Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 17: 3MUC Triathlon, Olympische Distanz Nummer 2

Sonntag war wieder Triathlon-Tag: Die Olympische Distanz des 3MUC-Triathlons fand bei suboptimalen Wetterbedingungen an der Regattastrecke in Oberschleißheim statt. Aber da ist ja noch so viel mehr passiert zwischen Montag und Samstag…

Nein, hier wird nicht für Olympia trainiert: Die Olympische Distanz ist eines der Triathlon-Formate, das Amateure und Profis weltweit mit mehr oder minder megalomanen Ambitionen meistern. Meine sind definitiv eher auf der größenwahnsinnigen mehr ambitionierten Seite angesiedelt, denn ich trainiere seit 17 Wochen auf eine Ironman-Langdistanz hin. Die ist ein bisschen länger als die Olympische Distanz, deshalb schreibe ich auch einmal pro Woche extralange Trainingsberichte mit mehr oder minder interessanten Informationen rund um den Triathlon-Zirkus. Wer jetzt gerade erst zugeschaltet hat, kann sich auf ein Marathon-Leseabenteuer einstellen und die vergangenen Wochen hier konsumieren: Woche 16, Woche 15Woche 14Woche 13Woche 12Woche 11Woche 10Woche 9Woche 8Woche 7,  Woche 6Woche 5Woche 4Woche 3Woche 2Woche 1 und Tag 1.

Aus gegebenem Anlass und aufgrund meiner ausrastenden Kreditkarte (unten dazu mehr) kurz eine kleine Werbeunterbrechung, bevor wir zum Wochenweg bis hin zur Olympischen Distanz kommen: Triathlon frisst mir die (ohnehin schon kurzen) Haare vom Kopf, deshalb freue ich mich über Sponsoren, die mich via PayPal.me unterstützenmeinen Lagerbestand auf eBay reduzierenmir mit Material von meiner Amazon-Wunschliste aushelfen (gerne auch gebraucht), oder mir tolle Tipps geben und mit mir trainieren. Besten Dank – den vollständigen Werbetext gibt es außerdem hier.

Das passiert übrigens, wenn man irgendwas mit „Triathlon“ im Google-Kalender eingibt. Schick! Man müsste bei Gelegenheit vielleicht mal ausprobieren, wie Google Sachen wie „Sexparty“ oder „Komasaufen“ (also quasi: Wiesn, die ist ja auch schon bald wieder) visualisiert. Bevor ich mich nun aber in die Abenteuerwoche stürze, kommt hier ein kleiner Shoutout an vit:bikes, den Fahrradhändler meines uneingeschränkten Vertrauens. Nein, die haben mich nicht dafür bezahlt und ja, die sind wirklich super. Ich war diese Woche insgesamt dreimal dort (nicht ganz freiwillig, aber dazu später mehr, das hat dann auch wiederum mit meiner rauchenden Kreditkarte zu tun) und jedesmal ging der Service superflott, obwohl ich tatsächlich befürchtet hatte, in die „Könnt ihr mal kurz…“-Kundenschublade (Video) reingestopft zu werden. Jedenfalls werde ich dort mittlerweile per Handschlag begrüßt und wenn es einen Stammtisch dort gäbe, dann dürfte ich dort seit dieser Woche auch sitzen. Der Laden hat übrigens montags zu, weil das Team ein geheimes Zweitleben als YouTube-Stars führt mit einem eigenen Channel. Sie haben auch vier Videos zum Thema Triathlon(-Bike) – eins, zwei, drei, vier – aber ich hänge noch bei Video drei fest (und musste ich mich sehr darüber amüsieren, als die zwei Triathleten gefragt wurden, was sie an ihren neuen Bikes so toll finden: „Ja, äh, der Style“ – bestimmt genau das, was Stevens sich bei seinem Super Trofeo gedacht hat. Ausstattung? Egal! Hauptsache Style!). Vielleicht schlage ich ihnen bei meinem nächsten Besuch mal vor, ein Video mit den Top-Anfänger-Rennradunfällen zu drehen, denn dafür könnte ich reichlich Input geben: In die Trambahnschiene reingeraten und umkippen (jap, mit dem Crosser), zu schräg an eine Kante fahren und umkippen (jap, das war diese Woche, Scheißbaustellen), zu hart frontal auf eine Kante auffahren und einen Snakebite bekommen (jap, das war Kloster Scheyern mit C.), unfreiwillig überlappend fahren und am Hinterrad des Nebenmanns hängenbleiben (jap, Juni), beim Überholen am Gepäckträger der vorausfahrenden Frau hängenbleiben (jap, mit dem Crosser), zu schnell in eine Kurve fahren und statt um die Kurve geradeaus ins Gebüsch fahren (jap), zu schnell in die Kurve fahren und auf die gegnerische Fahrbahn gelangen (gottseidank konnte der entgegenkommende Fahrer ausweichen, also nix passiert, aber: jap). Ich hoffe, das war es mit den fahrradtechnischen Unzulänglichkeiten, das war genug Trubel für die bisherigen 6.000 Kilometer 2018. Oder ich verkaufe meine Seele für so viele YouTube-Videos, bis ein Volt dabei herausspringt (wobei, das würde ich wirklich machen, aber man möge sich mein schachtelsatzschreibendes Ich mal in Videos vorstellen, das kann gar nicht gut gehen, denn ich rede genauso schnell und verquer wie ich schreibe… und ja, dafür gibt es Beweisvideos in den Untiefen des Internet).

