Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 48: Langes Solo

Am liebsten würde ich den Blog heute zum Bilderbuch machen, denn das Wetter seit Freitag war wirklich bilderbuchmäßig schön und ich habe endlich wieder mehr Bilder im Arsenal als ich pro Beitrag guten Gewissens auf die Seite ballern kann (yeah, Vorrat für den Winter sammeln, quasi wie Eichhörnchen nur ohne Nüsse). Aber obwohl ein Bild mehr spricht als tausend Worte, bin ich dann doch zu sehr Labertasche, als dass ich die Bilder einfach nur für sich sprechen lassen könnte. So viel zum philosophischen Teil der Woche, gehaltvoller wird es heute nicht mehr, versprochen.

Wenn es euch wie mir geht, dann seid ihr vom Wochenende ohnehin auch so platt, dass selbst die Montagsleser ihr Gehirn noch nicht mit allzu viel Text strapazieren wollen. Nein, das liegt nicht daran, dass ich oder der Dunstkreis der Personen, die ich zu meinem weiteren Strava- und Facebook-Umfeld zählen darf, am Wochenende immer hemmungslos saufen und bis in die frühen Morgenstunden feiern. Das liegt vielmehr daran, dass wir in den frühen oder späteren Morgenstunden an den Wochenenden jetzt endlich wieder zu richtig langen Touren auf dem Rennrad oder per Pedes ausbrechen aufbrechen können – zumindest, solange das Wetter uns holde gesonnen ist (Wortspiel, Wortspiel!). Warum macht man das? Aus Jux und Tollerei erstens und manchmal eben auch mit einem konkreten Ziel; in meinem Fall ein Ironman-Langdistanz-Triathlon im Jahr 2020. Und weil Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, freue ich mich schon seit knapp einem Jahr mit wöchentlichen Trainings-Update-Posts auf diesen glorreichen Tag in der Zukunft; und jeder, der nicht bei drei seinen Laptop zugeklappt hat, ist dazu verdammt, das alles zu lesen: Woche 47, Woche 46Woche 45Woche 44Woche 43Woche 42Woche 41Woche 40Woche 39Woche 38Woche 37Woche 36Woche 35Woche 34Woche 33Woche 32Woche 31Woche 30Woche 29Woche 28Woche 27Woche 26Woche 25Woche 24Woche 23Woche 22Woche 21Woche 20Woche 19Woche 18Woche 17Woche 16Woche 15Woche 14Woche 13Woche 12Woche 11Woche 10Woche 9Woche 8Woche 7,  Woche 6Woche 5Woche 4Woche 3Woche 2Woche 1 und Tag 1. Oder noch einfacher mit einem Klick auf diesen Link für einen zufälligen Post.

Werbung, aber noch ohne Zeitmaschine

An bekannter Stelle wieder die bekannte Werbung. Ganz konkret habe ich jetzt angefangen, Geld für den Ironman 2020 und für ein oder zwei Trainingslager nächstes Jahr zurückzulegen – und freue mich wie immer über Unterstützung zur Umsetzung meiner finanziellen Ziele. Ein Klick auf das obige Bild führt zu meiner PayPal.me-Seite mit der Möglichkeit, mich mit einer Einmalzahlung flugs zu sponsern. Wer Lust hat, kann meinen Lagerbestand auf eBay reduzierenmir mit Material von meiner Amazon-Wunschliste aushelfen, über meine Amazon-Affiliate-Links Produkte für sich selbst kaufen (zum Beispiel Knochenschall-Kopfhörer, um die ich auch schon seit ein paar Tagen herumschleiche), mich als Freiberuflerin anheuern, meine Fragen auf Quora anklicken und beantworten, meinen Stevens-Crosser auf listnride ausleihen oder mit mir trainieren (in München oder sonstwo). Falls jemand einen Satz Laufräder (mit wohlklingendem Freilauf) für mein TT (Felgenbremsen) günstig abzugeben hat, bitte ebenfalls gerne melden. Auf Wunsch namentliche Erwähnung (oder nicht). Besten Dank!

