Projekt Iron(wo)man. Recap Woche 16: Wendelsteinrundfahrt und Saisonplanung

Mein Sturschädel hat die Saisonplanung für 2018 dezent verkompliziert. Aber würde ich meinen Dickkopf eintauschen, wenn ich könnte? Nein! Immer fein mit dem Kopf durch die Wand! Nach langem (innerem) Ringen hat sich 2018 allerdings die Vernunft durchgesetzt. Aber nicht ohne die Aussicht auf echte Highlights im Jahr 2019, die natürlich jetzt schon alle vorgeplant werden wollen!

Mit Glanzlicht ist hier übrigens nicht eine Woche Ballermann gemeint. Die Person, zu dem der eingangs genannte Sturkopf gehört, hat vor ein paar Wochen bei ihrem ersten Triathlon Blut geleckt und will jetzt mehr davon. Deshalb stürzt sie sich seit nunmehr 16 Wochen mit dem brav behelmten Dickschädel von einer Trainingssession in die nächste, um sich irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft den Traum von der echten Ironman-Langdistanz zu erfüllen. Dass sie es damit bierernst meint, kann der geneigte Erstbesucher auf den folgenden Seiten nachlesen (Achtung, nicht empfehlenswert bei Allergie auf Schachtelsätze): Woche 15, Woche 14Woche 13Woche 12Woche 11Woche 10Woche 9Woche 8Woche 7,  Woche 6Woche 5Woche 4Woche 3Woche 2Woche 1 und Tag 1.

Wie gewohnt kurz eine kleine Werbeunterbrechung, bevor es mit der Saisonplanung 2018 bis 2019 und den vielen Radkilometern der letzten Woche weitergeht: Triathlon frisst mir die (ohnehin schon kurzen) Haare vom Kopf, deshalb freue ich mich über Sponsoren, die mich via PayPal.me unterstützenmeinen Lagerbestand auf eBay reduzierenmir mit Material aushelfen (gerne auch gebraucht), oder mir tolle Tipps geben und mit mir trainieren. Besten Dank – den vollständigen Werbetext gibt es außerdem hier.

Okay, zurück zum Thema. Wobei Mallorca an sich ja gar nicht so verkehrt ist als Highlight für die Saisonplanung 2019, denn dort gibt es ein paar tolle Trainingscamps – zum Beispiel von triathlon.de oder von Hannes Hawaii Tours. Wobei es mich tendenziell eher auf eine der Inseln ziehen würde, die ich noch nicht kenne. Korsika und Sizilien stehen da ganz oben auf der Liste, seit Kurzem auch São Miguel. Praktischerweise scheinen sich heutzutage all diese kleinen Eilande auch wunderbar zum Rennradeln zu eignen, wenn man den Google-Ergebnissen Glauben schenkt. Apropos Google-Ergebnisse: Hatte ich die Website mein-triathlonhotel.de schon einmal erwähnt? Die Liste der für Training und Urlaub geeigneten Hotels ist zwar noch nicht riesengroß, aber für die nächsten paar Reisen kann man sich dort durchaus nett inspirieren lassen. Wie dem auch sei; ein „richtiges“ Trainingslager ist in der Budgetplanung für 2019 noch nicht vorgesehen, dafür aber einige andere spannende Events.

Blicken wir mal kurz zurück auf 2018: Meine Rippe hat mir erfolgreich den triathlon.de-Cup im Mai versaut, deshalb ist da noch etwas offen. Und weil ich im Mai 2019 ja schon rund ein Jahr triathlonorientiert trainiert haben werde, mache ich beim Cup nicht einfach nur die olympische Distanz, sondern den Trippel-Tri [sic.] am 18./19. Mai. Das heißt: Schnuppertriathlon (0,2/10/2,5) plus Sprintdistanz (0,4/20/5) plus Olympische Distanz (1,5/40/10) an einem Tag am Stück. Das werden am Ende dann insgesamt 2,1 Kilometer im Wasser, 70 auf dem Rad und 17,5 per pedes gewesen sein. Und was ist mein erster Gedanke? Hoffentlich hält der Akku von meinem V800 so lange, denn: Strava, or it never happened! Genussvoll geht es dann bei angenommener Verletzungsfreiheit weiter im Juni in Erding. Die Rippe hat mir auch hier noch den Mittelfinger gezeigt (bzw. der rippeninduzierte Trainingsrückstand, aufgrund dessen ein Start nicht weniger als Bullshit gewesen wäre). Hier ist also noch eine Olympische Distanz offen, die ich mir nicht nehmen lassen will (Prost!).