Aber generell ist mein Masterplan schon, an ein Volt mit DI2 Ultegra-Ausstattung und feinen Felgen heranzukommen. Neulich habe ich auf eBay Kleinanzeigen ein gebrauchtes Modell aus dem Jahr 2010 gefunden, und gleich dazu den Testbericht aus dem triathlon-Magazin. Die Farben, die Scheibe und die Hochprofilfelge vorne sehen wirklich schick aus, aber Neuware wäre dann doch vernünftiger. Möchte denn nicht jemand meine Seele kaufen? Die ist super, wirklich, schön rabenschwarz. Früher war das irgendwie einfacher, da hat man sich den OTTO-Katalog geschnappt, Eselsohren und Kugelschreibermarkierungen an all die schönen Dinge gemacht, die man haben wollte, und man bekam dann irgendwie irgendwas davon. Wenn ich das jetzt mit der Produktbroschüre von Stevens machen würde, stünden die Chancen wohl eher schlecht. Ich bin aber auch selbst ganz gut darin, mich von Kopf bis Fuß markenkonform auszustatten. Neben der Windweste habe ich mir auf eBay letzte Woche noch Armlinge und Beinlinge rechtzeitig vor dem 3MUC Triathlon besorgt, nachdem die Wettervorhersage weitestgehend verheerend war. Die sind grandios, auch wenn ich sie im Wettkampf dann doch nicht gebraucht habe. Das fand meine Kreditkarte natürlich gar nicht so toll; genauso wenig wie das Entrichten der Startgebühren für die Nizza-Distanz 2019 in Köln und den Ironman 70.3 2019 im Kraichgau. Aber hey, Wasser und Brot sind doch auch recht nahrhaft.

So, genug geplänkelt. Ach nein, einen habe ich noch: Die Story der Fitness-Influencerin Ashley Horner, die 50 „Ironman“ an 50 konsekutiven Tagen absolvieren wollte und das mit einem Fundraiser verbunden hat. Spoiler: Es hat nicht geklappt, weil die gesundheitliche Belastung zu groß war. Komisch, wer hätte das gedacht.

Letzte Woche hatte ich ja noch Fotos von der Wendelsteinrundfahrt versprochen und mir zähneknirschend das Fotopaket für 29,90 EUR gekauft. Es hätte auch gereicht, einige Einzelbilder zu kaufen, weil die Motive im Prinzip nicht sehr abwechslungsreich sind: Ich auf dem Rad, mal mit und mal ohne andere Menschen, mal von vorne, mal mehr seitlich, mal mehr oder weniger grinsend. Nächstes Mal weiß ich das dann auch besser. Aber trotzdem witzig.