Frühling! Yeah!

Knochenschall, Anmeldungen und Freilaufsound

Die Überschrift „Langes Solo“ bezieht sich – so viel darf ich ein paar Absätze zuvor wohl spoilern – auf eine Soloausfahrt, die mir am Samstag Glücksgefühle und einen ziemlich strapazierten Hintern verschafft hat. Zwar ist man generell sehr damit beschäftigt, die Natur und verrückt herumlaufenden Menschen zu beobachten, oder sich nicht von Autos / LKWs erschrecken zu lassen, die das mit dem Abstand von 1,50 Metern noch nicht so ganz gerafft haben, aber zwischendurch hätte ich mir doch ein bisschen Musik oder einen Podcast im, oder am Ohr gewünscht. Aus Gründen der Lebensgefahr habe ich beim Radfahren nie Stöpsel im Ohr und ein auf Lautsprecher gestelltes Handy ist mit Sicherheit auch kein adäquates musikalisches Vergnügen. Aber es gibt ja immer wieder etwas Neues, für das man sein Geld ausgeben kann: Hat jemand Erfahrungen mit diesen Bone Conducting Headsets, die Sound per, äh, „Knochenschall“ übertragen? Auf Amazon kann man für die Dinger zwischen 35 und 150 Euro ausgeben und es juckt mich schon sehr in den Fingern, so etwas auch einmal auszuprobieren. Allerdings sollen die Dinger ziemlich schnell verrutschen und dann ist der Sound passé – bleibt abzuwarten. Ich werde berichten, wenn ich mich denn mal für ein Modell entschieden habe (und das eher im Bereich von 35 als von 150 Euro).

Mit dem Beginn der Rennsaison beginnt auch die Anmeldungssaison. Die Anmeldungen für Erding am 23. Juni und Karlsfeld am 14. Juli sowie für den 3MUC Triathlon am 25. August sind offen und ich habe mich für die ersten beiden schon einmal angemeldet (jeweils OD). Mit dem 3MUC warte ich noch ein bisschen (aktuell sind auch noch 370 Plätze verfügbar), weil ja am Wochenende danach die LD in Köln stattfindet und ich nicht ganz sicher bin, ob eine OD eine Woche zuvor ins Taperingkonzept passt (von dem ich noch keine Ahnung habe, weil ich noch nie ernsthaft getapert habe… lohnt sich bei ODs ja auch nicht). Ich werde bei den ODs mit Sicherheit nichts Großes reißen, weil ich keine Sprinterin bin, sondern eher den Motor für die lange Ausdauer habe, aber geil wird es trotzdem. Wie wir in Bayern sagen: i gfrei mi!

Und dann wäre da noch die Sache mit den Laufrädern. Ich habe es am Samstag wieder sehr deutlich gemerkt: Ein lauter Freilauf ist fast noch besser als eine Klingel (die ich natürlich nicht am Rennrad führe). Mein Arcalis schnurrt so verdammt wunderschön sonor und hell, dass ich einfach nur ein paar Sekunden nicht treten muss und schon habe ich die Aufmerksamkeit eventuell vor mir den Radweg blockierender Verkehrsteilnehmer, die nicht Kfzs sind. Bei meinem TT ist das leider nicht ganz der Fall, da es im Freilauf quasi überhaupt keinen Mucks von sich gibt. Und natürlich sind die Standardfelgen auch nicht das Nonplusultra in Sachen Aerodynamik. Deshalb: Neue Laufräder sollen dieses Jahr irgendwie den Weg an meine weiße Rakete finden. Schade eigentlich, dass auf den Websites der Hersteller keine Soundbeispiele des Freilaufs zu hören sind, das wäre für mich ja das ultimative Kaufkriterium. Falls jemand also einen Satz übrighat (es müssen auch nicht gleich die Hardcore-80mm-Dinger sein und gerne mit Alubremsflanken für mich Schisser), dann gerne her damit!

