Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 38: Intermittierendes Fasten und Motivationskicks

Was hat intermittierendes Fasten mit dem Triathlontraining und was haben Motivationskicks mit dem Prokrastinieren zu tun? Jede Menge, zumindest in meinem Kopf. Außerdem schlage ich nach der dritten FTP-Builder-Load-Week nochmals den Bogen zum Kurbeln, bis die Beine brennen – und was einem sonst noch so alles weh tun kann. Denn irgendwie muss man die Zeit bis zum Trainingslager ja herumkriegen!

Keine Sorge, bei einer Sache wird keinesfalls gefastet: bei den Schachtelsätzen und den Gedankensprüngen. Davon gibt es heute auf jeden Fall wieder ein paar, obwohl mein Gehirn vom Powerwochenende doch ziemlich platt ist. Aber ich habe mir das ja so ausgesucht und bin diese Woche prokrastinierenderweise wieder auf viel motivierendes Material gestoßen, so dass die schlappen grauen Zellen wieder ordentlich befeuert werden. Besagtes Motivationsmaterial ist zwar triathlonspezifisch, aber nicht nur für den Triathlon gut. Denn wie ich schon in meinem (bisher einzigen) Buch geschrieben habe (WERBUNG!), kann man die Philosophie des Sports auch prima auf die Karriere übertragen – und natürlich vice versa. Deshalb können auch diejenigen, die nichts mit dem verrückten Projekt Triathlon-Ironman-Langdistanz am Hut haben, gerne weiterlesen und sich den einen oder anderen Motivationskick abholen. Wenn dann die Motivation so richtig überhandnimmt, hätte ich noch knapp 60.000 weitere Worte im Angebot in Form von 37 (+1) weiteren Wochenbeiträgen zu meinem Projekt Iron(wo)man: Woche 37, Woche 36Woche 35Woche 34Woche 33Woche 32Woche 31Woche 30Woche 29Woche 28Woche 27Woche 26Woche 25Woche 24Woche 23Woche 22Woche 21Woche 20Woche 19Woche 18Woche 17Woche 16Woche 15Woche 14Woche 13Woche 12Woche 11Woche 10Woche 9Woche 8Woche 7,  Woche 6Woche 5Woche 4Woche 3Woche 2Woche 1 und Tag 1.

Werbung, aber noch ohne Zeitmaschine

Wenn ich richtig gerechnet habe (und alles nach Plan läuft – wobei das ja sowieso nie der Fall ist), dann findet meine Ironman-Langdistanzpremiere spätestens in Woche 115 bis 120 statt – also Frankfurt oder Hamburg 2020. Wobei so ein Destination Race ja auch spannend wäre und da gäbe es Ende 2019 noch ein paar Kandidaten. Budgettechnisch ist der Ironman aber so oder so eine Herausforderung. Deshalb schwenke ich auch diese Woche das Fähnchen mit dem Aufruf zur spontanen Unterstützung eines langfristig angelegten Projektes. Ein Klick auf das obige Bild führt zu meiner PayPal.me-Seite mit der Möglichkeit, mich mit einer Einmalzahlung flugs zu sponsern. Wer Lust hat, kann meinen Lagerbestand auf eBay reduzierenmir mit Material von meiner Amazon-Wunschliste aushelfen, über meine Amazon-Affiliate-Links Produkte für sich selbst kaufen (zum Beispiel die unglaublich leckeren Protein-Pancakes von ä), mich als Freiberuflerin anheuern, meine Fragen auf Quora anklicken und beantworten, meinen Stevens-Crosser auf listnride ausleihen oder mit mir trainieren (in München oder sonstwo). Auf Wunsch namentliche Erwähnung (oder nicht). Besten Dank!