Die zweite Wochenhälfte sollte leider ziemlich kalt und etwas verregnet werden, also wollte ich so viel Zeit wie möglich noch draußen verbringen. Gut ausgeruht nach der gemütlichen Fahrt mit F. am Sonntag bin ich am Montag 50 Kilometer flach gen Norden gefahren (oder gestöpselt, denn das war mal wieder ein Baustellenslalom par excellence – und leider als Radfahrt für die Tonne) und im Anschluss 21,1 gelaufen. Mit dem Triathlon am Sonntag wollte ich den langen Lauf möglichst früh in der Woche erledigen und keine Überbelastung riskieren, also hat das ganz gut gepasst. Außerdem hatte ich letzte Woche geschrieben, dass ich mir die Mitteldistanz auch jetzt schon zutraue und ich wollte es mir selbst beweisen, dass ich nach dem Radfahren auch noch so ein Stück in unter zwei Stunden laufen kann. Das war richtig gut und das mache ich auch nochmal – aber spätestens seit dem aktuellen Kälteeinbruch / jetzt mit der immer später aufgehenden Sonne wird das wohl nichts mehr so früh am Morgen. Ich habe diese Woche bei all meinen Draußenläufen übrigens fast nur ein Lied in Dauerschleife gehört: Stars – Radio Edit von Jerome (Spotify-Link). Es gibt ein paar Lieder, bei denen ich in einem Tunnel (Trance?) lande und wunderbar pacen kann; das hier gehört auf jeden Fall dazu. Danach dann noch kurz eine Runde Schwimmen im See (damn!) im Pool und der Trainingstag war wunderbar abgerundet.

Am Dienstag habe ich den Spieß dann umgedreht und bin zuerst einen „Gran fondo di Ludwigshöhe gefahren“. Ich muss die Strecke wohl im Halbschlaf geplant haben, weil ein komoot-Segment zwischen der Kugleralm und Grünwald in einer Schotterstrecke mündete und ich somit außenrum durch Grünwald fahren musste. Dann Isarradweg und Pupplinger Au (und einen der Berge runter, den ich eigentlich rauffahren wollte, verdammt), nur um bei einer Rampe Richtung Deining festzustellen, dass sie ebenfalls in Schotter mündet. Also wieder runter und einen schönen südlichen Bogen außenrum gefahren (das kann der V650 wenigstens), um dann endlich zur Ludwigshöhe zu gelangen, die ich dann neunmal von zwei Seiten rauf und runter gerollt bin. Das klingt zwar eintönig, ist aber ziemlich super, weil das einigermaßen als Intervalltraining qualifiziert. Dasselbe Spielchen will ich kommende Woche mit Kloster Schäftlarn machen (ein bisschen länger als die Ludwigshöhe) und mal sehen, wie oft ich da herumkraxle, bevor ich keine Lust mehr habe. Es juckt mich beim Schreiben dieser Zeilen auf jeden Fall schon in den Fingern, morgen um 6 Uhr wieder aufs Rad zu steigen und genau das zu machen. Weniger schön war dabei, dass mich ein Hund attackiert hat, der aus dem Nichts auf mich zugestürmt kam und nach meinem Fuß geschnappt hat, während ich gerade bergauf unterwegs war und dementsprechend nicht schnell weggekommen bin. Anknurren und Anschreien hat auch nichts gebracht, erst ein aus einer Einfahrt herausschießendes Auto hat ihn vertrieben. Wäre ich zu Fuß unterwegs gewesen, hätte ich mir auch keine Sorgen gemacht, nur mit dem Rad war das doch etwas heikel, weil das Vieh nicht gerade klein war und ich um mein Rad Angst hatte! Vom Besitzer war weit und breit keine Spur. Sehr vorbildlich. Auf dem Rückweg musste ich dann wieder über Grünwald stöpseln, weil auf der geteerten Straße Richtung Straßlach natürlich Holzfällarbeiten stattfanden und man bei Lebensgefahr nicht durchfahren durfte. Da fällt mir ein, dass bei meinem 30k-Lauf in der Woche zuvor an einem Streckenabschnitt auch Holzfällarbeiten waren und ich in bester Rebellenmanier natürlich trotzdem durchgelaufen bin, aber insgeheim jederzeit damit gerechnet habe, dass mir ein Baum auf die Birne fällt. Leben am Limit, sag ich da nur.