Noch mehr Frühling!

Planung für das heimatliche Trainingslager

Ich fiebere ja schon meinem zweiwöchigen Heimattrainingslager mit reduzierter Arbeitsworkload entgegen, das bei hoffentlich gutem Wetter vom 8.4. bis zum 20.4. stattfindet (am 21.4. geht es ab in den Flieger Richtung Insel zur Recovery Week). Nun habe ich mal die zwei Wochen via TrainingPeaks mit Einheiten befüllt und komme summa summarum auf 25 Schwimmkilometer (das ist pro Woche auch nur einer mehr als aktuell), dafür aber 150 Laufkilometer (aktuell sind es eher 50 pro Woche, das wäre also eine Steigerung) und… bis zu 1.000 Kilometer auf dem Rad. Hoppla. Das ist ein bisschen viel. Und Erholungstag ist da auch keiner mit drin. Umso besser, dass der fantastische Coach da wohl noch viel streichen und umbauen wird. Trotzdem wären 1.000 Kilometer in zwei Wochen natürlich geil, denn laut Strava hinke ich meinem aktuellen Saisonziel von 11.000 Kilometern 1.676 Kilometer hinterher. Oh Gott! Drama! Anyways; ich bin gespannt, was das Trainingslager dann tatsächlich ergibt und ob ich es schaffe, mich diesmal nicht so komplett abzuschießen wie auf Lanzarote. Eine ganz besondere Challenge habe ich mir für den 20.4. vorgenommen: 180 Kilometer auf dem TT. Das Ganze megaflach und in Loops, die immer bei einem Kiosk samt Bäckerei enden, damit ich zwischendurch ordentlich Energie reinschaufeln und zur Not auch abbrechen kann. Die Strecke gibt es hier, falls jemand ganz oder teilweise mitfahren möchte.

Das mit der Begeisterung für die 180-Kilometer-Challenge üben wir nochmal

Load Week 3/3

So, jetzt aber zum Training der Woche. Nach dem intensiven Training vom Wochenende und einer – pardon – mal wieder beschissenen Nacht war ich am Montag komplett Matsch. Für die lange Schwimmeinheit und eine Stunde kraftloses Pedalieren auf dem Spinningbike (schlechtes Wetter sei Dank) hat es gereicht, aber das Nachholen der Krafteinheit, die ich am Sonntag zugunsten der TT-Ausfahrt habe sausen lassen, hat energietechnisch überhaupt nicht funktioniert. Schlecht schlafen ist wirklich die absolute Höchststrafe und ich hoffe, dass es diesmal nicht wieder ein Dreivierteljahr dauert (wie 2014/2015), bis ich wieder gut schlafen kann. Das mit der Zeitumstellung dieses Wochenende hilft natürlich auch nicht gerade dabei, die Sache mit dem Schlaf in den Griff zu bekommen. Ich schlafe sogar trotz Melatonin, Baldrian UND Schlaftablette schlecht, das muss man auch erstmal schaffen. Wäre ja fast Anlass, sich als medizinisches Wunder bei diversen Kliniken für Genexperimente zur Verfügung zu stellen. Würde ich sofort machen, wenn ich nicht trainieren müsste. Tja, schade, liebe Menschheit!

Los ihr Bäume, auch ihr wollt endlich für den Frühling blühen!

Am Dienstag ging es mir ähnlich bescheiden, so dass ich nach der Schwimmeinheit (viele Kicks) und den halbherzigen Spinningradintervallen (ja, immer noch schlechtes Wetter) auch keine Ambitionen mehr hatte, schön Gewichte zu stemmen. Möglicherweise hängt der schlechte Schlaf auch mit der geballten Ladung Medikamente zusammen, die ich jetzt morgens und abends einnehme, um meinem Körper energietechnisch endlich auf die Sprünge zu helfen. Bei der Menge an Tabletten brauche ich morgens definitiv kein Frühstück mehr – aber wenn es helfen soll, dann zieht man sich das Zeug eben rein.

