feucht und Babypuder hatte ich keines dabei, obwohl ich eigentlich nach Packliste gepackt habe, argh…). Im Gegensatz zu letztem Jahr hatte ich ihn allerdings richtigherum an (ja, ich bin 2018 bei meinem ersten Triathlon überhaupt im falschherum angezogenen Neo geschwommen, d.h., der Reißverschluss war vorne und das war nicht wirklich hilfreich beim Schwimmen…). Dann bin ich mit einem ziemlich fetten Grinsen zum See, habe L. nochmal gesehen und die wahnsinnig gute Stimmung genossen. Sogar der Himmel hat sich gnädig gezeigt und ein wenig Blau mitsamt Sonne durch die Wolken blicken lassen. Traumhaft, einfach nur traumhaft!

Nach 1.5 Minuten Alibi-Einschwimmen (dank Kurbeln nach Karlsfeld und Neo-Anzieh-Gymnastik war ich wirklich schon gut warm) ging es dann zum Start, wo sich die erste Herrengruppe um 9:00 Uhr unter Applaus in die Fluten stürzte. Als nächstes sollten dann „alle Starter mit einer weißen Badekappe“ ins Wasser. Ein Blick in die große Runde zeigte noch pink und orange, aber ich sah keine einzige weiße Badekappe. Es stellte sich dann heraus, dass die Weißen die Junioren waren, die mit ganzen drei Mann dann eine eigene Startgruppe bildeten. Und um 9:05 ging es dann auch endlich für die Frauen los.

Rennbericht Triathlon Karlsfeld: Swim

30 Sekunden vor dem Start schickte sich noch eine Entenfamilie an, hundert Meter vor uns den See zu überqueren und der Moderator warf noch die Frage in den Raum, wer wohl schneller sein würde – wir oder die Enten – und dann ertönte die Tröte und es ging los. Ich habe mich ganz links in der vierten Reihe oder so platziert, also noch nicht im Wasser stehend, aber dafür in Ideallinie. Ich komme mit diesen Massenstarts aufgrund meiner Größe wirklich gut klar und habe auch keine Panik, wenn da jetzt jemand über mich drüberschwimmt, also schaue ich, dass ich möglichst wenig Umweg schwimmen muss. Vielleicht platziere ich mich beim nächsten Landstart dann auch ein bisschen weiter vorne, aber ganz vorne macht einfach keinen Sinn, solange ich nicht schneller schwimmen kann.

Die erste Boje war nach wenigen Zügen erreicht, die zweite folgte auch kurze Zeit danach und eigentlich konnte ich von Beginn an sehr gut mein eigenes Ding schwimmen, ohne dass da viel Trubel um mich herum gewesen wäre. Die dritte Boje ganz hinten im See war dann schon bedeutend weiter entfernt, aber ich hatte im Kopf immer den Rhythmus für die Füße (EINS-zwei-drei, EINS-zwei-drei…) und habe versucht, die Körperspannung zu halten, den Armzug und die Rotation sauber durchzuführen und ab und alle paar Züge zu schauen, wo denn der Rest der Meute so entlangschwimmt. Ein paarmal schwamm eine Person aus unerfindlichen Gründen dann direkt rechts neben mir ohne wirklich vorbeizuziehen, so dass ich etwas nach links ausgewichen bin, um wieder mehr Platz zu haben. Nach der dritten Boje ging es dann nach links zur vierten Boje, die wieder relativ fix kam und dann auch schon wieder weg war.

Nach uns war noch eine letzte Startgruppe um 9:10 Uhr ins Wasser losgelassen worden und auf dem letzten Drittel der Strecke überholten mich dann einige wenige Herren aus dieser Startgruppe, die am Ende dann < 25 Minuten geschwommen sind. Damit kann ich leben. Auf dem Rückweg verteilten sich die Leute dann auch ziemlich breit im Wasser, viele schwammen eigentlich viel zu weit rechts außen. Davon habe ich mich ein paar Armzüge lang auch irritieren lassen, bis ich dann die fünfte Boje gesehen habe, die weiter innen und somit genau auf meiner Linie lag.