Nach dem etwas chaotischen Gran fondo dann noch 11,5 Kilometer Koppellauf in den heimischen Gefilden der Isar. Ich habe mir Montag und Dienstag gedacht, dass ich doch einfach auch mal wieder nach Süden laufen könnte, aber… ich weiß auch nicht, der Flaucher und Thalkirchen sind nicht so meins. Und natürlich „muss“ ich auch nicht anderswo als auf meinen Stammstrecken laufen, aber sinnvoll wäre es schon. Genauso wie Treppenläufe, Fahrtspiele mehr Intervalle und mehr Tempopyramiden. Und den Englischen Garten will ich auch endlich ausführlich ablaufen, damit ich nicht immer die Orientierung verliere, wenn ich mal dort bin. Es gibt so viel zu tun! Alles auf einmal! Jetzt! Sofort!

Mittwoch war dann ein bisschen hardcore. Alles begann recht harmlos mit einer ausführlichen Schwimmeinheit am Morgen (4.050 Meter), bei der ich neben Dreieratmung, Sprints, Schmettern, Fingerpaddeln auch den Orientierungsblick nach vorne geübt und Kraulen mit dem Kopf über Wasser. Irgendwo habe ich gelesen, dass diese Technikübung Wasservolleyballkraulschlagodersoähnlich heißt, aber Google und ich kommen gerade nicht drauf, wo das war (kleiner Schlenker: Blogbeitrag „Kannst Du schon Kraulschwimmen oder gehst Du nur nicht unter“, haha). Danach dann eine Pyramide von 9 bis 12 km/h und Lauf-ABC auf dem Laufband. Und dann hat F. angeklopft und wollte noch eine kleine Tour fahren. Wie könnte ich da den nein sagen! Zuerst musste ich aber mein RR noch bei vit:bikes abholen, wo ich es schweren Herzens über Nacht gelassen hatte, um die Schaltung neu einstellen zu lassen, die Kette auszuwechseln, die Bremsen nachziehen und neue Mäntel aufziehen zu lassen (hatte ich erwähnt, dass ich mir in einem Anflug von Größenwahn die Continental Grand Prix 4000s II Sondereditions-Mäntel gekauft habe? Die waren zwar auch nicht teurer als die Standard-Contis, die ich zuvor hatte, aber auf den Limited-Edition-Zug springe ich normalerweise ja nicht auf (irgendwelche Drops gehen mir am Allerwertesten vorbei, dankesehr). Also zack, zack, hin, her, umziehen, schnell was zwischen die Zähne und ab aufs Rad und hügelig an den Ammersee!

Dort sind wir dann – Achtung, Geheimtipp! – in der Bayrischen Brandung gelandet, einem entspannten Kiosk mit noch entspannteren Leuten.

Aufgrund der Hitze durfte es dann auch gleich die alkoholfreie Radlermaß sein, Elektrolyte und so, ist ja alles isotonisch. Dann den Andechser Berg rauf (noch so ein genialer Spot, den man drölfzig Mal raufklettern kann) und noch einen kurzen Abstecher zum Starnberger See für die malerische Abenddämmerung. Traumhaft schön, und nachdem das auch wieder 105 Kilometer waren, war ich abends dann wirklich bedient. Sagte auch mein V800:

Wenn ich an normalen Trainingstagen auf 430-450% komme, dann ist das doch ein bisschen mehr. War aber sehr schön. Beweisfoto:

Ich bin immer wieder begeistert, wie gut die Filter kaschieren, dass man total verschwitzt und fertig ist. Das wäre fast Instagram-worthy, aber da hampeln mir zu viele „Influencer“ herum (apropos: FitnessFirst feiert in Kürze auch eine ultimative Fitnessparty und als Perk ist angegeben, dass man mit den „Top-Influencern“ aus seiner Stadt trainieren kann. Wow. Ich muss schon sagen, ich fühle mich so ge-influenced von diesen Influencern, ich kann es kaum erwarten).