Zur Auflockerung des Textblocks hier ein Foto von mir, auf dem ich in Woche 15 den enthusiastisch beschriebenen ich-trage-mein-Rennrad-auf-der-Schulter-Move durchgeführt habe. Grandios!

So, und dann wird es eigentlich mal Zeit für eine richtige Herausforderung. Das soll nicht heißen, dass eine Olympische Distanz keine Herausforderung ist. Aber mir mit meiner Brauereipferdausdauer liegt sie definitiv nicht. Ich kann lange und gleichmäßig (langsam), aber nicht kurz und explosiv (schnell). Und jetzt schlagen wir mal wieder kurz den Bogen zu meinem Dickkopf. Rein theoretisch würde ich eine Mitteldistanz (1,9 Schwimmen, 90 Rad, 21,1 Laufen für die weniger informierte nerdige Leserschaft) packen. Aktuell würde ich fürs Schwimmen ca. 40 Minuten brauchen, fürs Rad ca. 3 Stunden und fürs Laufen ca. 2:00-2:10 Stunden, wenn ich nicht überpace und beim Schwimmen nicht wieder tausend Gliedmaßen ins Gesicht bekomme wie in Karlsfeld. Mit schnellen Wechselzonen wäre das eine Zeit <6 Stunden (wahrscheinlich 5:59:59 oder so). Deshalb war ich ungefähr zwei Klicks und eine Eingabe der Kreditkartennummer davon entfernt, mich für den 226 half beim Cologne Triathlon Weekend am 2.9.2018 anzumelden. Aber dann schlug die Stunde der Vernunft: Ich kann weder souverän meine eingeklickten Schuhe an- und ausziehen, noch kann ich 90 Kilometer am Stück in der Aero-Position auf dem Tria-Lenkeraufsatz liegend durchfahren (mit dem habe ich mir übrigens ein ziemlich großes Ei gelegt, aber dazu nachher mehr). Ich habe noch keine Leistungsdiagnostik gemacht und Bikefitting mit den neuen Modifikationen wäre vielleicht auch erstmal keine schlechte Idee.

Man könnte natürlich trotzdem teilnehmen. Aber… Herrje, jetzt muss ich wirklich lange überlegen, ich bin doch von Natur aus wirklich eher unvernünftig… Okay, nochmal: Aber – ah, jetzt weiß ich’s: Die Saisonplanung ist im Prinzip auch nichts anderes als ein langer Lauf: Man sollte nicht überpacen, damit man nicht vor der Ziellinie einknickt. Grandios. Den Spruch sollte ich mir patentieren lassen. Jedenfalls habe ich das Ticket für den 226 half nicht gebucht (obwohl ich mir schon ein Airbnb reserviert und Zugverbindungen herausgesucht hatte, haha). Dafür habe ich mit dem Megasuperearlybirdtarif für das Cologne Triathlon Weekend 2019 die „Nizza-Distanz“ gebucht. Zumindest heißt sie auf der Website des Veranstalters so. Gemeint ist damit die ITU Langdistanz (oder auch Triple Olympic O3) über 4 Kilometer Schwimmen, 120 Kilometer Rad und 30 Kilometer Laufen. Als Saisonhighlight am 31. August ist das genau richtig und damit bleibt mir bis zum 1.9.2019 noch fast genau ein Jahr, mich an diese Distanz heranzuarbeiten.