Zwischendurch zog es dann etwas in der linken Schulter, weil ich hauptsächlich nach rechts geatmet habe. Ja, eigentlich immer Dreieratmung, aber mit dem erhöhten Beinschlagaufwand muss ich tatsächlich mehr atmen und nach ein paarmal nur-links-atmen war die Schulter auch wieder versöhnt. Insgesamt fühlte sich das alles super an und auch nach einigermaßen Tempo, aber ich hatte überhaupt keine Ahnung, ob das – wie in Erding – einfach nur ein Trugschluss ist. Am Ende dann der klassische Fehler: Fünf Meter zu früh mit dem Kraulen aufgehört, keinen Boden unter den Füßen gehabt und dann nochmal neu ansetzen müssen, um ins seichte Gewässer zu gelangen. Ich bin ja groß, aber so groß dann doch nicht. Der Blick auf die Uhr beim aus-dem-Wasser-stapfen zeigte dann 30 Minuten und 14 Sekunden – viel schneller als in Erding und nur 15 Sekunden langsamer als eigentlich geplant war. Und noch dazu hatte ich nur 1489 Meter auf der Uhr statt 1500 – ich weiß zwar nicht, wie ich das hinbekommen habe, aber ich feiere das natürlich. Vorbei sind die Zeiten des Sich-Verschwimmens! Nennt mich Meerjungfrau!

Rennbericht Triathlon Karlsfeld: Bike

Mit dieser Motivation lief es sich dann auch gleich viel besser in die Wechselzone, wo es allerdings eine Minute dauerte, aus dem Neo herauszuschlüpfen. 18°C Wassertemperatur waren zwar super angenehm, aber die Hände waren doch etwas klamm. Neo über das Geländer gehängt, ein paar Schlucke Iso reingepfiffen, Salztabletten und 1x Maurten-Gel in den BH gestopft (ich wollte das einfach unbedingt mal ausprobieren!), Nummernband, Helm, Schuhe, Rad gepackt und ab durch die Mitte.

Nach dem Lauf aus der Wechselzone und über die Zeitmessmatte mussten wir noch ein paar Meter weiter mit dem Rad bis zur Straße laufen (Schuhe mussten in der WZ angezogen werden) und durften dann erst aufsteigen, außerdem war auf den ersten Metern aufgrund der Enge Überholverbot. Insgesamt hat mich das vielleicht zwei Minuten gekostet (auf dem Rückweg dasselbe Spielchen), also bei 46 Kilometern Strecke nicht wirklich dramatisch. Nach ein paar Minuten zog dann auch L. mit geballter RR-Power an mir vorbei und ich konnte ihr nur noch ein „Hey, L.!“ hinterherrufen. So richtig, richtig gut waren meine Beine dann auf dem Rad auch nicht. Nicht schlecht, aber auch nicht sonderlich gut. Es hat für einen Schnitt von 33,5 gereicht, aber den hatte ich in Erding mit Vorbelastung auch. Hm. Im Unterschied zu Erding bin ich aber in der zweiten Runde fast gar nicht langsamer gewesen (weniger als eine Minute Unterschied) und das ist vielleicht gar nicht schlecht.

Das Maurten-Gel ist übrigens… naja. Der Geschmack ist super, die Wirkung spürbar, aber die Konsistenz ist wie Chia-Pudding mit Stückchen. Quasi genauso eklig wie der Drink Mix 160 mit Wasser, das zu viel Kalzium hat (und daher Stückchen erzeugt). Nicht so ganz mein Fall. Dafür hat die Logistik mit dem aus-dem-BH-holen wirklich super funktioniert. Ansonsten verlief der Bikepart komplett ereignislos; enge Wendepunkte sind immer noch nicht so wirklich mein Ding, aber für ein Grinsen hat es auf jeden Fall jedes Mal gereicht.

Der letzte Abschnitt vom letzten Wendepunkt bis zur Abfahrt (man fährt ja auf der B471, das ist schon phänomenal und nicht nur wegen des großartigen Asphalts) verlief rasend schnell und dann war ich irgendwie nach 1:21:00 schon wieder runter vom Bike. Der Himmel blieb trocken, aber die Wolkendecke relativ dicht. Ich hatte mir nichts mehr über den Einteiler angezogen, weil es nicht wirklich kalt war und ein bisschen kühl war absolut okay.

Rennbericht Triathlon Karlsfeld: Quarktaschen! Äh, Run!

Mit dem TT dann wieder Getrippel durch die Wechselzone, an den Platz, Iso genippt, Socken & Schuhe an, PowerBar PowerGums in die Hand, Visor und Sonnenbrille auf und ab auf die Laufstrecke. Mein Nummernband saß erst zu eng und hat sich dauernd wieder nach hinten gedreht und dann ging der Verschluss irgendwie kaputt, so dass es am Ende zu locker um meine Hüften schlabberte, aber das sind wirklich First-World-Problems.

