Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 8: Halbmarathon, Unfall und der ganze Rest

Man kann in einem Tri-Suit auch einen Halbmarathon laufen

Ach herrje. Ich hatte mir vorgenommen, die Woche vor dem Halbmarathon etwas ruhiger anzugehen, schließlich möchte man so einen Lauf erholt, entspannt und einigermaßen bei Sinnen absolvieren. Ja, und dann kam alles – halt, den Spruch spare ich mir, aber auch ohne Gedankenleserfähigkeiten dürfte klar sein, was da stehen sollte. Nennen wir die Woche mal wechselhaft, so wie das Wetter, mit vielen tollen Sachen und einem Beinahe-Desaster. Los geht’s!

Wer jetzt gerade nicht verwirrt ist, der hat wahrscheinlich schon mindestens einen meiner früheren, im Wochenrhythmus pünktlich in die digitalen Weiten dieses Internet herausgeballerten Posts gelesen, nämlich wahlweise Woche 7,  Woche 6Woche 5Woche 4Woche 3Woche 2Woche 1 und Tag 1. Für den Rest: Mein dritter Vorname lautet Horst Dickkopf, deshalb trainiere ich, die 0815-Sportenthusiastin, für einen Ironman. Welcher es werden wird, steht noch in den Sternen, gleich links neben dem Sternzeichen Skorpion. Bis dahin trainiere ich meinen Astralkörper (haha) und die Medienaufmerksamkeitsspanne meiner Leserschaft, indem ich über mein Training schreibe. Viel Vergnügen mit dem Wochen-Recap Nummer acht im Zeichen des Halbmarathon.

Na gut. Der Post für diese Woche besteht momentan noch aus ziemlich zerstreuten Versatzstücken. Nachdem ich leider (dazu unten mehr) wenig mit dem RR unterwegs war, stand ich einige Male häufiger als mir lieb ist auf dem Crosstrainer oder hampelte an diversen Hanteln herum und nutzte die Zeit, um wie bescheuert auf mein iPhone einzutippen – und zwar Sätze, Gedanken(sprünge) und ganz, ganz, GANZ wichtige Sachen, die ich in diesem Post unbedingt noch sagen wollte. Zwischendurch habe ich die Woche über auch noch in meinem Master-Worddokument herumgeschraubt, in dem sich die Links ansammeln, die ich thematisch passend einstreuen will (zum Beispiel den Link zu diesem Video aus einer völlig anderen Welt; aber die Performances der Isländer sind einfach zu großartig). Damit hat sich der Chaosfaktor jedenfalls noch einmal exponentiell vervielfacht. Passt aber zur vergangenen Woche. Also mal sehen, ob ich meine Gedanken alle noch zusammenkriege…

Ich hatte mir einen richtig schönen Monolog zum Thema Marathonhassliebe und Laufmotivationshebel bereitgelegt (man beachte die schreibstilistische Raffinesse in diesen beiden Wörtern, bei der Wolf Schneider die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde), aber es gab gottseidank interessantere Ereignisse in der vergangenen Woche. Ein bisschen muss ich aber doch ausholen: Den SportScheck-Stadtlauf (neuerdings: Run) in München wollte ich letztes Jahr schon laufen, musste ihn aber verletzungsbedingt sausen lassen (Anfängerfehler: zu viel im Training gelaufen & Schienbeinkantensyndrom entwickelt). Nach dem verpatzten 21,1-Date habe ich meine Distanzen kontinuierlich bis zu den nächsten Verletzungen gesteigert und bin im Training entspannt und mehr 21,1 gelaufen — es fühlte sich richtig und schön an. Seitdem ich wieder ordentlich laufen kann (Mai), hatte ich jedes Mal draußen in der Ebene mit den Waden zu kämpfen, ohne dass ich mir das so richtig erklären konnte, und natürlich war ich deswegen langsamer: Die blockierenden Waden auf den ersten 10km kosten richtig viel Energie, die danach fehlt, wenn sie endlich aufmachen. Diese Woche habe ich für die drei Draußenläufe vor dem Halbmarathon an drei Stellschrauben gedreht. Erstens bearbeite ich nach dem ersten Schluck Kaffee meine Beine sanft (haha, „sanft“) mit The Stick. Zweitens habe ich am Mittwoch die Schuhe gewechselt und den Ravenna 8 zum neuen Draußenschuh erklärt (mit Ritterschlag, wie man das eben so macht. Wie, macht man nicht? A geh!). Zur Auflockerung des Textblocks hier zwischendurch mal ein Foto meiner grinsenden Person nach dem Lauf am Freitag (16,1km):

Halbmaraton-Training: Läufe in der Vorwoche

 

