Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 20: So fährt sich also ein Triathlonrad

Zeitfahrmaschine, Triathlonrad, Triathlon Zeitfahrrad, TT Time Trial Bike…: Viele Bezeichnungen für nicht ganz dasselbe, aber immer mit zwei geteilten Zielen: Aerodynamik und Speeeed. Was das jetzt wieder mit der Ironman-Trainingswoche 20 zu tun hat, das ist in vielen Schachtelsätzen fix erklärt.

Was genau ein Triathlonrad ist, das erklärt die Wikipedia besser und vor allem prägnanter als ich. Warum ich so eines brauche, steht da allerdings natürlich nicht. Also: Seit geschlagenen 20 Wochen bereite ich mich geistig, mental, emotional, psychisch, physisch, muskel-, ernährungs- und finanztechnisch auf den Sprung zur Langdistanz im Triathlon-Zirkus vor. Rennen gibt es über den Globus verteilt viele, aber ohne die adäquate Vorbereitung gibt es am Ende nicht den Spruch „You are an Ironman“, sondern ein saftiges „DNF“. Deshalb berichte ich einmal pro Woche ausführlich über meinen Trainingsfortschritt und was ich sonst noch so erlebe auf dem Weg zur Langdistanz. Die vergangenen Trainingsberichte gibt es hier: Woche 19, Woche 18Woche 17Woche 16Woche 15Woche 14Woche 13Woche 12Woche 11Woche 10Woche 9Woche 8Woche 7,  Woche 6Woche 5Woche 4Woche 3Woche 2Woche 1 und Tag 1.

Wie immer an dieser Stelle kurz eine kleine Werbeunterbrechung, bevor es zu den Highlights, Lowlights und Grübeleien der Woche geht. Triathlon frisst mir die (ohnehin schon kurzen) Haare vom Kopf, deshalb freue ich mich über Sponsoren, die mich via PayPal.me unterstützenmeinen Lagerbestand auf eBay reduzierenmir mit Material von meiner Amazon-Wunschliste aushelfen (gerne auch gebraucht), über meine Amazon-Affiliate-Links Produkte kaufen (z.B. zuckerfreie Lebkuchen, ist ja schon bald wieder Weihnachten) oder mir tolle Tipps geben und mit mir trainieren. Besten Dank – den vollständigen Werbetext gibt es außerdem hier.

Beginnen wir mit den Grübeleien. Ich habe nach wie vor den Plan, ein Buch über Triathlon für alle zu schreiben, die indirekt Triathlon-Opfer sind, weil sie Angehörige von Triathleten oder Triathletinnen sind. Die Suche nach dem Titel erweist sich allerdings als etwas problematisch: „Hilfe, mein Freund macht Triathlon!“ deckt die Zielgruppe nicht adäquat ab, also vielleicht etwas wie „Hilfe! Der Ratgeber für Triathlon-Angehörige“. Gut, wäre das schon einmal geklärt.

Inhaltlich stelle ich mir das ungefähr so vor: Kapitel I – Wie wird jemand vom Triathlon-Fieber gepackt? Welche Symptome zeigen sich? Woran erkennt man den Triathleten oder die Triathletin? (Inspiration gibt es zum Beispiel hier) Kapitel II – Dafür gibt der frischgebackene Triathlet jetzt sein Geld aus und so verbringt er seine Zeit (Training, könnte man so im Stil von Naturbeobachtungsdokus schreiben, ein bisschen so wie in diesem Video). Kapitel III – Unterstützen Sie Ihren Triathleten: Motivation, Aufmunterung (bei Verletzung), Wettkampfbeistand und viel, viel, viel Geduld. Kapitel IV – Triathlon-Wörterbuch für Nichttriathleten (damit man mitreden kann). Gespickt mit amüsanten Illustrationen und schauderhaften Schachtelsätzen. Und idealerweise mit vielen Informationen aus Interviews mit mehr oder minder ambitionierten Triathleten und Triathletinnen. Fehlt nur noch ein Verlag, der das druckt.