So. Eigentlich hätte man dann am Donnerstag eine ruhige Kugel schieben können, wieder mit Schwimmen und Lauf-ABC und einer ruhigen Runde am Nachmittag. Hätte. Habe ich aber natürlich nicht. Da für Donnerstag bereits immense Gewitter vorhergesagt waren, wollte ich nochmal die warmen Sonnenstunden nutzen (wobei es schon am Dienstag bei der Ludwigsfahrt früh morgens arschkalt war und ich mir die Frage gestellt habe, warum ich a) keine dicke Winterjacke angezogen habe und b) überhaupt so früh gestartet bin, aber zeitlich ging es eben nur so). Also bin ich zu einer entspannten 100er-Runde im Dunstkreis nördlich von Starnberg aufgebrochen. Die Anzahl der Baustellen hielt sich in Grenzen und wie schon am Mittwoch, so war es auch am Donnerstag äußerst angenehm, mit einem Rad zu fahren, dessen Schaltwerk wieder vollständig richtig eingestellt ist und nicht bei fast jedem Gang rattert (ja, irgendwann will ich das auch selbst einstellen können, ich packe es auf meine immense To-fucking-Do-Liste). Alles soweit also gut, bis zur letzten Baustelle 800 Meter vor dem Ziel: Dort musste man vom Radweg über eine Kante auf den Gehsteig überwechseln (und ich bin noch extra brav nicht auf die Straße gewechselt, obwohl das viel angenehmer gewesen wäre). Ich bin zu schräg an die Kante angefahren, woraufhin das Vorderrad weggerutscht ist und ich mehr oder minder elegant nach rechts umgekippt und zwei Meter über den Boden geschrammt bin. Ein paar ältere Herrschaften kamen angesprungen („Jetzt ist sie mit dem teuren Rad umgefallen! Wie ist das denn passiert!“) und wollten mich gleich mal ins gegenüber liegende Rechts der Isar bugsieren, was ich aufgrund fehlender Verletzungen (bis auf eine Prellung mit feinem blauem Fleck am rechten Oberschenkel) höflich verneint habe. Ich durfte ihnen dann noch den Unfallhergang schildern, mich für die schnelle Hilfe bedanken und bin dann zaghaft weitergerollt, weil natürlich – wie könnte es auch anders sein – das Rad auch etwas abbekommen hatte. Soll heißen: das Schaltauge war bis zur Unkenntlichkeit verbogen. Ach scheiße.

Natürlich habe ich dann erstmal das gemacht, was jeder normale Mensch in dieser Situation gemacht hätte, nämlich: meinen Koppellauf mit den letzten Körnern (11,5km). Ich bin auf der anderen Straßenseite auch an besagter Unfallstelle vorbeigelaufen und aus dem Augenwinkel habe ich die Herrschaften dort auch noch stehen sehen und hätte zu gerne gewusst, was in deren Köpfen da wohl vorgegangen sein muss. Es klingt vielleicht seltsam, aber beim Laufen bin ich dann tatsächlich wieder runtergekommen und die Prellung tat zwar weh, war aber nicht sonderlich schlimm. Eigentlich war es auch klar, dass ich mir vor meinem nächsten Triathlon wieder irgendwie weh tun würde, also alles quasi im Normalbereich. Danach dann mit eingeklemmtem Schwanz schon wieder zu vit:bikes in der zaghaften Hoffnung, dass es nicht so schlimm sein würde und – Glück im Unglück – bis auf das Schaltauge war auch nichts und ich durfte mein Rad am Freitag auch schon wieder abholen.

Besagter Freitag war dann endgültig bescheiden verregnet, also war ich morgens brav Schwimmen und auf dem Spinningbike. Ich habe versucht, auf dem Ding die Aero-Position wie auf F.s Zeitmaschine zu simulieren, aber leider ist das saumäßig unbequem, weil man den Sattel nicht nach vorne neigen kann. In dem Moment habe ich mir gewünscht, ich hätte ein auf Triathlon spezialisiertes Gym mit Zeiträdern auf Rollen und Zwift für das ultimative Aerotraining… Gibt es aber augenscheinlich gar nicht. Marktlücke! Hat mal jemand ein paar Millionen, um das aufzuziehen?