Am Mittwoch stand dann Krafttraining auf dem Plan, sowie eine 60-minütige Laufeinheit mit einem Tempoblock. Ich musste durfte zu meiner großen Bestürzung Freude (ähem) feststellen, dass die Vantage V mich seit meinen beiden Draußenläufen letzte Woche jetzt nicht mehr schneller als das Laufband macht, sondern – wie der V800 davor – langsamer. Argh. Anscheinend hat das Ding letzte Woche gelernt, dass ich verhältnismäßig kleinere Schritte mache als meine Schrittlänge eigentlich zulassen würde. Aber ich muss ja glücklicherweise niemandem etwas beweisen und kann in aller Ruhe auf meinen 75% Energieleistung langsam herumkrebsen. Immerhin hat das Tempointervall tatsächlich überhaupt geklappt. Langsamer als eigentlich erwünscht, aber dafür länger als gefordert. So ähnlich war es dann auch am Donnerstag: Lange Schwimmeinheit und dann Hill Repeats auf dem Laufband. Statt 5×3 Minuten habe ich 6×3 Minuten gemacht – also wieder tendenziell zu langsam, aber wieder besser so als zwischendurch versagen.

Nein, ich bin nicht hier geschwommen.

Am Freitag war das Wetter endlich wieder sonnig und warm genug, um das Training größtenteils nach draußen zu verlegen. Nein, auf 4 Kilometer Draußenschwimmen habe ich dankbar verzichtet, dafür dann das TT geschnappt und etwas länger als die geforderte Stunde den flachen Norden terrorisiert. Ein Ziel des Heimat-TLs wird es sein, mit dem TT auch mal hügelig zu fahren. Davor habe ich großen Respekt, denn Felgenbremsen und hohe Geschwindigkeit kann ich noch nicht so ganz vereinbaren, oder Klettern und TT. Aber das ist wohl einfach eine Frage der Übung und des gesunden Menschenverstands samt angebrachter Vorsicht beim Herumkurven. Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut (…aber niedergebrannt, vielleicht ist der Spruch an dieser Stelle pädagogisch doch nicht so wertvoll…).

Apropos Gefahren. Bei diesem ShorTTy (Wortspiel, Wortspiel!) bin ich eine Landstraße westlich der Isar entlaggefahren, die ein bei Strava als „gefährlich“ markiertes Segment beinhaltet. Das wusste ich zuvor nicht, weil ich die Strecke tatsächlich spontan gefahren bin (das mache ich nur, wenn ich mir absolut sicher sein kann, dass ich mich nicht verfahre… denn ja, auch mit Polar V650 kann man sich ich mich verfahren). Der Streckenabschnitt war allerdings tatsächlich gefährlich: Viele LKWs, die mit wenig Abstand an einem vorbeibrausen, kein Radweg, kein nennenswerter Seitenstreifen und noch dazu relativ viel Wind. Werde ich also nicht noch einmal fahren. Das Schöne an dieser und den anderen TT-Fahrten war allerdings dann wieder, dass jedes Mal bislang mindestens ein Pokal für mich herausgesprungen ist. Das klingt blöd, aber aktuell ist das eine riesengroße Motivation für mich, die mir zeigt, dass es gesundheitlich langsam doch bergauf geht.

Diese Schuhe haben ihre besten Zeiten wohl jetzt auch hinter sich. Oder trägt man jetzt auch beim Laufschuh Cut-Outs?

Danach ging es noch für einen Koppellauf in die heimatlichen Isargefilde, der dann natürlich wie immer ohne Pokale. Haha. Statt 60 Minuten bin ich dann auch nur 47 gelaufen, weil meine Beine genug hatten und ich tatsächlich auch etwas flotter dran war als letzte Woche und das entsprechend gespürt habe. Immer noch nicht wieder schnell genug als dass mein Ego es zuließe, die Einheiten auf Strava öffentlich zu schalten (das mache ich erst, wenn ich wieder bei <5:20 min/km bin…), aber besser als letzte Woche und das (beschissene yolo-)Motto „beat yesterday“ steht momentan ganz fett auf meiner Stirn geschrieben.