Wie ich gelernt habe, macht man eine Saisonplanung mit einem A-Wettbewerb und mehreren B- und C-Wettbewerben, wobei man sich bei C-Wettbewerben nicht runterstresst, sondern sie als Trainingseinheiten mit einbaut. Der Trippel-Tri und Erding wären dann nach dieser Rechnung C-Wettbewerbe. Fehlen noch ein oder zwei B-Wettbewerbe. (Mal so unter uns: Das fühlt sich beim Schreiben alles so an, als hätte ich wirklich einen Plan davon, was ich hier eigentlich genau mache. Geil.) Weil dieses Blog ja irgendwie den Ironman mit im Namen hat, habe ich mir deshalb den Ironman 70.3 Kraichgau am 2. Juni 2019 ausgesucht. Ich bin ja mal gespannt, ob ich einen Platz dafür ergattern kann, wenn die Anmeldung irgendwann demnächst mal aufmacht. Meine Kreditkarte schlägt jetzt schon die Arme über dem Kopf zusammen. Ich könnte jetzt noch so weitermachen und Heilbronn, Ingolstadt, St. Pölten, den Chiemsee und Regensburg auf meine Liste packen, aber für den Moment habe ich es mir verboten, noch weitere Events zu planen. Schließlich durfte ich mehrfach schmerzlich am eigenen Leib erfahren, wie schnell eine Verletzung passieren kann und wie nachhaltig sie einen manchmal aus der Bahn wirft.

Passend dazu ein Foto von der Ausfahrt an den Kochelsee mit F., im Zuge von dessen Aufnahme ich mir glücklicherweise mal nicht wehgetan habe (obwohl ich wirklich befürchtet hatte, ich könnte nach hinten umkippen).

Ja, ich weiß, das ist so ein typisches Radfahrer-Klischee-Motiv (und mein Gesichtsausdruck ist irgendwie seltsam), aber ich darf das, ich fahre erst seit diesem Jahr Rennrad! Wenn alles so gut weiterläuft, werde ich mit Sicherheit auch noch drölfzig Fotos von mir vor irgendwelchen Schildern mit den Namen von legendären Pässen posten, weil die coolen Jungs das ja auch alle machen.

Auf jeden Fall bin ich trotzdem ein bisschen traurig, dass ich mich nicht Hals über Kopf am 2.9. in das Abenteuer Mitteldistanz stürzen kann. Aber mir wird bestimmt auch so nicht langweilig werden, wenn das Wetter denn noch eine Weile lang mitspielt. Es ist tatsächlich irgendwie seltsam, wenn ich jetzt um 5:30 Uhr aufwache und es draußen noch nicht richtig hell ist. Ich springe ja gerne direkt mal um 6 Uhr aufs Rad, aber ab und zu war es morgens noch ein bisschen kalt und auch etwas zu dunkel dafür. Also doch lieber wieder nachmittägliche Ausfahrten oder zuerst kurz Schwimmen und dann aufs Rad, um die Faktoren maximale Sonnenexposition und minimales Verkehrsaufkommen möglichst gut miteinander auszutarieren. Jetzt aber endlich zum Wochenrückblick!