Von der Prokrastination zur Triathlon-Motivation

Heute versuche ich es auch einmal ganz exotisch mit Zwischenüberschriften, weil mein SEO-Tool mir seit 38 Wochen damit an die Gurgel geht, dass meine Posts so schrecklich unlesbar sind, weil ich sie nicht anständig mit Zwischenüberschriften unterteile und mein Keyword regelmäßig nach dem ersten Absatz völlig links liegen lasse. Okay, here we go: Diese Motivationskicks fürs Triathlontraining habe ich vergangene Woche gefunden, während ich fein vor mich hin prokrastiniert habe.

Einmal gäbe es da einen kleinen Motivationsschub, in der Woche vom 21. Januar bis zum 27. Januar mal so richtig viel zu schwimmen. Denn der triathlon.de-Store hat eine SchwimmChallenge ausgerufen – wer die meisten Meter kommende Woche schwimmt, gewinnt eine schicke Schwimmbrille. Challenge accepted – nächste Woche ist ja ohnehin Recovery Week, also paddle ich einfach ein bisschen mehr vor mich hin und schaue mal, wie viel bis zum 26. Januar so zusammengeht, bevor ich mich in den Flieger nach Lanzarote setze (YEAH, YEAH, YEAH!).

Apropos Lanzarote. Da tummelt sich ja nach wie vor die gesamte Weltklasse der Triathletinnen und Triathleten, wenn man mal durch mein Instagram-Following scrollt. Da sieht man dann zum Beispiel, wie Matt Russell in einer Bucht schwimmt, die direkt aus dem Paradies stammt. Oder man stellt an Michelle Vesterby mal eben die doofe Frage, wie sich denn der baby bump auf die Wasserlage auswirkt. Oder man stößt zufällig auf den Hinweis, dass Lucy Charles und Anne Haug eine kleine Pressekonferenz im Club La Santa geben, die live auf YouTube übertragen wird und dort jetzt auch noch angeschaut werden kann. Als #fangirl bin ich natürlich hin (und dafür nicht zur Zwift x Wahoo Deutschlandtournee, aber dazu gleich noch mehr) und habe zwei Fragen gestellt:

  1. Welche drei Tipps würden Lucy und Anne Anfängerinnen geben, um in ihrer jeweiligen Paradedisziplin besser zu werden?
  2. Haben sie jemals ans Aufgeben gedacht und wie überlisten sie ihren Kopf, wenn es im Rennen wirklich hart wird?

Zur ersten Frage war die Quintessenz: Consistency, technique und ein Squad, mit dem man gemeinsam trainieren kann (Schwimmen), bzw. es nicht mit dem Laufen übertreiben zwecks Verletzungsgefahr (haha, davon kann ich ja ein Lied singen). Zur zweiten Frage waren die Antworten sogar noch grandioser: Lucy sagte, sie denkt dann immer an die fünf härtesten Trainingseinheiten, die sie in der Vorbereitung auf das Rennen gemacht hat und wechselt somit quasi die Perspektive. Anne sagte, dass es erstens immer gute und schlechte Stunden gibt und dass man einfach durchhalten muss, bis das Tief vorbei ist. Außerdem ist es auch ein Zeichen von Respekt für die anderen Athleten, dass man nicht aufgibt, sondern es durchzieht und zulässt, dass die anderen, die eben einen besseren Tag erwischt haben, einen besiegen. Großartige Einstellung. Ans tatsächliche Aufgeben haben die beiden übrigens noch nie gedacht. Womit sich für mich wieder einmal bestätigt, dass die mental stärksten Frauen wirklich im extremen Ausdauersport zu finden sind. Ich hatte Zeit meines Lebens tatsächlich nie spezifische Frauen als Vorbilder, außer vielleicht Gertrude Stein, weil ich ihre Künstlersalons ziemlich spannend fand – aber das spielt auf einer ganz anderen Ebene. Aber seitdem ich dieses Triathlonzeug mache, stoße ich auf so viele starke und inspirierende Frauen, die dabei weder divenhaft noch sonstwie abgehoben sind, dass ich mich wirklich zu einem Fan entwickle. Klar, tolle Triathleten gibt es natürlich auch, aber Frauen sind dann einfach für eine Frau mehr relatable.