Wie man an dem Grinsen sieht: Das mit den Schuhen hat tatsächlich etwas gebracht, weil die Dämpfung des Ghost GTX quasi nicht mehr existent war. Am Mittwoch (17,1km) hätte ich tatsächlich fast ein bisschen vor Freude geweint, als nur die ersten 10 Minuten scheiße waren statt der ersten 10 Kilometer, aber dann habe ich es doch gelassen wegen des immensen Salzverlustes bei zehn Freudentränen! Halt, es sind sogar vier Stellschrauben für den Halbmarathon! Die dritte bestand (und besteht auch immer noch) in einem leichten kalorischen Defizit, weil es sich mit weniger Gewicht eben einfach leichter läuft (ich glaube, den habe ich schonmal gebracht, meine Sprüchekiste ist leider nicht so groß). Die vierte Stellschraube für mein persönliches Wohlgefühl beim Laufen ist die allerwichtigste: der Kopf. Meine Verletzungen sind entweder beim Laufen oder wegen eines zu hohen Laufpensum passiert. Da sollte es eigentlich wenig verwundern, dass mein ohnehin schon dicker Dickkopf auf stur schaltet und meinen Körper — in diesem Fall die Waden — blockiert. Vor die Tür zu gehen und mit dem Laufen anzufangen, fiel mir deshalb auch ein bisschen schwer. Aber es hat ja auch niemand gesagt, dass sich Triathlon-Training so anfühlt, als würde man mit rosafarbenen Wattebäuschen beworfen (wobei ich mir nicht sicher bin, ob mir das lieber wäre). Für den Kopf hilft es übrigens immens, zwischendurch mal ein bisschen doof zu grinsen, bzw. zu lächeln, denn – Achtung, schlauer Spruch – lächelnd läuft‘s leichter (ich mag die Beiträge von Achim Achilles übrigens sehr, weil er auch humorvoll an die ganze Laufsache herangeht). So, jetzt aber zur Sache, äh, zur Woche.

Am Montag habe ich Superman gesehen. Wirklich! Nachdem ich mich am Sonntag mit ausreichend Kalorien, lockerem Training und halbwegs ausreichend Schlaf von der Samstagstour erholt hatte, stand am Montag morgens der erste Lauf der Woche an. Ich habe bei den ersten Schritten aus dem Bett in Richtung Wasserkocher für den Morgenkaffee meine Beine mal kurz befragt, was sie davon halten – aber bis auf die Vorderseiten der Oberschenkel (die im Arsch waren nach den beiden fiesen Anstiegen im letzten Viertel der Tour in der Valley) waren sie schmerzfrei, jammern konnten sie nicht, also rollen, Schluck Kaffee, zack in die Schuhe und los. In Vorbereitung auf mein Wochenhighlight Halbmarathon am Sonntag wollte ich auf jeden Fall nicht wahnsinnig lang oder weit laufen. Allerdings ist mein Gespür für Distanzen und die räumliche Verortung von Landmarken in meiner näheren Umgebung – genauso wie mein Orientierungssinn – nicht sonderlich ausgeprägt, so dass es am Ende ungewollt doch 18 Kilometer wurden. Asphalt hoch bis Unterföhring, dann Schwenk zur Isar und über meinen Liebling Poschinger Weiher auf Waldboden und Kies zurück. Tja, aber was will man denn machen, wenn man eigentlich nur 13-14km (= die vom Polar-Programm vorgegebenen 75 Minuten bei meinem aktuellen Schneckentempo) laufen wollte, aber noch 5km von zuhause entfernt ist? Ab und zu gehe ich das letzte Stück ja, aber maximal einen und nicht fünf Kilometer. Also läuft man halt und freut sich doch irgendwie, dass es am Ende mehr war als das vorgenommene Ziel. Aber Sekunde, ich wollte meine Begegnung mit Superman schildern. Sorry, so spektakulär war sie nicht, aber irgendwie muss man euch Leser ja bei der Stange halten. Superman war ein Radfahrer in blauem Adidas-Trainingsanzug und mit rotem, wehendem Regencape. Ob er ein rotes Höschen anhatte, weiß ich leider nicht mehr. Aber solche Momentaufnahmen zeigen mir dann mal wieder, warum es so schön ist, draußen zu laufen: Man sieht einfach die irrsten Dinge.

Apropos Rückweg: Da eine Wall of Text tendenziell eher abschreckend ist, versuche ich ja ab und zu mal ein Foto zu machen, um das Ganze hier etwas aufzulockern. Na gut, verschwitzte Selfies sind vielleicht nicht gerade die visuellen Reize, die auf große Gegenliebe stoßen, aber ich gebe mein Bestes, um die Fotos mit Filter doch einigermaßen aufzupeppen. Ansonsten bitte „Instagram sexy Fitness Model“ googlen und in den Untiefen des Internet verschwinden, besten Dank. Jedenfalls komme ich mir selten dämlich vor, wenn ich irgendwo zwischen Isarufer und Friedensengel anhalte und hochkonzentriert irgendwelche Selfies schieße (das ist tatsächlich anstrengender als der Lauf); und noch dämlicher, wenn genau dann eine Horde Pendler auf gepimpten Stadträdern an mir vorbeiprescht. Überhaupt ist der Rückweg zu Fuß gefährlicher als jeder fucking Trail Run durchs verdammte Hochgebirge, weil man wahlweise von einem Auto, Moped, Fahrrad überfahren, von Fußgängern überrannt wird oder in eine Baustellengrube hineinfällt – da die eigene Konzentration nach einem langen Lauf auch nicht mehr die allerbeste ist. Während um 6 Uhr morgens fast alles noch relativ friedlich vor sich hin schlummert, wird die zarte Vogelgezwitscher-keuchtende-Läufer-Morgen-Ouvertüre ab 7:30 Uhr zu einem galoppierenden Verkehrs-Crescendo und die innere Ruhe nach einem schönen Lauf ist dahin. Grund genug also, sich den Frieden bei einer kurzen Runde im Gym-Pool zurückzuholen (und danach unter einer Dusche zu stehen, die ungefähr zehnmal so groß ist wie meine).