Wie so oft montags ging es relativ unspektakulär mit einer langen Schwimmeinheit los. Ab und zu schwimmen bei mir im Gym auch andere ambitionierte Triathletinnen und Triathleten im Becken und ich schaue ja dann immer, was die so machen. Eine Vertreterin dieser Spezies ist Bahnen gekrault, hat dabei aber permanent den Kopf über Wasser gehalten. Ich habe diese Übung wahrscheinlich 2016 mit meiner kurzzeitigen (grandiosen) Schwimmtrainerin A. wahrscheinlich auch gemacht, aber erfolgreich wieder verdrängt. Dabei ist das nicht nur zur Technikverfeinerung eine gute Idee, sondern auch eine mit etwas Übung schwimmbare Variante, falls man mal wieder Panik bekommt im Wasser und der Kopf sich weigert, unter Wasser zu gehen. Sieht natürlich nicht ganz so ästhetisch aus, ist aber ziemlich anstrengend und bei mir jetzt in der Schublade Atemtechnik-Übungen abgelegt. Bei der Schwimmeinheit am heutigen Sonntag habe ich es dann auch endlich hinbekommen, 1.500 Meter kontinuierlich mit Dreieratmung zu schwimmen, anstatt immer bequem nach rechts zu atmen. Das liegt nicht daran, dass die Dreieratmung so schwer wäre. Aber bei der Linksatmung ist mein Körper anfangs ein bisschen unkoordiniert herumgerollt; und bei einer Dreieratmung hat man einfach nicht ganz so viel Luft zur Verfügung, also muss man zunächst ökonomisch effizienter schwimmen lernen (und bei der Zweieratmung nach links weniger doof herumrollen), bevor man mit etwas weniger Luft auskommt. Jetzt klappt es aber, also wieder ein Punkt von der To-Do-Liste abgehakt. Die Fingerpaddel gefallen mir auch immer besser, weil sich die Armzüge mit der Unterstützung kraftvoller anfühlen (und sie hoffentlich auch für mehr Kraft in den Armen sorgen). Mit dem 226er Orca in der Version Halbarm bin ich (ebenso wie mit dem ganz kurzen Anzug) höchst zufrieden. Ich fühle mich darin fast selbst schon wie ein echter Walfisch! Halt, nein, das klingt jetzt ein bisschen seltsam. Ich meinte natürlich bezogen auf die Wasserdynamik und solche Sachen. Walfische können nach meinem aktuellen Wissensstand ja nicht so besonders gut radeln oder laufen. Deshalb mehr so im übertragenen Sinne. Sie verstehen das hoffentlich, werte Leserschaft.

Nach dem Schwimmen habe ich noch eine feine Lauf-ABC-Einheit mit Pyramiden eingelegt, wobei meine Pyramiden sich im Bereich von 9 bis 11 km/h bewegt haben, weil die Beine am Ende nach anderthalb Stunden Lauftechnik doch schon ein bisschen müde waren.

Der Dienstag war irgendwie ähnlich unspektakulär und ich glaube, das Wetter war auch nicht so berauschend. Also wieder Schwimmtechnik (diesmal Kraularme / Kraulbeine und Sprints und sowieso immer ein bisschen Schmettern mit dabei) und danach für 90 Kilometer in 2h50 aufs Spinning-Rad, ebenfalls mit Pyramiden: 30 Minuten hohe Trittfrequenz im Sitzen, dann 3×10 Minuten Climbing mit zunehmendem Widerstand und das Ganze dann nochmal. Im Anschluss dann noch als Sahnehäubchen ein kleiner Steigerungslauf auf dem Laufband. Ich weiß, ziemlich öde. Mir graust es jetzt schon vor dem Winter, wenn die überwiegende Zahl der Einheiten in geschlossenen Räumen stattfinden wird. Aber irgendwie wird auch diese Zeit wieder herumgehen und ich werde im Winter mit dem Crosser so lange die Isar malträtieren wie es meine klammen Finger erlauben! Nimm das, Winter!

Wenigstens sind bis dahin die drölfzig Baustellen in München hoffentlich dann auch mal fertig. Man kann teilweise nur den Kopf schütteln (oben der aktuelle Stand von der Ismaninger / Prinzi, aber mit geilem Licht), wenn man an Straßenabsperrungen ohne ersichtliche Umfahrungen kommt und sich freuen, wenn man irgendwann das Licht am Ende der Baustelle erblickt. Ich finde es ja gut, dass die Infrastruktur instandgehalten wird, aber warum muss das immer zu Lasten von Radfahrern und Fußgängern gehen? Naja.

