Drei Geräte und Apps, die ich wirklich nutze

Blog_2015_04_18

Manchmal kauft man sich etwas, nur um es dann doch nicht zu benutzen. Einen Heimtrainer zum Besipiel, ein supertolles Gadget oder eine App. Manche Käufe sind von vornherein Fehlinvestitionen, bei anderen Dingen stellt sich erst im Nachhinein heraus, dass wir sie einfach nicht komfortabel in unseren Alltag integrieren können. Manchmal ist es aber auch der Fall, dass etwas monatelang in unserem Schrank Staub ansetzt, bevor wir es eines Tages hervorziehen und feststellen, dass wir es doch gebrauchen können. Generell gilt: Auf je weniger wir angewiesen sind, desto flexibler sind wir – im Alltag, im Business, in der Freizeit, im Leben an sich. Deshalb ist es sinnvoll, sich darüber im Klaren zu sein, welche Geräte und Anwendungen man wirklich „braucht“: beispielsweise, um effizienter arbeiten zu können, um mehr Zeit wichtigern Dingen widmen zu können, oder um einfach ein Stück persönlichen Komfort zu haben.

Darüber mache auch ich mir Gedanken. Vor ein paar Tagen war auf Amazon der Kindle Fire HD 7 im Angebot; mit Spezialangeboten (leider ohne LTE/4G) gab es die 8 GB-Version für 79 und die 16 GB-Version für 109 Euro. Ein Tablet hatte ich aufgrund der Kosten bisher noch nie besessen, obwohl ich es mir durchaus in manchen Situationen wünschte (z.B. um elektronische Zeitschriften unterwegs zu lesen). Doch der Sonderpreis machte mich neugierig. Ich habe mir also einen Amazon Kindle Fire HD 7 mit Spezialangeboten und 16 GB für 109 Euro gekauft. Zwar bin ich nicht sehr davon begeistert, dass ich nicht alle Android-Apps darauf installieren kann, aber das Gerät an sich ist seinen Preis wert. Wenn ich mir meine Gerätesammlung so ansehe, dann stelle ich fest, dass ich als Freiberufler die folgenden drei Geräte für meine Arbeit wirklich brauche und auch nutze:

  1. Ein Hochleistungsgerät: Rechner oder Laptop, für grafisch anspruchsvolle Projekte und tausend offene Browser-Tabs auf einmal
  2. Ein Ultramobilgerät: Tablet, am besten mit Tastatur-Hülle und LTE/4G, das jederzeit griffbereit ist und auch als E-Reader genutzt werden kann
  3. Ein Smartphone

Mit einer solchen Sammlung ist man für alle Projekte gerüstet – und damit schon ziemlich privilegiert, weil diese Geräte ja nicht gerade günstig in der Anschaffung sind. Doch sie lohnen sich; zumal man sie ja auch über mehrere Jahre hinweg von der Steuer absetzen kann. Außerdem ist nichts ärgerlicher, als unterwegs zu sein und dringend eine Idee in Textform niederschreiben oder jemanden per Mail kontaktieren zu müssen. Trotzdem habe ich übrigns immer ein Moleskine-Notizbuch und mindestens zwei Kugelschreiben, sowie einen Textmarker dabei: das analoge Zeitalter ist in meiner Welt definitiv nicht vorbei.

Nun zum THema Smartphone-Apps. Auf meinem ersten iPhone habe ich auch jede Menge Apps installiert. Zeitschriften, Nachrichtendienste, Social Media, Fitness-Apps, Produktivitäts-Apps, Bookmarking-Tools. Die waren zwar alle ganz nett, aber erstens verbrauchten sie sehr viel Speicher auf meinem iPhone – und zweitens stellte ich fest, dass ich nur sehr wenige regelmäßig nutze, vieles lieber über die via Browser abrufbaren mobilen Seiten erledige (z.B. Online-Shopping). Für To-Dos nutze ich keine App, sondern schreibe mir selbst Kalendereinträge oder E-Mails. Abgesehen von den Standard-Apps, die jedes Smartphone haben sollte (E-Mail mit Unterstützung aller großen Anbieter, Kontakte, Kalender, Browser, kombinierte Suchfunktion, Uhr mit Wecker, Wetter…), könnte ich mit den folgenden drei Apps vermutlich auskommen:

  1. LastPass – ein Speicher für all meine Passwörter mit integriertem Browser, der sämtliche (mobile-friendly) Internetseiten abrufen kann. Ich brauche nur ein Master-Passwort, mit dem ich an alle dort gespeicherten Passwörter herankomme (oder meinen Fingerabdruck, TouchID sei Dank). Ich verwende die Premium-Version.
  2. Dropbox – meine Daten immer und überall online abrufbar, herunterladbar, bearbeitbar, hochladbar, synchronisierbar. Ich verwende die Premium-Version.
  3. Kindle-App – Bücher und Dokumente jederzeit wirklich lesbar. Über das Amazon-Konto synct die App automatisch alle Titel der eigenen Bibliothek über sämtliche Geräte und Lese-Apps hinweg – Kindle im Browser, Kindle, Kindle Fire, Kindle-App auf dem Smartphone, Kindle-Reader auf dem Desktop-PC… Schön ist, dass ich Dokumente (z.B. mobi oder PDF) kostenlos an Amazon schicken kann, um sie ins Kindle-Format (azw) formatieren zu lassen; so werden die Dokumente auch auf kleinen Bildschirmen gut lesbar angezeigt, man kann z.B. die Schriftgröße verändern. Die App ist kostenlos, aber ich bin Amazon Premium-Kundin.