Okay, nächster Schritt in der Grübeleigeschichte: Verein und Versicherung. Über die Vereinsmitgliedschaft habe ich glaube ich schon einmal geschrieben, denn die ist in vielerlei Hinsicht praktisch: Trainingsoptionen, Versicherung bei gemeinsamen Aktivitäten, Möglichkeit des Erwerbs einer DTU-Startlizenz (mit der man sich die Gebühren für die Tageslizenz spart). Zusätzlich wäre langsam vielleicht auch eine Fahrradversicherung ganz sinnvoll (und am besten eine, die auch bei dämlichen Unfällen den Schaden übernimmt und bitte günstig ist, okay, halt, das ist quasi unmöglich). Wobei wir Deutschen ja Versicherungsweltmeister sind, weil wir uns gegen alles und jeden Versicherungen verkaufen lassen. Die Überlegungen hängen natürlich mit dem nächsten Grübelpunkt zusammen, nämlich: Welches Triathlonrad soll es denn werden – und zu welchem Preis? Diesbezüglich stöbere ich seit Wochen Monaten in diversen Facebook-Gruppen und auf eBay/Kleinanzeigen herum und sabbere regelmäßig auf meine Laptoptastatur, weil da so schöne Maschinen angeboten werden.

Zur Auflockerung des Textblocks hier mal wieder eine Gym-Pool-Fensteraussicht.

Der nächste Punkt ist dann die Saisonplanung. Mittlerweile hat sich zum Ironman 70.3 in Kraichgau am 2. Juni und zur dreifachen olympischen Distanz „Cologne Longdistance“ in Köln am 31. August noch eine weitere verbindliche Anmeldung hinzugesellt: der „Trippel-Tri“ beim triathlon.de-Cup an der Regattastrecke in Oberschleißheim am 19. Mai. Nachdem V. viel Gutes von der Challenge Walchsee berichtet hat und die Ende Juni stattfindet, bin ich da natürlich auch sehr versucht. Aber ich warte erstmal den Saisonstart ab, bevor ich den Walchsee auch noch in meinen Rennkalender packe, Pläne sind ja bekanntermaßen prädestiniert dafür, dass es wieder anders kommt. Gähnende Leere herrscht kalendertechnisch noch bei den RTFs. Die Termine für „Quer durch die Holledau“ ab Moosburg, das Erdinger Holzland, „Zwischen Amper und Paar“, die Wendelsteinrundfahrt, den Arber-Radmarathon, den Bodensee-Radmarathon und Welt – Kult – Tour in Regensburg stehen größtenteils leider noch nicht fest. Ich überlege auch, ob ich im Winter irgendwas in Richtung Duathlon, Swimrun oder Cross-Triathlon machen könnte – falls es im Münchner Dunstkreis etwas in die Richtung gibt. Was es schonmal gibt, ist das Cyclocross-Training von outside1st. Den ersten Termin habe ich verpasst (der wäre heute gewesen, aber da hatte ich andere radtechnische Termine, siehe weiter unten), aber zu einem anderen werde ich es hoffentlich schaffen. Die Wintertriathlon-Serie des TriTeams UniBw klingt auch interessant. Naja, mal sehen. Der Winter wird auch ohne Wettkämpfe und Rennen hoffentlich zügig über die Bühne gehen, aber mit macht es vermutlich einfach mehr Spaß.

Glücklicherweise gibt es momentan ohnehin keinen Grund zur Klage. Es ist zwischendurch immer noch sonnig und warm genug, dass man per pedes oder auf dem RR ein paar Runden drehen kann, insofern es die Zeit erlaubt. Mittlerweile türmt sich auf vielen Radwegen allerdings das Laub (neben den falschparkenden Autos) und spätestens bei Nässe und Frühreif wird es Zeit, morgens auf den Crosser umzusteigen. Die Wettervorhersage für die nächsten zwei (!) Wochen ist jedoch zumindest aktuell noch so großartig, dass die Sache mit der klirrenden Kälte vielleicht doch noch ein bisschen auf sich warten lässt. Und wenn man gut genug angezogen ist, packt man auch Schäftlarn abwärts um acht Uhr morgens bei 12°C. Sprich: Langes Unterhemd, pardon, Base Layer, Unterhemd klingt ja so nach Feinripp. Kurzarm-Trikot, Armlinge, Weste, Schluck heißer Kaffee. Passt. Und ausnahmsweise auch Socken in die Triathlonschuhe. So oder ähnlich angezogen dürften die Teilnehmenden an der Rad Race Tour de Friends auch gewesen sein, als sie diese Woche von München aus in Richtung Italien gestartet sind. Auf Strava gab es dazu sogar einige Challenges – und vielleicht mache ich nächstes Jahr mit, mal sehen. Mission Bergziege 2019. Apropos Bergziege: Es gibt da einen Club (Club des Cinglés) für alle Verrückten, die den Mont Ventoux innerhalb von 24 Stunden mindestens dreimal erklommen haben. So ähnlich ist auch die Gran Stelvio-Challenge des Monaco Velo Clubs: Das Stelvio von allen drei Seiten an einem Tag erklimmen und man kommt in die Hall of Fame.