Apropos Triathleten: Im Club La Santa gab es am Freitag auch noch ein Q&A mit Patrick Lange und Andreas Dreitz, das kann man ebenfalls hier auf YouTube abrufen. Und wenn wir schon auf Lanzarote und bei den Triathleten sind, dann wäre da noch ein Link zu einem YouTube-Video zu einem Trainingstag mit Sebastian Kienle. Bevor ich das Video gefunden hatte, habe ich irgendwo einen Clip von ihm gesehen, in dem er auf einem dieser großen Swiss Balls balanciert und einen kleineren Ball fängt / zurückwirft – und irgendwann knallt er dann auf den Boden, da setzt doch tatsächlich kurz mal der Atem aus, weil man sich Sorgen macht, dass dabei wieder irgendwas passiert. Also, ich zumindest.

Ach ja, und NOCHMAL apropos Lanzarote: Ich hoffe, dass ich jetzt nicht das gesamte schlechte Karma der Welt anziehe, wenn ich mich mal kurz freue, dass Deutschland eine Kältewelle bevorsteht (wenn man dem Wetterdienst glauben darf), während ich mich bei 18°C über humanere Gegebenheiten auf Lanza freuen darf. Aber meiner Leserschaft kommt das ja auch insofern zugute, als es dann endlich mal wieder ein paar schönere Fotos geben wird außer München im Winter.

Motivierend fand ich vergangene Woche auch die Berichterstattung über die Sixdays Bremen. Ich bin mehr durch Zufall durch endloses Prokrastinieren auf Facebook überhaupt erstmal auf diese Bahnrennen-Events gestoßen und habe einige Artikel dazu verschlungen, wie dort die Atmosphäre ist, wie sich die Kultur des Bahnradfahrens entwickelt hat und wer das heute überhaupt noch macht. An sich schon einmal sehr faszinierend, aber so richtig ist mir die Spucke weggeblieben, als ich RobertQuadzillaFörstemann entdeckt habe, dessen Oberschenkel wahrscheinlich einen eigenen Platz im Flugzeug brauchen (die anderen Fotos in der Serie sind ebenfalls krass). Gefunden habe ich den über das Video mit dem seltsamen Namen CYCLIST vs TOASTER. Klingt komisch, ist aber auch ziemlich cool, allein schon wegen der Idee. Mein Toast wäre wahrscheinlich einfach nur minimal erwärmt. Förstemann ist übrigens dann leider bei den Sixdays aufgrund eines Materialfehlers mit 70 km/h (WTF?!) verunglückt, aber er ist glücklicherweise mit ein paar Knochenbrüchen davongekommen. Krass.

Zu guter Letzt noch eine wirklich treffende Illustration, die ich gerade in meinem Instagram-Feed gefunden habe, obwohl ich eigentlich hätte arbeiten sollen:

Mir persönlich fällt nach wie vor patience am schwersten, weil ich einfach am liebsten alles sofort und gleich machen, schaffen, umsetzen und erreichen möchte. Aber man kann eben auch nicht alles können und geduldig zu sein ist eine Fähigkeit, auf die ich trotz allem ganz gut verzichten kann.

Der kleine Gag am Rande (oder zwei… oder drei)

Na, wie genial habe ich diese Zwischenüberschrift hier wieder eingebaut? Okay, genug des Eigenlobs (obwohl ich trotz der ganzen Selbstbeweihräucherung beim Sport tatsächlich nicht stinke). Ich finde es großartig, dass Triathlon als Sportart immer mehr in den Fokus der Medienaufmerksamkeit rückt und man sich dafür interessiert, was die einzelnen Triathletinnen und Triathleten so treiben. Der Münchner Merkur hat aber vor ein paar Tagen den Vogel abgeschossen, wie man auf diesem Facebook-Screenshot sehr eindrucksvoll sehen kann:

„Bei Triathlon-Wettkämpfen schwimmt er 25 Kilometer, fährt 600 Kilometer mit dem Fahrrad und läuft 100 Kilometer – das alles am Stück ohne Pause.“ Da hat wohl jemand ein Wochentrainingspensum mit einem Wettkampf verwechselt! Mein Kommentar dazu war dann entsprechend: Geil, ab sofort sage ich nur noch: Ich mache so einen Triathlon wie Jan Frodeno. Mittlerweile hat die Redaktion den Artikel entsprechend geändert, das ist ja fast schon schade. Apropos Jan Frodeno: Hier mal wieder ein Interview mit ihm zum Thema Aerodynamik (#fangirl).