Ich habe wieder bewusst erst einmal überhaupt gar nicht auf die Uhr geschaut, sondern nur versucht, meine sich gut anfühlenden Beine auf Tempo zu bringen und die Herzfrequenz von „gemütlich GA1 auf dem Bike“ zu „jetzt aber hopp!“. Bei Kilometer vier habe ich das erste Mal auf die Uhr geschaut und sie lag bei um die 160 – Sweet Spot, bzw. so hoch, dass das Tempo im Normalfall auch passen müsste. Und ja, das spürte ich in den Beinen, aber ich wollte unbedingt das schlechte Ergebnis aus Erding wettmachen, also bin ich einfach in dem HF-Bereich weitergelaufen, ohne auf die Pace zu schauen. Bei zwei Runden kommt man zweimal an zwei Verpflegungsstationen vorbei und ein paar Schlucke Wasser waren mit ein paar der PowerGums und ein paar Salztabletten genau richtig. Der einzige Hügel auf der Laufstrecke ist eine Brücke (das Segment heißt „Brücke des Schreckens“, haha) und da geht die Pace bei mir zumindest natürlich etwas runter, aber ansonsten ging es einfach stur dahin.

Die Laufstrecke hat ein bisschen Gras, ein bisschen Tartanbahn im Stadion, viel Kies und viel Asphalt, ist also überwiegend gut zu laufen. Wenn ich jetzt nachträglich die Paceverteilung ansehe, dann sehe ich, dass ich auf den Kilometern mit den Grasabschnitten in der Mitte etwas langsamer war, was auch an den engen Kurven und dem Wendepunkt im Stadion liegt. Und dann war die zweite Runde irgendwie auch schon vorbei und ich bin ins Ziel und da standen sehr, sehr viele Menschen – Athleten, Zuschauer, Helfer. Auf den letzten Metern sind noch ein paar Leute an mir vorbeigesprintet (einschließlich zweier Herren, die anscheinend irgendwas mit einander auszutragen hatten), aber ich wollte den Einlauf (also diese Art von Einlauf!) dann lieber genießen. Und siehe da: Am Ende kamen die schnellsten 10 Kilometer dabei heraus, die ich in einem Triathlon bis dato gelaufen bin mit einer Durchschnittspace von 5:17, wobei sich alle Kilometer im Bereich von 5:08 und 5:25 bewegten. Ich hatte diese Woche und eben auch heute wirklich eher Laufbeine als Radbeine und bin mit dem Ergebnis wirklich happy!

Natürlich ging es danach dann direkt zum Erdinger-Alkoholfrei-Stand und zum üppigen Kuchenbuffet, wo es mir besonders die Quarktaschen angetan hatten (ohne Zucker obendrauf, genial). Nach Kuchen, Atmosphäre-aufsaugen und Bier/Wasser bin ich dann in die WZ, habe in aller Ruhe meine Sachen gepackt, mit ein paar anderen Frauen noch ein Resümee gezogen und bin dann entspannt zurück nach Hause gekurbelt. Das Finisher-Geschenk war diesmal eine Kappe:

Rennbericht Triathlon Karlsfeld: Aftermath

Insgesamt bin ich in meiner AK auf Platz 6 von 14 gelandet (L. war viereinhalb Minuten schneller als ich, bitte hier ein breites Grinsen dazudenken) und bei den Frauen auf Platz 40 von 88 – viel besser als Erding und verhältnismäßig auch besser als sonst. Die genauen Platzierungen auf Basis der Zwischenzeiten habe ich mir noch nicht ausgerechnet, aber ich für mich selbst bin erst einmal im Rahmen meiner Fähigkeiten zufrieden und hoffe, dass sich der Trend vor allem beim Laufen jetzt fortsetzt.

Apropos Laufen: Nachdem ich einen dermaßen großen, kucheninduzierten Sugar Rush hatte, bin ich zuhause dann nochmal in meine Laufschuhe gefallen (huch, wie konnte das passieren!) und sieben Kilometer sehr, sehr langsam und locker ausgelaufen… nur um danach dann nochmal zu essen, haha. Race Day = Cheat Day, falls ich das nicht schon einmal hier erwähnt habe. Dank des Kuchens hatte ich dabei allerdings relativ unangenehmes Seitenstechen – aber hey, der Kuchen war die Strapazen wirklich wert. Vielleicht war ich deshalb beim Laufen einen Touch schneller als sonst. Und vielleicht hätte ich vor dem Nachmittagslauf auf den Plan für morgen schauen sollen, denn da steht auch erst einmal Laufen drauf – aber das kriege ich hin, auch wenn die Beine morgen vielleicht nicht ganz so flott unterwegs sind.

In diesem Sinne: Bis nächsten Sonntag – und hier nochmal der friendly reminder: Lustiges mit Bildern & Videos gibt es regelmäßig auf meiner brandneuen Facebook-Seite – jetzt liken oder followen und zweimal täglich etwas zum Schmunzeln in der Timeline haben:

 

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