Langes Solo am Samstag

Von dem oben genannten Motto angetrieben war dann auch die Schnapsidee, die mich am Freitag euphorisiert dazu angeleitet hat, eine etwas längere Solorunde auf dem RR für den Samstag zu planen. Zur Erinnerung: Vor zwei Wochen war ich nach 100 Kilometern halbtot, letzten Samstag habe ich die 128 nur deshalb überlebt, weil ich nach dem Ende meiner Kräfte nicht noch mehr abkürzen konnte. Natürlich ist es da die allerbeste Idee, gleich mal eine schöne Tour mit 160 Kilometern als Solofahrt einzuplanen. Die Abkürzungsmöglichkeiten wären zwar da gewesen, hätten mir aber auch nur 20 Kilometer insgesamt eingespart. Wie gesagt, eine ziemliche Schnapsidee, aber laut komoot waren es auch nur 850 Höhenmeter auf 160 Kilometer und ich hatte mir ein feines Café nach ca. 95 Kilometern für eine Refuel-Pause herausgesucht. Alright.

Me, myself & I: Samstags-Solo

Um halb neun habe ich das Warten auf wärmere Temperaturen dann nicht mehr ausgehalten (und so kalt war es dank Sonne gar nicht) und bin losgekurbelt. Wie immer bei neuen Strecken muss ja irgendwas auch schiefgehen – in diesem Fall ein kleines Matsch-und-Gravel-Segment relativ am Anfang, das ich mit dem Crosser letztes Jahr im April einige Male gefahren bin, als ich nach Poing gegravelt bin (und ja, auch den Wildpark dort mit der Greifvogelschau besucht habe… hatte ich das eigentlich jemals erwähnt? Besonders denkwürdig war daran übrigens, dass eines der rehartigen Tiere im Wildgehege dort meinen gesamten Unterarm bei der Fütterung wegen des Salzes vom Schwitzen abgeschlabbert hat, hach ja, das sind schon die besonderen Momente im Leben). Danach ging es dann erfreulich reibungslos, von ein paar missverstandenen Kurven und einem Paris-Roubaix-Kopfsteinpflasterabschnitt in Dorfen mal abgesehen.

Ansonsten erwähnenswert wären noch die Menschenmassen, die durch Markt Schwaben geströmt sind; ich konnte leider nicht erkennen, was genau da gefeiert wurde und bin aktuell auch zu faul müde, um es zu googeln. Der kurze Abschnitt des Vilstal-Radwegs, den ich mit einer abkürzbaren Schleife eingebaut hatte, war dann der erste Ort, an dem mir andere Rennradler begegnet sind – die ganze Zeit zuvor war dort im Nordosten keine Menschenseele auf dem Rad zu sehen, das war fast schon unheimlich. Ebenso unheimlich war ein durchaus netter Autofahrer samt Sohn auf dem Beifahrersitz, der neben mir langsam herfuhr und mir sagte, ich sei von hinten kaum zu sehen. Daraufhin ist mir nur ein höchst intelligentes „Oh!“ eingefallen und er fuhr weiter. Okay, ich hatte eine schwarze Weste, schwarze Bib und schwarze Armlinge an. Aber die Ärmel meines Trikots waren immerhin schwarzweiß, die Weste hat einen Reflektorstreifen, mein Rad ist silberfarben und rot, mein Helm ist weiß und… ganz ehrlich, 1,85 auf dem Rennrad sind jetzt nicht so wahnsinnig leicht zu übersehen. Oder?