Ebenfalls für Schmunzeln (zumindest bei mir, vielleicht bin ich aber auch nur einfach wahnsinnig leicht zu erfreuen) sorgte der Post eines Triathlonkollegen, der sich nach Schwimmbädern in München erkundigt hat und fragte: „Kennt jemand dieses Bad? Taugt das was oder ist dort Seerosenumschiffen angesagt?“ Seerosenumschiffen ist doch wohl mit Abstand die putzigste Umschreibung dessen, dass man in unbekannten Bädern auf einen brustschwimmenden Damenverein mit Dauerwelle stoßen könnte. Ich könnte mich jetzt schon wieder unter dem Tisch kugeln, wenn meine Beine nicht so müde und mein Bauch nicht so voll wären.

Lustig fand ich dann auch den Artikel über Dick Run Claire auf VICE. Die Frau läuft tatsächlich immer nur Strecken, die in der Draufsicht in den Running-Apps dann wie Penisse aussehen. Vielleicht sollte ich mir auch mal so etwas überlegen, damit VICE auf mich aufmerksam wird und einen ganz tollen Artikel über mich schreibt.

Der Bullshit der Woche

Oh ja, endlich wieder meckern! Einige Firmen nutzen es tatsächlich schamlos aus, dass Sportler nach Sponsoren suchen oder Kids ein paar Minuten Fame haben wollen. Eine dieser Firmen ist Logan Garments. Ich bin auf meinem popeligen Instagram-Account von einem „Trendscout“ für Logan Garments angeschrieben worden und sollte die Firma dann über Facebook kontaktieren. Das Facebook-Feed sieht auch seriös und ansprechend aus und man hat mir dann in ausführlicher Copypasta erzählt, dass es für kurze Videos mit den Klamotten entweder 2 Kleidungsstücke oder 250 USD gibt. Der Haken an der Sache: Man muss sich zuerst mal für 100 USD in das Programm „einkaufen“ und landet dann in einem Bewerberpool, die alle fleißig Videos hochladen und vielleicht dann mal etwas im Gegenzug bekommen (siehe auch Bericht darüber hier). Man kann das jetzt Scam nennen oder MLM (denn man kann natürlich auch Freunde referren) – insgesamt ist es aber einfach enttäuschend, wie Firmen hier vorgeben, junge Menschen unterstützen zu wollen und dann doch einfach nur Geld scheffeln. Bah.

Die Trainingswoche und intermittierendes Fasten im Triathlontraining

Die vergangene Woche war ziemlich blutig und das Powerwochenende war nochmal einen Tacken anstrengender als die letzten beiden Powerwochenenden. Klingt ein bisschen gory… und das war es tatsächlich auch. Aber fangen wir mal mit dem weniger blutigen Teil an: intermittierendes Fasten, bzw. Intervallfasten. Davon gibt es verschiedene Varianten, die bekanntesten sind: 5:2 (5 Tage essen, 2 Tage maximal 500 Kalorien), 6-Stunden-Regel (mindestens 6 Stunden zwischen den Mahlzeiten) und 16:8 (16 Stunden fasten, 8 Stunden essen). Ich mache 16:8; die wissenschaftliche Erklärung zur Autophagie spare ich mir an dieser Stelle, weil wir schon wieder (damn!) bei über 2.000 Wörtern sind. Vergangene Woche habe ich mir eine App namens Zero heruntergeladen, deren einzige Daseinsberechtigung darin besteht, zu zählen, wie lange ich schon faste. Und so bescheuert das klingen mag: Man fühlt sich damit tatsächlich mehr accountable, sobald mal einmal auf den Knopf Start Fasting gedrückt hat. Deshalb habe ich es letzte Woche auch ein bisschen übertrieben:

Bei 16:8 esse ich am frühen Abend nochmal eine Kleinigkeit und dann erst wieder nach dem Training gegen 11:30~12:00. Das funktioniert so gut, dass ich dann meistens nicht einmal Hunger habe – wobei das auch der Ernährungsumstellung auf 40:30:30 (Proteine:Fett:KH) geschuldet ist, die meinen Stoffwechsel ein bisschen mehr in Richtung Fettstoffwechsel pusht (und das ganze Nussmus, das ich tonnenweise futtere, hält wirklich länger satt). Normalerweise reicht der Vorrat noch für das Training am Tag darauf und ich kollabiere nicht mit Unterzucker. Zumindest solange ich mich an 16:8 halte (ok, 18:6 geht auch, wenn das kalorische Defizit dann nicht zu groß ausfällt). Vergangene Woche habe ich aber meistens mehr als 19 Stunden gefastet und jeden Tag ca. 1.000kcal Defizit und hatte daher am Samstag zum ersten Mal seit dem Triathlon Karlsfeld tatsächlich richtig krassen Unterzucker und musste die zweite Einheit vorzeitig abbrechen (ok, vielleicht war es auch nicht so clever, als Verpflegung meine selbstgebackenen LCHF-Makronen dabeizuhaben, die ungefähr gar keine KH haben). Bleibt die Erkenntnis (bzw. TL;DR): Es hat schon irgendwo auch seinen Sinn, dass man nur 16 Stunden fastet und KH für die schnelle Energieversorgung nehmen sollte. Kleiner Hinweis: Das sind nur meine persönlichen Erfahrungen und jeder reagiert individuell anders.

So, jetzt aber zum Montag. Nach dem Powerwochenende ging der ziemlich harmlos los mit einer Stunde Spinning plus einer Stunde Schwimming (haha, sorry, der musste sein). Ich war auch platt genug, so dass ich den leichten Tag gar nicht so schlimm fand. Schlimm fand ich vielmehr das Chafing an – man glaubt es kaum – meinem Hintern! Ich hatte zum Laufen am Sonntag wie so oft eine Alé-Bib an, weil die Bibs an den Oberschenkelinnenseiten nicht scheuern, aber dieses Modell war innen mit Fleece ausgestattet und hat mir entsprechend die Pobacken komplett wundgescheuert. Phänomenal, wenn man den Großteil des Tages eine sitzende Tätigkeit ausübt und sich eigentlich nie wieder auf den Hintern setzen will. Sorry not sorry for TMI. Triathlon ist nun einmal wirklich kein Ponyhof. Beim Schwimmen kam ich mir ausnahmsweise mal wie ein plantschendes Kleinkind und nicht wie ein behäbiger Walfisch vor, denn die Drills des Tages sahen so aus: mit ausgestrecktem Arm aufs Wasser klatschen / schwimmen und in der nächsten Runde dann so rotieren, dass der Bauchnabel 90° nach rechts bzw. links rotiert. Das veranstaltet herrliche Wasserfontänen und -wirbel und sorgt für entsprechend komische Blicke.

Am Dienstag sind mein malträtierter Hintern und ich dann nach einer ausführlichen Aufwärmphase für eine Stunde Kadenzintervalle aufs Laufband gehopst (und die Wade hat nicht gemurrt, yeah), gefolgt von einer Stunde etwas uninspiriertem Krafttraining. Mein V800 war zu dem Zeitpunkt so gut wie leer, also konnte ich die Session nicht einmal ordentlich aufzeichnen. So doof das klingt, aber das animiert mich dann auch nicht zu Höchstleistungen… und ok, ich war noch ein bisschen müde vom Powerwochenende.