Aber zurück zu den wichtigen Dingen, zum Beispiel zum Triathlonrad. Man sollte wissen, dass Zeitfahrrad und Triathlonrad auch wieder zwei Paar Schuhe sind, obwohl sie prinzipiell ähnlich aussehen. Erstens müssen sie anderen Ansprüchen genügen (z.B. Verpflegung bei der Langdistanz, bessere Wendigkeit und Kletterfähigkeit – versus maximale Aerodynamik und maximal aggressive Sitzposition beim Zeitfahrrad, weil die Radler danach ja nicht noch laufen müssen), zweitens müssen sie gewisse Richtlinien einhalten, um UCI-konforme Zeitfahrräder sein zu dürfen – oder eben nicht, wie im Fall von einem Triathlonrad, weshalb es da dann solche Monster beeindruckenden Maschinen geben kann. Man kann also mit jedem Zeitfahrrad auch Triathlon machen, aber nicht umgekehrt (zumindest nicht, wenn es nach den UCI-Regeln geht). Aufgefallen ist mir das erst zu dem Zeitpunkt, als ich mir ein Merida Warp TT angesehen habe – das TT steht für Time Trial, also Zeitfahren; und für Triathlon wird dieses Rad nicht unbedingt empfohlen. Wieder was gelernt!

Kommenden Samstag ist übrigens so ein 4er-Zeitfahren auf der BMW-Teststrecke. Mit etwas mehr Selbstbewusstsein hätte ich versucht, eine Damenmannschaft auf die Beine zu stellen, aber als kompletter Neuling erschien mir das ein bisschen zu hoch gegriffen. Aber zumindest kenne ich jetzt auch dazu schon einmal die Regeln.

Aber jetzt fix zu den Ereignissen einer eher unspannenden Woche. Wobei, witzig war sie trotzdem. Das liegt unter anderem daran, dass ich seit einer Woche einen neuen französischen Follower auf Strava habe, der fast all meine Aktivitäten mit Google-Translate-Deutsch kommentiert hat. Äußerst charmant und dabei kommen dann Dinge heraus wie „Heilige Ausfahrt!“. Ich bin nach wie vor Fan von Strava, den Kudos und dem Streckenklauen von anderen Radelnden. Letzten Sonntag habe ich nachts sogar noch (weil ich vor lauter Hype vom Radmarathon nicht einschlafen konnte) an die ersten 100 Flybys aus der Strava-Liste Kudos verteilt. Bisschen interessanter als Schafezählen, aber einschlafen kann man davon natürlich auch nicht.

Am Montag also erstmal 4 Kilometer entspannt und hirnlos kraulen, aber dabei immer schön an Catch & Power denken (mein Schwimmmantra; vielleicht hilft es ja auch irgendwann beim Armzug). Danach dann ein bisschen Crosstrainer und jede Menge Lauf-ABC auf dem Laufband. Mein V800 hat jetzt übrigens mal wieder einen neuen Schuss (ob das wohl ein Zufall ist, dass Polar gleichzeitig die neue Vantage-Serie angekündigt hat?): Beim Indoor-Running zählt er nur ungefähr 1/3 der gelaufenen Kilometer, so dass aus meinen 14k auf dem Laufband am Ende nur 5k geworden sind. Ich finde das nicht nett. Außerdem wird die Aktivität anscheinend jetzt neu berechnet, so dass mir im Schnitt 100-150% fehlen. Toll.