Überhaupt war der Montag ein ziemlicher Highlight-Tag, weil abends die erste Ausfahrt der Woche mit C. in den Norden anstand. Ich habe sie auf Strava „Nordlichter-Highlight“ getauft, weil mir die Strecke wirklich sehr, sehr gut gefallen hat. Die Straßen waren ruhig, das Wetter außerdem perfekt, was will man mehr. Okay, besonders hügelig war sie nicht, aber das macht den großen Reiz der unterschiedlichen Strecken ja auch aus: im Süden mehr Hügel, im Norden mehr Möglichkeiten, an der Geschwindigkeit zu arbeiten… und nach Osten raus finden sich bestimmt auch noch ein paar gruppentaugliche Touren.

Am Dienstag hatte ich morgens die definitiv wertvollste Einheit der Woche: ein Schwimmtechniktraining! Wir haben die gröbsten Energieverschwender und Techniksünden in meinem Kraulstil benannt und A. hat mir entsprechende Übungen mitgegeben, um daran zu arbeiten. Lektion eins bestand darin, den Kopf unter Wasser „aufzuräumen“, sprich: mit dem Kinn in Richtung Brust und dann beim Auftauchen nach hinten einatmen. Außerdem sollte ich mir die Dreieratmung wieder angewöhnen (die ich in den letzten Wochen vernachlässigt hatte, weil ich dachte, dass ich mit Zweieratmung schneller werde, aber das ist natürlich keine sinnvolle Überlegung, wenn im Bewerb dann rechts neben einem jemand herumspritzt und man nur nach links atmen kann; dafür sollte man das auch können). Nach links atmen ist an sich auch kein Problem, nur geht mir bei der Dreieratmung aktuell zu schnell die Puste aus, weil ich den gleichmäßigen Atemrhythmus erst wieder reinkriegen muss. Aber wie immer alles eine Frage der Geduld. Ich muss ja auch erstmal nur 1,5 Kilometer (bitte in unter 30 Minuten) schwimmen und keinen Halbmarathon. Als der Kopf aufgeräumt war, haben wir an meinem Armzug gearbeitet – und insbesondere am letzten Teil der Unterwasserphase, in der ich nicht richtig anschiebe und somit Kraftpotenzial verschenke. Dafür gibt es eine lustige Übung namens Entenpaddeln (dieser geile Schweizer Akzent!), sowie den Hinweis, mit dem gestreckten Daumen die Hüfte unter Wasser zu berühren, bevor der Ellbogen nach oben schießt (dabei wird der Trizeps durchgestreckt). Zuletzt noch eine Übung für die Rumpfspannung namens Badewanne (diesmal mit Klavierbegleitung). Das ist schonmal ein guter Ansatz und ich hoffe, dass ich damit gut arbeiten kann. Danach dann Krafttraining und Herumgeplänkel auf dem Crosstrainer, weil ich nachmittags noch aufs RR wollte und danach A. besuchen, der leider immer noch verletzungsbedingt ausfällt. Zeitlich wurde es dann aber zu knapp, also bin ich nochmal ins Gym gehopst (eine Sünde bei dem tollen Wetter) und habe auf dem Laufband ein bisschen Unsinn getrieben – sprich: seitwärts und rückwärts laufen, mit 15% Incline und zwischendurch locker traben. So viel zum Thema in der Woche vor dem Halbmarathon nicht so viel laufen, jaja.

Das Halbmarathon-Outfit 2017

So, jetzt kommt der Mittwoch und jetzt wird es interessant. Erstmal kam der 17,1km-Lauf am Morgen mit den anderen Schuhen, im Stadlauf-2017-Shirt in mentaler Vorbereitung auf den HM (siehe oben) und einem fetten Grinsen auf den Lippen, dann die übliche Entspannungsschwimmrunde im Gym. Später habe ich dann meine Unterlagen für den Halbmarathon am Sonntag bei SportScheck abgeholt: ein Beutel mit Chip, Gel-Chip, B12-Shot, einem schönen Shirt und viel Werbung:

Der Beutel mit den Sachen für den Halbmarathon

Abends hatte dann N. eine sehr, sehr schöne Gruppenausfahrt gepostet – über Humberg, insgesamt (mit Anfahrt und Heimfahrt für mich) 80 Kilometer. Da N. nicht nur super fährt, sondern auch supernett ist, hatte sich flugs ein großes Grüppchen (20, wenn mich nicht alles täuscht) um sie und die anderen erfahrenen Gruppenfahrtführer geschart. Treffpunkt wie fast immer für Ausfahrten in den Süden war der Säbener Platz, denn man kann sich auf der fünf Kilometer langen (langweiligen) Strecke durch den Perlacher Forst schon einmal ein bisschen warm radeln und dann nach zwei Schlenkern an der Kugler Alm die restlichen Mitfahrenden einsammeln. Das Problem war allerdings, dass der Perlacher Forst an einem sonnigen Mittwoch um 18 Uhr natürlich gerammelt voll ist: Inlineskater, Läufer, Menschen mit Hunden, Cityradler, Mountainbiker, Skateboarder, Spaziergänger, Rennradler, Elefanten, Kamele… you name it (Ah, da fällt mir gerade ein, dass ich für den nächsten Halbmarathon oder Marathon die Strecke auch mal laufen sollte, aber vielleicht nicht um 18 Uhr abends). Jedenfalls sind wir in dynamisch-korrekter Zweierreihe durch den Perlacher Forst gefahren und allen Hindernissen einigermaßen souverän ausgewichen, bis wir dann einen Mountainbiker überholen mussten. Nichts gegen Mountainbiker, der Mann saß nur leider zufällig auf einem. Ich habe nachträglich versucht, ihn über die Strava-Flybys zu finden (weil er nach dem Unfall einfach weitergefahren ist), aber leider hatten zwar tausend andere Menschen an diesem Abend Strava an, er jedoch nicht. Naja. Jedenfalls hatte er Stöpsel im Ohr (und zwar die Standardstöpsel von Apple oder ein ähnlich weißes Modell, also keine, bei denen man die Umgebungsgeräusche noch eindeutig durchhört) und ist beim Fahren immer wieder nach links ausgebrochen bzw. ausgeschwenkt. Als ich ungefähr auf seiner Höhe war (und die Hälfte unserer Gruppe schon an ihm vorbei war), machte er einen größeren Schlenker nach links, so dass ich bremsen und ausweichen musste. Daraufhin war ich nicht mehr neben meinem Nebenmann P., sondern mit meinem Vorderrad auf Höhe seines Hinterrads – genau die Fahrposition, die man unter allen Umständen unbedingt vermeiden sollte! Der Mountainbiker ist dann noch weiter nach links geschwenkt und ich bin mit meinem Vorderrad direkt an P.s Schaltung geraten, wodurch sich dort – begleitet von einem unangenehmen Schleifgeräusch – irgendetwas verbogen bzw. verzogen bzw. abgelöst hat. Irgendwie gelang es mir dann glücklicherweise, den Radkontakt zu unterbrechen, ohne ihn dabei zu Boden zu reißen. Allerdings bin ich dadurch dann nach ganz links geraten und relativ ungebremst frontal mit einem anderen Radfahrer zusammengestoßen, der völlig schuldlos in moderatem Tempo ganz normal den Perlacher Forst uns entgegenkommend entlanggefahren ist. Gottseidank hatten wir beide Helme auf, gottseidank sind wir nach links in den Grasstreifen umgekippt (allerdings lag ich am Ende auf der rechten Seite, also habe ich mich irgendwie noch um die eigene Achse gedreht) und gottseidank ist ihm nichts passiert. Ich erinnere mich, dass ich in den Momenten kurz vor dem Zusammenprall nur noch leise „Nein, nein, nein“ gesagt habe, die Bremsen angezogen und den Kopf eingezogen habe. Bei dem Aufprall hat es mich dann nach hinten geschleudert, irgendwas hat mich am Kinn getroffen (das ergab einen sehr sexy Bluterguss) und mein Schutzengel hatte einen wirklich guten Tag, weil mir ansonsten überhaupt nichts gefehlt hat. Natürlich hat die Gruppe sofort angehalten und wir haben Menschen und Material durchgecheckt. P. konnte leider, leider nicht weiter mitfahren, weil mein Vorderrad an seiner Schaltung ordentlich Schaden angerichtet hat, aber bei meinem Arcalis war auf den ersten Blick nur das Schaltauge verbogen und das vordere Laufrad hat geeiert. Nachdem wir sichergestellt hatten, dass es dem anderen Radfahrer wirklich gut ging, bin ich deshalb weitergefahren – und das Adrenalin vom Sturz hat mich auf den ersten 20km zugegebenermaßen ziemlich gepusht. Man muss dazu sagen, dass ich schon ein paar fiese Verletzungen etc. erlebt habe und nicht der Typ dafür bin, in Schockstarre zu verfallen. Wenn irgendwas passiert, dann versuche ich so schnell wie möglich wieder zum normalen Prozedere zurückzukehren und arbeite das Erlebte dann anderweitig aus (z.B. in Form von Albträumen in den Nächten von Mi auf Do und von Do auf Fr). Jedenfalls schoss mir im Moment des Sturzes mal wieder durch den Kopf, wie unendlich wertvoll die eigene körperliche Gesundheit eigentlich ist (geistig ist bei mir ja Hopfen und Malz verloren) – und als ich da lag und nichts weh tat, war ich einfach unendlich erleichtert (Gedanke dazu: „Wow, das war ein richtiger Unfall und es war gar nicht so schlimm.“). Man sieht aber auch einfach mal wieder, wie schnell es gehen kann und wie schmal der Grat zwischen „gesund nach Hause kommen“ und „nicht ganz so gesund nach Hause kommen“ ist. Es wäre auch einfach schade gewesen, zum zweiten Mal in Folge den HM verletzungsbedingt nicht laufen zu können. Summa summarum bin ich einfach nur dankbar, dass ich heil aus der Sache herausgekommen bin. Die Tour war dann auch noch wirklich richtig, richtig schön. Das lag nicht nur an der Strecke, sondern auch an den Menschen. Ich wollte mich gedanklich nicht mit dem Unfall beschäftigen und bin dann mit einem Triathleten (F.) ins Gespräch gekommen, der aufgrund seines Tri-Rads ziemlich unverkennbar war – außerdem war er unter denjenigen, die sich nach dem Unfall um mich gekümmert haben und mir unter anderem deshalb sofort sympathisch.