Auf jeden Fall folgte auf den langweiligen Dienstag dann ein spannender Mittwoch. Nachdem wir in Bayern einen Feiertag genießen durften, gab es via RR MUC-Facebookgruppe einen Aufruf zu einer gemütlichen Gruppenfahrt über den Ammersee und Starnberger See, insgesamt ca. 150 Kilometer und das Wetter spielte auch wieder mit. Wir waren zu sechst, eine sehr angenehme Gruppengröße, und die Fahrt lief auch super an, bis auf die Tatsache, dass ich im zweiten Drittel mal wieder Aufholjagd spielen durfte, weil ich bei Wellen & Hügeln zurückgefallen bin. Auf Höhe des nach Osten herausragenden Zipfels des Ammersees ging es über einen schönen Anstieg (das müsste der Andechs-Berg gewesen sein) dann Richtung Seeshaupt und auf der Ostseite des Starnberger Sees über den Höhenzug zurück. Den bin ich bis dahin zumindest bewusst noch nicht gefahren und fand die Hügel samt Waldabschnitten wirklich schön zu fahren (naja, bis auf die Feiertagsautofahrer, aber irgendwas ist ja immer). Auf Höhe von Wolfratshausen haben wir uns dann in zwei Grüppchen aufgeteilt und danach wurde es leider etwas chaotisch: Der Tourenorganisator hatte die relativ alte Strecke ungeprüft von GPSies übernommen und nicht noch einmal in komoot nachgesehen, ob da vielleicht Gravel-Abschnitte drin sein könnten oder Passagen, die es in der Form nicht mehr gibt. Das Ergebnis war, dass wir uns dann alle komplett verloren haben, weil einer schnell über die Gravel-Passage gesaust ist, ich langsam (mit dem Mantra „Bitte keinen Platten. Bitte keinen Platten.“) und zwei weitere die Passage umfahren haben. Überlebt haben wir es am Ende alle, aber man hätte sich einen schöneren Abschluss für die Tour gewünscht. Es war natürlich trotzdem genial und 150 Kilometer verfliegen in einer Gruppe immer schneller als alleine.

Am Donnerstag stand dann der lange Lauf der Woche an. Überhaupt bin ich diese Woche sehr wenig gelaufen, weil meine linke Ferse und mein linkes Knie (Innenmeniskus laut F.) doch ein bisschen gemurrt haben und ich mein Glück nicht überstrapazieren wollte. Nachdem ich meine Ernährungsstrategie ja brav revidiert habe (soll heißen: Ich frühstücke vor harten Einheiten und nehme jetzt bei langen Einheiten regelmäßiger etwas zu mir), hatte ich entsprechend zwei Energize-Riegel von Powerbar und fünf Gels von GU dabei (Spoiler: Birthday Cake, Salzkaramell, Espresso sind hammergeil; Brombeere und Ingwer wahnsinnig widerlich). Der V800 hat sich bis Kilometer 21,1 standhaft geweigert, meine Herzfrequenz anzuzeigen, also konnte ich nicht nach Herzfrequenz pacen, sondern nur nach Gefühl. Super. Ich hatte aber wirklich gute Beine an dem Tag und vor allem die Riegel (Geschmacksrichtungen Schoko und Lebkuchen, hammergeil) haben wirklich richtig gut Energie gegeben. Hätte ich gar nicht gedacht, weil ich eigentlich der Meinung war, dass festere Nahrung als Energiegummibärchen auf Läufen vielleicht nicht so toll im Magen ankommt, aber anscheinend ist mein Exemplar wirklich äußerst unempfindlich und heiß auf feste Nahrung. Mit kontinuierlichem Futtern bin ich die 30 dann ein paar Sekunden schneller gelaufen als am 2. Juli (Pace 5:35 statt 5:36, was für ein Fortschritt!) – und im Gegensatz zu damals habe ich mir diesmal nicht den linken Fuß ruiniert, yeah! Natürlich steigt dadurch jetzt mein Gel- und Riegelverbrauch wieder exponentiell in die Höhe, aber die Energiezufuhr macht sich unterwegs wirklich bemerkbar.

Der Vollständigkeit halber natürlich hier noch das Post-Run-Happy-Face und das Post-Recovery-Swim-Happy-Face, weil ich zur allgemeinen Belustigung Auflockerung noch eine kleine Runde im Pool war. Im Hintergrund lief dann später noch eine Aquagymnastik-Stunde, die für ordentliche Wellen gesorgt hat. Action pur! Aber wie war das mit: Ich will mehr Open Water schwimmen? Hach ja, immer diese guten Vorsätze.