Am Dienstag bin ich lauftechnisch richtig gut unterwegs gewesen. Beim Anlaufen weiß man (oder ich zumindest) meistens ja schon recht schnell, ob die Power für ein bisschen mehr Speed da ist (wir sprechen hier in meinem Fall von 0:15/km mehr oder weniger Geschwindigkeit, also alles relativ relativ), ob die Power für einen langen Lauf da ist, oder ob man einfach mal ein bisschen läuft und dann schaut. Ich wollte eigentlich an mein Highspeed-Erlebnis vom vergangenen Samstag anknüpfen (5:16/km auf 21,1! Bombe für meine Verhältnisse!), aber meine Beine wollten nicht. Also bin ich erstmal in der Komfortzone (Puls unter 150) auf dem Asphalt Richtung Norden getrippelt, dann runter zur Isar und weiter in Richtung Norden – und zwar zum ersten Mal über Ismaning hinaus, am schrecklich stinkenden Klärwerk vorbei (auf dem Rad ist man ja fix vorbeigesaust, aber per pedes dauert das gefühlt ein halbes Jahrhundert, oh Gott) und bis… ja, bis zur Baustelle kurz vor Fischerhäuser. Letztes Jahr war die Strecke auf dieser Höhe direkt an der Isar auch schon wochenlang gesperrt (aufgrund von Hochwasser). Man kommt zwar vorbei, wenn man über eine Kiesstraße etwas weiter innen läuft, aber ich musste den ganzen Weg ja auch irgendwie wieder zurück. Also elegant gewendet, Retoure gen Süden und rüber auf die andere Isarseite. Am Ende bin ich bei 33,10 Kilometern gelandet und habe bei einer Pace von 5:30 mit 2:44:57 meinen Rekord über 30 Kilometer gebrochen. Genial! So kann es gerne stückchenweise weitergehen. Danach war ich noch kurz eine Runde Schwimmen (wenn ich müde vom Laufen bin, mache ich sogar freiwillig Technikübungen, weil das dann ziemlich entspannend ist).

Am Mittwoch ging es dann mit einer Schwimmstunde los, danach ein bisschen Gymgehampel und mittags eine Ausfahrt mit F. zum Ammersee. So ganz auf der Höhe war ich an dem Tag nicht, trotzdem hat es für einen Pokal am Andechser Berg (bergauf, bitteschön, nicht bergab!) und 100 Kilometer gereicht. Es ist allerdings sehr unbefriedigend, wenn die Beine nur noch auf Sparflamme laufen, obwohl man eigentlich so viel mehr machen wollen würde.

Deshalb stand am Donnerstag dann – oh Wunder! – ein Pausentag auf dem Programm. Mehr oder weniger freiwillig allerdings. Ich bin morgens wie immer zum Schwimmen, wollte danach direkt aufs Rad und zum Schluss koppellaufen, aber wenn man nach 2.500 Metern Schwimmen müde anstatt erfrischt und aufgewärmt ist, dann sollte man lieber wirklich mal Pause machen.

Dementsprechend war ich am Freitag natürlich doppelt motiviert, bin wieder früh morgens geschwommen und habe dann drei Stunden auf dem Spinningbike in meinem eigenen Schweiß gebadet. Ich habe die Rolle (ein Tacx Flux Smart samt Antenne und Matte) übrigens wieder zurückgeschickt; irgendwie muss es auch ohne Heimrolle und Zwift im Winter gehen und die Spinningbikes bei uns im Studio sind tatsächlich ziemlich gut. Vor allem vergeht die Zeit auch recht schnell, wenn man sich eine Pyramide bastelt, beispielsweise so eine: 10 min. @ (35 + 40 + 45 + 50 + 55 + 60 + 65) + 20min. @ 70 Wiegetritt + 10min. @ (65 + 60 + 55 + 50 + 45 + 40 + 35). Schaffen Millionen von anderen Radsportlern ja auch.

Danach hat mich der V800 bei meinem kleinen Laufband-Koppellauf wieder geärgert und mir den Großteil meiner 4 Kilometer @ 5:00/km unterschlagen. Es gibt Schlimmeres, blöd ist es trotzdem.