Unverletzt: der Halbmarathon ist nicht in Gefahr

Ich nach dem Unfall, grinsen ist immer ein gutes Zeichen. Als ich meinem alten Freund J. das Foto geschickt habe, meinte er, das Rad sähe so aus, als sei es zu klein für mich. WTF.

Mittlerweile weiß ich auch, dass Zeitfahrräder aufgrund der Auflagen in RR-Gruppen nicht so gern gesehen werden (anscheinend ist man in brenzligen Situationen auf einem solchen Rad nicht so reaktionsschnell, wenn man auf der Auflage liegt), aber das kommt meiner Meinung nach vielmehr auf den Fahrer an als auf das Rad. Jedenfalls haben wir uns fast die ganze Fahrt über sehr gut unterhalten, wenn ich nicht gerade wieder zurückgefallen bin; einmal am Berg bin ich sogar angeschoben worden, das hätte ich manchmal gerne ein bisschen häufiger vielleicht. Oder so. Ich musste dann nur sehr, sehr herzlich lachen, als F. mir von seinen zurückliegenden Radtrainings erzählt hat (ich habe ihn natürlich schamlos über sein Training ausgequetscht) und meinte, ich solle doch mal mitmachen. Auch die gruppenerfahrenen R. & C. im stylischen RR-Muc-Ensemble und S., die auch wieder mit dabei waren, haben dafür gesorgt, dass der Abend wirklich schön geworden ist. Die Strecke will ich auf jeden Fall bei Gelegenheit noch einmal fahren. Einzig bei der Rückfahrt durch den Perlacher Forst bin ich dann sehr alleine sehr langsam gefahren (ein anderer Mitfahrer wollte mich immer animieren, neben ihn nach vorne zu kommen, bis ich ihm sagte, dass ich auf diesem Stück jetzt bitte alleine und nicht schnell fahren möchte). Zweimal hat es mich im Perlacher Forst nun schon hingehauen und so langsam hege ich negative Gefühle für die Strecke. Bei der nächsten Südausfahrt werde ich wohl erst an der KA zu den anderen stoßen und den Perlacher Forst entweder umfahren oder alleine langsam hindurchkurbeln, bis ich mich da wieder sicher fühle.

Wie oben angedeutet, hat mein Unterbewusstsein den Sturz dann in den beiden Folgenächten mit fiesen Albträumen aufgearbeitet – ich denke, vielen sollten solche Träume bekannt sein, bei denen man zum Beispiel von einem Fall oder einem Aufprall träumt (einschließlich Ziehen im Magen beim geträumten Fall und imaginiertem Brett vorm Kopf beim geträumten Aufprall). Dementsprechend war ich am Donnerstag und am Freitag morgens saumüde. Am Donnerstag habe ich morgens erst einmal im Gym-Pool meinen Tri-Suit von CEP getestet; ein Materialtest sollte vor dem Triathlon ja auch einmal sein. Ich liebe dieses Ding aufgrund der Kompressionseinsätze am Oberschenkel, das fühlt sich richtig gut an beim Schwimmen! Nach 4km bin ich dann noch im Tri-Suit auf den Crosstrainer und habe das Gerät fast unter Wasser gesetzt. Ich gehöre zu den Vielschwitzern (aber ich stinke dabei glücklicherweise nicht… außer ich tue es doch und niemand sagt es mir), also ist das Säubern des Crosstrainers nach einer Einheit ohnehin immer Cooldown und Stretching zugleich, aber gepaart mit dem Wasser, das aus dem nassen Tri-Suit austrat, war das wirklich recht amüsant. Ich Flüssigkeitsschleuder hatte mir die Tage zuvor schon Gedanken gemacht, wie ich den Halbmarathon ohne meinen Trinkrucksack bewerkstelligen soll, aber sowohl Flüssigkeitsversorgung als auch Stöpsel im Ohr (wichtig für die Pace) waren erlaubt, also eine Sorge weniger. Ein bisschen mulmig wurde mir dann schon im Bauch, aber da ich weder verletzt noch erkrankt war, gab es keine valide Ausrede, vernünftigerweise nicht an dem Halbmarathon teilzunehmen.