Ich war diese Woche wirklich wieder äußerst schwimmenthusiastisch, weil ich am Freitag schon wieder morgens erstmal eine Stunde geschwommen bin. Danach noch kurz auf den Crosstrainer und ran an die Arbeit. Es hatte mich am Donnerstag schon ein wenig gewurmt, dass ich bei dem tollen Wetter nur früh morgens draußen war und den ganzen heißen Nachmittag fleißig arbeitend drinnen verbracht habe. Deshalb am Freitag morgens nur kurz in der Aussicht auf eine sonnige Nachmittagsausfahrt. Aber zuerst hat ein sachkundiges Paar Augen meinen frisch gekauften Trialenker-Aufsatz verbal zerlegt: Augenscheinlich ist er gekürzt worden und ist dadurch a) zu kurz für meine langen Arme (obwohl ich die Aufleger doch noch verstellen konnte) und b) nicht zugelassen für Rennen, da ein gutes Stück Rohr fehlt, das eigentlich aus Gründen der Stabilität innen über den Verschluss noch hinausragen muss – so wie bei diesem und jedem anderen Modell. Auch ansonsten ist der Aufsatz in einem beklagenswerten Zustand, der weder den Fotos noch der Beschreibung entspricht, und ich bin mal gespannt, ob der PayPal-Käuferschutz greift, da ich ihn reklamiert habe… Bitte einmal nett Daumen drücken, vielen Dank!

Im Rahmen der verbalen Vernichtung meines vermeintlichen eBay-Schnäppchens wurde dann mein Sattel ein Stück höher, ein Stück weiter nach vorne und ein Mü vorne nach unten geneigt. Auf einem Tri-Bike liegt tatsächlich aufgrund von Geometrie und Sitzposition viel mehr Gewicht auf dem Oberkörper und mit der etwas justierten Sattelposition geht es immerhin ein kleines Stückchen in diese Richtung. Die 85 Kilometer Richtung Starnberg mit allen möglichen Wellen und Anstiegen bin ich dann trotzdem erst einmal etwas vorsichtig angegangen, weil ich beim letzten Mal Sattelverstellen wieder rund 200 Kilometer gebraucht hatte, bis sich Po und Rücken an die neue Position gewöhnt hatten. Diesmal war aber sofort alles prächtig und die Strecke mit 900+ Höhenmetern auf 85 Kilometer war ein ganz nettes Vorspiel zu Samstag: Denn am Samstag stand die allseits bekannte, beliebte und berühmte Wendelsteinrundfahrt an!

Okay, hier sind wir noch nicht auf der Strecke, sondern erstmal in D.s Garage um 5:15 Uhr morgens am Samstag (er fährt übrigens ein wunderschönes, altes Stahl-Bianchi). D. hatte auf Facebook gepostet, dass er noch einen Platz im Auto frei hat und ich habe ihn dankend genommen.

Diesen herrlichen Sonnenaufgang konnten wir dann am Parkplatz in Au bei Bad Aibling beobachten, während wir uns mental auf die Fahrt vorbereiteten. D. hatte tatsächlich hartgekochte Eier dabei (ich sag’s doch, dass die ideal als Snack für unterwegs sind!) und selbstgemachte Energiebälle mit Datteln, Mandeln und Zitrone, so dass ein kleines Frühstück schonmal die erste Energie lieferte. Er wollte wie ich die 165er Runde (mit 2250 Höhenmetern, geil!) fahren – und auch ansonsten war irgendwie halb Rennradln München auf der Strecke unterwegs. An den Verpflegungsstationen hat man sich dann irgendwie immer wieder getroffen; die meisten sind 165 gefahren, ein paar den 200er Marathon (den ich nächstes Jahr machen werde) und einige haben die 120er gemacht. Die Wendelsteinrundfahrt ist übrigens auch deshalb so beliebt, weil die Verpflegung einfach verdammt geil ist: An der ersten Verpflegungsstelle gab es neben Kuchen, Obst, Müsliriegeln, Semmeln auch Rühreier (!); an der zweiten Kasspatzn (!!) und an der dritten Würstchen (!!!). Ich habe mich überwiegend von Mohnkuchen ernährt (oh Gott, ich liebe Mohnkuchen) und dann auch mal eine Frischkäsesemmel genommen zwecks der Proteine. Aber der Kuchen war wirklich mein Energiebringer Nummer 1 auf der Fahrt – mit ausreichend Mohn im System hatte ich richtig, richtig, richtig gute Beine. Und das, obwohl mein Schaltwerk immer noch nicht repariert worden ist und ich teilweise gar nicht in den letzten Gang gekommen bin, bzw. der letzte immer wieder auf den vorletzten hochsprang. Mir graust es schon davor, am Dienstag zu vit:bikes zu rollen und zu hören, was der Spaß wieder kosten wird… Die Anstiege waren natürlich teilweise heftig, aber ich hatte immer irgendwo meinen Sweet Spot und konnte weitertreten. Und an der nächsten Verpflegungsstelle wieder mit Mohnkuchen nachladen. Hah! Soetwas bräuchte man einfach immer auf langen Ausfahrten. Wahrscheinlich hätte ich gar nicht so einen Jieper (benutzt man das Wort heute noch?) auf den fucking Mohnkuchen gehabt, wenn ich ab und zu mal im normalen Leben Kuchen essen würde, aber eigentlich hebe ich mir den Genuss von Bäckereierzeugnissen momentan für besondere Gelegenheiten auf.

