Eine Internetzeitreise, Teil 1

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Blog_2016_08_23

Meine Online-Geschichte beginnt im Jahr 2000. Davor besaß ich einen PC mit Windows 3.1, auf dem ich Commander Keen oder Solitär spielte und in Paint erste Pixelkunstwerke zusammenklickte. Ins Internet gelangte ich zu dieser Zeit nur über Freundinnen und alles drehte sich um drei zentrale Anlaufstellen: Web.de, Chat4free und Beepworld. Im Jahr 2000 jedoch änderte sich alles; ISDN-Modem und ein PC mit Windows 2000 wurden im Haushalt meiner Familie installiert. Bis wir eine Internet-Flatrate bekommen würden, sollte all mein Taschengeld für zusätzliche Internet-Stunden draufgehen, denn in unserem ersten Tarif waren nur 3 Stunden pro Tag inkludiert.

Mein Internethorizont erweiterte sich um den AudioGalaxy Satellite, um HTML und CSS. Nach der Bepworld-Website folgten die erste eigene Domain und Blogs, nach Chat4free folgten IRC, Online-Games, TeamSpeak und die ersten sozialen Netzwerke (StudiVZ, lokalisten, deviantART, GermanBash.org).

Als das Internet mit User-generated Content und Social Media explodierte, ließ ich mich von der Druckwelle mitreißen und hinterließ überall meine Datenspuren. Viele davon sind heute vergessen – gelöscht oder im Surface Web nicht (mehr) indexiert – manche davon habe ich selbst gelöscht und einige davon existieren immer noch, allerdings unter Pseudonymen (Nicknames, Handles, Tags), die ich heute nicht mehr verwende.

Natürlich kann ich über ein paar der Dinge heute nur noch kopfschüttelnd schmunzeln, die ich mit 16, 17, 18 geschrieben habe. Natürlich gefällt mir längst nicht mehr alles, was ich damals toll fand. Natürlich weiß ich längst nicht mehr, wo ich mich online überall herumgetrieben habe. Doch im Zuge der Bereinigung meiner Datenspuren habe ich auf einer Plattform viel über mich selbst wiedergelernt und einige virtuelle Fußabdrücke gefunden, die ich heute noch so schreiben würde, die mir heute noch so gut gefallen wie damals und an die ich mich immer noch erinnere. Deshalb:

Mein Best-Of aus neun Jahren tumblr

Das tumblelog naki.tumblr.com habe ich am 23. Juni 2007 um 3:06pm tumblr-Zeit mit diesem Post eingeweiht:

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Das Blog strangemaps.wordpress.com ist mittlerweile als private markiert. Die Map müsste wohl diese hier von xkcd gewesen sein (für diese hier war es 2007 noch zu früh). Gezeigt hatte mir tumblr damals morn.tumblr.com, sein tumblelog existiert nicht mehr, er selbst schon. Da ich mich gerade bei tumblr einlogge, um die alten Posts zu löschen: Damals waren in Deutschland noch keine @gmail.com-Adressen zugelassen, so dass mein Login immer noch auf @googlemail.com endet. Neun Jahre sind eine ziemlich lange Zeit. 1.146 Posts sind ziemlich viele Posts.

Ich fand eine Seite namens designklicks.spiegel.de gut, die – soweit ich mich erinnere – wie eine frühe, kuratierte Version von Pinterest aussah. Diesen Artikel fand ich nicht gut: Schäuble hält Online-Durchsuchungen für „lebensnotwendig“. Ich spielte eine Art MUD im IRC und fand das „Social Media-Grid“ von mashable.com interessant.

2007 postete ich jeden Monat ab Juni; 2008 jeden Monat außer Januar; 2009 jeden Monat außer November und Dezember; 2010, 2011, 2012 jeden Monat; 2013 nicht im April, Mai und Dezember; 2014 nicht im September, November und Dezember; 2015 bis einschließlich Juni und dann nur im November noch einmal; 2016 Januar bis April und im August.

Ich bin gespannt, worauf ich stoßen werde – und ob ich die Spurensuche wirklich so konsequent durchführen werde, wie ich es mir gerade vorgenommen habe. Zum Abschluss noch eine Weisheit. Mein Lieblingszitat im Juni 2007 scheint dieses hier gewesen zu sein:

„Vita contingit. Vive cum eo.“ (Life happens. Live with it.) Gefunden bei Table of Less Common Latin Expressions; die Seite ist heute offline.

Mein Tag dazu: #truth

 

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