Am Mittwoch stand dann eine anstrengende, aber nicht maximal fordernde Spinningeinheit mit 3x(5x90s) @ 125% FTP + EM an, sowie eine Schwimmeinheit mit vielen, vielen Kicks. Die Woche zuvor hatte ich ja erst die Kicks und dann die Spinningeinheit und diesmal eben andersherum. Ich kann nicht genau sagen, welche Variante mir besser gefällt: mit Beinen schwimmen, die im Arsch sind vom Spinning, oder mit Beinen spinnen, die im Arsch sind vom Schwimmen. Wenigstens war mein Arsch sich einig, dass er immer noch im Arsch ist. Die Kickeinheit gefällt mir an sich aber super gut, auch wenn das jedesmal bedeutet, dass ich bei Kicks in Rückenlage mindestens einmal mit voller Wucht an den Beckenrand donnere, weil meine Gedanken abschweifen und ich nicht die Fenster / Deckenplatten / Rohre an der Decke zähle, die mir anzeigen sollen, wann ich am Ende des Beckens angelangt bin. In solchen Momenten bin ich wieder dankbar für meinen robusten Dickschädel.

Am Donnerstag wurde es dann blutig. Das lag aber nicht an V., mit der ich zusammen meine Laufeinheit (locker 75 Minuten nach 30 Minuten aufwärmen) absolviert habe. Die Laufeinheit war im Übrigen super duper duper easy, weil ich vor lauter Quatschen vergessen hatte, die Steigung auf 2% zu stellen. Argh. Wie war das mit Frauen und Multitasking? Nein, Schuld an der blutigen Misere war meine Gymhose. Die hatte auf beiden Seiten aufgeplatzte Nähte und mir ist dann erst bei der Crosstrainer-Intervalleinheit nach dem Laufen aufgefallen, dass an der Innenseite meiner Beine rechts und links ein kleines blutiges Rinnsal mit Schweiß vermischt herabläuft. Macht sich natürlich besonders gut auf grau gemusterten Hosen. Also bitte nicht nachmachen, sondern Hosen mit kaputten Nähten entweder zum Schneider bringen oder entsorgen. Die Agonie beim Duschen, als heißes Wasser an die aufgeriebenen Stellen kam, wünscht man nicht einmal den ärgsten nur ganz ausgewählten ärgsten Feinden.

Dafür passt der Zoot-Triathlonanzug mit den Blumen ganz hervorragend, yeah! Und ich sehe nicht aus wie eine Blumentapete – zumindest bilde ich mir das ein. Das Foto muss leider noch warten, weil ich momentan an so vielen Stellen aufgerieben bin, dass ich mich nicht unbedingt in einen und aus einem engen Triathlonanzug schälen möchte. Aus reiner Neugierde habe ich mir von Specialized auch noch einen Speedsuit bestellt, aber die Anprobe muss wohl noch ein paar Tage warten.

Vom Aufbau her war die Woche eine kontinuierliche Steigerung, so dass am Freitag anderthalb Stunden FTP-Builder auf dem Spinning-Plan standen, nämlich sechsmal 5,5 Minuten mit 125% und 88% FTP in 15 bis 30 Sekunden langen Intervallen. Eine ähnliche, aber etwas kürzere Session hatte ich die Woche zuvor schon einmal und diesmal war die RPE (empfundene Anstrengung) ein bisschen geringer – 8 statt 9 (wobei 10 „Kotzen“ wäre). Ich bin sehr gespannt, was der FTP-Test nächste Woche ergibt und wie sich das ganze Training dann auf meine Radperformance auf der Insel der tausend Winde auswirkt (bitte jetzt NICHT krank werden!). Danach dann 45 Minuten Kraft und nochmal die lustige Schwimmeinheit mit dem Platschen und dem Herumwirbeln.