Dafür bin ich nachmittags dann noch zu einer Mission aufgebrochen. Nein, zu zwei Missionen. Zuerst ging es in Richtung Norden, um ein Triathlonrad anzusehen. Ja, genau, ein waschechtes, fast neues, wirklich schönes, günstiges, für meine Bedürfnisse als Anfängerin vollständig ausreichend ausgestattetes Triathlonrad. Es ist schneeweiß mit hellblauen und grünen Akzenten. Gut, dass ich auf dem Rad nur Schwarz trage, sonst könnte das styletechnisch schwierig werden – und wir wollen ja nicht, dass die Stylepolizei bei mir klingelt. Ich muss zugeben, dass ich schon in die Fotos der ursprünglichen Anzeige verliebt war (ok, der Verkäufer versteht sehr viel von Grafikdesign und Design). Ich mag Menschen, die Liebe zum Detail und Liebe zur Gestaltung zeigen. Davon kann man sich natürlich auch blenden lassen, aber das Triathlonrad war (und ist immer noch) in wirklich einwandfreiem Zustand und beim Probesitzen auf einer standardmäßigen Tacx-Rolle, bei der das Hinterrad mit eingespannt wird (oh GOTT, sind die Dinger LAUT! Das Brummen geht einem durch Mark und Bein! So etwas könnte ich NIEMALS in meiner Wohnung haben, ohne dafür standesrechtlich erschossen zu werden, und das sogar zurecht). Dazu aber weiter unten mehr.

Das obige Foto stammt nämlich nicht aus den vier Wänden des Triathlonrad-Besitzers, sondern von einer der mehr als vier Wände im triathlon.de-Store. Die Crew veranstaltet nämlich jedes Jahr im Mai den triathlon.de-Cup in München, nächstes Jahr zum sechsten Mal am 18. und 19. Mai. Passend dazu war auf Facebook die Info aufgeploppt, dass man sich im Store zum Early-Bird-Tarif direkt anmelden und ein Multifunktionstuch gratis abgreifen kann. Gesagt, getan. Nach dem Probesitzen auf dem Triathlonrad bin ich fix arschlangsam quer durch die Innenstadt bis in die Hölle der Fußgängerzone (der Albtraum jedes Rennrads) gerollt und habe mich angemeldet – und zwar für den „Trippel-Tri“ (ich bin immer versucht, ein [sic.] dahinter zu setzen, ich alter Klugscheißer). Trippel-Tri heißt, dass man an einem Tag die Olympische, die Volks- und die Schnupperdistanz am Stück absolviert. Für die besonders Bekloppten, die das machen wollen, gibt es 50 Plätze und man startet höchstwahrscheinlich mit dem Rest der antretenden Athleten. Dieses Jahr kam die kürzeste Distanz zuerst, aber in der Beschreibung für 2019 steht die Olympische Distanz an erster Stelle. Das ist natürlich noch nicht verbindlich, lässt mich aber hoffen – denn das Gröbste zuerst wegzuhaben wäre definitiv besser als zum Schluss die längste Distanz noch abhecheln zu müssen. Zumal man die kleinste Distanz mit etwas Wetterglück auch ohne Neo schwimmen kann, aber für die 1,5 Kilometer hätte ich ihn schon gerne an – und wenn er einmal nass ist, dauert es ja, bis er wieder trocken ist… Wir werden sehen! Im Store habe ich mich dann auch zum Thema Bikefitting informiert (wieder ein Posten für die Kreditkarte) und zwecks Pedalmontage, Kettenblättertausch (aktuell fahre ich 52/36 und dachte, ich sollte umsteigen auf 53/38… bis ich dann von F. und im Triathlon-Store erfahren habe, dass damit das Bergfahren nicht leichter wird, also lassen wir das erstmal)… Man kann sich dort wirklich rundum sehr gut betreuen lassen und möchte am liebsten noch für einen Kaffee zum Triathlon-Plausch bleiben. Einen Trainingstipp habe ich auch noch absahnen können: Zu zweit mit einem alten Stadtfahrrad auf den Weg machen und immer abwechselnd laufen / fahren – ohne Klickpedale und direkt in Laufschuhen, damit ein fliegender Wechsel wirklich möglich ist. Das ist genial einfach und klingt wirklich gut.