Ja, man muss dabei ein gewisses, vielleicht naives Vertrauen in „die Cloud“ mitbringen, wenn man seine Daten so verwalten lässt. Aber: Ich habe (bis auf ein paar peinliche Teenager-Fotos) nichts zu verbergen und glaube auch nicht daran, dass das Internet auf einmal zusammenbricht und meine sämtlichen Daten gelöscht sein werden – zumal sie alle auch noch lokal auf meinem PC liegen. Dafür weiß ich, dass ich jederzeit von überall auf alles zugreifen kann (Internet vorausgesetzt) und mir nie Gedanken machen muss, ob ich bei einem Termin nun Datei X dabeihabe, Text Y ausgedruckt habe und das Passwort für Tool Z irgendwo aufgeschrieben habe. Mein persönliches Stück Komfort.

Ich verwende ansonsten sämtliche sozialen Medien und Kanäle nach dem Pull-Prinzip („ziehen“) – das heißt, dass ich aktiv auf sie und die damit verknüpften Inhalte zugreifen muss (sie mir „ziehen“ muss), wenn ich etwas möchte. Eine LinkedIn-App würde mir beispielsweise via Push-Prinzip („drücken“) eine Benachrichtigung anzeigen, wenn mich jemand als Kontakt hinzufügt. Ohne App bekomme ich davon nur Wind, wenn ich E-Mail-Benachrichtigungen von LinkedIn aktiviert habe, oder aktiv selbst auf LinkedIn nachsehe. Ehrlich gesagt will ich auch gar nicht andauernd wissen, was in meinem Netzwerk so passiert, welche Jobangebote mir empfohlen werden und welche Branche welche News veröffentlicht – leider sind die Benachrichtigungseinstellungen bei vielen Apps noch nicht so detailliert ausgearbeitet, dass man einzelne Benachrichtigungsformen de- oder aktivieren könnte. So kann ich jederzeit bewusst in den Infostrom einsteigen, mich aber daraus auch wieder verabschieden.

Und wie sieht es bei dir aus?

An dieser Stelle noch ein paar Details zu meiner technischen Situation. Neben dem Kindle Fire besitze ich einen PC, ein (uraltens) 13,3“-Notebook, ein 10,1“-Netbook mit Touchscreen (beide von ASUS), einen stinknormalen Kindle (kein Paperwhite, kein Touchscreen) und ein iPhone (5s). Ein richtiges Tablet (oder ein Transformer-Notebook) habe ich mir jedoch nie gekauft, weil sie mir verhältnismäßig einfach zu teuer waren – obwohl ich gerne unterwegs auch Zeitschriften lesen würde, anstatt „nur“ Bücher auf dem schwarzweißen Kindle; und obwohl ich mir manchmal eine größere Tastatur für Nachrichten oder spontane Texteinfälle wünsche als jene des iPhone 5s. Hätte ich es finanziell verschmerzen können, dann hätte ich mir wohl schon längst ein iPad gekauft – oder das iPhone 6 Plus letztes Jahr. Andererseits kann man davon ausgehen, dass Geräte dieser Preisklasse bei entsprechender Behandlung auch eine Weile halten. 

Mein erstes 10,1“-Netbook von ASUS, das ich 2011 in den USA für knapp 250 USD gekauft habe, gab erst Ende 2014 den Geist auf, weil ich die Tasche damit zu unsanft auf den Boden knallen ließ. Es lief ansonsten ganz wunderbar, zuletzt mit Windows 7 Ultimate. Mein 13,3“-Notebook von ASUS (Jahrgang 2010, ca. 600 Euro) läuft nach wie vor, ebenfalls mit Windows 7 Ultimate, allerdings gibt es für manche Treiber keine aktuellen Versionen, so dass WLAN zum Beispiel nicht funktioniert und es ab und zu nicht korrekt hochfährt. Mein PC kostete 2012 knapp 900 Euro und tut nach wie vor seinen Dienst, einzig die viel zu kleine C:-Partition (SSD-Festplatte) bereitet mir Kopfzerbrechen. Mein iPhone 5s habe ich seit September 2013 und bin nach wie vor sehr zufrieden damit. Mein erster Kindle (damals 2010 noch aus den USA importiert) gab erst 2014 den Geist auf. Ich packe meine Gadgets nicht in Watte oder Spezialhüllen, sondern nur in Standard-Cases (oder -Taschen).

Ach ja: Ein Chromebook und ein MacBook stehen auch auf meiner Wunschliste, weil mich die großen Produktuniversen der Tech-Giganten faszinieren und ich sie verstehen möchte, um damit arbeiten zu können – bzw. Expertise im Umgang mit ihnen erwerben und verkaufen zu können. Meine Daten haben große Firmen wie Google, Amazon, Apple, Facebook, aber ich kann trotzdem nachts noch ruhig schlafen – obwohl ich Dave Eggers‘ Buch The Circle gelesen habe, das mich ebenso schockiert hat wie Jonathan Safran Foers Eating Animals. Ich achte mehr auf die Daten, die ich von mir preisgebe und ich esse nur noch dann Fleisch, wenn ich weiß, woher es kommt.

In diesem Sinne: Bewusst Geräte und Apps kaufen, Nutzungsroutinen entfernen und selbst herausfinden, welche Gadgets für einen Sinn machen.

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