So, dann kam der Samstag. Letzte Woche hatte ich 3 Stunden Spinning und 2 Berge, diesmal waren es 4 Stunden mit 3 Bergen auf dem Spinningrad. Ja, 4 Stunden auf dem Spinningbike können verdammt lang sein, vor allem wenn man einen wundgescheuerten Po und natürlich wieder blutende Abschürfungen an den Oberschenkeln hat. Ich habe dann bei der Einheit tatsächlich so reingehauen, dass ich (nach den oben erwähnten 19.5 Stunden Fasten) im Eimer war – obwohl ich zwischendurch vier meiner geschätzt-100-kcal-Makronen gefuttert habe. Die haben nämlich überhaupt nichts gebracht. Nada. Null. Da hätte ich genauso gut die Zeitschriften fressen können, mit denen ich mir die Zeit verkürzt habe. Danach wären eigentlich noch anderthalb Stunden Intervall auf dem Crosstrainer angestanden, aber ich habe tatsächlich zum ersten Mal seit Beginn der Zeit mit dem allerbesten Coach (wenn ich mich richtig erinnere) ein Workout vorzeitig (nach einer Stunde) abgebrochen. Einige Male ist es mir schon so gegangen, dass ich ein geplantes Workout nicht so intensiv machen konnte, wie eigentlich gefordert – aber das mit dem Abbrechen war dann doch neu. Alright, shit happens.

Dementsprechend habe ich dann den Rest des Tages damit verbracht, ordentlich zu essen und mich mental auf den Sonntag vorzubereiten(zwei neue Favorites für die harten Trainingstage sind übrigens die gefüllten Pancakes von ä und die Buff Bake Protein Sandwich Cookies, aber nur in Peanut Butter Cup). Fun fact: Ich habe es weder am Samstag noch am heutigen Sonntag geschafft, in meinem Essenszeitfenster die Kalorien reinzuholen, die ich verbraucht habe. Das ist für mich auch neu, weil ich eigentlich ein Fass ohne Boden bin, wenn es ums Essen geht. Aber ich bin ja happy, wenn ich schneller satt bin, denn viel zu essen kostet natürlich auch entsprechend viel und ich muss langsam anfangen, für den Ironman in Frankfurt oder Hamburg 2020 zu sparen! Immer schön alles positiv sehen!

Alright, noch kurz zum Sonntag. Nachdem sämtliche Abschürfungen trotz der sorgfältigen Behandlung mit Hirschtalg, Bepanthen und Kokosöl natürlich nicht abgeheilt waren, freute ich mich ganz besonders auf anderthalb Stunden FTP-Builder in Form von 2x(3×5′)+3x(16×15”) Threshold Intervals (also die dreimal sechzehnmal 15 Sekunden hart plus 15 Sekunden easy schießen nach den ersten Intervallen noch so richtig den Vogel ab) und auf 30 Minuten Aufwärmen plus zweieinhalb Stunden Laufband. Wohoo! Immerhin kam ich diesmal mit zwei GU Gels und einem Powerbar Gel etwas besser vorbereitet und hatte auch nur 17 Stunden gefastet. Trotzdem habe ich die geplanten Intervalle [4x(10 Minuten hart + 5 Minuten easy) & 2x(10 Minuten RICHTIG HART + 5 Minuten easy)] nicht gepackt, sondern bin nach den ersten beiden Intervallen nur noch easy weitergelaufen. Das sind richtig grandiose Grenzerfahrungen, die einem einfach aufzeigen, wo die eigenen Limits sind und dass man sie irgendwann auch überwinden wird.

Eine weitere Grenzerfahrung habe ich mir vergangene Woche allerdings erspart: Ich wollte noch die supergesunden „Zimtschnecken“ von Sophia Thiel. Allein deshalb, weil im „Mürbeteig“ Mozzarella enthalten ist. Und Ricotta wollte ich auch noch selbst machen. Falls es nächste Woche also keinen Post mehr gibt, dann habe ich die beiden Sachen ausprobiert und sie sind mir nicht gut bekommen. Drückt mir die Daumen!

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