Ausdauersport, Triathlon und Epstein-Barr-Virus

Was macht das Epstein-Barr-Virus?

Fast jeder Mensch trägt das Epstein-Barr-Virus in sich, das zur Familie der Herpesviren gehört. Es verursacht bei einigen Menschen Pfeiffer(sches) Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose), bleibt bei vielen Menschen aber völlig ohne Symptome und persistiert ein Leben lang im Körper. Wie alle Herpesviren kann es reaktiviert werden. Meistens sorgt das Immunsystem dafür, dass die Reaktivierung schnell unterbunden wird und man somit davon überhaupt nichts mitbekommt. Bei einigen Menschen kommt das Immunsystem allerdings mit dem EBV nicht klar und schafft es nicht, das Virus einfach wieder einzudämmen. Warum das so ist, wie diese Reaktivierung (in heftigen Schüben oder mit einem vermutlich tendenziell noch heftigeren einmaligen Ausbruch) ausgelöst wird und was EBV im Körper anrichten kann, ist noch nicht gänzlich erforscht. Bei einem EBV-Ausbruch ist das Immunsystem schwer damit beschäftigt, den Erreger lahmzulegen und man ist dementsprechend anfällig für andere Erkrankungen.

Man weiß oder vermutet aber, dass EBV auch bestimmte Autoimmunerkrankungen begünstigt, Immunschwächen, Unverträglichkeiten oder Allergien erzeugt, für chronisches Erschöpfungssyndrom verantwortlich sein kann, den Weg für bestimmte Krebsarten ebnet, mit Depressionen einhergehen kann und insgesamt ganz unterschiedliche Erkrankungen am Nervensystem, dem Muskelsystem, dem lymphatischen System und dem Hormonsystem verursachen kann. Es heißt, dass EBV bei Immunschwäche oder Immuninkompetenz reaktiviert wird, beispielsweise bei einer HIV-Infektion, aber auch bei anderen Faktoren, die das Immunsystem schwächen, konkret: Umwelteinflüsse wie Stress (emotional, körperlich, mental, psychisch, physisch… im Arbeitsleben, Sozialleben und Sport) und der eigene Lebensstil.

Insgesamt gibt es dazu mehr Vermutungen als tatsächliche Belege, was unter anderem vermutlich (schon wieder!) daran liegt, dass das EBV sich so unterschiedlich manifestiert, dass es nur schwer greifbar wird.

Epstein-Barr-Virus erkennen

Nachdem die Symptome oft überhaupt nicht zusammenpassen, ist es schwer, überhaupt erst einmal auf die Idee zu kommen, dass EBV dafür verantwortlich ist. Nachweisen kann man eine zurückliegende EBV-Infektion im Blut, beispielsweise im Rahmen einer Blutanalyse beim Endokrinologen, die man für gewöhnlich ohnehin dann durchführen lässt, wenn es einem schlecht geht, aber auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, was eigentlich los ist. Eine vergrößerte Leber, manchmal in Verbindung mit einer vergrößerten Milz, ist ebenfalls ein Zeichen für ein reaktiviertes EBV.

Bei der Diagnostik unterscheidet man zwischen einer akuten und einer zurückliegenden Infektion. Deuten die Blutwerte auf eine zurückliegende Infektion hin, ist das EBV reaktiviert. In dieser Präsentation (S. 21) zur Serologie bei EBV werden beispielsweise geschwollene Lymphknoten (bzw. Störungen des lymphatischen Systems) als ein Symptom für ein reaktiviertes EBV genannt – und das lymphatische System ist ein Teil des Immunsystems des Körpers, das Krankheitserreger abwehren soll.