Am Samstag war es dann wieder Zeit für einen mittellangen Lauf, sprich: 22,5 Kilometer. Irgendwie bin ich mental immer schon bei 20+ Kilometern, wenn ich morgens gleich zuerst in die Laufschuhe schlüpfe, obwohl kürzere Läufe auch mal wieder sinnvoll wären (dafür dann eben ein bisschen schneller). Mein Schambein und mein rechter Gluteus waren nicht ganz happy damit, dass ich nur Asphalt gelaufen bin, aber ich wollte ein paar neue Strava-Segmente entdecken und nicht schon wieder die Isar raufdüsen. Auf dem Weg habe ich fast alle Brücken von links nach rechts der Isar mitgenommen, die dann auch immer in kleinen Hügeln münden, die man wunderbar hochkeuchen kann. Immerhin hat man dann damit 250 statt 100 Höhenmetern – und trotzdem 5:27/Kilometer. Ich weiß, das ist immer noch viel zu langsam, um wirklich konkurrenzfähig zu sein, aber ich freue mich einfach wie ein Schnitzel, dass ich ein paar Sekunden pro Kilometer schneller bin.

Danach dann noch eine Stunde Schwimmtechnik (inklusive Kopf-am-Beckenrand-anhauen beim Backstroke) und Spinning mit 8+2-Intervallen (naja, da war nicht mehr ganz so viel Power übrig, aber für ordentlich Schweiß hat es gereicht).

Am heutigen Sonntag habe ich mir dann zuallererst wieder ein besonderes Schmankerl gegönnt, nämlich ein kleines Wiedersehen mit einigen meiner Lieblingshügel in Münchner Süden (wobei ich nach der Olympiastraße schon wieder sehr versucht war, einfach in Richtung Ammersee weiterzudüsen, da ist es doch einfach sehr schön). Aber so ging es nach der Olympiastraße erstmal über den Wangen-Climb nach Schäftlarn zu einem „Schäftlarn-Triple“. Ich war um ca. 8 Uhr morgens auch nicht die Einzige, die sich den Klosterberg zu Gemüte geführt hat – und so ging es frierend viermal bergab und schnaufend dreimal bergauf mit zahlreichen „Servus“ und freundlichem Kopfnicken. Äußerst befriedigend, dass ich dabei neue Schäftlarn-PRs aufgestellt habe – das Training hat sich gelohnt. Danach dann zweimal Beigarten (auch ein superschöner Hügel), einmal Ludwigshöhe von der kurzen Seite (ich war ein bisschen unter Zeitdruck, sonst hätte ich da auch noch ein, zwei Runden mehr gedreht), nachfolgend ein paar Wellen und der Aufhofen-Climb sowie der Deininger Climb, ein paar Sprints in Richtung Perlacher Forst und über den dann (auch mit PR, höhö) wieder zurück nach München. Herrlich! 112km mit 1179 HM, wenn der V650 nicht lügt.

Und dann kam das zweite Highlight des Tages: Eine Probefahrt mit dem Triabike unter der fachmännischen Begleitung von F. – der bedauerlicherweise wieder einmal seine Fähigkeiten als Pannenhelfer unter Beweis stellen musste. Aber nochmal von vorne. Das da oben auf dem Bild ist es, das FELT B12, Jahrgang 2018. Neupreis Pi mal Daumen 2800, also dieselbe Preisklasse wie mein Arcalis. Komplette Dura-Ace-Ausstattung (mechanisch, Schalthebel nachgerüstet) und ein komfortables, UCI-konformes Triathlonrad/Zeitfahrrad. Schneeweiß. Es hat ein paar Minuten gedauert, bis ich mich getraut habe, mich hinzulegen und zu schalten: Auch bei der aktuell sehr neutralen Einstellung sitzt man schon etwas weiter vorne und tiefer als auf dem RR. Aber dann ging es eigentlich recht schnell ganz gut – zumindest, bis wir bedauerlicherweise ein Loch im Schlauch hatten, der zwischen Mantel und Felge eingeklemmt war. Aber irgendwas ist ja immer. Apropos immer, ich bin immer noch ein bisschen berauscht (vorhin habe ich es erstmal wieder zurückgebracht und mein Arcalis abgeholt, das ich als Pfand beim Besitzer gelassen hatte) und es juckt mich natürlich in den Fingern, das gute Wetter noch zu nutzen und mich schonmal grundsätzlich mit der Maschine vertraut zu machen. Aber jetzt muss ich erstmal Dagobert Duck um die Ecke bringen in meinen Geldspeicher verschwinden und ein paar Münzen zählen. Bis nächsten Sonntag!

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