So sah es dann um 7:00 Uhr am Start aus, als die erste Horde in Richtung Wendelstein losgestürmt ist.

Und hier sehen Sie mich, meine Nummer und die erste Verpflegungsstation. Das war, bevor ich den Mohnkuchen entdeckt habe, denn danach hatte ich natürlich erstmal Mohnkrümel zwischen den Zähnen. Was soll’s, alles für die 165 Kilometer! Apropos RTF – das war jetzt ja meine dritte nach der RTF „Quer durch die Holledau“ und der RTF von forice89 „Zwischen Amper und Paar“. Zur Saisonplanung 2019 gehört die Wendelsteinrundfahrt auf jeden Fall wieder mit dazu und dann liebäugle ich mit der RTF durchs Erdinger Holzland, mit der RTF bei Landshut, mit dem Arber Radmarathon und dem Bodensee-Radmarathon im September (den ich vielleicht ja dieses Jahr noch machen könnte). Am 9.9. würde ich bei passendem Wetter gerne die RTF In Regensburg mitfahren und dort dann den Radmarathon machen, damit ich eine zweite 200er dieses Jahr auf Strava hochladen auf meine Fahne schreiben kann. Mal sehen, was sich wie ergibt und ob das Wetter mitspielt. Am Samstag hatten wir wirklich bombastisches Königswetter und ich kann es quasi kaum erwarten, bis das Fotopaket von Marathonpics endlich fertig ist und ich mich zehntausendmal schwitzend und grinsend mit Mohn zwischen den Zähnen auf dem Rad aus allen verschiedenen Winkeln betrachten kann. Wehe, ich sehe auf den Bildern fett aus!

Es klingt vielleicht ein bisschen seltsam, aber ich habe tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, nach den 165 noch die 50 zurück nach München mit dem Rad zu rollen, weil ich zwar bergtechnisch bedient war, meine Beine aber immer noch ganz gut funktioniert haben. Aus Zeitgründen habe ich es dann bleiben lassen, aber es war gut zur besseren Einschätzung der eigenen Leidens- und Leistungsfähigkeit. Gibt es eigentlich Mohnkuchen auch als Energieriegel? Dann würde ich ja durch die Decke gehen! Um die Euphorie aber wieder einzufangen: Natürlich waren wir langsam, langsamer als viele andere auf unserer Strecke. D. hat im Gegensatz zu mir mehr Muskelkraft, aber weniger Brauereipferdausdauer, also haben wir uns gut ergänzt und hatten eine schöne Fahrt. Und es war natürlich grandios, nicht in einem überfüllten Zug, sondern im Auto mitfahren zu können – und mal wieder eine interessante Erfahrung, sich um 4:50 Uhr morgens aufs Rad zu setzen, um zum Treffpunkt zu rollen. Rundum ein gelungener Tag und eine großartige Fahrt!