Ich kann übrigens gerade nicht so recht glauben, dass ich schon wieder fast bei 4.000 Wörtern bin und noch gar nichts zum Halbmarathon geschrieben habe, der ja eigentlich das dominante Thema der Woche hätte sein sollen. Oder ich labere einfach zu viel.

Vor dem Halbmarathon muss das Rad in die Werkstatt und es wird teuer

 

F. und C. haben sich jedenfalls leider von meinem Unfall anstecken lassen und sind im Fahrradkontext auch mit Dingen kollidiert. Mein Karma muss echt beschissen sein. Die geplante Ausfahrt am Donnerstagabend fiel dann meinerseits flach, weil ich übermüdet und infolgedessen im Eimer war. Also nochmal ins Gym abends; außerdem war das Wetter am Do auch wieder umgeschlagen und Müdigkeit plus Kälte plus Unfall wirkten sich insgesamt auf meine Freude am Fahren aus. Hinzu kam, dass mein Arcalis in die Werkstatt musste, um den Schaden vom Unfall zu begutachten. Glücklicherweise konnte ich am selben Tag noch bei vit:bikes vorbeikommen… nicht ganz so glücklicherweise war das Urteil hinsichtlich meines vorderen Laufrads ziemlich vernichtend: Zentrieren geht nicht mehr, ein neues muss her. Fuck. Da der DT Swiss 1850 Spline eine Sonderanfertigung für Stevens und aktuell nicht erhältlich ist, bekam ich nach einer bangen Wartezeit im ladeneigenen Garten (es wäre dort sogar richtig schön gewesen, wenn mir nicht aufgrund der drohenden Reparaturkosten das Herz in die Hose gerutscht wäre) die 1800er-Felge samt neuem Mantel und Schlauch verpass. Das Schaltauge konnte noch gebogen werden und weil ich eh schon da war, habe ich die kostenlose Erstinspektion auch gleich noch machen lassen und die zwar gerechtfertigte, aber dennoch saftige Rechnung beglichen. Autsch. Es hätte natürlich noch viel schlimmer kommen können, aber so ein Loch im Konto ist fies und ich überlege ernsthaft, ob ich aufgrund nicht geringer werdender Material- und Trainingskosten mal subtil den Hinweis einstreuen könnte, dass ich mich über Support via PayPal für mein Ironman-Ziel sehr freuen würde (hups, da ist er eingestreut, allerdings wenig subtil, ich bin ja auch mehr der direkte Typ). Damit war der Donnerstag bis auf den Tri-Suit-Test ein echter Downer.

Am Freitag dasselbe Spielchen wie am Donnerstag (müde, kalt, Albträume), bloß mit einem letzten Lauf morgens und einer kurzen Schwimmeinheit und abends wieder Gym, weil C. nicht fahren konnte und die drei oben in der letzten Klammer genannten Gründe mich ein wenig demotiviert haben. Ich habe den Freitagslauf „Schöner Lauf am Morgen“ genannt, weil er wirklich, wirklich schön war und alles gepasst hat. Ich bin seit Langem einmal wieder links der Isar gen Norden getrabt und wollte wieder nur 75 Minuten laufen… aber dann kam einfach keine Brücke, auf der ich auf die andere Seite überwechseln hätte können (ich wollte eigentlich eine 8 laufen, also rechts der Isar bis zum Oberföhringer Wehr, links bis zu irgendeiner Brücke, dann rechts runter bis zum Wehr und wieder nach links wechseln), also bin ich nach hinreichend langer Weiterlaufzeit (Jetzt muss eine kommen. Nein, halt, nach der nächsten Kurve. Aber jetzt! Nee, doch nicht…) umgekehrt und insgesamt auf 16,1 km gekommen. Und dann kam der wirklich anstrengendste Tag der Woche, nämlich der Pausentag. Selbst ein sportverrücktes Zappelmonster wie ich weiß dann doch, dass man sich vor einem Wettbewerb (und überhaupt dem allerersten Wettbewerb) mal einen Tag lang Ruhe gönnen sollte. Also bin ich morgens im Schneckentempo 500 Meter entspannt herumgepaddelt (das kann man nicht mehr Schwimmen nennen) und habe mich dann gedeht, meine Beine mit der Rolle bearbeitet, im Gym geratscht und den orthostatischen bzw. den Fitness-Test des V800 gemacht. Der orthostatische Test sollte ab und zu gemacht werden, um Übertraining auf Basis von Herzfrequenz-Variabilität zu erkennen und der Fitness-Test bestimmt die RHR (resting heart rate), also die Herzfrequenz in Ruhe (die bei einem richtig austrainierten Ausdauersportler schon mal bei 30-50 liegen kann).