Am frühen Nachmittag bin ich dann aufgrund des Regens zu vit:bikes gejoggt (genialer Vorschlag von F., als ich gemurrt hatte, dass der Weg zu vit:bikes zu Fuß immer 30 Minuten in Anspruch nimmt) und habe damit natürlich für allgemeines Amüsement gesorgt. Im Regen dann wieder zurück nach Hause und natürlich war der Regen genau dann vorbei, als ich ebendort wieder angelangt war. Karma, Baby!

Da es am Sonntag zumindest trocken werden sollte, wollte ich den Tri definitiv machen (bei 14 Grad und Regen hätte ich es bleiben lassen) und habe am Samstag, äh, getapert. Zumindest ein bisschen. Ich bin ruhig 2km mit dem Neo geschwommen (ich liebe dieses Teil!) und dann ruhig auf dem Spinningbike und dem Crosstrainer herumgehampelt, bis ich fast im Wachkoma lag. Dann war da noch die Sache mit dem Tri-Aufsatz: Der erste Griff ins Klo wartet immer noch auf Klärung durch eBay (eBay schaltet sich erst am 29.08. ein und der Verkäufer ignoriert meine Nachrichten natürlich), aber der zweite, ebenfalls auf eBay bestellte Aufsatz ist wirklich super, in einem sehr guten Zustand und für meine langen Arme bestens geeignet. Nur das mit dem Anschrauben hat nicht so ganz geklappt – unter anderem, weil ich wohl einen leichten Knick in der Pupille habe und nichts, was ich aufhänge oder anschraube, jemals symmetrisch oder gerade wird; und bei den zwei Griffen des Tri-Aufsatzes sollte das schon so sein. Also bin ich – surprise – wieder zu vit:bikes gerollt und habe mir fachmännisch helfen lassen. Alles perfekt! Allerdings muss jetzt wahrscheinlich der Sattel noch ein bisschen hoch, vor und nach unten geneigt werden, damit sich der Winkel von Unter- zu Oberarm noch ein bisschen mehr in Richtung 90° entwickeln kann, momentan sind das eher 120°.

Ja, und dann hieß es zum zweiten Mal 2018: Packen für den Triathlon.

Am heutigen Sonntag bin ich also mit Sack und Pack (und diesmal ohne abreißende Reißverschlüsse) sehr warm eingepackt (Orca-Trisuit mit Ärmeln, Arm- und Beinlinge, langärmliges Bike-Trikot, langärmliges Laufoberteil) über Karlsfeld zur Regattastrecke gerollt und habe mir dabei den Arsch abgefroren. „Aufwärmen“ geht definitiv anders, deshalb auch mein nicht-so-ganz-happy-Face:

Vor Ort ging alles fix und problemlos, insgesamt 295 Einzelstarter sind zur Olympischen Distanz angetreten und ich kam schnell ins Gespräch mit einer anderen, ebenfalls fröstelnden Einzelstarterin und später in den Wechselzonen (eine fürs Bike, eine fürs Laufen) dann mit zweien, die eigentlich Triathlon nicht mögen, aber trotzdem einmal bei einem mitmachen wollten. Das war strategisch sehr wertvoll, denn neben der logistischen Herausforderung, zwei Wechselzonen zu befüllen…

… gab es da noch eine Herausforderung: Wir sollten 8 Runden um die Regattastrecke fahren und – oh Schreck – selbst mitzählen. Die zwei in der Wechselzone hatten Tapeverband dabei und haben sich acht kleine Stückchen an den Lenker geklebt, um pro Runde eines abzureißen. Das fand ich spontan so gut, dass ich mir den Tapeverband geliehen habe und es auch so gemacht habe. Im Nachhinein wäre das zwar nicht nötig gewesen, weil mein V800 ja anzeigt, wie weit ich schon gefahren bin (#facepalm), aber psychologisch war es echt gut.