Nach mehr als zwei Stunden gab es dann (nach dem Tablettenfrühstück samt ungesundem, aber zuckerfreiem Energydrink am Morgen… ja, die Killerkombi Schlaftabletten und Energydrink ist natürlich genau das, was man machen sollte, wenn man clean essen und die Leber entlasten möchte) bei Kilometer 61 zwei Bananen und den ersten Energiecheck. Soweit, so gut. Bis Kilometer 90 verlief die Zeit dann wie im Flug, und dann kam auch schon das heiß ersehnte Café mit einem wirklich sagenhaften, ganz frischen Käsekuchen mit Mohn und Mandarinen, dazu ein doppelter Espresso, ein alkoholfreies Helles (Bayern halt) und ein Macaron au Pistache, weil Macarons einfach immer gehen. Das alles bei Königswetter und auf weiter Flur komplett einsam ohne Kontakt zur Außenwelt.

Leckerer Zündstoff für die letzten 62 Kilometer

Insgesamt habe ich auf den etwas weniger als 7 Stunden unterwegs auch nur 25 Rennradler gesehen (das Gros dann auf der kuchenbefeuerten Rückfahrt), außerdem eine winzige Kutsche mit zwei winzigen Mädchen, die von einem winzigen Pony gezogen wurde, sowie alles, was das Landleben eben so ausmacht: düngende Landwirte, chillaxende Halbwüchsige, rücksichtsvolle Traktorfahrer, rücksichtslose SUV-Fahrer und viel, viel, viel Natur. Die letzten 25 Kilometer waren dann wieder ein bisschen Überlebenskampf. Natürlich hätte ich nochmal anhalten können, aber da hat sich der Sturkopf durchgesetzt und ich war trotz allem auch zu dem Zeitpunkt noch total im Flow (nur mein Hintern nicht, aber das kennen wir doch alle zu Saisonbeginn). Ich bin übrigens komplett perplex, dass ich trotz langsamem 25er Schnitt acht Pokale geholt habe – und nein, nicht nur in der Stadt und nicht nur bergab. Ich bin auch diesmal am Ende der Tour in meiner Einfahrt nicht aus den Latschen vom Rad gekippt und war nicht völlig zerstört. Sind das nun wirklich subtile Zeichen dafür, dass es bergauf geht und ich vielleicht nicht mehr bei 75%, sondern schon wieder bei 80% meiner Leistungsfähigkeit angelangt bin? Huiuiui, es wird spannend…

Spannend war dann auch die Frage, wessen Beine ich für den langen Lauf am Sonntag wohl verwenden könnte. Ich bin mit dem ambitionierten Gedanken ins Bett gegangen, nach dem langen Lauf auch wieder eine kurze TT-Runde zu drehen, aber dann so zerschossen und müde aufgewacht, dass irgendwie klar war, dass nach dem Lauf nichts mehr drin sein wird. Vielen Dank, liebe Zeitumstellung, falls Du da irgendwie mitverantwortlich bist. Bevor ich zu dem weniger glorreichen Lauf komme, muss ich mal kurz den Akku der Vantage V loben: Nach den sieben Stunden waren maximal 30% weg – und ja, ich habe die Vantage V mitunter auch genau wegen dieser Akkuleistung gekauft, damit sie auch bei 12 Stunden Ironman garantiert alles für Strava aufzeichnet.

So. Laufschuhe geschnürt, Sonnenbrille für das Pokerface aufgesetzt und losgetrottet. Die ersten 20 Minuten bleh, die folgenden 80 Minuten in Ordnung, die letzten 20 Minuten Überlebenskampf. Okay, ich hatte vier Monate Laufpause und okay, ich bin nicht voll funktionsfähig und okay, die Vorbelastung vom Samstag war nicht zu verachten, aber… Hm, wobei: kein Aber. Völlig verständlich, dass das keine PB werden würde. Aber: durchgezogen. Und sogar 4 Sekunden pro Kilometer schneller als letzten Sonntag. Ich würde sagen: Es wird. Ganz langsam.

Und jetzt: Recovery Week!

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