Regeneration vor dem Halbmarathon

Meine VO2max liegt wie letztes Jahr bei 55 (das kann man jetzt positiv oder negativ sehen, ich sehe es mal neutral) und die anderen Ergebnisse haben erst dann einen richtigen Nutzen, wenn ich den Test häufiger mache. Vielleicht waren die Umgebungsbedingungen auch nicht gerade ideal, weil direkt neben mir ein Gruppenfitnesskurs stattfand und die Teilnehmenden ordentlich mit Bällen und Konsorten geworfen haben, außerdem war ich wegen des Halbmarathons nervös, so dass „Du solltest entspannt und ruhig sein“ nur bedingt zutraf. Aber wann bin ich denn auch jemals wirklich entspannt und ruhig? Gehört eigentlich nicht zu meinen herausragenden Eigenschaften. Frei nach dem Motto: Sie war stets bemüht. Jedenfalls hat mich ein nachmittäglicher Ausflug dann davor bewahrt, mich am Pausentag allzu unwohl zu fühlen; und ein Spaziergang ist ja auch Bewegung, nur eben ohne Schwitzen (es war auch immer noch recht kalt).

Bereit für den Halbmarathon

Jetzt kommen wir aber zum Sonntag! Ich war ausgeruht, ich war fit, ich war wach ich war bereit! Und ich weiß wieder, warum ich lieber alleine als im Rudel laufe. Obwohl alles super organisiert war, stand man doch eine ganze Weile vor dem Startschuss herum (lustigerweise habe ich S. aus der RR-Gruppe getroffen, die eine Kollegin auf ihrem ersten HM begleitet hat) und auf den ersten 500 Metern ist es ein ziemliches Gedrängel, bis man genug Platz für die eigene Pace hat. Ich stand außerdem auch falsch, weil es einfach wahnsinnig voll war: Ich bin mit der 2h15-Gruppe gestartet, obwohl ich in die 2h-Zielzeit-Gruppe wollte (und definitiv nicht in die 1h45-Zielzeit-Gruppe…). Immerhin hat sich meine Nervosität dann schnell verflüchtigt, als ich gemerkt habe, dass ich in meiner Geschwindigkeit laufen kann (danke, Musik im Ohr), dass ich nicht die Langsamste bin (das war tatsächlich eine riesengroße Angst), dass die Waden nicht zu sind und ich halt eben einfach nur ein bisschen laufe. Dann war es eigentlich wirklich nur Kopfsache. Ein paar Leute überholen, ohne dabei zu überpacen, eine halbe Banane, ein kleines Gel und zwei Gel-Chips essen, ohne irgendwas davon in die Luftröhre zu bekommen (die Banane war keine allzu tolle Idee, die lag mir schwer  im Magen), möglichst intelligent laufen (was nicht zwingend immer heißt, dass man in Kurven ganz innen läuft, sondern eher so, dass man mit niemandem kollidiert), die Konzentration bewahren und den Oberkörper aufrecht lassen, die Gedanken wandern lassen und einfach laufen, laufen, laufen. Bei km 10 dachte ich mir zwar, dass es auch nicht schlecht wäre, wenn es jetzt schon vorbei wäre, aber das war einfach nur der Kopf, der die Durststrecke zwischen km 10 und km 15 überwinden musste. Ich bin ziemlich konstant meine Pace gelaufen, hatte keine signifikanten Schmerzen irgendwo… und ab km 18 war es richtig geil. Man darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn man überholt wird; und man darf nicht zu viele Leute überholen wollen. Kurz vor dem Ziel ging es nochmal eine Rampe am Hofgarten hoch, die hätte man sich sparen können und die hat mich definitiv MINDESTENS eine Minute gekostet, aber ansonsten bin ich happy mit der Endzeit von 1:55:15 Sekunden laut offizieller Zeitmessung (auch wenn Strava etwas anderes sagt, narf) und Platz 69 in meiner AK (429 Gesamt bei den Frauen). Außerdem bin ich ein bisschen stolz auf mich. Jetzt das Ganze nur mal zwei nehmen und schon haben wir den Marathon im Oktober. Easy. Nicht. Na gut, eigentlich war ich ja sowieso nur für das Freibier da, das es samt Laugenstangen und noch mehr Bananen nach dem Halbmarathon gab. Schnell noch eine Medaille eingesackt, dann habe ich mich dann fix getrollt und bin (natürlich) ins Gym für eine lockere Runde auf dem Crosstrainer und im Pool – und jetzt heißt das nächste Ziel Karlsfeld Mitte Juli!

Direkt nach dem Halbmarathon - die Finisher holen sich ihre Belohnung ab

Es war wohl ganz gut, dass ich ein paar Tage Radpause hatte, um den Unfall zu verarbeiten. Die erste Fahrt will ich auch lieber mit jemandem als alleine absolvieren, einfach um das negative Ereignis direkt mit einem positiven zu überschreiben – und man darf die Macht der sozialen Komponente nicht unterschätzen, wenn es darum geht, seelische Wunden zu heilen. In der kommenden Woche möchte ich definitiv wieder mehr mit dem RR unterwegs sein und ein paar kürzere Läufe draußen absolvieren, um meine Zeit auf 10km zumindest noch ein bisschen zu verbessern. Wenn ich weiter nur diese relativ langen Halbmarathon-Trainings-Strecken laufe, kriege ich kein Gespür dafür, welche Pace für die zehn Kilometer olympische Distanz im Tri in mir steckt, ohne dass ich überpace. Traumhaft wäre so etwas wie 5:10, das sind 11,6 km/h. Außerdem habe ich auf irgendeiner Triathlon-Website gelesen, dass man die negativen Auswirkungen des Radfahrens auf die Laufperformanz reduzieren kann, indem man nach dem Radfahren zumindest einen kurzen Koppellauf dranhängt, 2-3 Kilometer würden da erst einmal schon reichen. Übungen für das laufspezifische Krafttraining habe ich mir ebenfalls herausgesucht, da ich in den letzten beiden Wochen (aus Angst vor Verletzungen) im Krafttraining hauptsächlich den Oberkörper, den Rumpf und den Rücken beansprucht, aber die Beine komplett vernachlässigt habe. Ich war natürlich auch immer noch nicht beim Schwimmtraining mit dem MRRC, aber bei gutem Wetter sehe ich mich abends eher auf dem Rad als im Schwimmbad – insofern es jetzt bitte unfallfrei weitergeht!

