Ja, man darf Kreativität sagen

Blog_2015_04_09

Wenn wir ehrlich sind, dann rangiert Kreativität zusammen mit Begriffen wie Work-Life-Balance unter den Top Ten der am meisten verwendeten, aber am wenigsten verstandenen Begriffe. Mit Kreativität verbinden wir meist abstrakte Vorstellungen und sind uns selten dessen bewusst, dass unser Alltag zum Großteil aus kreativen Handlungen besteht. Der französische Soziologe und Kulturphilosoph Michel de Certeau, der deutsche Soziologie und Sozialphilosoph Hans Joas, der amerikanische Philosoph und Pädagoge sind drei Wissenschaftler, die sich (unter anderem) mit dem Begriff auf unterschiedliche Weise beschäftigt haben. Ihren Ansätzen ist gemein, dass sie die Kunst und Kreativität im Alltäglichen und / oder in jedem von uns hervorheben:

  • John Dewey in seiner Schrift Art as Experience (Kunst als Erfahrung) (1934)
  • Michel de Certeau in seinem Werk L’Art du Quotidien Vol. 1, Arts de Faire (Kunst des Handelns) (1980)
  • Hans Joas in seinem Buch Die Kreativität des Handelns (1992)

Kreativität ist dabei nur ein Impuls, der künstlerisches Handeln auslöst. Damit ist nicht nur das Erschaffen großer Kunstwerke gemeint, sondern auch das alltägliche „Basteln“ (Tinkering) oder taktisches und strategisches Handeln, um sich das Leben zu erleichtern, Aufgaben auf die für einen selbst bestmögliche Weise zu lösen. Mir geht es hier vor allem darum, die Kreativität als Motor zu verstehen, der uns antreibt, Spaß und Freude im (Arbeits-)Leben zu erfahren. Ebenso möchte ich Kreativität als Mittel nutzen, um Stress vorzubeugen und den Leidensdruck des beschleunigten Lebens durch einen Perspektivenwechsel zu verringern. Wenn wir zu kreativem Handeln angeregt werden – in egal welchem Bereich unseres Lebens – dann erleben wir wieder das Spielerische in unserem Leben, das uns nach der Kindheit leider unweigerlich abhanden kommt. Es gibt dazu zig Ratgeber, wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Publikationen, Webseiten, Infografiken, Blog-Posts, Interviews, Tipps, Filme aus unterschiedlichen Sichtweisen von ganz verschiedenen Menshen. Einige davon werde ich hier aufgreifen, andere wiederum aus meinem eigenen Leben hier mit einfließen lassen. Als Anregungen und Vorschläge, nicht als ultimative Lösungen. Wenn Ihnen eine der Ideen gefällt, dann probieren Sie diese aus und gestalten sie nach Ihren Vorstellungen um. Denn auch das ist kreativ – der kreative Umgang mit Informationen, damit diese zu Ihrem Leben passen. Also: Ja, man darf Kreativität sagen, sich selbst kreativ nennen und das Kreative in den Alltag einbringen.

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