So friedlich sah die Regatta dann noch um 9:30 Uhr aus, immerhin mit ein bisschen Sonne und 15°C oder sowas in der Größenordnung (auf jeden Fall kalt). Lustigerweise war dann das Wasser mit 20°C wärmer als die Lufttemperatur, das war erstmal seltsam beim Einstieg in das kühle Nass. Zum Start um 10 Uhr waren wir aus der ersten Startergruppe alle im Wasser in einer mehr oder weniger symmetrischen (haha) Linie. Ich wollte unbedingt eine schöne Schwimmerfahrung machen und nicht wieder die Waschmaschine wie in Karlsfeld durchmachen. Also bin ich ganz am Rand gestartet und habe mich weitestgehend aus der Ideallinie herausgehalten. Dadurch bin ich zwar dann 1.660 Meter statt 1.500 geschwommen und habe 32 Minuten gebraucht (unter 30 wäre schön gewesen), aber egal, es war eine richtig, richtig, gute Erfahrung. Ich bin konstant mit Zweieratmung geschwommen (jaja, Dreieratmung hatte ich geübt, aber irgendwie hat es sich so ergeben), habe zwischendurch den Kontrollblick nach vorne gemacht, bin überschwommen worden, habe andere überholt und fühlte mich sehr wohl im Wasser. Danke, mein Neo! Danke, Schwimmeinheiten! Das ganze Training lohnt sich wirklich.

Vor allem auf dem Bike habe ich das dann gemerkt. Mit 1:10 für die knapp 40 Kilometer (Schnitt 33,5) bin ich die zehntschnellste Zeit von 47 Frauen gefahren und es war wirklich großartig. Flach, übersichtlich, kein Chaos, wie ich eigentlich befürchtet hatte, und genug Platz, um Überholmanöver durchzuführen. An den Kopfenden der Regatta durfte man die Hände nicht am Aerolenker(aufsatz) haben, dort konnte man also gut trinken oder essen und den Nacken kurz entspannen. Ich bin ansonsten alles in Aero-Position gefahren und war richtig im Flow, was auch daran gelegen haben mag, dass die Regatta einfach komplett flach ist. Das Abreißen der kleinen Tapestreifen war äußerst befriedigend und verpflegungstechnisch lief alles bestens: Zum Frühstück 2 Riegel und ein paar Schlucke Buffer von ultraSPORT, kurz vor Schwimmstart 1 PowerBar-Hydrogel, in Wechselzone 1 das zweite Hydrogel, auf der Strecke ein Gel von GU und ein halber PowerBar-Energize-Riegel, beim Laufen das zweite Gel von GU und den zweiten Energize-Riegel, dazu 950ml PowerBar-Isodrink und ein paar Schlucke Wasser an den Verpflegungsstationen beim Laufen (weil es so kalt war, hatte ich auch keinen Durst).

In den beiden Wechselzonen hatte ich kurz zu kämpfen, erst mit dem linken Ärmel meines Neos (wegen dem V800 am Handgelenk, 03:14 Minuten) und dann mit dem linken RR-Schuh (mein Fuß wollte irgendwie nicht raus, knapp 02:00 Minuten), aber meine Beine waren sofort nach dem RR da und ich bin konstant die 10 Kilometer (laut V800 etwas weniger) mit einer Pace von Ø 5:20 gelaufen – schneller als im Training, weil ich da ja immer mehr vorher fahre und meistens auch mehr laufe. Am Ende war ich nach ca. 02:36:00 Stunden im Ziel und extrem happy, weil alles so glatt gegangen ist! Große Überraschung: In meiner AK bin ich auf Platz 4/10 gelandet, bei den Frauen insgesamt auf Platz 16/47 und auf dem Bike eben auf 10/47. Deshalb hier das passende happy face:

Anschließend dann Erdinger Alkoholfrei, Bananen und zwei Eier (die ich mitgebracht hatte) im Ziel, etwas ausruhen, umziehen, Smalltalk und dann entspannt zurück nach Hause rollen. Dort habe ich dann noch ein letztes Abschiedsfoto mit dem Ravenna 8 gemacht, denn dieses Paar Laufschuhe ist definitiv durch.

Das Schöne ist: Nachdem das Schwimmen diesmal so entspannt war und ich meine Herzfrequenz besser unter Kontrolle hatte, bin ich zwar müde, aber nicht fertig – also sollte morgen ein ganz normaler Trainingstag werden. Yeah! Damit guten Start in die Woche allerseits und bis Sonntag – dann hoffentlich mit Fotos vom Tri wohoo!

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