Außerdem gab es diese Woche noch zwei Geschenke. Das erste war ein Buch, das ich im April (!) bei dem großen Polar-Gewinnspiel ergattert habe. Die Reise wäre mir zwar lieber gewesen, aber besser ein Buch als gar nichts gewinnen, nicht wahr! Vielleicht kann ich es irgendjemandem (der oder die hier nicht mitliest) als Geschenk unterjubeln oder gewinnbringend verkaufen. Das Buch heißt übrigens EIWEISS – Das gesunde Fitnesskonzept von Pumperlgsund; das sind die mit dem pasteurisierten, flüssigen Hühnereiweiß. Bei solchen Produkten muss ich immer an David Mitchells Cloud Atlas denken (An Orison of Sonmi~451Soap, anyone?). Naja. Das zweite Geschenk brachte zwar auch nichts für den Halbmarathon, war aber trotzdem sehnlichst erwartet. Na, was war’s? Richtig, die Cap vom MAAP In the field-Ride mit bikedress am 13. Mai! In wilden Farben und mit „Berg“ in einer herrlich pseudogermanischen Altherrenfont. Passt leider weder zu meinem Arcalis noch zu meinen sonstigen Outfits (und seien wir ehrlich, im direkten Vergleich zu den anderen MAAP-Caps kann das Design nicht mithalten), aber definitiv eine schöne Erinnerung.

Die MAAP-bikedress-Ausfahrt war definitiv so anstrengend wie der Halbmarathon

Apropos Cap. Ich hatte relativ zu Beginn schon einmal von den Cinelli-Caps geschwärmt, und natürlich haben sie mich nicht losgelassen. Die Degenkolb-Cap von A. (Frankreich, yeah!) ist zwar hübsch, aber die Kappen der Italiener sind einfach spritziger. Nachdem ich mich an dieser und dieser aber irgendwie sattgesehen hatte, bin ich durch Zufall nach ausgiebigen Recherchen auf eine Cap gestoßen, die es eigentlich nicht mehr gibt: die Kappe von Kelli Samuelson x Cinelli (2015). Nachdem ein Bike Store aus den USA meine Anfrage nach international shipping komplett ignoriert hat, habe ich die Cap aber doch noch bei einem spanischen Online-Shop namens Escaparte gefunden (ungefähr auf Seite 49759345 der Google-Suche nach „Cinelli Cap Kelli Samuelson“), bestellt und – wohoo – die Kappe rockt!

Die Kappe hätte ich auch gerne beim Halbmarathon getragen

Und weil es immer noch nicht genug ist: Als Bettlektüre verschlinge ich momentan alle (nachbestellten) 2018er Ausgaben des Triathlon-Magazins. Da stecken so viele Informationen drin, dass ich nach jedem gelesenen Artikel am liebsten losrennen und die Sachen ausprobieren möchte. Okay, teilweise prallen unterschiedliche Trainingsschwerpunkte aufeinander, aber mit einem kohärenten, konsequenten, stringenten Trainingsplan wäre es doch zu einfach, wenn man es doch auch vogelwild, halsbrecherisch und chaotisch machen kann. Gestern Abend habe ich dann die erste Episode des Triathlon-Podcasts angehört, während ich meine Füße malträtiert massiert habe (Multitasking! Yeah!): Darin kommt Dan Lorang zu Wort, der unter anderem über den Wechsel zur Langdistanz spricht und Tipps für Age Grouper hat. Besonders wertvoll sind meiner Meinung nach drei Erkenntnisse: a) schlechter Stress ist der schlimmste Performance-Killer (und hemmt nebenbei auch die Fettverbrennung); b) Low-Carb funktioniert (das mache ich aktuell ohnehin, bzw. Kohlenhydrate nur gezielt nach dem Training) und Nüchterntraining ist zwar unberechenbarer, aber nicht „falsch“ und c) Training für die Mitteldistanz ist nicht so signifikant anders als für die Langdistanz (so ähnlich ist es bei Halbmarathon und Marathon ja auch). In diesem Sinne: gute Trainingswoche, allerseits; und hier noch die Wochenübersicht:

Bike Spin Run Swim Strength Other
Mo ••
Di ••
Mi ••
Do ••
Fr ••
Sa
So ••

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