Der heutige Sonntag ging dann gemütlich mit der viel, viel weiter oben genannten Dreieratmungsschwimmstrecke los, gefolgt von ein bisschen Schmettern und ein paar Bahnen Ausschwimmen. Dann schnell den Orca angezogen und zum Sportlerfrühstück mit F. gedüst (ich hatte natürlich hartgekochte Eier dabei) und danach dann gemütliche 65 Kilometer von Südosten nach Nordosten, weil Rekon angesagt war. Am Säbener Platz trafen wir dann auf eine Verpflegungsstation von Sport Ruscher, weil dort ein langer Lauf als Marathonvorbereitungstraining stattfand. Wir durften auch einen Becher „Zaubertrank“ probieren, den es dort unter anderem in neongelben Bechern und anstelle von Isodrinks zur Stärkung gab. Auf dem weiteren Weg durch den Perlacher Forst sind uns auch die wackeren Läuferinnen und Läufer begegnet, angeleitet von S. von letzter Woche. Ein toller Event und hätten wir Laufschuhe dabeigehabt, wären wir wahrscheinlich sogar mitgelaufen (mit F. kann man sowas machen, das ist grandios). Aber wir hatten auch so genug Spaß, weil ich eine Runde auf F.s Tri-Bike drehen durfte und natürlich davon komplett angefixt bin! Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber es fährt sich ganz, ganz, ganz anders als mein Rennrad. Wann immer von Geometrie, Sitzposition oder Überhöhung die Rede war, konnte ich mir nur ungefähr vorstellen, was das in Bezug auf das Tri-Bike heißen könnte. Aber wenn man einmal draufsitzt, dann merkt man sofort, was gemeint ist: Man sitzt auf dem Ding viel weiter vorne, hat viel mehr Gewicht auf dem Oberkörper, tritt ganz anders rein und wenn man sich hinlegen würde (was ich mich aus Gründen der Angst ums Material erstmal nicht getraut habe), dann läge man viel tiefer als ich auf meinem Tri-Aufsatz. Man beschleunigt ganz anders! Man steuert ganz anders! Man sitzt ganz anders! Und der Sattel mit der vorne zweigeteilten Nase fühlt sich sowas von gut an auf dem von gestern geschundenen Hintern! Shit, ich werde mir wohl irgendwie auch so ein Teil anschaffen müssen. Immerhin haben wir dann erstmal meinen Sattel noch ein wenig höhergestellt, noch weiter nach vorne gerückt und noch etwas mehr nach unten geneigt. Augenscheinlich gibt es bei der ganzen Satttelsache auch keine Standard-Profi-Position, an die sich alle halten, sondern man arbeitet nach Gefühl. Anders fühlt es sich jetzt auf jeden Fall auch an, aber der zu kurze Tri-Aufsatz hemmt jetzt die Fahrfreude (ich muss bei dem Wort immer an diese BMW-Werbung von vor X Jahren denken, da hatten sie der Fahrfreude ja die Vokale geklaut und ihre Anzeigen mit FHRFRD oder so ähnlich betitelt, ein ganz grandioser Wurf, liebe Werbetreibende). Insgesamt bin ich mit der heutigen Relaxfahrt also nun wieder vollständig erholt (yeah, Pausentag! Aktive Regeneration!) und freue mich auf hoffentlich pannenfreie Action nächste Woche – denn zur Krönung des Tages hatte ich vorhin noch einen Platten hinten; das wurde aber tatsächlich auch mal Zeit, denn der Schlauch ist – soweit ich mich erinnern kann – tatsächlich schon über 6.000 Kilometer alt gewesen…

Das GU Birthday Cake-Gel gab es übrigens dann als zweites Frühstück – schmeckt wie Milchcreme, also überaus genial. Ich glaube, ich muss nachher nochmal ein, zwei davon bestellen… Ansonsten gute Woche allerseits und bis nächsten Sonntag, dann wahrscheinlich mit den Wendelsteinfotos und dem nächsten Rennbericht, denn am 26.08. steht die Olympische Distanz an der Regattastrecke an!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .